Tanz der Karten – Kapitel 8

~Frohe Weihnachten! Ich wollte eigentlich ein richtiges Weihnachtsspezial machen, aber leider hatte ich einfach keine Idee dafür, deswegen gibt es als kleines Weihnachtsgeschenk einfach ein Kapitel, dass mehr als doppelt so lang ist, als normalerweise!
Ich wünsche viel Spaß!~

Also war Toma derjenige, der geklingelt hatte. „Shin, ich mache mir Sorgen. Mach bitte auf!“ Natürlich war ihm klar, dass ich Zuhause sein musste. Es fühlte sich so falsch an, dass er dort vor meiner Tür stand und ich hier… Ich hatte beinahe Tränen in den Augen. Ikki bemerkte es anscheinend und kam zu mir nach oben. Charmant flüsterte er mir ins Ohr: „Entspann‘ dich. Er geht bestimmt gleich wieder.“ Dann machte er weiter, als ob nichts gewesen wäre und er war einfach zu gut, als dass ich ihm sagen konnte, dass er aufhören solle. „Shin, ich weiß, dass du jetzt nicht mit mir reden willst, aber es bringt dir auch nichts dich zu verstecken. Ich muss dir etwas Wichtiges sagen… verstehst du?“ Ich wusste nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte und Ikki machte es mir wirklich nicht einfacher. Dieser Trottel!! „Gut Shin, ich gehe wieder. Ich schieb dir einen Brief unter der Tür durch. Lies ihn dir bitte durch. Wenn du jemanden zum reden brauchst, dann bin ich immer für dich da, komme was wolle. Vergiss das bitte nicht!“, rief Toma herein und ging. Erst jetzt konnte ich mir hundert prozentig sicher sein, dass er definitiv keinen Ersatzschlüssel mithatte. Ich entspannte mich wieder, was Ikki sehr zu gefallen schien, denn er machte umso enthusiastischer weiter. Mein Geist wollte zwar immer noch, dass er aufhörte, aber mein Körper reagierte, als ob nie etwas gewesen wäre. Nach einer Weile klingelte Ikki Handy, doch er reagierte nicht, solange bis es aufhörte. Als ich kurz vorm Höhepunkt stand, klingelte es erneut. Irgendwann schien ihn ziemlich dringend erreichen zu wollen, doch er ignorierte es weiter. Allerdings brachte es mich komplett aus der Fassung. Dann klingelte es ein weiteres Mal. „Geh bitte einfach ran.“, stöhnte ich entnervt. Ikki folgte mürrisch meiner Aufforderung und sah entsetzt auf das Display. „Hey Schatz, was ist denn los?“, hörte ich ihn rangehen. „Ach du hast schon eher Schluss… ja, wann denn?… Ach du bist schon Zuhause… Ja, natürlich. Ich bin noch auf einer kleinen Shopping-Tour… selbstverständlich… ähm ja, na klar. Ich beeil mich… Tut mir Leid, dass du jetzt warten musst… Klar, bin gleich Zuhause und knallen wir so richtig, ok?… Ja, bis dann Liebling.“ Er legte auf und sein Handy weg. „Wo waren wir?“ „Dein Ernst?!?“ Er sah mich fragend an und ich schüttelte den Kopf. „Geh einfach…“ Ikki zog eine Augenbraue hoch und erklärte: „Wir waren noch nicht fertig.“ „Geh!“, forderte ich erneut auf. Er seufzte, aber kam schließlich meiner Forderung nach und zog sich an. „Na gut, wahrscheinlich hast du recht. Wir holen das ein anderes Mal nach, ja?“ Ich knurrte: „Meinetwegen.“ Dann drehte ich mich in Richtung Wand. Der Ausgang des Ganzen war unglaublich frustrierend, aber das Schicksal meinte es auch einfach nicht gut mit mir. Ikki legte mir plötzlich eine Hand auf die Schulter, drehte mich zu ihm und küsste mich. „Ich hoffe, dass es dir trotzdem gefallen hat und du etwas mehr Klarheit über dich selbst hast.“ Ich lief knallrot an und nickte einfach stumm. „Sehr schön.“, erklärte er. Ich brachte ihn also noch bis zur Tür, wo er mir noch einen Kuss gab, zwinkerte und ging mit den Worten: „Ein anderes Mal… Wir sehen uns.“ Ich lächelte leicht schüchtern und sagte nur: „Man sieht sich.“ Dann schloss ich die Tür und griff nach Tomas Brief, doch bevor ich ihn lesen konnte, musste ich mir erst einmal darüber im Klaren sein, was gerade geschehen war. Ich konnte es einfach nicht fassen und dann belog er auch noch eiskalt seinen Freund. Verwirrt starrte ich das Bild von meinen beiden besten Freunden auf den Schreibtisch an. „Wenn ihr wüsstet…“, meinte ich leise. Ich öffnete den Brief in meiner Hand und las ihn sorgfältig, doch ich konnte meinen Augen nicht trauen.

