Tanz der Karten – Kapitel 21 (The End)

~Es ist ein besonderer Tag gekommen. Heute wird meine Story beendet, die ich nun all die Jahre mit mir herumgetragen habe. Mittlerweile umfasst sie 45 A4 Seiten! Was sagt man dazu? Wie lange habe ich wohl insgesamt an dieser Fanfiction geschrieben? Wahrscheinlich sind es in etwa 3 Tage am Stück. Doch all das hat heute ein Ende! Seid ihr traurig? Heute gibt es ein doppeltes Kapitel als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Ich spanne euch jetzt nicht weiter auf die Folter und fange an mit dem 21. und so auch letztem Kapitel von Tanz der Karten. Have fun!~

Es war Samstag und der Tag, an dem der Tanzabschlussball stattfinden würde. Ich hatte mich extra schick herausgeputzt und war mit Sawa, die zugegeben unglaublich aussah, auf dem Weg dorthin. „Na auch schon so aufgeregt?“, fragte sie mich kurz vor dem Eingang. Ich gab nur etwas verunsichert zur Kenntnis: „Absolut, ich frage mich, wie es wohl abläuft..“ „Wir werden sehen“, meinte sie grinsend.

Der Ballsaal war riesig und es war einfach wunderschön dekoriert. Ikki trat mit Kent auf und die beiden wirkten wie ein sehr harmonisches Paar, allein daraus wie sie sich anschauten… Ehrlich gesagt, es kotzte mich an. Ich hatte nicht erwartet, dass es mich so stören könnte. Doch irgendwie fragte ich mich, warum er mir nicht solche verliebten Blicke schenken wollte. Wenn ich schon so viel mit gemacht hatte, ihm so nahe stand, dann könnte er doch wenigstens… Ich war letztendlich einfach nur die zweite Wahl und nicht viel mehr. Ich seufzte. Es brachte nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen und es würde mich auch nicht glücklicher machen.
Ich bemerkte, dass Toma auch gekommen war mit seiner merkwürdigen Tanzpartnerin von der ersten Tanzstunde. Aber er verwirrte mich: Dieser Anzug, der verwegene Blick und die zurück gestylten Haare… Er sah umwerfend aus… Seine Tanzpartnerin vergötterte ihn wie es mir von der Ferne schien. Das konnte ihr allerdings keiner verübeln. Er sah absolut unwiderstehlich aus und für eine Sekunde erwischte ich mich dabei, dass ich mir wünschte, er wäre mein Tanzpartner. Ich konnte meine Augen einfach nicht von ihm lassen, da bemerkte er mich und dass ich zu ihm sah. Er grinste mich etwas an und nickte mir zu, aber ich wandte meinen Blick so schnell wie möglich ab. Nur um ihn nach einem Kampf mit meiner Selbstbeherrschung doch wieder zu ihm zu wenden, aber da war er schon in ein Gespräch mit ein paar Mädchen vertieft.

