Zweiter Teil des rpg’s (Prolog)

Mittlerweile beschleunigte er seinen Schritt um schnell in die Stadt zu kommen. Zwischen den Gräsern des Feldes könnten sich ja auch Wachen verstecken, aber es war eher unwahrscheinlich, dass sie so weit weg von der Stadt waren. Viel zu gefährlich wäre es gewesen, sich in der Nacht in hohen Gräsern zu verstecken. Das müsste selbst Axtan wissen, vor allem nachdem sie eben selber angegriffen wurden. Sie mussten eine ganze Weile laufen ehe die Stadt scheinbar zum Greifen nah war. Schon von dieser Entfernung hörte man tagsüber die Leute der Stadt, doch in der Nacht waren, wenn überhaupt, nur ein paar Wachen, die sich über lüsterne Gedanken unterhielten, zu hören.
Axtan beobachtete lange Zeit die schwachen Lichter im Wachturm der Stadt. Sie kamen dem riesigen Tor der Stadt immer näher.  Es war schon von weitem sichtbar. Vor dem Tor konnte er dank seiner guten Augen 5 Personen erkennen. Offensichtlich schienen sie sich zu streiten. Ax war interessiert, was dort vor sich ging, da er ja sonst nichts weiter außer laufen zu tun hatte.  Also verwandelte er eines seiner Ohren in das eines Lunokurus. Das war ein katzenähnliches, sehr kleines Tier, was eigentlich nichts besonders konnte, außer gut hören und riechen. Ax hatte einst einem Lunokurus Unterschlupf bei sich gewährt. Er schloss es ins Herz, doch als ein Trainingskamerad Wind davon bekam, tötete er es. Die Eigenschaft dieses liebenswerten Tierchens zu verwenden, brach ihm für eine Sekunde das Herz. Er versuchte sich zu konzentrieren und tatsächlich hörte er was sie sagten. Drei Männerstimmen… offensichtlich 3 Wachen… 2 ängstliche schwache Frauenstimmen… „Wir wollen euch doch nicht weh tun…“ „Also irgendwie wollen wir es doch.“ Gelächter… Sie schienen die beiden Mädchen schon fest in der Hand zu haben und konzentrierten sich fast gar nicht mehr auf die Umgebung. Ein komisches Geräusch… ein Schrei… Man schien ihr die Kleider vom Leib gerissen zu haben. Sie flehte und bettelte um Gnade. Die andere fauchte die 3 mittlerweile an, sie sollen ihre Finger von ihr lassen. Dann ein brutales Geräusch… ein dumpfer Schrei… schmerzverzeerte Laute… Ax war erschrocken. „Wir müssen ihnen helfen!“, entwich es ihm. Woher sollte Kina wissen worum es ging?…
Etwas verwundert sah er ihn erstmal an. Zwar konnte er sich denken, dass es etwas in der Stadt sein musste, doch war diese noch ein wenig entfernt und er verstand nicht wie Axtan mitbekommen hatte, dass etwas in der Stadt nicht stimmt. Der Blick war nur kurz  gewesen, so sah er nicht, dass Axtan sein Ohr verwandelt hatte. Die Stadt interessierte ihn mehr als den verletzten Lehrling, der nun sein Begleiter war. Kurz überlegte er, ob er einfach losrennen sollte, aber er war sich nicht sicher. In der Stadt passierten des öfteren mal kleine Probleme oder Zwischenfälle und ob es sich wirklich lohnte einzugreifen war zweifelhaft. Am Ende würde man selber als schuldig erwiesen oder als der Auslöser und das wollte Kina nicht riskieren. „Wieso sollten wir das tun? Wir geben den Kopf ab, kassieren das Geld und dann wird geschlafen. Es ist nicht unser Problem, was in der Stadt passiert. Zudem will ich mein Kopfgeld haben.“ Seine Worte waren kühl, aber es war ihm nun mal egal. Was genau in der Stadt passierte, wusste er zwar nicht, aber es würde wohl auch nichts an seiner Denkart ändern. Schon einmal hatte er sich eingemischt. Dies hatte ihn für ein paar Tage in den Kerker gebracht. Eine unangenehme Zeit war das, sowas wollte er nicht noch einmal machen. Daher ließ er Probleme , die den anderen betrafen, auch dessen Probleme sein und kümmerte sich nur um sich selbst.