>> Shin, ich wollte es dir eigentlich schon vor Ewigkeiten sagen, aber ich wusste nicht wann und wie. Deswegen gebe ich dir diesen Brief, ehe es zu spät ist. Es tut mir einerseits wirklich Leid wie alles gelaufen ist bis jetzt, aber andererseits auch nicht. Du musst verstehen. Solange du bei mir bist, bin ich glücklich. Ich wünschte, du wärst immer bei mir, denn ich liebe dich. Erst wusste ich nicht, wie ich es dir sagen sollte. Vor allem, dass wir Kindheitsfreunde sind, hat es mir schwer gemacht. Aber wenn ich noch länger schweige, dann bringt mir das auch nichts. Ich hoffe, dass ich nicht zu sehr damit überfalle und du meine Gefühle erwidern kannst. Hauptsache ist, dass ich es jetzt los bin.
In Liebe Toma<<

Mir liefen entgültig die Tränen die Wangen entlang. Was hatte ich nur getan?! Ich war so ein Idiot. Wie könnte ich ihm je wieder in die Augen sehen? Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Erschüttert schlug ich die Hände vor dem Gesicht zusammen und ließ mich auf das Bett fallen. Wie konnte ich ihm das nur antun? Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf, dass ich beinahe das Klingeln meines Handys überhörte. Vorsichtig sah ich auf das Display in der Hoffnung, dass es nicht Toma war. Gott sei Dank war er es nicht, stattdessen mein Chef, der mir für den Rest der Woche freigab. Ich wusste nicht genau, warum er das tat, aber es sollte mir nur recht sein. So konnte ich mich in meiner Wohnung verkriechen lernen und die ganze Welt ignorieren. Ich war nicht in der Gefahr Ikki oder Toma über den Weg zu laufen, außer auf dem Weg zur Uni. Allerdings passierte mir das mit Toma nicht, da dieser meistens zur selben Zeit in der Uni oder im Café festsaß.
Ein paar Tage nach dem Vorfall begegnete ich jedoch Ikki. Ich lief gerade mit Sawa und Heroine von der Uni aus ein Stück in Richtung meines Hauses, da sah ich ihn. Ich hoffte, er würde mich nicht erkennen, doch er tat es. „Guten Tag Sawa, Heroine und Shin, richtig?“ Die Mädchen nickten und kicherten begeistert. „Hallo Ikki!“, riefen sie, während ich eine Augenbraue hochzog und falsch lächelte. „Du siehst aus wie nach 7 Tagen Regenwetter, Shin. Was ist los?“ „Ich bin nur nicht sonderlich begeistert dich zu sehen.“ Heroine stubste mir in die Seite. „So etwas sagt man doch nicht.“ Ich verleierte die Augen, woraufhin sie die Stirn runzelte. „Keine Sorge, ich hatte von diesem Sonnenschein hier keine andere Antwort erwartet.“ Ich zuckte mit den Schultern und schwelgte heimlich in der Hoffnung, dass es nur über seinen Kopf anfangen würde zu regnen, jedoch war die Wahrscheinlichkeit dafür nicht gerade hoch. Ein Seufzten wich mir von den Lippen. Die Mädchen sahen mich vorwurfsvoll an, aber Ikki erklärte bewichtigend: „Shin und ich hatten ein paar Differenzen, die ich gerne mit ihm klären würde. Nehmt ihr mir es übel, wenn ich ihn euch kurz entführe.“ Daraufhin antwortete Sawa nur: „Selbstverständlich, ich muss jetzt eh abbiegen. Du kommst doch mit zu mir, stimmt’s Heroine?“ Sie nickte und ich sah die beiden schockiert an. Sie wollten mich jetzt doch nicht etwa mit diesem Perversen alleine lassen. „Tschüss ihr beiden, man sieht sich!“, meinten die beiden und gingen. Meine Nerven waren am Ende. Ikki verabschiedete sich noch freundlich und dann lief er neben mir her.