Die ersten Tänze begannen und wir legten eine super Performance hin. Es dauerte eine Weile, ehe alle Tänze vorüber waren. Das Publikum klatschte und wir ebenso. Tatsächlich machte es mir Spaß mal mit einer Frau zu tanzen und Ikkis Blick auf meiner Haut zu spüren. Offensichtlich schien ihm mein heutiges Outfit zu gefallen. Er sah auch ziemlich gut aus, auch wenn mein Blick mich unfreiwillig meist zu einer anderen Person zog. Kurzzeitig tanzte Ikki mit Kent und die Harmonie zwischen ihnen machte mich fertig. Wieso war mein Gehirn eigentlich so verwirrt?!
Es wurde nun eine offizielle Pause eingelegt, in der jeder tanzen konnte, der es wollte. Die meisten holten sich aber erst einmal etwas zu Essen, so auch Toma, Heroine und Ukyo. Letzterer zwinkerte mir zu, als ob ich auch mitkommen sollte. Doch als ich ihnen folgen wollte, packte mich Ikki an der Hand. „Lust zu tanzen?“, fragte er mit einem charmanten Grinsen und zog mich schon auf die Tanzfläche, ehe ich zustimmen konnte. Wir tanzten eine Tanzart, die er uns gar nicht beigebracht hatte, doch ich folgte einfach seinen Füßen und stellte mich scheinbar auch ganz gut an. „Du bist gar nicht schlecht“, lobte Ikki beiläufig und versuchte es zu vermeiden, mir zu oft in die Augen zu sehen. „Ist deine Tanzpartnerin diejenige, mit der du geschlafen hast?“ „..J-ja…“, antwortete ich schon leicht außer Atem, da der Rhythmus des Tanzes nicht gerade langsam war. Ikki tanzte jedoch als wäre es sein erster Tanz, völlig unbeeindruckt vom Anspruch der Tanzart. Es beeindruckte mich und zugegeben irgendwie hinterließ es einen starken Eindruck bei mir. „Ein hübsches Mädchen..“ „Wir sind eigentlich nur Freunde, aber ja, sie ist sehr hübsch“, gab ich zurück. „Nur Freunde, mh? Da muss ich ja doch nicht eifersüchtig sein, was?“ Das Lied endete, bevor ich meine Worte zurückhalten konnte. „Du warst also doch eifersüchtig!“ Ich erstarrte kurz und starrte ihn an. Jeder um uns herum musste uns gerade anstarren, aber Ikki ließ seinen strengen Blick nicht von meinen Augen weichen, als wäre es ihm egal. Alles klatschte der Band bis ein neues Lied gespielt wurde.

Ich atmete langsam wieder ein. „Lass uns woanders weiter reden“, meinte Ikki und zog mich am Handgelenk zu einem der vielen Ausgänge hinaus. „Wo willst du hin?“, fragte ich, als er die Treppen hinunterlief. Letztendlich zog er mich in eine der Toiletten im untersten Geschoss des Hauses. Sie war vollkommen leer und er zog mich nun in eine der Kabinen. Ehe ich eine weitere Frage stellen konnte, drückte er mich gegen die Wand. „Du siehst so gut aus heute. Ich will dich hier und jetzt!“, flüsterte er mir ins Ohr. Diese Worte bereiteten mir Gänsehaut. „Aber wenn jemand kommt…“, meinte ich nur skeptisch. „So gut wie niemand weiß, dass es hier noch eine Toilette gibt und wenn jemand kommt, dann musst du eben ganz leise sein“, hauchte er mir ins Ohr, sodass meine Gänsehaut stärker wurde und mein Herzschlag schneller wurde.
Ich wollte mich ja wehren, aber da war er auch schon dabei meine Hose zu öffnen. Scheinbar hatte er es sehr eilig heute, dass er mich nicht einmal küssen konnte, bevor es zur Sache ging. Also nahm ich mir, was ich brauchte und küsste ihn einfach. Er brauchte eine Sekunde, aber ließ sich dann doch auf mich ein, auch wenn ich eine Sekunde befürchtete, dass er mich zurückweisen würde.
Er berührte mich zunächst sanft, dann stärker zwischen den Beinen und erreichte schnell Reaktionen. Dann steckte er mir die Finger in den Mund, die ich mit meiner Zunge umspielte, was ihn scheinbar sehr anmachte. Besagte Finger nahm er von meinem Mund weg und führte sie nach unten, wo sie unsanft in mich eindrangen. Ich verkniff es mir aufzukeuchen. Er gab mir keine Zeit, mich wirklich daran zu gewöhnen, da zog er mir meine Hose ganz aus und hob mein Bein um seine Hüfte. Langsam schob er sein Becken weiter nach vorne und ich stöhnte auf, als er ihn langsam einführte. Daraufhin küsste Ikki mich, damit ich nicht zu laut werden konnte. Mir wurde unglaublich heiß und schwindelig. Ich krallte mich in sein Shirt. Er war so grob, dass ich mir nicht sicher war, ob der Schmerz oder die Lust überwog und ob das gut oder schlecht war. „Nicht so schnell“, flüsterte ich, wobei er mich ignorierte und mich nach seinen Bedürfnissen weiter verbog. Er zog mein Bein höher, sodass das andere kaum noch Standkraft hatte. „Ich war eifersüchtig, natürlich. Wärst du an meiner Stelle nicht auch?“, hauchte er mir ins Ohr. In diesem Moment hätte ich gerne sein Gesicht gesehen, doch er zeigte es mir nicht. „Ich hatte schon viele Beziehungen mit Sex und all dem.. aber keine ging jemals länger als 4 Wochen.“ Ikki lehnte sich zurück und sah mir in die Augen. Sein Blick war so kalt und doch so verletzlich, sodass ich ein ganz anderes Bild von ihm bekam. Plötzlich drückte er eine Hand gegen meine Kehle, wodurch ich kaum noch Luft bekam. Ich versuchte seine Hand von meiner Kehle zu entfernen, doch ich hatte keine Chance. Er ignorierte mein Keuchen komplett und redete einfach weiter: „Die Mädchen servierten mich jedes Mal ab nach kurzer Zeit, als ob ich Ware wäre, die sie kaufen und dann wegwerfen könnten. Weißt du wie weh das tut?!“ Er kam mit seinem Gesicht unglaublich nahe an meines heran. Ich hatte Tränen in den Augen vor Angst und vor allem Schmerz. Mittlerweile drückte er mir die Luft vollständig ab und seine Stöße wurden zudem immer härter. „Kent ist der Einzige, dem ich vertraue, aber ich könnte nicht mit ihm schlafen. Vielleicht würde er mich verlassen wie alle anderen. Daher schlafe ich jetzt mit Menschen, die mir nichts bedeuten. So kann ich nicht verletzt werden. Du bist der Beweis, dass mein Misstrauen nur gerechtfertigt ist.. Fuck, ich hasse es! Dabei war ich gerade in Begriff, dich wirklich zu mögen… Vollidiot..“ Er ließ meine Kehle los, woraufhin ich nach Atem rang, aber den gönnte er mir nicht. Stattdessen zwang er mich ihn zu küssen, sodass meine Luft weiter knapp blieb. Mein Puls war mittlerweile ins Entsetzliche gestiegen und ich wusste nicht mehr, wo oben und unten war. Als er kurz davor war, stieß er so hart zu, dass mir das Gefühl der Lust völlig vergang.

