Kapitel 5

~ Wir schreiben den 19. Dezember 2014. Heute kommt das nächste Kapitel des Rollenspiels, der lieben Akima und mir heraus. Wie geht es nach dem Schreit der beiden weiter? Und was zur Hölle ist auf einmal mit Axtan los? Erfahrt das alles im folgenden Kapitel! Viel Spaß beim Lesen!~

Vor Schmerz verzerrte Ax das Gesicht und rang leicht um Atem. Kinasato hatte völlig überstürtzt das Zimmer verlassen, sodass Axtan gar nicht dazu kam noch irgendetwas zu sagen. Eine Weile starrte er in die Leere und dachte nach. Er konnte sich nicht entsinnen, dass er Kina je darum gebeten hatte ihm etwas beizubringen. Außerdem hatte der Gestaltenwandler auch nie vorgehabt ihn zu belehren. Verständnislos schüttelte er den Kopf. Kinasatos Hass, der alles und jeden treffen konnte, empfand er, als er darüber nachdachte, doch als sehr fragwürdig. Was sollte Axtan nun machen? Vielleicht schnappte er sich Ailean und ging mit ihr bis ans Ende der Welt. Für ihn war das der beste Plan, zumal Ai eh davon geschwärmt hatte, dass sie weit weg von hier verschwinden und ein neues Leben beginnen wollte, am liebsten mit ihm zusammen. In diesem Moment ertönte Aileans wunderschöne Stimme in seinen Gedanken. „Ax, hilf mir, bitte! Ich bin auf den Marktplatz. Ich glaube, sie wollen mich umbringen. Befrei mich, bitte! Lass und fliehen und zusammen leben irgendwo weit weg von hier, wo man uns akzeptiert! Das ist die Chance für uns! Nur beeil dich!“ Im ersten Moment war der Gestaltenwandler völlig überrumpelt, aber dann kamen ihm die Worte des mysteriösen Magier in den Sinn ‚…aber vorher nehme ich dir noch den Rest deines geliebten, vergangenen Lebens!‘ und er sprang sofort auf, krallte sich innerhalb von weniger als einer Sekunde seine gesamten Sachen und verwandelte sich in das schnellste Monster, das er kannte, einen Fayus. Dann rannte er, so schnell er konnte, los.

Kina ging durch das Dorf, zwar wollte er schnell fort, doch ohne Nahrung wäre dies keine gute Idee. Also lief der Schattenläufer zum Marktplatz in dessen Mitte ein Scheiterhaufen aufgestellt war. Er grinste, als er Ailean am Mast gebunden sah, hielt sich aber nicht länger an diesem Anblick auf. Schnell handelte er mit einer Verkäuferin, die ihren Stand noch nicht geschlossen hatte. Scheinbar wollte sie nach dem Schauspiel oder währenddessen möglichst viel Geld machen. Bevor der hübsche Schwarze den Marktplatz verließ, grinste er noch einmal zum Scheiterhaufen rüber. Es war sonst nicht seine Art, doch der Zorn herrschte über ihn. Vom Boden hob er einen Stein auf und warf ihn mit voller Wucht gegen die kleine Verführerin. Ein zufriedener Blick und dann bewegte er sich zum Ausgang des Dorfes, hierhin würde er wohl nie wieder zurück kehren wollen.

