Tanz der Karten – Kapitel 12

~Hey Leute, willkommen zu einem neuen Kapitel von Tanz der Karten! Dieses Mal wird es weniger pervers, aber ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt. Viel Spaß beim Leben!~

Heroine stand schockiert in der Tür. Den Anblick, den sie genießen durfte, musste wirklich erschreckend sein. Wir waren immer noch in diesen Käfig, der im Laufe der Zeit mittlerweile doch ziemlich angeschlagen aussah. Er saß auf meinem Bauch, seine Hände lagen an meiner Kehle und Tränen rannen seine Wangen entlang. Trotz allem waren seine Augen furchterregend weit aufgerissen und sah so bösartig aus. Meine Hände, die verzweifelt versucht hatten ihn wegzudrücken, waren verstummt und mein panischer Blick war zur Tür gerichtet, zu meiner Rettung. Heroine schien um Atem zu ringen. Anscheinend traute sie ihren Augen nicht so recht. „…Shin!“, so ertönte ihre schockierte Stimme letztendlich. „Toma, w-was hast du getan?“, fragte sie unsicher. Plötzlich hörte ich Toma flüstern: „Nein, nein, nein… Das darf nicht wahr sein.“ „T-toma… bitte… ich kriege keine Luft…“, brachte ich heraus. Mittlerweile verschwamm alles vor meinen Augen, auch wenn er gar nicht mehr richtig zudrückte. Er brauchte eine Sekunde, um zu realisieren. Dann ließ er mich in Frieden, nahm die Hände weg und ging von mir herunter. Heroine kam zu mir gerannt, öffnete die Tür des Käfigs und hielt mir eine Hand hin. Ich nahm sie zitternd und zog mich heraus. Ziemlich ungeschickt fiel ich ihr erst einmal in die Arme, weil mein Körper fiel zu schwach geworden war. Panisch fing sie mich ab und umarmte mich. „Gott Shin, du bist ja ganz schwach.“ Zörgerlich legte ich die Arme um sie und stellte fest, dass sie verdammt gut roch. Ich hatte es vermisst. „Kannst du laufen?“ Ich nickte nur und wir verließen die Wohnung, indem sie stützte. Nur einen letzten Blick wandte ich Toma zu, welcher fassungslos auf den Boden des Käfigs starrte und sich keinen Millimeter bewegte. Hatte er es endlich begriffen?
Vor der Tür des Hauses fiel mir auf, dass irgendwo in seiner Wohnung noch meine Sachen und mein Handy sein müssten. Momentan trug ich Toma’s Sachen, aber ich entschied mich, dass ich dahin nicht zurück wollte. Vielleicht würde Heroine sie mir irgendwann mal abholen, aber ich wollte nicht dorthin zurück, nie wieder.
Die Luft fühlte sich so anders an und das Licht blendete ungemein jetzt, wo ich nicht mehr in seinem Zimmer eingesperrt war. Alles fühlte sich so komisch an. Ich hatte das Gefühl mein Bewusstsein zu verlieren. Mir fiel auf, dass Ikki auf uns zugerannt kam. „Als Ikki hörte, dass ich dich seit Ewigkeiten nicht mehr erreiche und Toma es angeblich auch nicht wüsste, wo du wärst, hat er sofort darauf bestanden mit mir nach dir zu suchen.“ Unwillkürlich huschte ein Lächeln über mein Gesicht und Freudentränen stiegen auf. Ikki umarmte mich, als er bei uns angekommen war und schien mich gar nicht mehr loslassen zu wollen. „Ist alles in Ordnung? Du siehst schrecklich aus.“, flüsterte er mir ernsthaft besorgt ins Ohr. „Danke… ihr beiden… wirklich danke.“, meinte ich noch mit letzter Kraft. Dann verlor ich mich im Gefühl der Geborgenheit seiner Umarmung und in diesem angenehmen Geruch. Ohne es zu bemerken, wurde ich bewusstlos.