Nach einer Weile meinte er: „Es tut mir Leid, wie das vor ein paar Tagen gelaufen ist, ehrlich. Ich will es wieder gut machen, wenn du mich lässt.“ Ich blieb angewidert stehen. „Das ist doch nicht dein Ernst, oder?!“ „Wieso sollte das nicht mein Ernst sein?“ Er ging auf mich zu und gab mir einen Kuss. Ich schreckte zurück und sah mich panisch um. Wir waren mitten auf der Straße, aber ihm schien das nichts auszumachen. „Tu das nie wieder!“, fluchte ich. „Wenn du dafür mit mir schläfst.“ „Nein!“ „Ich könnte auch Toma sagen, was vorgefallen ist…“ Mein Herz blieb für einen Moment stehen. „Das würdest du nicht…“ Er grinste breit. „Wieso sollte ich nicht?“ Mein Blick fixierte den Boden. „Ich tu alles, was du willst… aber bitte sag es niemanden.“, flüsterte ich. „Dann haben wir ein Deal.“ Wir gingen also zu meiner Wohnung, in mein Zimmer. Seine Klamotten fielen, meine Klamotten fielen und wir taten es. Erst kamen wir nochmal bis zu der Stelle, wo wir das letzte Mal aufgehört hatten, nur dass er nicht frühzeitig aufhörte. Auch wenn es Nötigung war oder was auch immer, auch wenn ich mich lieber im Selbstmitleid vergraben wollte, so gefiel es mir doch ziemlich gut. Ikki wusste einfach, was er tat und vor allem wie. Keuchend schaute ich ihm in Augen. Mein Puls hatte sich gefühlt um das zehnfache erhöht. Er küsste mich leidenschaftlich. „Jetzt will ich aber auch meinen Spaß.“ Mit gezielten Bewegungen schubste er mich auf alle Viere. In diesem Moment wurde mir bewusst, welchen Part ich einnehmen musste. Ich fühlte mich absolut lächerlich, aber vor allem fragte ich mich, ob es weh tun würde. Dann passierte es. Augenblicklich schossen wir die Tränen in die Augen. Diesen gewaltigen Schmerz hatte ich einfach nicht erwartet. „Entspann‘ dich.“, flüsterte Ikki. Ich schüttelte den Kopf, weil ich einfach keine Lust mehr darauf hatte. Es war entsetzlich. Seine Antwort auf meine abwehrende Haltung war ein Schlag mit der flachen Hand auf meinen Arsch. Dann griff er in meine Haare, zog meinen Kopf zu sich und küsste mich, dadurch wurde der Schmerz aber immer entsetzlicher. Er stieß meinen Kopf wieder nach vorne, welcher unsanft auf dem Bett landete. Ich ließ ihn einfach liegen und über mich ergehen, was Ikki auch wollte. Mein Geist hatte die Rebellion aufgegeben und mein Verstand setzte immer mehr aus. Was gerade geschah, ließ sich nicht mehr beschreiben. Es war erst so schmerzhaft, dann verwirrend und irgendwann einfach unglaublich. Ich gab mich ihm einfach hin und war es auch leid meine Stimme zu unterdrücken. Gerade das schien ihm zu gefallen.