Schnelle, lange Sprünge des eleganten Vierbeiners trugen Axtan zum Marktplatz. Ihn war egal, wer ihn sah oder ihn angriff. Alles um sich herum, blendete er aus. Es zählte nur noch Ailean aus dieser Situation zu befreien. So versuchte er so schnell wie möglich in Gestalt des übergroßen, raubkatzenähnlichen Fayus zu ihr zu gelangen. Endlich angekommen, traute er jedoch seinen Augen nicht. Das Feuer brannte lichterloh. Die Flammen fraßen sie fast vollständig auf und mit letzter Kraft flüsterte sie seinen Namen. Dann sank ihr Kopf herab und Ax erstarrte komplett. „Ich sagte doch, wir hätten ihre Gedankenübertragung nicht entblockieren sollen. Ich wusste, sie würde Hilfe holen!“ „Spürst du ihren Puls noch? Ich nicht! Er kann sie nicht mehr retten. Deswegen haben wir das Feuer auch so beschleunigt, damit er sie nicht retten kann.“ Axtan wurde bewusst, wie dieses Gespräch neben ihm ablief und er glaubte es einfach nicht. Das konnte nicht sein. Sein Verstand setzte aus und er starrte die Flammen an. Dieser Marktplatz… diese Flammen… Jetzt erinnerte er sich wieder. Eher unbewusste verwandelte er sich, aber nicht nicht in sich selbst. Er verwandelte sich in einen Dämon. Alles um ihn herum fing an zu zittern. „Ich wusste es!“, schrie der mysteriöse Magier aus dem Gasthaus. Axtan bekam das alles nicht mehr mit. Genauso unbewusst begann er zu reden: „Ihr unwürdigen, idiotischen Trottel! Habt ihr so wenig Respekt vor dem Leben, dass ihr ein junges Mädchen, talentiert und liebenswürdig, einfach nur wegen eines dummen Aberglaubens den Flammen übergebt?! Selbst wenn es wahr wäre, hätte ich so eine reine Seele nie verderben können! Ihr Narren! Wisst ihr, was ihr davon habt?! Ich werde so tun als seie der Aberglaube wahr und euch eure gerechte Strafe zu teilen!“ Während er sprach, begann es zu regnen und umso wütender, aber vor allem umso trauriger er wurde, umso stärker wurde der Regen. Das war eine Eigenschaft der Dämonen. Ihre Trauer und ihre Tränen ließen den Himmel weinen. Darunter erlosch das Feuer. Alle starrten Axtan, der nun in großer, edler Gestalt und mit Tränen, Wut und Hass in den Augen vor ihnen stand, an…schockiert…zitternd… denn seine Aura war nun aufgewühlt und mächtig. Der Gestaltenwandler verlor sich in seinen Gedanken. Er liebte seine Eltern und seine 2 Schwestern sehr. Vor allem zu seiner Zwillingsschwester hatte er einen besonderen Draht, denn sie hatte dieselben verfluchten Fähigkeiten wie er, aber dadurch hielten die beiden immer gut zusammen… Es geschah in diesem Dorf. Sie waren gerade 200 geworden, daher waren sie vielleicht noch ein wenig unvorsichtig mit ihren Kräften. In einem abgelegenen Waldstück machten sie einen Übungskampf, in dem sie sich ständig immer und immer wieder verwandelten. Es war sehr anstrengend, aber für den Betrachter sah es bestimmt sehr beeindruckend aus. So viel Spaß, wie bei diesen Kämpfen mit seiner Zwillingsschwester, Ayata, hatte er sonst nicht. Allerdings geschah es eines Tages, dass sie entdeckt wurden. Man schnappte sie und stellte vor das öffentliche Gericht, wo sie zum Tode verurteilt wurden. Damals konnte Axtan nichts dagegen tun. Er vertraute auf seine Mutter und seine ältere Schwester, die eingriffen. Allerdings wurden sie ins Feuer geworfen und starben mit seinem geliebten Schwesterherz Aya. Als auch der Scheiterhaufen unter Ax angezündet wurde, kam sein Vater, der leider viel zu spät davon mitbekommen hatte und riss ihn in letzter Sekunde vor dem Mast. Er floh so schnell er noch konnte mit dem bitterlich weinenden Jungen auf dem Arm. Diese Erinnerungen waren unglaublich schmerzhaft und Ax konnte sich einfach nicht mehr von ihnen lösen. Warum war er nur so schwach gewesen? Warum konnte er sich damals nicht befreien? Es tat ihm so weh und er verstand, warum er diese Erinnerungen vor sich selbst verschlossen hatte. So wog er sich unheimlich verstört und trauernd im Selbstmitleid. Es war Ironie, dass seine große Liebe an jenem Ort, an dem einst seine Schwestern und seine Mutter auf eine unglaublich bestialische Weise getötet wurden, ebenfalls auf dieselbe Art ihr Ende fand. In diesem Moment schreckte er aus seinen Gedanken hoch und erwischte sich dabei, wie er dem mysteriösen Magier langsam und qualvoll, bei lebendigen Leibe, die Kehle durchschnitt und seinen Kopf grausam von seinem Körper trennte. Dieser Kerl war damals in seine Mutter verliebt. Er bedrängte sie, doch um der Kinder Willen hielt sie ihn von sich fern. Dieses Gespräch belauschte Ax damals und dieser Kerl war es auch, der Ax und Aya vor das Gericht gestellt hatte. Vielleicht hatte er auch Ailean zum Tode verdammt. Ja, er hatte diesen Tod verdient. Langsam zeichnete sich ein Grinsen auf dem Gesicht des Gestaltenwandlers ab, während der Magier die letzten Geräusche des Sterbens von sich gab und seine letzten Tränen vergoss. Anschließend ließ er den toten Körper achtlos fallen. Langsam ging er zu dem Aschehaufen auf dem die Überreste seiner Geliebten lagen. Vorsichtig streckte er die Hand nach ihr aus, doch bevor er sie wirklich berühren konnte, zerfiel ihr Fleisch ebenfalls zu Asche. Tränen rannen seine Wangen herab und er starrte kurz ins Leere. Als er seinen Blick schließlich hob, um sich nach Feinden umzusehen, erschrak er, als er nichts außer Blut und Leichen erblickte.