Ich rutschte zu Boden, nach Atem ringend. Zittrig griff ich nach meiner Hose. Er hatte die Kabine bereits verlassen und richtete seine Kleidung vor dem Spiegel, als ob nichts gewesen wäre. Mir war heiß und mein Körper bebte immer noch vor Ekstase. So zog ich meine Hose an, aber konnte mich nur schwer auf den Beinen halten.
„Ich gehe schon mal vor, damit es nicht zu verdächtig wird, ja? Komm‘ einfach nach, wenn du dich beruhigt hast“, erklärte er mit einem charmanten Grinsen und gab mir einen Kuss. Doch als er hinauf gehen wollte, hielt ich ihn am Handgelenk fest. „Ikki, w-was genau empfindest du für mich?“ Er lachte kurz auf. „Du bist heiß, aber auch süß, die perfekte Mischung“, erklärte er, doch ich wollte etwas anderes wissen. „Ich meine, was bin ich für dich?“ „Eine Art Affäre?“, überlegte er. „Also bin ich etwas Festes für dich, richtig? Niemand, den du einfach fallen lassen würdest, wenn er dir zu nahe kommt? Niemand, den du nimmst, weil du es brauchst? Niemand, der dir rein gar nichts emotional bedeutet?“ „Shin, du bist und warst nie etwas Festes… Tut mir Leid, falls ich mich da missverständlich ausgedrückt haben sollte.. Du bist einer von vielen. Hältst du dich wirklich für so besonders?“
Ich starrte ihn fassungslos an. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass er mich auch irgendwo liebte, aber das… das war ernüchternd. Meine Beine klappten unter mir zusammen. „Ich bin mit Kent zusammen und ich liebe nur ihn. Habe ich dir das nicht schon tausende Male gesagt? Und wenn du nicht begreifst, dann beenden wir das lieber..“ Die Worte blieben mir im Hals stecken. Kent wirkte auf mich immer so kalt und ich hatte nie erwartet, dass es mehr als platonische Liebe zwischen ihnen wäre. Doch wenn es tatsächlich Ikki war, der Kent auf Abstand hielt, dann konnte einem dieser ruhige Mann nur Leid tun.
Ikki drehte sich um, als würde er die Tränen nicht sehen, als wäre es ihm egal, was er gerade gesagt hatte. Dabei sah ich deutlich den Schmerz in seinen Augen. Die Angst, dass ich ihn noch mehr verletzen könnte und dass ich es würde, wenn er nicht erst einmal etwas an sich veränderte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Mein Gehirn konnte sich nicht sortieren und zwar wusste ich, dass ich Mist gebaut hatte. Andererseits hatten wir nie eine Vereinbarung, dass ich ihn nicht betrügen dürfte, aber er mich schon. Das war nicht die Abmachung und es machte mich wütend, dass er so egoistisch war. Auf einmal sprudelten die Worte nur so aus mir heraus: „Dann gebe ich mich geschlagen.. Geh‘ zu Kent, aber bleib bei ihm verdammt.. Du verletzt andere und bestimmt auch ihn noch mehr, als man dich jemals verletzen könnte, verdammtes Arschloch! Wie viele… wie viele hast du neben ihm?“
Ikki schwieg für eine Sekunde und bewegte sich keinen Zentimeter. Ich hatte das Gefühl, dass er tatsächlich den Tränen nahe war, aber vielleicht schätzte ich ihn auch vollkommen falsch an. Mittlerweile wusste ich nicht mehr, wer dieser Mann eigentlich und es machte mich fertig. „Ich denke nicht, dass du eine ehrliche Antwort darauf willst. Lass es uns einfach so belassen wie es bis jetzt war, okay? Ich bin eben so, ich kann mich nicht für ihn, für dich oder irgendwen sonst ändern..“, versuchte Ikki sich herauszureden, doch ich beharrte weiter: „Wie viele, verdammt?!“
Es herrschte reine Stille, doch irgendwann drehte er sich wieder zu mir und antwortete er: „7.. zufrieden?“ Ich hielt den Atem an. Er sah aus, als ob er ganz genau wüsste, dass ich das nicht verkraften würde. Das war definitiv die Wahrheit, da er viel zu sehr zitterte, um jetzt noch zu lügen. Außerdem hatte ich schon lange nicht mehr das Gefühl, dass er etwas vor mir verbergen wollte. Dafür hatte er mir viel zu großen Einblick in seine Gefühlswelt gegeben, die er mir niemals zeigen wollte. „Und du verurteilst mich wegen einem Ausrutscher?“, nuschelte ich eher an mich selbst gerichtet. Er sah zur Seite, offensichtlich nicht bereit darauf einzugehen. Ich zögerte, doch dann ließ ich ihn komplett los, nicht nur für den Moment. Nein, für immer.
„Okay“, meinte ich und drehte mich von ihm weg. „Ist alles zwischen uns okay?“ „Ja…“ Wahrscheinlich wussten wir beide, dass nichts ‚okay‘ war, aber ich war es Leid verstehen zu wollen, warum ihn es nicht scherte. Offensichtlich hatte er nicht vor, mich zu schonen oder weniger zu verletzen.
„Dann gehe ich wieder hoch. Mach‘ dich noch etwas frisch, damit du bereit bist für das große Finale dieser Veranstaltung“, meinte er charmant und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Es war eine schöne Zeit mit dir“, sagte er so leise, dass ich es nicht verstanden hätte, wenn ich nicht seine Lippen hätte lesen können. Ich lächelte ihn an und nickte, woraufhin er in der Tür verschwand.
Mein Blick fiel auf mein Spiegelbild, das weinte. Weinte ich auch oder war es mir klar gewesen, dass es kommen würde? Wieso fühlte ich mich gerade wie eine scheiß Hure? Wollte mich Toma davor warnen? Wollte ich Ikki verstehen, ihm vergeben, ihm eine Chance geben? Nein, eigentlich wollte ich einfach nur, dass Kent ihn in seinem scheiß Haus einsperrte, sowie es Toma mit mir gemacht hatte. Ich sollte diese Gedanken nicht haben, aber irgendwie fand ich, dass nicht nur er, sondern auch ich, tatsächlich Menschen waren, die weggesperrt gehören.