Für einen kurzen Moment war Axtan entsetzt. Er sah Kinasato an bis ihm ihm auffiel, dass der doch keine Ahnung hatte worum es überhaupt ging. Es kribbelte in Ax‘ Händen. Unbedingt wollte er den beiden helfen. Wenn es etwas gab, dass er wirklich hasstem dann waren es solche miesen Wesen, wie diese Wächter, die keine Respekt haben, nur auf sich bedacht und so niederträchtig sind. Schrecklich… Gequälte Laute… „Und wenn wir dieses Miststück zu Tode getrieben haben, bist du dran!“ „Niemals! Ihr miesen Schweine! Lasst eure Finger von ihr! Wir sind Einwohner dieser Stadt! Ihr sollt uns doch beschützen!“ „Wir sollen die Stadt beschützen. Ihre Einwohner wurden nie erwähnt!“ Man hörte ein lautes Weinen und einen dumpfen Schrei. „Aber…“ Ax wusste nicht was er sagen sollte. Er sah Kina an. Er wollte eingreifen und überlegte, ob er sich in ein schnelles Tier verwandeln konnte. Kannte er eines? Er war so überfordert mit der Situation. Dann ertönte ein langer sehr lauter Schrei. Das musste auch Kinasato gehört haben, denn es dröhnte in Ax‘ Ohren.
Kina sah Ax an. Sein Blick bohrte sich richtig in die Augen von seinem Begleiter. Er sah ihn an, dass erhelfen wollte. Nun er war sehr irriert über den Schrei. Schnell packte er den verletzten mit seinen freien Arm über seine Schulter. Dann rannte er los, ließ jedoch den Kopf nicht los, wodurch er nicht ganz so schnell rennen konnte. Jedoch war er innerhalb kurzer Zeit bei den Wachen vor dem Tor. Axtan setzte er sicher ab. Den Kopf ließ er fallen. Es war wohl nicht sonderlich klug von den Wachen draußen zu bleiben. Ein kurzer Blick zu Axtan dann zog er sein Schwert. Die Wachen waren wehrlos, denn sie hatten ihre Schwerter abgelegt. „Dumm von euch eure Pflichten zu vernachlässigen.“ Mit einem kühlen Grinsen trennte er die Köpfe von den Körpern der Wachen und stieß diese mit einem Tritt von der Frau weg. „Zufrieden?“, fragte er zu Axtan gewendet.
Mittlerweile hatte der junge Gestaltenwandler seine Ohren wieder in seine eigenen zurückverwandelt. Ax war recht überrascht über Kinas plötzlichen Sinneswandel. Nachdem er verstanden hatte, was gerade vorgefallen war, lächelte er den Schattenläufer kurz an und nickte. Offensichtlich kam der Schrei von einer in Tränen aufgelösten Frau, der Frau, die versucht hatte, die andere zu verteidigen, aber von einer Wache festgehalten worden war. Die andere Frau lag in einer Blutlache am Boden. Ihr Körper war so von Blut verschmiert, dass man nur eine Frau erahnen konnte. Ax hatte keine Ahnung, ob sie tot war, aber es war nun klar, warum die sicher Lebende geschrien hatte. Der am Boden Liegenden war im Übrigen der Mund verbunden. Die Lebendige schien völlig überfordert. Sie ließ sich auf die Knie fallen. Ihr Blick haftete auf der Blutlache. Sie brachte kein Wort heraus.
Kina bückte sich zu der Frau am Boden und befreite ihren Mund von dem Tuch mit diesem er verbunden war. Die kaputten Kleider, die auf dem Boden lagen nahm er, um so gut es ging den nackten Körper zu bedecken. Dann nahm er sie vorsichtig hoch. Mit seinem linken Arm stützte er ihren Rücken. Der rechte Arm hielt ihre Beine an den Kniekehlen. „Ax, nimm den Kopf mit.“, sagte Kina in Kommandoton, der nicht ganz so kühl war wie sonst. Dann wendete er seinen Blick zu der anderen Frau. „Könntet Ihr uns bitte den Weg in die Stadt zum Rasthaus zeigen. Dort kann sie sich genesen. Sie ist nur bewusstlos. Das meiste Blut kommt wohl von den Wachen.“
Axtan nahm sofort den Kopf der Bestie und wirkte auf einmal recht gefasst, aber innerlich war er das nicht wirklich. Die blassen lila Augen, der auf dem Boden Hockenden leuchteten auf. „Sie lebt?“ Sie sprang auf. Das schwarze Haar wehte so lang wie es war in einer wunderschönen Wellenbewegungen im Wind. Augenblicklich ging sie zum Tor und öffnete es soweit, dass alle hindurch passten und sagte: „Folgt mir!“ Ax folgte sofort.
