Tanz der Karten – Kapitel 4

~Hey Leute, endlich geht es weiter mit meinem kleinen Yaoi-rpg zu Amnesia. Ich hoffe, ihr seid schon gespannt. Auf das es euch gefallen wird! Viel Spaß!~

Ich starrte mein Handy an. Sollte ich antworten? Was sollte ich antworten? Verzweifelt schüttelte ich den Kopf. Das war Toma, mein bester Freund, wenn er mit mir reden will, dann darf er das als mein bester Freund auch tun. Also antwortete ich ganz normal: „Oh sorry, na klar. Komm ruhig vorbei, wenn du willst.“ „Kein Problem, dann bis gleich.“, bekam ich ziemlich zügig als Antwort. Für eine Sekunde raste mein Herz und ich atmete einmal kurz ein und aus. Das war nur mein bester Freund, richtig? Ich sah das Bild von Toma und Heroine auf meinen Schreibtisch an.
Dann schnappte ich mir meinen Hefter um die Zeit zu überbrücken, bis Toma da war, doch schon nach kurzer Zeit klingelte es. Ich sprang sofort auf und ging eilig zur Tür, allerdings brauchte es Überwindung sie zu öffnen. Toma lächelte mich an und begrüßte mich begeistert: „Hey Shin!“ „Hey Toma, komm doch rein.“, entgegnete ich halbwegs ruhig. Woraufhin er enthusiastisch wie eh und je eintrat und wir in mein Zimmer gingen. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass mein Schulzeug überall verstreut lag. Ich lief rot an. „Tut mir Leid, ich hätte aufräumen können.“ „Kein Problem, das bin ich doch von dir gewohnt.“, erklärte er lachend. Ich fasste mir peinlich berührt an den Kopf. War ich wirklich so chaotisch? „Worüber wolltest du denn mit mir reden?“, fragte ich nun etwas neugierig, aber trotzdem kalt, während ich mich neben ihn auf das Bett setzte. „Ich wollte mich wegen letztens im Café entschuldigen. Du bist so hastig weggerannt… ich wollte dir damit nicht weh tun oder so…“ Ich lief rot an und sah zur Seite. Was sollte ich dazu sagen? Irgendwie hätte ich ahnen können, dass er darüber reden will. Warum müssen die Menschen immer über alles reden? Kann man so etwas nicht einfach mal im Raum stehen lassen, damit es langsam vergessen werden kann? „Sag doch was… war es so schlimm?“, fragte Toma leise. „Nein… es… ich…“ Mir war nicht mehr zu helfen. Ich bekam kein einziges Wort ordentlich heraus. „Also… es war einfach mein erster Kuss und irgendwie hatte ich mir den anders vorgestellt.“ Ich sah zu ihm und entdeckte, dass er mich wirklich überrumpelt mit großen Augen ansah. „T-tut mir Leid… das wusste ich nicht. Ich dachte…“ „Klar, da ich schon mal mit Heroine zusammen war, wäre es logisch gewesen, dass ich sie schon geküsst hätte, aber sie war zu schnell wieder weg.“, meinte ich beinahe mit Tränen in den Augen. Er sah zu Boden, doch dann nahm er mich in den Arm. „Ich wollte das nicht…“, erklärte er zögerlich. Ich kämpfte etwas mit den Tränen. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dir wenigstens einen romantischen ersten Kuss bereitet.“, meinte er nun, während er wieder etwas zurück ging und mich grinsend ansah. Er strich mir eine Träne von der Wange. Ich verzog das Gesicht und hoffte, dass mein Herz nicht wirklich so laut schlug, wie es sich für mich anhörte. „Wie hättest du das denn anstellen wollen?“ „Ich hätte dich zum Essen in ein Fünf Sterne Restaurant eingeladen, wäre dann mit dir Walzer tanzen gegangen, hätte dir ein Kuscheltier auf dem Rummel geworfen, hätte zur Verabschiedung eine Rose aus meinem Ärmel gezaubert, dir romantisch im Regen ein Liebesgedicht vortragen und dich dann geküsst.“ Ich war zwar rot angelaufen, begann aber trotzdem zu lachen. „Idiot.“, meinte ich im Lachen und er fasst sich mit einem Grinsen an den Kopf. „Schön, dass ich dich aufheitern konnte.“ „Bitte vergiss, dass ich gerade geweint habe.“, meinte ich nun tatsächlich lächelnd. Er nickte und erklärte: „Dein Lächeln ist eh zu schön, als das eine Träne das trüben könnte.“ Ich sah ihn erst kurz komplett überwältig an, drehte dann aber schnell den Kopf weg. „Hör auf damit.“ „Wieso?“, fragte er vorsichtig. „Das hört sich alles beinahe so an, als wärst du mein fester Freund, aber du bist mein bester Freund.“ Für eine Sekunde herrschte schweigend. Dann meinte Toma beinahe flüsternd: „Lässt sich daran nichts ändern?“ Ich erstarrte. Hatte er das gerade wirklich gefragt? Was sollte ich denn bitte darauf antworten? Mein Herz klopfte so unglaublich schnell. Ich bleib weggedreht. Meine Lippen setzten an Dinge zu sagen, die ich bereuen würde, aber das konnte nicht sein. Er war mein bester Freund, nichts sonst. Also antworte ich bestimmt: „Ja.“ Doch irgendetwas fühlte sich falsch daran an. Vorsichtig glitt mein Blick zu Toma, der fixierte den Boden anstarrte. „Tut mir Leid, vergiss die Frage.“, meinte er, ohne sich um ein Lächeln zu bemühen und stand auf. „Ich sollte wieder gehen. Es ist schon spät und wir müssen beide morgen früh raus.“ Mit einem leichten Lächeln sah er mich an, stand dann auf und ging. Ich starrte ihn an, war unfähig etwas zu sagen oder ihm zu folgen und wenigstens die Tür zu öffnen. Mein Geist realisierte gar nicht mehr, dass er überhaupt ging. Auf einmal nahm ich nichts mehr wirklich wahr. Was hatte ich getan?