Stunden später fand das Geschehen sein Ende. „So schlecht war es doch gar nicht?“ Ich nickte nur. Mein Atem war zu schnell, um ihn antworten zu können. Ich fragte mich, wo er diese Ausdauer und vor allem diese Gelassenheit hernahm. Dann wurde es mir bewusst. Natürlich, Ikki war Tanzlehrer. Völlig erschöpft ließ ich mich ins Bett fallen. „Das bist du wohl nicht gewöhnt, was?“, meinte Ikki lachend. Er gab mir einen Kuss und erklärte: „Bleib ruhig liegen. Ich find den Weg nach draußen schon. Schlaf gut, Shin.“ Ein letztes Zwinkern und er verschwand. Es dauerte nur ein paar Sekunden, nachdem ich die Tür zufallen hörte und Ikki das Treppenhaus nach unten laufen, bis ich komplett weg war und so fest schlief wie schon lange nicht mehr.
Vorsichtig öffnete ich die Augen. Wie viel Zeit wohl vergangen war? Vielleicht war mittlerweile Samstag. Ich rollte mich aus meinem Bett, nur um festzustellen, dass mir absolut alles weh tat. Genervt schleifte ich mich Richtung Dusche und sah dabei noch einmal kurz auf mein Handy.

>> 14:03 Uhr
7 verpasste Anrufe Toma
2 verpasste Anrufe Heroine<<

„Scheiße… da war ja noch was…“ Wir wollten uns endlich mal wieder als Gruppe treffen. Schnell wählte ich Heroines Nummer. „Hey, tut mir Leid… Ich bin gerade erst aufgewacht. Es war ’ne lange Nacht. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse.“ „Na dann guten morgen Shin, ist schon gut. Wir haben uns halt Sorgen gemacht. Gut, dass du angerufen hast, wir wollten gerade zu dir laufen und nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Was hat deine Nacht eigentlich so lang gemacht?“ „Erklär ich dir vielleicht ein anderes Mal, okay?“ „Wie du meinst. Wir würden dann schon mal zu mir gehen. Wann kommst du dann nach?“ „In einer halben Stunde.“ „Okay, bis dann!“ „Bis dann.“ Ich legte erleichtert, dass sie nicht sauer waren, auf. Mein Herz raste wie immer, wenn ich mit Heroine telefonierte, aber es war schwächer als sonst. Vielleicht schaffte ich es so über sie hinweg zu kommen. Aber wie sollte ich ihr jemals meine lange Nacht erklären? Ich schämte mich so.
Eine halbe Stunde später stand ich dann vor Heroines Tür. Freudig öffnete sie mir. „Komm herein Shin! Wir haben schon gewartet.“ Ich ging hinein, wo ich nicht nur Tomas Gesicht erblickte, sondern auch Ukyos. Langsam fragte ich mich doch, ob sie mich zu einem Gruppentreff oder einem Doppeldate einladen wollten. „Hey!, warf ich in den Raum, woraufhin ich ein „Hey!“ zurückbekam. Toma lächelte mich breit, aber falsch an. Er war definitiv sehr besorgt und machte sich Gedanken darum, warum ich nicht auf seinen Brief geantwortet hatte. Allerdings wusste ich einfach nicht, was ich dazu sagen sollte. Vor allem hatte ich, nachdem was am Vortag geschehen war, keine Ahnung mehr, wie ich damit umgehen sollte. „Schön, dass du da bist. Ich hab seitdem du das letzte Mal auf Arbeit warst, nichts mehr von dir gehört. Hab mich schon gesorgt.“, erklärte Toma ehrlich. Ich setzte mich. „War doch keine große Sache. Du musst dir keine Sorgen um mich machen.“, antwortete ich schlicht. Jetzt konnte ich es mir nicht erlauben, dass er sich auch nur einen Gedanken um ein Arschloch wie mich machte. Mein schlechtes Gewissen begann an mir zu nagen. Toma verzog das Gesicht und setzte dazu an etwas zu sagen, doch ehe das ganze in einer ewigen Diskussion ausartete, fragte ich: „Du hast also die Woche kein frei bekommen?“ „Nein, wieso sollte ich?