Kinasato vernahm nur leise die Schreie der Sterbenden. Während Axtan auf dem Dorfplatz wütete, war er bereits zum nahe liegenden Wald gegangen, indem er vorhin noch Frau und Kind mordete. Der Himmel war leicht rosa gefärbt. Es war eine trügerische Ruhe und Frieden, wie er bald erfahren sollte. Die Schreie, die er hörte, vernahm er viel mehr als Jubelschreie, aus Freude über den Tod der Magierin. Wie sollte er auch wissen, dass in Axtan solche Kräfte schlummerten. Mittlerweile hatte er sich ebenfalls beruhigt. Wie er es hasste, wenn seine Wut Kontrolle über ihn nahm. Er blieb stehen und blickte in die Richtung des Dorfes. Der starke Regen tröpfelte von den Blättern der Bäume auf ihn hinab. Was aus dem Gestaltenwandler wurde, war ihm egal. Er war wieder die Ruhe und Gefühlskälte selbst. Der letzte Rauch stieg aus dem Dorf auf und Kinasato ging etwas selbstgefällig weiter. So stumm, wie er durch die Schatten lief, hörte er ein Rascheln. Es war nicht von einem gewöhnlichen Tier, sondern etwas Großes. Das Rascheln kam näher, aus allen Richtungen, der Schattenläufer suchte Schutz im Schatten der Bäume, unwissend, dass er bereits entdeckt wurde. Ehe er fliehen konnte, standen 5 Monster um ihn herum. „Mist…“, entfleuchte es ihm. Sofort zog er 2 Klingen unter seinem Mantel hervor und starrte die Monster an. Die Klauen eines Drachens, den sachten Körper eines Gepards, Ohren eines Hundes, Zähne wie die eines Raubfisches… Noch nie zuvor sah er eine solche Kreatur. Sie schien die Perfektion des Kampfes und er konnte nicht fliehen. Fünf dieser Art waren selbst Kina zu viel. Mehr als sich bis zu seinem Tode verteidigen, konnte er nicht, denn aufgeben kam für ihn nicht in Frage.