Kinasato schritt mit der hübschen Unbekannten durch das Tor. Während er der anderen Frau, die ihr sehr ähnlich sah, folgte, schaute er sich in den Gassen und Straßen genau um. Nur selten waren Blumen oder Bäume zu sehen. Gräser wuchsen zwischen den Plastersteinen der Straßen. Ausnahme war der Friedhof, dort wuchsen auch bunte Blumen und Bäume spriesten in die Höhe. Es war wohl der toteste, doch zugleich auch der lebendigste Platz der gesamten Stadt. Nicht weit vom Friedhof war das Rasthaus, einer der wenigen noch hell beleuchteten Plätze der Stadt. Die Frau in seinen Armen atmete nur schwach. Davon abgesehen, dass die Wachen sie sexuell missbrauchten, hatten sie auch ihren Körpermit Schlägen und Messerschnitten verunstaltet. Ihre blasse, leicht gräuliche Haut schien sher empfindlich, denn sie war weich und dort wo die Wachen sie geschlagen hatten, bildeten sich bereits große und starke Blutergüsse. Ihr glänzend schwarzes Haar war so lang, dass es nicht mehr weit brauchte bis es den Boden berührte. Mit den geschlossenen Augen sah sie friedlich aus, doch ihre vollen, roten Lippen zeigten das Gegenteil. Obwohl die Frau ihm egal sein könnte, machte er sich Sorgen. Er hoffte, dass  sie wieder gesund werden würde und wollte sehen wie es wohl aussehen würde, wenn sie sich lächelnd bedankte für Hilfe, die Ax und er ihr gegeben hatten. Das war das erste Mal, dass er sich um eine fremde Person solche Gedanken machte, ob sie überlebte oder sterben würde.
Kinasato schien ja völlig in Gedanken verloren. So viel stellte Axtan fest als er kurz zu ihm rüber schaute. Der Kopf in seiner Hand schien immer schwerer zu werden. Das machte ihn wahnsinnig, aber er konnte nicht einfach seinen anderen Arm nehmen, der schien nämlich in völlige Taubheit  gefallen zu sein. Er wollte sich am liebsten verwandeln, aber das konnte er nicht bringen. Also versuchte er stand zu halten und ließ sich nichts anmerken. Schließlich wollte er ja nicht schwach wirken. Sein Blick schweifte mal wieder zu dieser Frau. Sie trug ein wunderschönes schwarzes seidiges Kleid. Er wirkte so edel, obwohl das Kleid einige Risse hatte. Auch sie schien massakriert worden zu sein, denn Messerschnitte ud Blutergüsse verunstalteten die reine helle Haut. ‚Der Adel war schon immer blass.‘, schoss es Ax bei ihrem Anblick durch den Kopf. Gegen ihre anmütige Art wirkten seine selbst geschneiderten, unprofessionellen Straßenköterklamotten ziemlich lächerlich. Er selbst hatte zwar ein ähnlichen leichtfüßigen eleganten Schritt, nur männlicher halt, doch dessen war er sich nicht bewusst. Sein Blick schweifte immer wieder von ihr zu seiner Umgebung bis sie irgendwann an einen hell erleuchteten Gebäude ankamen. „Da wären wir!“, meinte ihre Führerin nun und wandte endlich wieder ihr Gesicht zu Ax, der daraufhin lächelte. Bald war er den Kopf des Gamarkus los, hoffte er zumindest. Sie traten vor das Gasthaus. Es herrschte eine wirklich beeindruckende Lautstärke, dafür das Nacht war. Das schien eine bunte, laute, betrunkene Menge da drin zu sein. Ax wusste nicht warum, aber es beunruhigte ihn. Die Frau schien auch kurz zu Zögern ehe sie die Tür öffnete. Sie musterte noch einmal kurz Kina und die andere Frau, anschließend Ax und den Kopf. Dann seufzte sie leise und öffnete die Tür. Kina und Ax gingen hindurch und sie schloss die Tür hinter den beiden. Die Leute, die nahe der Tür saßen, verstummten und sahen sie mit großen Augen. Nach und nach verstummte fast das ganze Gasthaus, das doch eher wie eine Kneipe wirkte. Irritierte und aggressive, sowie schlicht betrunkene und verängstigte, ab und zu auch sehr lüsterne Blicke traten ihnen entgegen. Nach und nach kehrte fast gruselige Stille ein. Diese Situation musste unbedingt entspannt werden. „Prost!“, rief Ax plötzlich in die Runde. Ein schallendes „Prost!“ kam zurück. Die junge Edle hatte offensichtlich die Luft angehalten, denn nun atmete sie erleichtert auf. Die Situation wurde geklärt.