“ „Also wurde mir tatsächlich wegen meines psychischen Zustandes frei gegeben.“ Ich seufzte genervt. „Ach tatsächlich?“, fragte Toma erstaunt. Heroine und Ukyo schauten ernsthaft besorgt zu mir. „Was ist eigentlich vorgefallen?“, fragte Heroine vorsichtig. „Ich weiß es nicht genau. Wahrscheinlich ist mir alles über den Kopf gewachsen. Ich war überfordert. Kann mal passieren.“ Heroine schüttelte den Kopf. „Es sollte nicht passieren, wenn du dir mal einen gesünderen Lebensstil aneignen würdest.“ Ich verzog das Gesicht. „Du klingst wie meine Mutter.“ „Es ist doch aber wahr. Du überabeitest dich dauerhaft und tust dann noch etwas für die Uni. Außerdem schläfst du nicht länger als 4-5 Stunden und dann nicht einmal gut.“ Toma sah mich entsetzt an. „Ist das wahr?“ Ich verleierte die Augen. „Ist doch nichts dabei, oder?“ „Also ist es wahr?“ „…Ja…“, brachte ich schweren Herzens heraus. Er sah mich komplett schockiert an. „Gönn‘ dir ’ne Pause.“ „Tu ich doch schon.“, meinte ich mit einem Lächeln. Heroine nickte und erklärte: „Stimmt, du hast verschlafen bis 14 Uhr. Wie lange warst du gestern wach?“ „Irgendetwas zwischen 21-24 Uhr, ich war zu müde, um auf die Uhr zu schauen.“ „Hey, das klingt doch echt gut. Und erklärst du mir nun, weswegen es eine „lange Nacht“ war?“, fragte Heroine neugierig. Ich sah Toma an, der skeptisch eine Augenbraue hob. Das war der Moment, in dem ich mich wieder einmal total schlecht fühlte. Mein Kopf kramte nach einer passenden Ausrede. „Sagen wir es so… ich habe mal etwas anderes gelernt, als immer nur für die Uni.“ „Und was?“ „Das behalte ich für mich.“ „Ich will aber wissen, was es ist!“, meinte Heroine auffordernd. „Werdet ihr schon noch sehen.“, erklärte ich mit einem Grinsen. Jetzt musste ich nur noch herausfinden, was ich gelernt hatte, was ich ihnen auch zeigen könnte. Wahrscheinlich war es an der Zeit eine neue Sprache zu lernen oder dergleichen. „Na gut…“, meinte Heroine mit einem skeptischen Blick.
Ab diesem Moment verlief der Tag wirklich lustig. Wir unterhielten uns, hatten jede Menge, worüber wir lachen konnten und spielten irgendwann ein paar Spiele, die auf jeden Fall Unterhaltung boten. Mir fiel nicht auf, dass dieses Treffen tatsächlich irgendwann ein Doppeldate-Charakter brachte. Irgendwann verschwanden Heroine und Toma kurz in der Küche, weil Heroine ihm irgendein Rezept zeigen wollte. Ukyo nutzte diese Gelegenheit um mich auf eine vergange Frage hinzuweisen: „Wie sieht es aus? Hast du jetzt mittlerweile mal über meine Frage nachgedacht?“ Ich zögerte für einen Moment und überlegte, ob ich antworten sollte und was ich sagen konnte. „Du meinst, wie viel ich für Kerle übrig habe, richtig?“ Er nickte. Ein kurzes Grinsen huschte plötzlich über mein Gesicht, als darüber nachdachte, ob ich nun auf Kerle stand. Keine Frage, ich stand absolut auf Kerle, obwohl ich es weiterhin lieber leugnen würde. Ukyo erklärte herausfordernd: „Ich kann dir deine Antwort vom Gesicht ablesen. Du hast viel für sie übrig, stimmt’s?“ „Vielleicht.“, entgegnete, ohne dass ich mein Grinsen unterdrücken konnte. „Also ja.“ „Könntest du diese Antwort für dich behalten?“ Ukyo nickte und erklärte: „Selbstverständlich.“ „Sag mal, hast du wegen Toma gefragt?“ Erneut musste Ukyo nicken. „Gut kombiniert.“ „Mit meinem jetzigen Informationsstand war das nun auch nicht mehr schwer.“