Nach einer Weile hatte ich mich beruhigt und konnte wieder glücklich aussehen. Eigentlich war es mir einfach nur noch egal, davon wollte ich mir diesen Abend nicht verderben lassen. Also betrat ich den Saal wieder und sah, dass Ikki mit Kent redete, welcher nicht erfreut aussah. Kurz darauf senkte sich sein Kopf zu Ikkis und hielt kurz vor seinen Lippen inne. Als er bemerkte, dass Ikki nicht wegzuckte, küsste er ihn. Es tat unglaublich weh und doch war ich irgendwie glücklich, dass ich zumindest Kent einen Gefallen tun konnte. Ikkis Lächeln danach sprach für sich. Er könnte mich niemals so ansehen und ich wollte es nicht mehr.
Ich konnte trotzdem nicht wegsehen, war gebannt, verletzt und so griff plötzlich Sawa meine Hand. „Wieder komplett in Gedanken verloren? Wollen wir nicht lieber tanzen als Trübsal blasen? Shit, was ist passiert?“ Ich wurde nervöser. „Sehe ich so schlimm aus?“ „Die roten Striemen an deinem Hals! War das Toma?“, fragte sie leise und beängstigt. „Nein, nein.. nur Ausschlag“, meinte ich beläufig. Sie nahm es mir zwar nicht ab, aber musste es so hinnehmen, weil ich sie einfach auf die Tanzfläche zog, ohne ihr die Chance zum Reden zu geben.
So tanzten wir einige Runden und irgendwann brachte sie mich durch ihre Dummheiten und schusseligen Schritte doch wieder zum Lachen, da hielt sie plötzlich inne. Ich folgte ihrem Blick und hinter mir stand Toma. Er hielt mir schweigend eine Hand hin, welche ich nach kurzem Zögern wirklich entgegennahm. Wir tanzten, nicht nur ein Lied, sondern mehrere. „Was hat es mit den Malen an deinem Hals auf sich?“, fragte er plötzlich. „Das ist nichts, worüber du dir Gedanken machen müsstest“, gab ich schlicht zur Antwort. „Und trotzdem siehst du so unglücklich aus, auch wenn du versuchst, es zu kaschieren und ich mir keine Gedanken machen soll“, gab Toma zu. „Nein, eigentlich geht es mir endlich besser“, erklärte ich. „Wieso?“ „Weil ich erkannt habe, dass ich tatsächlich Schuld war. An all dem Leid, was mir widerfahren ist und ich mein Leben einfach mal selbst in die Hand nehmen sollte, wenn ich Glück erfahren will. Was bringt es mir alles einfach immer wieder hinzunehmen? Ich hab keine Lust mehr darauf, ständig zu verletzen und verletzt zu werden“, redete ich darauf los, ohne ihm wirklich in die Augen zu sehen. „Du hast keine Lust mehr auf das Leben?“ „Was?“ „Ist es nicht täglicher Bestandteil des Lebens, Fehler zu machen, zu verletzen und verletzt zu werden? Der Schmerz zeigt uns doch gerade, dass wir noch am Leben sind.“, antwortete Toma und ich fragte mich wie er aus meinem verwirrten Sätzen immer wieder ein Gesamtes bilden konnte. Ich blieb stehen und starrte ihn an. Er war kurz überfordert und kratzte sich am Kopf. „Also ich meine, dass er gut ist, dass du sagen willst, was dich stört und dein Leben selbst in Hand nehmen willst. Nur will ich nicht, dass du dir dann die Schuld an allem gibst, was schief läuft. Immerhin ist es nun mal Bestandteil des Lebens, auch mal dumm zu sein.“ Ich musste irgendwie grinsen.