Mit einen mürrischen Blick lief Kinasato bis zum Thresen. Jedem, der im Gasthaus saß, schenkte er einen Blick. Nicht weil es ihn interessierte, ob sie ihn herablassend anschauten, sondern in der Hoffnung, dass er einen gesuchten Kopf fand. Es gibt genug Idioten, die dachten, dass sie in der Masse von Betrunkenen untergingen, doch Kinasatos Beobachtung entging nichts. Schon einmal hatte er einen Kopf durch Zufall entdeckt, seitdem achtete er noch viel mehr auf die Gesuchten-Aushänge. Nur heute hatte er kein Glück. Wahrscheinlich hätte er eh nicht viel machen können, wie sollte er sein Schwert ziehen, wenn er doch die Unbekannte in seinen Armen trug. Als der Wirt hinter den Thresen ihn endlich bemerkte und sich zu ihm gedreht hatte sah er ihn ängstlich an und schreckte kurz vor der Kälte seines Blickes zurück. Kinasato legte den Zettel zu den Monsterauf den Thresen und deutete zu Ax. „Da ist der Kopf. Ziehen sie das Geld für ein großes Zimmer vom Kopfgeld ab.“ Dann wandte er sich von ihm ab und drehte sich zu Axtan und der anderen Frau. „Leg den Kopf auf den Thresen und bring das Kopfgeld mit auf unser Zimmer.“ Für einen Moment hielt er die Unbekannte mit nur einen Arm fest, indem er sie etwas anders hielt und schnappte sich den Schlüssel, den der Wirt bereits auf den Thresen gelegt hatte. Dann verschwand er mit ihr nach oben in das gewünschte Zimmer.
Ax zögerte nicht lange und legte den Kopf auf den Thresen. Die Frau mit dem edlen Kleid machte erst Anstalten mit Kinasato mitzugehen, dann blieb sie aber doch bei Axtan. Der Wirt legte nach einiger Kramerei das Kopfgeld auf den Tisch. Solange hatte Ax die Leute in der Kneipe beobachtet, wie sie tranken und aßen und alles andere als appetitlich. ‚Wie die Barbaren…‘, dachte er angewidert. Die Frau neben ihm schienn ähnlich zu denken, denn sie verzog das Gesicht. Ax schnappte sich das Kopfgeld und ging in Richtung der Zimmer. Seine momentane Begleitung reagierte nicht, deshalb sprach er sie lächelnd an, aber sie reagierte wieder nicht. Also tippte er sie vorsichtig an. Sie wurde auf einmal rot, senkte den Kopf und entschuldigte sich. Daraufhin gingen die beiden peinlich schweigend in Richtung des Zimmers.
Kinasato schloss die Tür zum gewünschten Zimmer auf bevor er in das Zimmer eintrat. Vorsichtig legte er seinen Belast auf eines der fünf freien Betten. So viele brauchten sie zwar nicht, aber der Schattenläufer hasste es, wenn es enger war als nötig. Er brauchte viel Platz um sich wohl zu fühlen. Obwohl er gefühlskalt wirkte, wenn man ihn sehen würde.  Er setzte sich kurz neben das Bett und schaute sich vorsichtig die Wunden der jungen Frau an. Nachdem er diese analysiert hatte, ging er aus dem  Zimmer, wobei er Ax und der anderen Frau über den Weg lief. „Gib mir mal das Kopfgeld… Ich suche Kleidung und Arznei für die junge Dame.“
Ax händigte Kina sogleich er ihn traf das Kopfgeld aus und ließ ihn gehen. Erst wollte er ihn fragen, ob er mitkommen sollte, doch als er ausversehen den falschen Arm bewegte, überlegte er es sich anders. Aus Reflex umfasste seine Hand die Wunde an seinem Arm.
