Tanz der Karten – Kapitel 11

~Hey Leute, endlich ist es so weit! Das nächste Kapitel von Tanz der Karten wartet auf euch! Dieses Mal wird es etwas anders zugehen, also verzeiht mir im Voraus. Ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt und wünsche viel Spaß beim Lesen!~

 

„Du wirst nur mir gehören, Shin.“ Ikkis bekannte Stimme holte mich aus den verwirrenden Dimensionen meiner Gedanken, die mich kaum noch loszulassen schienen. Meine erste Intention war tatsächlich Ikki zu fragen, warum er hier war und nicht wie er darauf käme, dass ich ihm gehöre, aber er ließ mich gar nicht erst zu Wort kommen. Seine Lippen berührten sacht die meinen und ich gab mich ihnen einfach hin, komplett unfähig mich dagegen zu wehren. Der Kuss wurde inniger und meine Gedanken schalteten sich langsam ab. Als er mit einer Hand unter mein Shirt fuhr, erstarrte er plötzlich. Verwirrt öffnete ich meine Augen. Unwillkürlich schossen mir die Tränen in die Augen. Blut rann seinen Körper herab und seine Augen trugen kein Leben mehr in sich. Plötzlich zerfloss er komplett zu Blut und Toma zeigte sich mir, der hinter ihm im Schatten gestanden hatte. „Toma… was tust du da?!“ Sein kalter Gesichtsausdruck wurde zu einem süßen Lächeln und mein Körper gefror. „Ich tue das alles doch nur für dich, Shin.“
Ich schlug die Augen auf, verzweifelt nach Atem ringend. Tränen liefen meine Wangen entlang. Was war das eben für ein seltsamer Traum? Alles um mich herum war dunkel. Ich war nicht in meinem Bett, aber wo war ich stattdessen? Ich tastete im Dunkeln etwas um mich herum. Da bekam ich etwas Metallisches zu fassen, ein Stab? Da neben war noch einer und da neben auch. Mir kam ein unschöner Gedanke. Panisch versuchte ich mich aufzurichten und weiter zu tasten, aber mein Körper ließ so schwer aufrichten, als wäre er betäubt. Auf einmal kam meine Erinnerung zurück. Mir stiegen erneut Tränen in die Augen. Hatte Toma mich betäubt und hier eingesperrt? Ist es das real? „Hallo? Ist hier jemand?“ Meine Stimme war schwach, was mich noch mehr verunsicherte. Mein Herz raste, da ich die Situation absolut unterschätzt hatte und nun keinerlei Kontrolle mehr hatte. Ich musste irgendwie Licht machen, ansonsten würde ich von Sekunde zu Sekunde immer panischer werden. Ich tastete entlang der Metallstäbe und zwängte meine Hand hindurch. Irgendwo musste doch mein Handy liegen. In meiner Tasche war es nicht mehr. Vielleicht war es hinaus gefallen. Da fasste ich plötzlich in irgendetwas Scharfkantiges. „Verflucht!“ Ich zog meine Hand sofort zurück, um festzustellen, dass ich garantiert blutete. „Scheiße… scheiße… scheiße… was mache ich denn jetzt?“ Irgendwie beruhigte es mich meine eigene Stimme zu hören. Sie war das Einzige vertraute, was mir gerade geblieben war. „Toma… warum?“

