Tanz der Karten – Kapitel 9

~Hey Leute, heute gibt es ein neues Kapitel von meiner Yaoi-Story zu Amnesia, Tanz der Karten. Ich hoffe, dass es euch gefallen wir!~

Tränen rannen meine Wangen entlang. Zusammen gekauert saß ich auf meinem Bett und starrte das Bild von Toma und Heroine an. Was tat ich hier nur? Warum ging es mir so nahe, dass ich ihn verletzt hatte? Wieso ging er mir so nahe? Wieso fühlte es sich schöner an ihn zu küssen als Ikki, obwohl Ikki besser küssen konnte? Hieß das, dass ich Toma wirklich liebte? „Toma… es tut mir so Leid.“, wiederholte ich immer wieder leise vor mich hin. Vor allem als mir bewusst wurde, dass am nächsten Tag wieder Tanzstunde war. An diesem Tag war auch dieses Mal mein freier Tag von der Arbeit aus. Die ganze Nacht lag ich wach und konnte überhaupt nicht schlafen. So kam es dazu, dass ich am nächsten Tag in der Uni beinahe einschlief, da ich nicht ein Auge zugetan hatte. Sawa sprach mich mehrmals an, ob alles in Ordnung sei, aber jedes Mal antwortete ich mit einem: „Jaja, mach dir keine Sorgen.“ Mein Dozent schien auch nicht unbedingt begeistert zu sein. „Du bist mit Abstand der Beste in diesem Kurs. Also wenn wirklich etwas vorgefallen ist und es dir nich gut geht, dann bleibe einfach Zuhause und ruh‘ dich aus, ja?“ Ich nickte wortlos und ging. Meine Augenringe mussten entsetzlich aussehen.
Sawa begleitete mich heute mit nach Hause, da sie der Meinung war, dass man mich nicht alleine nach Hause laufen lassen könnte in meinem Zustand. Ich sagte ihr, dass es völliger Schwachsinn sei, aber sie wollte einfach nicht auf mich hören. Bei mir angekommen erklärte ich nun: „Da wären wir… ich muss mich dann mal vor den Tanzkurs umziehen, also wäre es besser, wenn du jetzt gehst.“ „Wie unhöflich, eine Dame einfach so wegzuschicken..“, meinte Sawa gespielt mürrisch. „Was ist, wenn ich aber noch mit reinkommen will?“ Ich verleierte die Augen. „Von mir aus… mach doch, was du willst.“ Lachend folgte sie mir ins Haus. „Erzählst du mir jetzt, was vorgefallen ist?“ „Nein…“, betonte ich noch einmal. „Wie schade… du hast dich also mit Ikki gestritten? Ist es das?“ „Nein, nein, nein… Ikki hat damit nichts zu tun… naja also doch, aber das ist eine andere Sache.“ „Erzähl es mir doch einfach.“ Ich schüttelte widerwillig den Kopf. „Hey, du kannst mir alles erzählen. Ich werde auch nicht plaudern. Ganz sicher!“ Genervt verzog ich das Gesicht und meinte: „Du würdest es eh nicht verstehen.“ „Wieso nicht?“ „Lass das mal meine Sorge sein.“ „Du bist gemein.“ „Und wenn schon…“ Ich drehte mich weg und öffnete meinen Schrank. Kurz sah ich über die Schulter, aber ihr schien es relativ egal zu sein, ob ich mich vor ihr umzog oder nicht. Außerdem hatte ich sie vorgewarnt. Unbeirrt davon, dass sie aufstand, nahm ich ein Shirt aus meinen Schrank. „Habt ihr euch um eine Frau gestritten oder so?“ „Nein, haben wir nicht.“ „Stehst du denn gerade auf eine?“ Ich sah nur kurz zu meinem Schreibtisch, antwortete dann aber: „Nein…“ Ich zog nichts ahnend mein Shirt aus. Da spürte ich wie sie mir die Arme um mich legte. „Dann habe ich ja richtig Glück… Du bist echt so heiß.“ Irritiert hielt ich die Luft an und nahm ihre Hände von meinem Bauch. „Was wird das?“ „Willst du etwa nicht? Du stehst doch auf Frauen, oder?“ Meine Gedanken drehten sich. Wie sollte ich wissen, ob ich auch auf Frauen stand, wenn ich noch etwas mit einer hatte? Natürlich war ich in Heroine verliebt, also sollte das doch als Beweis ausreichen. „Ja, natürlich!“, antwortete ich also sofort, während ich mich zu ihr drehte, obwohl etwas in mir ein „denke ich zumindest“ anfügen wollte. „Wow… dieser Körper… du bist wirklich heiß.“ „Sawa… ich denke nicht, dass das hier eine gute Idee wäre.“ „Was spricht denn dagegen?“ Ich senkte den Kopf. „Ich weiß es nicht.“ Unbekümmert antwortete sie: „Na dann…“ Dann stellte sie sich leicht auf die Zehenspitzen und küsste mich. Es war ganz anders als einen Mann zu küssen. Ihre Lippen waren weicher und geschickter. Eindeutig fühlte es sich verdammt gut an, aber nicht gut genug, um meine Verwirrung nehmen zu können. Ich ging ein paar Schritte zurück, doch sie folgte mir und irgendwann hatte ich die Wand hinter mir. Ihre Finger fuhren über meinen nackten Oberkörper und jede Berührung prickelte. Sie hatte lange Fingernägel, die ihren Reiz hatten. Für einen Moment vergaß ich, was passiert war und gab mich ihr hin. Dann aber gelangten ihre Hände an meinen Hosenbund und ich kam wieder zu Verstand. Ich hielt ihre Hand fest und drückte sie von mir weg. „Sawa… Hör bitte auf.“ „Wieso gefällt es dir nicht?“ „Doch… aber ich kann das gerade nicht.“ „Wieso?“ Ich schüttelte wortlos den Kopf und zog mir ein Shirt über. „Lass uns einfach Schweigen hierrüber behalten und zum Tanzkurs gehen, ok?“ Sie knirschte mit den Zähnen. „Wegen mir…“, meinte sie dann schlecht gelaunt.