Eine Weile sah er sich ausdruckslos sein Werk an. Dann hörte er Gleichschritt. War es die Stadtwehr? Natürlich hatte er nicht darauf geachtet, ob irgendjemand Hilfe holte. Schnell entschied er sich zu fliehen, doch in diesem Moment kamen schon die ersten Kämpfer um die Ecke. Jetzt steckte er doch etwas in der Klemme…
Es verging einige Zeit, da betrat er den Wald. Schon lange war er nicht mehr hier gewesen. Ein großer, kräftiger Dämon mit schwarzem Haar, dessen elegante, fürstliche Sachen seinen dämonischen, arroganten Blick unterstützten. Er war ganz in der Nähe des kämpfenden Schattenläufers, doch würde er ihm helfen? Es war nicht die Art eines Dämons anderen zu helfen, aber er war anders. Durch gezielte Telekinese schleuderte er alle 5 Bestien gegen irgendwelche Bäume. „Braucht Ihr zufällig Hilfe?“, meinte der Mysteriöse in einem unheimlichen Ton, während er langsam auf den Schattenläufer zu lief. Ein Monster rappelte sich auf und rannte auf den Dämon zu. Dieser hob unbeeindruckt die Hand und die Bestie bewegte sich nicht mehr. Ihr schien langsam und qualvoll die Luft auszugehen. Der Dämon grinste nur furchteinflösend.

Kinasato sah den Dämon an, es war eine eindrucksvolle Gestalt, doch er ließ sich nicht irritieren. Er war bereits sehr mitgenommen von dem Kampf gegen die Monster. Wäre der Dämon nur wenige Augenblicke später gekommen, wäre er nun sicherlich schon tot. Also fühlte sich der Schattenläufer in der Schuld des Dämons. Doch erst galt es die Monster zu töten. Die restlichen 4 waren benommen, sodass er so schnell er konnte von einem Schatten in den nächsten sprang, bis zu einem Monster. Eines seiner Schwerter stieß er nun durch dessen Kehle. Nach diesem Stoß sackte der Schattenläufer jedoch vor Erschöpfung zusammen.

„Na da bin ich ja gerade richtig erschienen.“, meinte dem Dämon verächtlich grinsend. 3 Bestien waren noch übrig. Das würde für den Dämon kein leichtes Spiel werden, denn er hatte schon unglaublich viel seiner Macht ausgereizt. Es war gut, dass der Schattenläufer nicht mehr bei Bewusstsein war, denn so konnte er nicht sehen, wie der stolze Dämon schwächelte. Trotz allem beendete er den Kampf schnell. Es war aber auch zu einfachm die Kreaturen mit einem Schwert des Schattenläufers aufzuspießen, denn wollten sie sich wehren, wurden sie durch Telekinese zurück geworfen. Das Abendrot verschwand langsam und kalte Dunkelheit zog sich durch den Wald. Während das Blut vor sich hin floss, hatte sich der Dämon den Bewusstlosen geschnappt und über die Schulter geworfen. Am Ende wäre der Ohnmächtige noch von weiteren Monstern gefressen wurden. Dann hätte es dem Dämon auch nichts gebracht, ihn zu retten. So ging er also durch den Wald, auf der Suche nach einer Unterkunft. Ihm war klar, dass das nächste Dorf meilenweit entfernt war, deswegen würde ihm eine einfache Hütte im Wald reichen. Es regnete immer noch in Strömen, sodass sich, selbst im Wald, nun noch etwas Nebel gebildet hatte. Darunter erkannte der edle Dämon fast das Haus vor seiner Nase nicht. Es war zerfallen, alt, doch es stand ja auch leer. Ihn störte es nicht, sodass er dort hinein ging und den Schattenläufer auf einem alten Bett ablegte. Als er überlegte, was er nun tun sollte, begann er plötzlich sehr stark zu husten, wobei er Blut hustete. „Verdammt… Dieser Körper hält nicht länger stand.“, sagte der Unheimliche mehr oder weniger zu sich selbst. Er taumelte ein paar Schritte rückwärts, wo er sich schließlich an einer Wand herab sinken ließ. Nun überließ er den Körper wieder seinem eigenen Besitzer, dem Gestaltenwandler, Axtan. Dieser wurde sofort bewusstlos. Nur noch die Tränen, die seine Wangen herab rannen, bewegten sich nun noch.

 

~Fortsetzung folgt! Was ist geschehen und warum? Erfahrt es im nächsten Kapitel!  Und hinterlasst fleißig eure Kommentare dazu! ;)~

Eine Antwort zu “Kapitel 5”

  1. Lauty sagt:

    Alrirgt alright alright that’s exactly what I needed!

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