In diesem Moment schwang anscheinend eine Tür etwas von mir entfernt auf und das Licht ging an. Ich stellte fest, dass ich wirklich in einem Käfig festsaß. Dieser war mit tausenden Kissen ausgepolstert. Wahrscheinlich wollte er nicht, dass es mir unbequem wurde, aber das änderte nichts daran, dass ich in einem Käfig eingesperrt war. Mir wurde angst und bange. Ich drehte meinen Kopf in Richtung der Tür, wo Toma stand und mich von oben herab musterte. „Warum weinst du? Hattest du einen schlechten Traum?“, fragte er mit diesem unglaublich kalten Gesichtsausdruck. Mit entfuhr ein aggressives: „Ist das dein scheiß Ernst?!? Du betäubst mich, sperrst mich in einen Käfig und fragst, ob ich einen schlechten Traum hatte?!“ Diese kalten Gesichtszüge wurden einfach nicht weicher, also wich ich seinem Blick aus und fixierte seine Schuhe. „Toma, lass mich bitte gehen… Wenn das ein Scherz sein sollte, dann ist er nicht lustig, also bitte…“ „Shin… ich liebe dich und ich will, dass du bei mir bleibst und zwar nur bei mir.“ „Toma, ich bitte dich. Lass mich einfach gehen.“ „Du könntest anders niemals mir gehören… jetzt bist du mir näher als nie zuvor.“ Mein Blick fuhr nach oben und ich starrte ihm entsetzt in die Augen. „Das ist doch krank…“ „Selbst wenn… jetzt kann ich eh nichts mehr an meiner Entscheidung ändern.“ „Wenn du mich jetzt gehen lässt, dann kann ich darüber vielleicht hinweg sehen, aber so… werde ich niemals dir gehören.“ „Du gehörst doch jetzt schon mir.“ Ich musste instinktiv schlucken. Mein Herzrasen wurde heftiger, aber nicht im positiven Sinne. Er nahm ein Tablett vom Regal und ging auf mich zu. „Ich habe dir dein Lieblingsessen gemacht. Du musst etwas essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Immerhin warst du jetzt fast 3 Tage bewusstlos.“, erklärte er, während er das Tablett vor dem Käfig abstellte. „Ich werde jetzt kurz aufschließen. Du musst mir versprechen nicht zu versuchen wegzurennen. Ich will dir nicht weh tun müssen.“ „Du Monster…“, entfuhr es mir leise. „Versprichst du es?“ Ich nickte, er schloss die kleine Tür auf und öffnete sie. Nur für eine Sekunde zögerte ich, dann griff ich ihn instinktiv an. Meine Wut war in diesem Moment einfach zu grenzenlos. Ich würde ihn zu Boden stoßen und fliehen, doch bedachte ich nicht, dass ich ihm einerseits so oder so körperlich unterlegen und andererseits mein Körper auch noch leicht betäubt war. Unsanft stieß er mich zurück in den Käfig und prallte mit dem Kopf direkt gegen das Gitter. Er stellte mir schnell das Essen in den Käfig, knallte die Tür mit Wucht zu und schloss ab. „Dabei dachte ich, dass du mich niemals anlügen würdest…“, meinte Toma traurig. Er lehnte seinen gesenkten Kopf an das Gitter und ich bemerkte, dass er zu weinen schien. „Toma… lass mich einfach raus. Dann würde ich dich weiterhin niemals anlügen, aber so zwingst du mich praktisch dazu dich zu verletzen. Du tust mir nämlich um einiges mehr weh. Verstehst du das?“ Toma stand auf und ging. Konflikte durch Reden zu lösen, war noch nie sein Ding gewesen.