Das Lied endete, während alles applaudierte, nahm ich Toma an der Hand und zog ihn mit mir. „Gleich beginnt das Finale! Wo willst du denn hin?“ „Zu einem Ort, wo es viel schöner ist!“ Ich zog ihn nach draußen und etwas weiter die Straßen entlang und er begann es zu ahnen. Letztendlich bog ich hinter seinem Haus ein und ging über einen kleinen Weg zu einem Hügel, von dem du die ganze Stadt überblicken konntest. Sein Blick musterte mich etwas zwischen treudoof, verwirrt und absolut verliebt. Ein Lächeln kam mir über die Lippen, als ich bemerkte wie mein Herz zu rasen begann.
„Toma, ich hab es dir schon einmal gesagt: Ich liebe dich und das ist mir über die Tage viel zu schmerzlich bewusst geworden. Wahrscheinlich hattest du die ganze Zeit recht und ich hab versucht, mich abzulenken, in neue Beziehungen zu stürzen oder was weiß ich… Aber ich will nicht mehr, für irgendwen irgendeine Hure sein. Es tut weh, alles tut so weh.. Ich hasse dich für das, was du mir angetan hast, auch wenn ich jetzt weiß, dass es nicht in schlechten Absichten geschehen ist und trotzdem möchte ich dich dafür innig hassen… Aber ich schaffe es nicht diesen widerlichen Psychopathen in dir zu sehen, den du in dir siehst. Eigentlich eher im Gegenteil, als du mir begannst es zu erklären, dachte ich wie süß du doch bist. Ist es nicht schräg?“, ich redete wie ein Schwall und sah wie Tränen in seinen Augen aufstiegen. „Shin?“ „Ich will, dass du nie wieder so etwas tust, nicht eifersüchtig bist oder anderen Leuten hinterher spionierst, weil sie Interesse an mir gezeigt haben, verstanden?“ Er nickte hastig. „Sei nie wieder so ein Idiot, ansonsten weiß ich nicht wie ich nächstes Mal reagiere, okay?“ „J-ja, h-heißt das, d-du vergibst mir?“, stotterte er einem ungläubigen Gesichtsausdruck zurecht. „Nur wenn du akzeptieren kannst, dass ich auch nur ein Idiot bin, der viel zu oft sinnlos ist, sich versucht zwanghaft in andere Menschen zu verlieben und dann verletzt wird, weil er nie zugehört und sich für was ganz Besonderes gehalten… Nur wenn du akzeptieren kannst, dass ich dir nicht versprechen kann, immer nur dich zu sehen und für dich da zu sein.. Vielleicht wenn ich dir wirklich komplett vergeben habe, aber momentan vertraue ich mir nicht einmal selbst… wie solltest du es dann tun.. und nur…“ Er unterbrach mich durch einen Kuss. „Ich glaube dir, dass du mich wirklich liebst. Es geht hier um Ikki, nicht? Er selbst sagte, dass ich doch keine Angst haben bräuchte. Immerhin würdest du ihn nur vergöttern wie alle seine anderen Affären auch. Er wüsste wie Liebe aussieht und deine Liebe hätte nie ihm gehört. Ich wollte ihm nicht glauben, aber bei allem, was du gesagt und nun getan hast. Vielleicht hatte er ja doch recht und trotzdem hat er dich verletzt, dich gewürgt..?“ „V-vielleicht hab ich aber auch das gebraucht, um von ihm loszukommen?“ Hatte Ikki vielleicht wirklich so gehandelt, um mich aus seiner Abhängigkeit zu befreien? Oder war es doch nur sein purer Egoismus? Ich seufzte, weil ich wusste, dass es nichts brachte, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Nun war ich hier und musste überlegen, ob ich gerade wirklich das Richtige tat. Ich drehte mich zur Stadt und schaute hinaus. Unbewusst griff ich seine Hand und erinnerte mich daran, dass ich das schon einmal getan hatte an der selben Stelle.
Offensichtlich konnte er seiner Freude keinen anderen Ausdruck mehr verleihen, als mir erst einen Kuss auf die Wange zu geben und schließlich meinen Kopf zu ihm zu drehen und mich leidenschaftlich zu küssen. Umso länger es dauerte, umso mehr steigerten wir uns hinein. Ich spürte mein Herzrasen, das Zittern meines Körpers und eine tiefe Erfüllung, die vielleicht so etwas ähnliches wie Glück war. „Danke“, keuchte Toma, nachdem er mich kurz losließ. „Du bist mein ein und alles, ich hätte nicht gewusst, ob ich jemals jemand anders außer dich hätte lieben können… Ich verspreche dir, ich werde nie wieder ein Idiot sein und wenn ich es bin, dann sag es mir und ich ändere es sofort!“ So schwer es mir auch normalerweise schien, heute glaubte ich ihm und gab ihm einen weiteren Kuss.