Auf dem Weg zum Tanzkurs schwiegen wir uns an, nur hin und wieder fragte sie, was dagegen gesprochen hätte, aber ich konnte ihr keine Antwort geben. Beim Tanzkurs angekommen betraten wir den Saal. Toma und die anderen waren offensichtlich schon reingegangen. Also hatte er wirklich nicht auf mich gewartet. Ich öffnete die Tür zum Tanzsaal und Ikki kam auf uns zu. Toma, Heroine und Ukyo standen nahe der Tür in einer Ecke und Toma sah nicht gerade glücklich aus. In diesem Moment nahm ich Sawas Stimme wahr, die hinter mir stand: „Jetzt weiß ich es. Du hattest einfach noch nie etwas mit einer Frau und hast mich deswegen abblitzen lassen oder stehst du doch auf Kerle und hast mich angelogen. Sag es mir doch einfach! Das macht mich fertig!“ Ich erstarrte, während sie mich grob am Arm packte. Der halbe Tanzsaal und auch Toma und Heroine sahen mich an. Mein Körper begann leicht zu zittern. Was sollte ich sagen? Sollte ich sie einfach bloß stellen oder dergleichen? Was dachten sie nur von mir? In diesem Moment griff Ikki zu meiner Überraschung ihre Hand und nahm sie weg. „Bedränge doch den armen Jungen nicht so. Ist doch klar, dass er dann nicht will, oder?“, meinte er mit einem Lächeln. Sawa verzog das Gesicht und ging wortlos an uns vorbei. „Soll mir auch egal sein.“, meinte sie angewidert. Fixiert starrte ich den Boden an, unfähig mich zu bewegen. „So beginnen wir! Jeder schnappt sich einen Tanzpartner!“ Ikki rettete mich. Das war er mir aber auch wirklich schuldig. Heroine kam in meine Richtung, doch ich ging in eine andere und forderte einfach irgendein Mädchen zum Tanzen auf, welches annahm. Während des Tanzens plapperte sie ununterbrochen darüber, wie süß ich sei und wie süß Ikki sei und ob sie irgendwann jemand so Süßes zum Freund haben würde und ob ich nicht Interesse an ihr hätte, aber ich hörte ihr nur halbherzig zu. Die ganze Zeit musste ich an Toma denken und mein Blick hing sehr an ihm, aber er sah kein einziges Mal wirklich zu mir. Es ärgerte mich entsetzlich.
In der Pause verließ ich den Tanzsaal. Ich konnte das alles nicht ertragen. Plötzlich hörte ich Ikkis Stimme: „Wo treibst du dich denn rum?“ Ich antwortete ihm nicht, sondern schaute einfach zur Seite. „Ist alles in Ordnung?“ Etwas unschlüssig nickte ich, ohne ihn dabei anzusehen. „Warum hast du die Kleine denn nicht an dich heran gelassen? Sie ist doch hübsch.“ „Ich konnte es einfach nicht…“ „Hängen deine Gedanken so mir.“ Er ging weiter auf mich zu. „Bild dir nichts ein, du Lustmolch.“ Er blieb direkt vor mir stehen und ich wollte ausweichend einen Schritt zurück gehen, doch hinter mir war die Wand. Selbstbewusst drückte er seine Hand gegen die Wand und lehnte sich nach vorne. Sein Gesicht war meinem so nah. „Ich verbiete dir nicht mit Frauen zu schlafen oder war ich einfach zu gut, dass du es dir nicht mehr vorstellen könntest?“ Ich lief rot an und schaute weg. „Ich sehe schon. Da haben wir den Grund.“ „Du verstehst das nicht.“ „Dann erkläre es mir.“ Ich antwortete nicht. Er kam meinem Gesicht immer näher, doch ich schreckte auf und stieß ihn weg. „Hör gefälligst auf, ich bin nicht in der Stimmung für so etwas.“ Wütend drehte ich mich von ihm weg Richtung Tür. Mein Körper erstarrte. Das durfte nicht wahr sein. Hatte er alles gehört?! Schockiert flüsterte ich: „Toma…?“

Save the Game? Yes or No?
~Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Mein armer kleiner Shin, was mache ich denn nur mit ihm? Was wird wohl jetzt passieren, wo Toma sein kleines Geheimnis kennt? Wie wird Shin sich aus dieser misslichen Situation wieder retten können? All das und noch mehr erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten!~

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