Der Abend nahm seinen Lauf, zwischendurch entführte mich Heroine nochmal, wobei ich vermutete, dass Ukyo in diesem Moment unser Geheimnis ausplauderte, aber es sollte mir egal sein. Diese Information war Toma garantiert nicht unbedingt neu. „Sag mal Shin, was ist zwischen Ikki und dir vorgefallen?“, fragte Heroine mich nun unter 4 Augen. Ich lief augenblicklich rot an. „Ähm… ich weiß nicht, wie ich das erklären soll.“ „Oh bitte, sag mir nicht, dass zwischen euch irgendwas lief…“ Jetzt war ich einfach nur noch überrumpelt. „W-woher?“ „Also bitte, ich bin eine Frau. Wir bekommen so etwas mit.“ „Könntest du es bitte unter allen Umständen für dich behalten? Ich will nicht, dass Toma irgendetwas davon erfährt…“ „Also machst du dir trotzdem Gedanken um ihn?“ „Natürlich… das alles war auch nicht unbedingt freiwillig.“ „Was?! Zeig ihn doch an…“ „Dafür war es dann wieder zu freiwillig, als dass ich damit durchkäme, fürchte ich… und solange er mich jetzt in Ruhe lässt, soll es mir egal sein.“ Heroine nahm mich in den Arm. Anscheinend ging sie davon aus, dass es wirklich schrecklich gewesen sein musste. Ich lächelte leicht und fragte mich, warum mein Puls nicht in die Höhe geschossen war. „Ich sag niemanden etwas. Ich verspreche es dir, aber bitte rede mit mir, wenn wieder so etwas vorkommt. Nicht, dass du alles in dich hineinfrisst. Das will ich nicht, okay?“ Ich nickte und bedankte mich.
Nachdem wir zu den anderen zurück gegangen waren, spielten wir noch eine Runde. Schließlich machten Toma und ich uns auf den Weg nach Hause. Wir redeten erst ganz normal. An der Abzweigung, wo wir uns für gewöhnlich trennten, fragte er aber plötzlich: „Du hast gar nichts zu meinem Brief gesagt… Hast du ihn gelesen?“ Ich nickte langsam und erklärte: „Ich… ich weiß einfach nicht, was ich dazu sagen soll.“ „Erwiderst du meine Gefühle denn?“ Mir lag ein „Ja“ auf den Lippen, aber wäre das dann auch wirklich ernst gemeint? Ich wusste es nicht genau. Außerdem war mein schlechtes Gewissen zu groß, um einfach „Ja“ sagen zu können. Jemanden wie mich hatte er nicht verdient. Ich hasste mich dafür, was ich getan hatte. „Du liebst mich doch, oder?“, fragte Toma vorsichtig und nahm meine Hand. Ich sah zur Seite. „Ich… ich weiß nicht.“ „Das ist zumindest kein „nein“.“, meinte er mit einem Lächeln. Ich schaute zu ihm. Mein Blick blieb an seinen Lippen hängen. Ich wollte mich ihnen hingeben, aber ich konnte nicht, nicht nach letzter Nacht. „Ich helf dir auf die Sprünge, damit du Klarheit hast.“, meinte er mit diesem süßen Lächeln, das meinen Blick festhielt. Er küsste mich. Mein Herz entflammte, so schnell. In diesem Moment war die Außenwelt nur noch ein unbedeutendes Nichts um mich herum. Kaum noch konnte ich meinen Körper kontrollieren. Dann kam die Erinnerung zurück. Panisch drückte ich ihn von mir und rannte weg, weit weg, ohne noch einmal darüber nachgedacht zu haben, was ich eigentlich tat. So ließ ich einsamen Toma mit Selbstverzweifeln im Schein der Laterne zurück, dabei wollte ich ihn nie wieder Kummer bereiten.

Save the Game? Yes or No?
~Ich hoffe, dass es euch gefallen hat und ich euch ein schönes Weihnachtsgeschenk bescheren konnte!
Was hat Shin nur getan? Wird der arme Toma es verkraften? Und wie wird Shin wohl in der nächsten Tanzstunde Ikki gegenüber stehen? All das im nächsten Kapitel Tanz der Karten, das hoffentlich bald rauskommen wird.
Hinterlasst doch ein paar Kommentare!
Damit wünsche ich euch noch eine wunderschöne Bescherung und frohe Weihnachten!
Eure DarKira!~

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