So saß ich also für mehrere Tage in diesem verflixten Käfig fest. Ich rührte sein Essen nicht an und suchte verzweifelt nach Auswegen. Außerdem trainierte ich, in dem ich meinen Körper immer wieder an den Gitterstäben hochzog, in der Hoffnung dass sie herabstürzen und entweder mich direkt erschlagen oder zumindest mich endlich herauslassen würden. Er machte sich wirklich Sorgen um mich und versuchte mich zum Essen oder Trinken zu bewegen, aber ich gab nicht nach. Irgendwann musste er es doch einsehen. Mein Handy entdeckte ich nirgendwo, wahrscheinlich hatte er es weggeschlossen, sowie sämtliche andere Mittel zur Kommunikation. Ich reagierte nicht mehr auf seine Fragen oder Aussagen und sagte höchstens einmal: „Lass mich heraus.“ Doch nichts half und ich blieb gefangen. Allerdings war es so unglaublich langweilig, da er im Gegensatz zu allem was ich erwartet hatte, ansonsten nichts tat, wogegen ich hätte etwas sagen können. Er machte Essen, dass ich eigentlich liebte, kaufte mein Lieblingsgetränk, bereitete mir meinen Lieblingstee zu und erneuerte ständig die Kissen in meinem Käfig. Außerdem brachte er mich zwar gefesselt in sein Bad, was weder Fenster noch irgendetwas sonst besaß, wodurch ich mich aus dem Staub machen könnte, aber im Badzimmer löste er jedes Mal meine Fesseln und ging aus dem Bad heraus. Er schloss von Außen ab, aber er schien mich nicht zu Beobachten. Nirgendwo waren Kameras oder dergleichen angebracht. Er kam mir auch nie zu nah oder zwang mich zu irgendetwas, dass ich nicht wollte, außer natürlich in diesen behinderten Käfig zu gehen. Ich versuchte mich jedes Mal wieder zu wehren, egal wie. Immer war er mir überlegen, aber meine Kraft schwand auch immer weiter, dadurch dass ich nichts aß. Doch gerade der Teil, der mir vielleicht sogar hätte gefallen können, den wollte er mir wohl nicht zumuten. So kam ich eines Tages auf einen dummen Gedanken. Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war. Leblos lag ich im Käfig und starrte an die Decke. Toma saß neben mir im Käfig und versuchte mich dazu zu überreden etwas zu essen, aber ich machte mal wieder nicht mit, obwohl mein Magen unglaublich knurrte. „Toma, mir ist echt langweilig.“ „Willst du ein Buch?“ Mein kalter Blick traf seine gerade doch sehr unsicheren direkt. „Du hälst mich zwar bei dir fest, aber du nutzt deine Situation nicht aus. Warum?“ „Wenn ich dich schon zwinge bei mir zu bleiben, dann kann ich doch nicht auch noch so etwas machen. Ich will doch nur, dass es dir gut geht und dich nie wieder jemand so berühren kann wie dieser Ikki.“ „Was hast du eigentlich mit ihm gemacht?“ „Das tut nichts zur Sache.“ „Du weichst einfach allen meinen Fragen aus. Das nervt.“ „Es tut mir Leid. Ich will dich nicht verletzen.“ „Du nervst mich, verdammt. Du nervst und du bemerkst nicht einmal, dass es mir ganz und gar nicht gut geht damit, dass du mich gefangen hälst. Man kann mich ruhig verletzen, verstehst du? So zerbrechlich bin ich nicht! Lass mich einfach gehen und mach dir keine Sorgen um mich. Ich kann mich schon wehren, außer in deinem Fall vielleicht, aber das übertritt auch sämtliche Grenzen des Bösartigen.“ „Was war das dann mit Ikki?“ „Ich habe mich freiwillig verletzen lassen, damit er dich nicht verletzt, verdammt! Ich hab das doch alles nur für dich gemacht, du verdammter Vollidiot! Außerdem so schlimm war es auch wieder nicht, eher im Gegenteil.“ Ein sadistisches Grinsen huschte über meine Lippen, als ich seinen fassungslosen Gesichtsausdruck bemerkte. Mir war einfach alles nur noch egal. Meine ganze Beziehung zu Toma, ob sie nun freundschaftlich oder romantisch gewesen war, war mir vollkommen gleichgültig geworden. Ich wollte ihn einfach verletzten und zwingen aus seinen Verhaltensweisen auszubrechen. Sollte er mich doch schlagen oder vergewaltigen oder was weiß ich was, hauptsache er ging mir nicht mehr so schrecklich auf die Nerven mit seiner überfürsorglichen, besitzergreifenden Art. „Shin, was soll das heißen? Also liebst du ihn?