Umso mehr wir uns küssten, umso sexueller wurde es. Irgendwann zog ich ihn in die Richtung seines Hauses. „Halt warte, geht dir das nicht ein bisschen schnell?“, fragte Toma vorsichtig. „Fuck, ich war schon bereit dafür bevor und während du mich eingesperrt hast. Also erzähl‘ mir jetzt ja nichts davon, dass es zu schnell geht“, erklärte ich ihm und ergänzte ironisch: „Außerdem muss ich doch sehen, ob du es wirklich wert bist, dir noch eine Chance zu geben!“ Er lachte auf und ließ sich von mir zu seinem Haus ziehen. Aber eigentlich sah er heute einfach zu gut aus, als dass ich meine Bedürfnisse zurückhalten könnte. Weiterhin war ich frustriert von dem Sex mit Ikki zuvor und brauchte vor allem ein positives Gegenbeispiel. Ich hätte wirklich von Anfang an ablehnen sollen. Das hier war das, was ich wirklich wollte.
So schloss er die Tür auf und ließ mich herein. Sofort drückte ich ihn in seiner Wohnung gegen die Wand, aber diesen Spieß drehte er schnell um und das ließ ich nur allzu gern mit mir machen. Begehrend küssten wir uns. Seine Hände fuhren meinen Körper ab, als wäre ich das größte Geschenk, welches er nun wirklich nicht kaputt machen durfte. Zu meiner Verwunderung hatte er die ganze Wohnung umgeräumt, sodass ich mich überhaupt nicht an die Zeit, in der ich hier eingesperrt war, zurückerinnern musste.
„Toma“, keuchte ich auf, als seine Hand zielstrebig meinen Oberkörper abtastete und an allen Punkten verweilte, an denen ich eine besondere Reaktion zeigte. Er hatte ein unglaublich feines Gefühl dafür, wo es sich am besten für mich anfühlte und ich stand darauf wie er mit jedem Punkt, wie ihn allein meine Laute heiß machten.
Er schnappte mich und trug mich auf sein Bett, während meine Beine seinen Oberkörper umklammerten. Seine Stärke machte mich noch mehr an und wie er mich behutsam wie Porzellan ablegte, obwohl ich genau sehen konnte, dass er eher der Typ war, der mich grob aufs Bett geschmissen hätte, wenn ich einwilligen würde. Scheinbar bereitete es ihm aber immer noch Kopfschmerzen, dass ich noch lange nicht so schwer war wie vor meiner Gefangennahme, stattdessen musste ich wirklich relativ zerbrechlich wirken. „Halt dich nicht so sehr zurück“, forderte ich ihn also heraus. „Ich geh‘ schon nicht so schnell kaputt..“ Ich raunte es so in sein Ohr, dass ich merkte wie sein Atem schneller wurde. „Bring‘ mich nicht in Versuchung…“ Ich biss ihm leicht ins Ohr und um ihn war es geschehen. Er drückte immer noch sehr sanft, aber doch bestimmt meinen Kopf zur Seite, um meinen Hals entlang zu küssen und leichte Bisse an Stellen zu setzen, an denen ich leise aufstöhnen musste. „Du weißt gar nicht wie lange ich schon auf diesen Moment warte…“, flüsterte er beinahe außer Atem. Dann zog er mir das Hemd aus, sowie auch sein eigenes. Ich musterte seinen breiten, muskulösen Oberkörper und schluckte für einen Augenblick, was ihm ein süßes Grinsen entlockte.
Er nahm sich sehr viel Zeit für alles, was sich für mich gut anfühlte und das machte mich absolut wahnsinnig. Langsam konnte ich nicht mehr. Mein Körper sehnte sich so sehr nach mehr, aber er wollte es mir einfach nicht geben, erst wenn ich darum flehen würde wie es aussah. Vielleicht hatte er aber auch Angst, dass er mir weh tun könnte.