Kina lief aus den Gasthaus und schweifte mit seinem Blick durch die dunklen Gassen.  Warum genau er Geld mitgenommen hatte wusste er nicht. Die Läden hatten bereits geschlossen, scheinbar hat er dies total vergessen. Auch wenn die Läden bereits geschlossen waren, machte der Schattenläufer sich auf den Weg einen Laden zu finden, in dem er Kleidung für die zierliche Dame fand. Er dauerte doch relativ lange einen kleinen Laden zu finden. Doch nach einem irritierenden Weg, bei dem er manchmal auch im Kreis gelaufen war, fand er einen kleinen Laden mit scheinbar edler Kleidung. Nun musste er nur noch in den Laden kommen ohne aufzufallen. Kurz überlegte er, dann nahm er seinen kleinen Dolch. Dieser war zwar klein, aber seine Klinge war scharf. Damit könnte man versuchen das Holz zu durchschneiden. Normalerweise gehörte er nicht zu den Schattenläufern, die ihre Unauffälligkeit in der Nacht dazu nutzten Diebstähle zu tätigen. Heute war eine Ausnahme. Er tat es ja, um zu helfen. Natürlich hatte er noch der Fingerfertigkeit, die ihn während seiner Ausbildung beigebracht wurde. Vorsichtig steckte er die schmale Spitze des Dolches in das kupferne Schlüsselloch. Er probierte damit das Schloss leise zu knacken, anstatt gleich die gesamte Tür zu zerstören und es klappte. Als er den Knack hörte als das Schloss aufsprang war er erleichtert. Vorsichtig schob er die Tür auf, um zu verhindern, dass sie knarrte. Schnell schlich er in das Geschäft und suchte nach einem Kleid, das der jungen Dame passen könnte. Ein weinrotes Kleid war seine Wahl. Es war leicht verziert, aber nicht übertrieben. Dieses Kleid würde ihr passen. Es war edel, aber gab dennoch genug Bewegungsfreiheit. Damit er sich nicht wie ein Dieb fühlen musste, legte er das Geld in die leere Kasse. Dann schlich er wieder hinaus und ließ die Tür wieder in ihr Schloss fallen. Nun musste er sich etwas mehr beeilen, damit er Ax und die beiden Frauen verarzten konnte.
Ax und die Frau betraten das Zimmer. Zögerlich schloss sie die Tür hinter sich. Ax sah sich in dem Zimmer um. 5 Betten, mehrere Schränke, die sehr alt aussahen und eine Art Leuchter, den Axtan so nicht kannte. Es gab keinen Teppich, nur die alten, knarrenden Dielen. Die Fenster waren recht klein und dezent gehalten. Auf dem einen Bett lag die junge Dame. „Henna!“, rief die schwarz gekleidete Frau und rannte zu ihr. Sie kniete sich neben das Bett und nahm ihre Hand. „Es tut mir so Leid für sie. Ich konnte ihr nicht helfen. Sie muss so gelitten haben. Ich bin ihre Schwester! Ich hätte ihr helfen müssen! Aber… ich war zu schwach…“ Sie weinte fast als sie das sagte. Ax wusste erst nicht wie er reagieren sollte. Letztendlich sagte er nur: „Macht Euch deswegen keine Vorwürfe. Man kann nicht alles schaffen, nicht immer stark genug sein und vor allem nicht alles allein schaffen. Ihr könnt da nichts dafür. Das liegt einfach in der Natur.“ Nach diesen Worten fiel sie ihm weinend um den Hals. „Danke!“ Das war das Einzige, was sie noch herausbekam. So standen die beiden eine Weile da. Irgendwann als sie sich beruhigt hatte ging sie ein Stück zurück. Sie war leicht peinlich berührt. „Wo habt Ihr diese Wunde her?“ Sie versuchte vom Thema abzulenken. Ax war gar nicht gewohnt so hoch angesprochen zu werden, aber an sich war es ja doch recht logisch. „Von dem Kampf mit dem Biest, dessen Kopf Ihr vorhin gesehen habt.“ Als sie etwas erschrocken schaute, lächelte er leicht, um sie zu beruhigen. Sie lächelte daraufhin auch leicht, aber sah immernoch besorgt aus. Ax sah zu dem Fetzen, der einen Verband darstellte. Er war völlig durchnässt und schon wieder lief Blut seinen Arm herab. Es war anscheinend eine schlechte Idee gewesen, den verletzten Arm zu verwandeln, dadurch war die Blutung verstärkt worden. Um ihn herum begang alles sich leicht zu drehen. Er taumelte zu einem Bett und setzte sich. „Seid Ihr in Ordnung?“ „Es… ich… ja…“ Dann wurde ihm plötzlich schwarz vor Augen.