“ Ich schlug mir die Hand vor den Kopf und richtete mich auf. „Nein Toma, ich habe dich geliebt. Er hat mich nur erpresst damit, dir zu sagen, dass zwischen ihm und mir etwas lief und ich wollte nicht, dass du es erfährst, also habe ich alles getan, was er von mir verlangt hat, dafür dass ich dich nicht verliere.“ Er starrte mich fassungslos an und ich drehte mich mit einem Grinsen zu ihm. „Shin…?“ Ich legte eine Hand an seine Wange und meinte dann mit einem bösen Lächeln. „Du hast mich zu diesem Punkt gebracht, dass mir deine Meinung egal ist. Ich liebe dich nicht mehr.“ Meine Hand krallte sich in seine Haare und ich zog seinen Kopf unsanft zu meinem. „Dieses Leben ist mir so egal geworden. Hast du gut hinbekommen.“ „Shin…“ Tränen stiegen in seine Augen und ich begann zu lachen. Mir war immer klar gewesen, dass meine Psyche nicht unbedingt stabil war, aber das war eigentlich auch für meine Verhältnisse ziemlich beängstigend. „Hey Toma, wie wäre es, wenn du mich einfach gehen lässt. Heroine macht sich doch bestimmt große Sorgen, wo ich nur abgeblieben bin, nicht? Du hast bestimmt große Problem zu verheimlichen, was du deinem Geliebten angetan hast. Du bist lächerlich, weißt du das?“ Seine Augen versteinerten und er drückte mich zu Boden. Endlich tat er irgendetwas, aber anstatt dass er die Initiative ergriff oder irgendetwas, weinte er und erklärte: „Es tut mir so Leid, Shin. Ich kann jetzt nicht mehr umdrehen, nicht jetzt.“ Entnervt verzog ich das Gesicht und ließ meine Hand unter sein Shirt wandern. Aggressiv fuhr ich mit meinen Fingernägeln über seinen Körper, sodass er zusammenzuckte. Mit der anderen Hand zog ich ihm den Schlüssel aus der Tasche, ohne dass er es mitbekam. „Eine Entschuldigung bringt dich keinen Schritt weiter. Nimm dir doch einfach ein letztes Mal meinen Körper, anstatt mir beim Verrecken zuzusehen.“ Seine Augen sprachen eine absolute Verwirrung aus und mein bösartiges Grinsen machte es bestimmt nicht besser. Ich legte die Hand, die ihn gerade noch gekratzt hatte, um den Hals und zog ihn nach unten mit meinen übrigen Körpergewicht. Die andere Hand machte sich an dem Schloss zu schaffen. Damit er auch ja nichts mitbekam, drückte ich seinen Kopf etwas zur Seite und biss ihm wirklich unsanft in den Hals. Er atmete laut auf und versuchte mich wegzudrücken, da ich keine Anstalten machte, zärtlicher zu werden. Dann merkte ich das leise Klacken. Ich hatte das Schloss auf bekommen. Gerade als ich ihn zur Seite werfen wollte, um zu entkommen, klingelte es an der Haustür. Toma drückte mich weg, bemerkte, was ich getan hatte und sein Blick machte mir so viel Angst wie nie zuvor, sodass mir der Hilfeschrei in der Kehle stecken blieb. Er legte eine Hand an meinen Hals, sodass jeder Ton verstummte und mir die Tränen kamen. Ich durfte jetzt nicht zu viel Angst haben. Das war meine Chance! Also versuchte ich mit aller Macht seine Hände wegzudrücken und versuchte verzweifelt zu schreien. „Hilfe!“, ertönte es letztendlich doch leise, aber laut genug, aus meiner Kehle. Im nächsten Moment flog die Tür zu diesem Zimmer auf.

Save the game? Yes or no?
~Wird Shin zur Hilfe geeilt oder bekommt Tomas Seite Unterstützung? Wie wird es nur mit den beiden weiter gehen? Was ist mit Ikki passiert? All das erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten! Also freut euch schon! Eure Kira~

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