Toma, bitte… Mehr..“, stöhnte ich, nachdem er ausführlich meinen Oberkörper liebkost hatte. Mittlerweile trug ich auch keine Hose mehr und auch meine Beine zitterten schon mehr als genug durch seine unzähligen Berührungen, doch er ging einfach nicht weiter. Sodass ich nicht anders konnte, als ihn nun fast verzweifelt anzubetteln. Ihm schien es zu gefallen, mich in solch einer Ekstase zu sehen. „Wie du wünschst“, sagte er nun aber und senkte seinen Kopf zwischen meine Beine. Es dauerte nicht lange und er hatte mich da, wo er mich haben wollte. Doch kurz davor hörte er auf. „Nein, bitte“, fluchte ich.
Da spürte ich etwas anderes zwischen meinen Beinen. „Oh Gott, nein…“ Ich stöhnte auf. „Nein?“, fragte Toma und musterte mich. „Ich meine ‚ja‘ verdammt! Mach weiter!“ Er grinste mich charmant an und bewegte sich ganz langsam in mich in hinein, behutsam und vorsichtig. Mittlerweile hatte er mich heiß genug gemacht, dass es nicht ansatzweise weh tat, eher im vollkommenen Gegenteil. Ich konnte meine Stimme vor Lust nicht mehr zügeln. „Toma“, stöhnte ich seinen Namen und spürte, wie sehr es ihm gefiel.

