Kapitel 1

~Lange ist es her, dass ihr unseren Prolog der Geschichte, die noch immer keinen Namen hat, gehört habt. Jetzt folgt so langsam das 1. Kapitel, das ebenfalls keinen konkreten Namen hat. Ich hoffe es gefällt euch! Hinterlasst bitte Kommentare! ;D~

Zögerlich öffnete er die Augen und sah in dem Raum herum. Es war noch sehr früh am Morgen. Axtan richtete sich auf und streckte sich. Ein kurzer Schmerz zog sich durch seinen linken Arm. Mittlerweile war es 3 Wochen her, dass er mit Kinasato gegangen war. Er verstand nicht warum seine Wunde noch immer nicht verheilt war. Sein Blick schweifte zu Kina, der offensichtlich noch schlief. Die beiden Frauen, Senetra und Henna, waren alleine weiter gezogen. Sie wollten ihr Glück in einer Stadtb versuchen, die sie durchreist hatten. Momentan waren sie in einem kleinen Dorf, das doch sehr weit von dem Dorf, indem Ax für die letzten ca. 50 Jahre gelebt hatte, entfernt war. 50 Jahre seiner 659 Lebensjahre… in diesem Kontext hörte sich das nicht lange an, aber es war eine lange, quälende und vor allem einsame Zeit gewesen. Er wollte nicht mehr über seine Vergangenheit nachdenken und verschloss sie deshalb wieder hinter tausenden Türen. Vorsichtig bewegte er sich aus dem recht unbequemen Bett und ging lautlos zum Fenster. Die Sonne hing noch hinter den kleinen, zierlichen Häusern, doch Ax konnte definitiv nicht mehr schlafen. Eine Weile betrachtete er das Dorf. Es verunsicherte ihn und er wusste nicht warum. Axtan versank in Gedanken um das Dorf und konnte letztendlichh nicht mehr einschätzen wie lange er so darüber nachdachte.
Kinasato erwachte durch das Zwitschern von kleinen Vögeln, die nahe des Fensters saßen. Als er seine Augen öffnete, musste er feststellen, dass Axtan ausnahmsweise mal eher wach war als er selber. Ohne einen Laut stieg er aus dem Bett und bewegte sich zu Axtan, der noch immer in seinen Gedanken verloren am Fenster stand. Die Sonne war schon über den Horizont gewandert. Dadurch war der Himmel nur noch leicht orange gefärbt. Von den Fenstern des Gasthauses aus hatte man einen schönen Ausblick auf das Dorf. Vorsichtig lehnte er sich gegen die Wand neben dem Fenster. Eindringlich starrte er Axtan mit einem eiskalten Blick an und wartete darauf, dass er merkte, dass der Schattenläufer neben ihm stand.
Die Verunsicherung wurde größer. Sein Blick starrte ein Haus an, welches nicht allzu weit entfernt des Gasthauses errichtet worden war. Ax wusste, dass er es kannte, doch hatte Angst intensiv in seinen Erinnerungen zu wühlen. Ihm war bewusst, dass es keine guten Erinnerungen sein würden, aber irgendwie wollte er es schon wissen. Dieses komische Gefühl wurde immer stärker. Auf einmal lief ihm ein eiskalter Schauder über den Rücken. Axtan zuckte am ganzen Leib zusammen. Irgendetwas war dort neben ihm. Sein Blick schweifte blitzschnell hinüber. Es war Kinasato. Wann war er denn aufgestanden? Und wie lange stand er schon da? Es konnte jedenfalls noch nicht so lange sein, dafür sah Kina noch zu gelassen aus. Aber war Ax wirklich so sehr in Gedanken versunken gewesen? Irgendwie war er plötzlich verwirrt, was war denn nur mit ihm los. Für eine Weile haftete sein Blick an Kinasato. Dann wendete er ihn wieder kurz zum Fenster hinaus, um schließlich wieder Kina zu fixieren. Er brachte komischerweise nur ein „Guten Morgen…“ heraus, das schwächer klang als gewollt.