Ich nahm ein regelmäßiges Geräusch neben meinen Ohren war. Es klang sehr vertraut, sowie zwei Stimmen, die sich zu unterhalten schienen. Vorsichtig schlug ich die Augen auf. Eine weiße, sterile Decke starrte mich an und mir wurde fast schlecht von diesem trostlosen Anblick. „Shin!“, ertönte Heroine’s Stimme neben mir. „Bin ich im Krankenhaus?“, fragte ich verwirrt. „Ja, du bist mir in die Arme gekippt, daraufhin haben wir dich so schnell wie möglich hierher gebracht.“, erklärte Ikki auf der anderen Seite neben mir. Ich richtete mich langsam auf, um die beiden wirklich zu sehen. Sie sagten nichts dagegen, also schien nicht so schlimm, um mich zu stehen. „Du bist anscheinend komplett dehydriert und unterernährt, aber ansonsten konnten sie keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen feststellen.“, erzählte mir Ikki kurz, was ich mit einem Nicken bestätigte. Unschlüssig, ob ich es wirklich wissen wollte, fragte ich: „Wie lange war ich denn verschwunden?“ „…9 Tage…“ Ich sah zur Decke. Das einem in nur 9 Tagen so chronisch langweilig werden konnte, hatte ich nicht erwartet. Die ersten 3 Tage war ich laut Toma bewusstlos gewesen und in den folgenden Tagen hatte ich nur einen Liter getrunken. Die Flasche hatte ich so unter Toma’s Bett gerollt, damit er nicht mitbekam, dass ich überhaupt etwas getrunken hatte. Es ergab Sinn, dass ich jetzt hier lag.
„Shin, wir haben die Polizei noch nicht informiert.“, meinte Heroine, während sie zu Boden schaute. Ich zögerte für einen Moment, antwortete dann aber doch: „Ich will auch keine Polizei einschalten.“ Beide sahen mich überrascht an. „Shin, was ist vorgefallen?“, fragte sie nun. Im ersten Moment überlegte ich doch, ob ich es ihr erzählen sollte, doch entschied mich ihnen einfach die komplette Wahrheit zu berichten. Niemand wagte es mich zu unterbrechen. Nach meiner Erzählung herrschte kurz Stille. „Also hat er dir zumindest nichts ansonsten angetan?“, fragte Ikki. „Ist doch schlimm genug!“, meinte Heroine energisch, während sie aufstand. „Toma hat ihn seiner Freiheit beraubt.“ Ich war nicht ganz sicher, warum sie weinte. „Natürlich, das ist schlimm genug. Aber es hätte ihn auch noch schlimmer treffen können.“ Heroine schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen, woraufhin Ikki zu ihr ging, um sie zu trösten.
Plötzlich öffnete sich die Tür und eine Schwester kam herein. „Die Besucherzeiten sind vorbei. Würden Sie bitte allmählich das Krankenhaus verlassen.“ Beide folgten der Anweisung und wollten das Krankenhaus verlassen, doch als sie gerade aus der Tür heraustreten wollten, merkte ich wie das regelmäßige Geräusch neben mir schneller wurde, wesentlich schneller. Verzweiflung stieg in mir auf, sowie die Tränen. Ich wollte nicht schon wieder alleine sein, nicht schon wieder in dieser Dunkelheit… dieser schreckliche Dunkelheit. Seine Stimme in meinen Träumen hören oder stundenlang eine trostlose Decke anstarren . „Nein, bitte! Lasst mich nicht allein…“, entfuhr es mir. Ich konnte die Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. „Nicht schon wieder… bitte. Ich kann das nicht. Bitte…“ Ich wandte ihnen mein flehendes Gesicht zu und traf auf extrem schockierte Blicke. Heroine, die ebenfalls noch weinte, rannte auf mich zu und fiel mir um den Hals. Ikki verließ den Raum. Wollte er mich jetzt wirklich im Stich lassen? Auf einmal kam er zusammen mit einer Schwester herein, welche mich fragte, ob ich wirklich nicht bleiben wollte. Dann erklärte sie uns allen, welche Schonkost ich einhalten musste. Dass ich demnächst alleine bleiben dürfte und wie viele Liter ich am Tag trinken müsste. Ikki war mein Held, aber wie ich feststellte, hatten sie eh nicht geplant mich mehr als 2 Tage da zu behalten.
So brachten sie mich letztendlich nach draußen. Ich konnte schon wieder besser laufen, aber trotzdem stützte mich Ikki noch. „Shin, willst du zu Ikki oder zu mir?“, fragte Heroine und ergänzte: „Also Ukyo ist wahrscheinlich schon bei mir und so wie ich ihn kenne auch schon dort eingeschlafen. Also vielleicht könnten wir dich auf das kleine Sofa legen oder ich schmeiße Ukyo nochmal von dem anderen runter.“ „Ich will euch eigentlich keine Umstände bereiten.“ „Dafür ist es jetzt zu spät, du Genie.“, meinte sie belustigt. „Tut mir Leid.“ „Nein, nein, schon gut. Für Freunde tut man alles.“ Ikki schlug vor: „Du könntest einfach mit zu mir kommen. Wobei ich es verstehen könnte, wenn dich das stören würde. Allerdings könnte ich mich einfach auf das Sofa legen und du in mein Bett.“ „Aber wohnst du nicht mit Kent zusammen?“ „Oh nein, es ist wie mein zweites Zuhause, aber ich hab auch noch eine eigene Wohnung. Sie ist halt klein und bescheiden.“, erklärte er, woraufhin ich überlegte. „Dann würde ich mit zu dir gehen. Das scheint weniger umständlich.“ Beide stimmten zu und er fuhr erst Heroine nach Hause und dann zu sich.