So ging es die ganze Nacht weiter, bis wir beide fertig mit der Welt neben einander einschliefen mit dem Wissen am nächsten Morgen so neben einander aufzuwachen, ungezwungen und glücklich. Wir waren genau hier, weil wir hier sein wollten. Ist es das, was man Glück nennt?

Jedes Glück ist verbunden mit Anstrengung und Leid, doch das alles zeichnet das Leben doch aus. Ohne Leid würden wir Glück doch niemals schätzen oder irre ich mich?
Diese Geschichte erzählt von meinen Leidensweg, durch den mein Leben zwar komplett aus den geregelten Bahnen geworfen wurde und dennoch bin ich dankbar für jede Sekunde davon. Jede Erfahrung bringt doch etwas mehr Weisheit mit sich. Jedoch kann ich trotz allem nicht sagen, ob ich zu den richtigen Entscheidung gekommen bin. Doch was ist überhaupt richtig und was ist falsch? Wer kann das schon sagen. Ich für meinen Teil weiß, dass ich ohne all das nie gelernt hätte, die Freude des Moments, meine eigene Entscheidungskraft und die Liebe wertzuschätzen.

Das ist es, was mein Glück ausmacht.

The End!
Would you like to save the game? Yes or No?

~Ich hoffe doch sehr, dass es euch allen gefällt!

Hinterlasst mir einen Kommentar, ob ihr dieses Ende habt kommen sehen? Hättet ihr euch ein anderes gewünscht oder seid ihr zufrieden mit diesem überkitschigem, viel zu lehrreichem überdramatischen Ende?
Dieses letzte Kapitel ist vor allem für eine ganz besondere Person entstanden, über die ich vor allem bei den letzten Zeilen nachdenken musste. Ich liebe dich und ich hoffe, dass auch du damit einverstanden bist, auch wenn du Toma nicht leiden kannst. xD

Damit wünsche ich euch allen:

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!~

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