„Morgen…“, antwortete der Schattenläufer nur kurz. Sein Blick war genauso kalt wie als er Axtan kennen lernte. Seit die Frauen weg waren, sprach er wieder weniger. Warum sollte er auch viel reden, wenn Axtan immer wieder in Gedanken versunken war und selber kaum redete? Der fixierte Blick des Gestaltenwandlers störte ihn. Um diesem auszuweichen ging er auf diie andere Seite des Fensters und schaute aus diesem heraus. Er stand wohl doch länger am Fenster als erwartet, denn der Himmel war mittlerweile fast blau gefärbt. Sein Blick richtete sich auf die Wesen, die sich um diese Uhrzeit schon in den Straßen tummelten. Alle wollten raus aus dem Dorf und liefen mit dem Strom heraus aus den engen Gassen zum Feldweg. Nur Wenige liefen gegen den Strom. Sie mussten sich allerdings durchschlagen, um nicht von dem Strom mitgezogen zu werden. Kinasato hasste diese Wesen. Wie Tote, die bereits ihre Seelen verloren hatten, liefen sie jeden Tag die selben Wege ohne auf die Idee zu kommen mal etwas anderes zu machen. Aus Hass wandte er seinen Blick ab und setzte sich in eine dunkle Ecke des Zimmers. Die nächsten Schritte, die sie taten, wollte er durchplanen.
Axtan wollte sich seinen Gedanken entziehen. Er ertrug sie einfach nicht mehr. Was war nur mit ihm los? Stumm folgte er Kina an einen kleinen Tisch. Sein Magen knurrte. Ob Kinasato auch so ausgehungert war? Irgendwie musste er plötzlich an Sen denken, die immer den Esstisch vorbereitete bevor alle wach waren und ohne jemanden zu wecken. Er hatte nicht verstanden, warum sie das tat und hatte sie gefragt, weshalb sie das tat. Sie fühle sich ihnen das schuldig, hatte sie ihm damals geantwortet. Henna und sie hatten irgendwie Leben in das Zimmer gebracht. Er vermisste die gute Laune der beiden schon leicht. „Wie ist der Plan für heute?“, fragte Ax plötzlich aus heiterem Himmel. Er hielt diese Atmosphäre und seine eigenen Gedanken einfach nicht mehr aus.
Als der Gestaltenwandler die Ruhe unterbrach, schaute Kina auf. Sein Blick, so kalt wie nie zuvor, fixierte den Mageren, der es gewohnt war ein Frühstück serviert zu bekommen. Er hörte zwar bereits wie dessen Magen knurrte, jedoch störte ihn das weniger als die Stimme des Hungernden. „Was denkst du? Dass ich hier sitze und nicht schon selbst darüber nachdenke, was wir tun werden?! Nun fragen wir dich doch mal, ob du das Dorf näher erkunden willst. Dann weiß ich, was ich tun werde.“ Der erste Satz hatte einen genervten Unterton, der zweite jedoch klang schon fast hinterlistig.
Axtan war doch überrascht, dass ausgerechnet Kina diesen genervten Unterton hatte. Sein Blick schweifte zum Fenster hinaus und schon wieder überkam ihn dieses ungute Gefühl. „Ich weiß nicht… Was hättet Ihr denn vor, würde ich das Dorf erkunden wollen?“ Er hatte gehofft, dass Kinasato vorhatte weiter zu reisen, aber dem war offensichtlich nicht so. Ax ignorierte seinen Magen. Ihm war schließlich eh nicht nach essen zu mute. Langsam fielen düstere Lichtstrahlen durch die schmutzigen Fenster. Im Schein des Lichtes sah man trotzdem die unzähligen Staubpartikel tanzen. Es war ein rauchiger, schmutziger Tanz. Die Wände aus dem morschen Holz wirkten in diesem Licht noch dunkler und einengender. Trotzdem hatte dieses Gasthauszimmer, das im übrigen wirklich günstig zu haben war, etwas warmes. Ob das gut oder schlecht war, kam auf den Betrachter an. Ax fühlte sich so wieso unwohl, deswegen war die Wirkung des Zimmers nicht so wichtig. Sein Blick haftete wieder an Kina.