In dieser Nacht konnte ich kein Auge zutun. Ich musste über so vieles nachdenken, aber ich kam einfach zu keiner Lösung. In der Uni schlief ich dann aber ein und wurde von einer Kommilitonin geweckt, die zufälligerweise auch beim Tanzkurs war wie ich feststellen musste. „Bin ich eingeschlafen? Du bist Sawa, richtig?“, fragte ich, nachdem sie mich unauffällig während der Vorlesung wach rüttelte. Sie nickte und lächelte. „Du bist doch auch in dem Tanzkurs von Ikki! Shin, nicht? Und arbeitest du nicht im Café um die Ecke?“ „Genau, woher weißt du das?“ „Sie haben mich letztens praktisch als Allrounder eingestellt. Aber wie kommt es, dass du in einem Yaoi Café arbeitest?“ Mir klappte das Kinn nach unten. „Ich glaube, wir sprechen doch von unterschiedlichen Cafés…“, erklärte ich vorsichtig. Sie schob mir ihr Handy mit einem Online-Artikel rüber. „Es gibt einen Grund, weswegen ich dort angefangen habe zu jobben.“ Skeptisch schaute ich auf ihr Handy. Ich fürchtete, dass ich es gar nicht sehen wollte und da war es. Ich lief rot an. Das Bild von Toma und mir ganz groß über dem Artikel. „Ist er dein Freund?“, stichelte Sawa. „Nein… ist er nicht.“, erklärte ich frustriert, während ich den Bericht überflog. Nein, mein Leben war zerstört. Das musste ein großes Missverständnis sein. Sawa lächelte breit. „Warum bist du dann so rot?“ Ich knirschte mit den Zähnen. „Weil das peinlich ist… ich wurde doch nur durch die Gehaltserhöhung überredet.“ Sawa ließ den Kopf hängen. „Och wie schade… und ich dachte schon, dass es ein richtiges Yaoi Café wäre. Naja, wir werden sehen.“ Ich seufzte. „Ja, werden wir.“
Wir unterhielten uns noch ein wenig über ihre Lieblingsband, über die sie beim Thema Yaoi gleich anfing zu schwärmen, bis wir nach der Uni schließlich gemeinsam zum Café liefen. Ich blieb schockiert davor stehen und traute meinen Augen nicht. Das durfte nicht wahr sein. Wollte mein Leben mich eigentlich auf den Arm nehmen?

Save the game? Yes or No?
~Na wie fandet ihr es? Seid ihr schon gespannt, was mit dem Café passiert wird? Wie sehr hat Shin Toma wirklich verletzt? All das und noch viel mehr, erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten!~

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