Kina eilte durch die Gassen. Er suchte schon fast verzweifelt nach einer Apotheke. Der Mond hatte seinen höchsten Punkt erreicht und erhellte die Stadt. In einer kleinen unscheinbaren Gasse fand er eine Apotheke. Sie war mindestens genauso unscheinbar wie die Gasse selbst. Wieder öffnete er die Tür und schnappte sich Medizin, Verbände und Heilkräuter. Dann legte er das Geld in die Kasse und ging zurück zum Gasthaus.
Langsam kam er wieder zur Besinnung. Vorsichtig öffnete er die Augen. Das Erste, was er sah, war die Decke. Dann wandte er den Kopf leicht zu der schwarzhaarigen Schönheit, die anscheinend den Verband abgemacht hatte. Sie wischte mit einem feuchten Tuch über die Wunde. Ax riss den Kopf auf die andere Seite, um nicht zu schreien. Der brennende Schmerz war entsetzlich. „Ihr seid ja wieder wach… Eure Wunde hat sich entzündet. Das ist nicht wunderlich, denn die Klauen eines dieser Biester sind wohl sehr unrein und oft sogar mit leichtem Gift überzogen.“, sagte die Edle im ruhigen Ton. Ax versuchte nicht jämmerlich zu klingen als er sie fragte: „Woher wisst Ihr das?“ „Ich hatte früher viel mit solchen Wesen zu tun.“, sie stockte kurz, „Es war höchste Zeit Eure Wunde zu säubern, ansonsten wäre sie nie wieder verheilt. Vorsicht!“ Sie wischte mit Druck über die Wunde. Er schrie auf und verzog das Gesicht. „Ihr seid aber empfindlich.“ Er lächelte beschämt, so dass man immer noch den Schmerz aus seinem Gesicht ablesen konnte. „Keine Sorge, ich mache mich nicht lustig. Schließlich kann man ja nicht immer stark sein.“ Sie lächelte und wurde rot als sie seine Worte wiedergab.
Der Schattenläufer war gerade im Gasthaus angekommen als er Axtan schreien hörte. Er rannte hoch in das Zimmer und riss die Tür auf. Als er sah, dass die unbekannte Frau sich um seinen Begleiter kümmerte entspannten sich seine Muskeln. Er ging zu ihr und reichte ihr die Sachen aus der Apotheke. Sie hatte sicherlich besseres Handgeschick, wenn es um Verletzungen ging. Das Kleid, das er mitgenommen hatte, legte er neben die schlafende junge Dame. Dann setzte er sich auf den Boden und beobachtete wie Ax versorgt wurde.
Die Unbekannte nahm lächelnd die Arznei entgegen. Sie rieb Axtans Wunde mit einem Blatt von ein paar Kräutern ein. Der schmächtige Gestaltenwandler biss sich nur auf die Lippe, um nicht wieder zu schreien. Er fühlte sich ziemlich schwach und alles um ihn herum drehte sich. Sie verband seine Wunde. „Ich würde mich gerne bei euch bedanken.“, sagte die edle Dame währenddessen. Ihr Blick schweifte zu Kina, dann ruhte er wieder auf Ax. „Schlaft jetzt, das wird euch helfen.“, sagte sie dann mit einem Lächeln. Sie hatte die Wunde wieder verbunden und ging nun zu ihrer Schwester, um diese zu versorgen.
„Es gibt nichts wofür Ihr danken müsst.“ Wie so oft hielt er seine Antwort knapp. Er stand auf und schob nun ein Bett in die dunkelste Ecke. Als er es dorthin geschoben hatte wo es ihn am liebsten war, setzte er sich darauf.
Diese Antwort brachte sie zum Lächeln. Sie versorgte nun schweigend Henna. „Im Übrigen, mein Name ist Senetra.“ „Axtan.“, antwortete der junge Gestaltenwandler schläfrig. „Sehr erfreut. Ihr Name lautet Henna. Sie ist meine jüngere Schwester.“ Sie verband ihre Schwester zu Ende. Dann ging sie zu einem Bett. Ax beobachtete sie, so weit er noch seine Augen offen halten konnte.
Er sah Senetra. Schweifte aber immer wieder mit seinem Blick zu Henna. „Mein Name ist Kinasato…“ Der Schattenläufer legte sich hin. „Wir sollten schlafen.“, murmelte er noch leise und schloss seine Augen. Die anderen folgten kurz nach ihm in die Welt der Träume.

~ So das war unser Prolog des Rollenspiels. Nächstes Mal werdet ihr dann einen Teil unserer Hauptgeschichte zu Gesicht bekommen. Ich hoffe es hat euch befallen! Ich würde mich über ein paar Kommentare sehr freuen. 😉 ~

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