Fast unbemerklich verzog der Schattenläufer das Gesicht. Irgendwie wollte er seinen Begleiter wenigstens für einen Tag los werden, um endlich wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Denn obwohl Ax kaum etwas sagte, war allein seine Anwesenheit störend genug, dass er keine Zeit mehr dafür fand in Ruhe zu meditieren, um wirklich zu wissen, was als nächstes zu tun wäre. So war er sich nicht sicher, ob er überhaupt etwas tun wollte. Doch das Geld war fast alle und es war lange her, dass er sich in den Kampf mit einem Monster gestürzt hatte. Aber er wollte Axtan nicht mitnehmen. „Ich denke, ich werde jagen gehen.“ Er probierte es so gelangweilt zu sagen wie es ging, damit der Gestaltenwandler nicht auf die Idee kam, dass er spannendere Sachen machen würde als das Dorf zu erkunden. Bei der Jagd bräuchte er den dürren Jungen noch weniger als beim Kämpfen.
Axtan fiel auf, dass Kina ihn anscheinend los werden wollte. Es überraschte ihn nicht sonderlich, denn erstens wollten ihn alle loswerden und zweitens war das nun Kinasato. Innerlich rang er mit sich selbst, da er unbedingt aus diesem Dorf raus wollte. Es fiel ihm schwer, aber ax entschied sich dem Schattenläufer einen Gefallen zu tun. „Na gut, ich werde mich mal im Dorf umsehen.“, meinte er mit einem schwachen Lächeln. Anhand seiner Wortwahl waren wohl seine Hintergedanken zu erraten. Wieder einmal sah er kurz zum Fenster hinaus. Dieses Dorf… dieses verdammte Dorf…
„Sehr gut…“ Dies waren seine letzten Worte bevor er stumm aufstand. Er schnappte sich seine Waffen, die er in einer Ecke des Zimmers hinterlegt hatte. Ein kurzen Blick wandte er nah zu Axtan bevor er den Raum verließ. Als er die Tür hinter sich schloss, achtete er nicht auf die Lautstärke hierbei und die Tür fiel laut in das Schloss, so dass es durch das gesamte Haus schallte. Unbeeindruckt von dem Lärm lief er zum Wirt. „Ich suche einen Auftrag. Vorliebe zum Monster töten. Möglichst viel Lohn.“ Seine Angaben waren knapp, jedoch genug. Denn schnell holte der Wirt einen Zettel hervor und überreichte Kinasato diesen. Ein kurzer Blick galt der Überprüfung des Auftrages. Dann ein Nicken und er wandte sich ab. So lautlos wie er aus dem Zimmer ging, genauso ging er nun aus dem Gasthaus auf die engen Straßen und Gassen des Dorfes.
Axtan war etwas irritiert. Kinasato schien sehr ausgebracht. Irgendwie wurde sein ungutes Gefühl verstärkt. Er richtete sich auf und trat an das Fenster. Der Schattenläufer verließ gerade das Gebäude. Daraufhin verließ der Gestaltenwandler ebenfalls das Zimmer, jedoch wesentlich leiser. Als Außerstehender hätte man wohl denken können, dass Ax und Kina einen Streit gehabt hätten, da Axtan fast eingeschüchtert nach dem anscheinend sehr gereiztem Kinasato das Zimmer verließ. Er hatte natürlich die Tür hinter sich abgeschlossen. So ging er aus dem Gasthaus und erntete einige belustigte Blicke des Wirtes. Unsicher wandelte Axtan durch die Tür auf die Straße. Er konnte sich nur noch kurz umsehen bevor alles um ihn herum sich plötzlich zu drehen began. Stimmen drangen durch seinen Kopf. „Hilfe!“ „Lasst sie brennen!“ „Tötet sie!“ ‚Diese Stimmen…‘, dachte er, doch die Ausrufe wurde immer lauter, immer realer. „Nein! Mein Kind! Lasst mir mein Kind!“ „Hilfe!“ Vor seinen geistigen Auge sah er lodernde Flammen. Er stützte den Kopf in die Hände. Seine Beine sackten unter seinem Gewicht zusammen. „Ist alles in Ordnung?“ Eine leise Frauenstimme riss ihn aus seinen Gedanken.

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