Nun standen wir vor seinem Haus. Es machte mich plötzlich doch nervös allein mit ihm zu sein. „Wir müssen in den 5. Stock.“, erklärte der Tanzlehrer etwas peinlich berührt. Im ersten Moment empfand ich diese Worte nicht als schlimm, aber nur ein Treppe später hasste ich ihn dafür. Völlig außer Atem fragte ich: „Wie viele Stufen noch?“ Er musterte mich kurz und ohne etwas zu sagen, warf er mich plötzlich über seine Schulter und ging die restlichen Stufen. „Hey, nein, ich kann auch alleine laufen.“, schimpfte ich, während ich rot anlief und er nur belustigt kicherte. Vor seiner Tür setzte er mich ab und schloss auf. „Das war nicht nötig…“, flüsterte ich grummelig und ergänzte: „Aber danke.“ Für ihn schien es überhaupt kein Problem gewesen zu sein, aber wie viel wog ich überhaupt noch?
Seine Wohnung war wirklich relativ klein, aber nicht kleiner als meine Studentenbude. Ich konnte verstehen, warum er lieber bei seinem Freund übernachtete. Allerdings wirkte die Wohnung auch nicht ungemütlich. Während er mir noch etwas zu essen machte und das Bett her richtete, erzählten wir etwas. Er bestand darauf, dass ich keinen Schritt zu viel machte und trug mich letztendlich sogar in sein Bett. Es war zwar irgendwie süß, aber ich konnte Überfürsorglichkeit nicht leiden, wirklich nicht. Wahrscheinlich machte er sich aber auch einfach einen Spaß daraus, dass ich jedes Mal rot anlief. „Na gut, ich gehe nach drüben und leg mich auf die Couch. Wenn noch etwas sein sollte, dann sag Bescheid.“, meinte Ikki, während er sich zum Gehen abwandte. Irgendwas war in mich gefahren, aber ich hielt ihn am Arm fest. „Du…du könntest auch hier bleiben.“ Irritiert sah er über die Schulter. „Und mich zu dir legen?“ Bei diesen Worten schlug mein Herz schneller, aber ich ließ es mir so gut wie es ging nicht anmerken und sah zur Seite. „Ja? Also nur, wenn das kein Problem für dich ist.“ Mit einem bösen, aber sexy Grinsen lehnte er sich zu mir nach vorne. „Hast du Angst alleine?“ „Idiot…“, flüsterte ich nur. Allerdings kam er meinem Vorschlag nach und legte sich letztendlich tatsächlich zu mir. Charmant wie er war legte er einen Arm um mich. Ich fühlte mich endlich mal wieder komplett geborgen und er roch so unglaublich gut. Unbewusst kuschelte ich mich näher an ihn. Vielleicht würde ich heute einmal keine Alpträume haben. Es dauerte nur ein paar Sekunde bis ich eingeschlafen war.

 

Save the game? Yes or No?
~So das war mein 12. Kapitel. Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat. Hinterlasst doch ein paar Kommentare! Darüber würde ich mich echt freuen! Wie wird es wohl weitergehen? Hat sich etwas zwischen Ikki und Toma abgespielt, dass Ikki nicht verrät? Ist Shin dabei sich in Ikki zu verlieben? Und wie wird Ikki mit all dem umgehen? Was wird eigentlich aus Toma werden? Es bleibt spannend, also freut euch auf das nächste Kapitel von Tanz der Karten!~

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