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Tanz der Karten – Kapitel 21 (The End)

Dienstag, 19. Dezember 2017

~Es ist ein besonderer Tag gekommen. Heute wird meine Story beendet, die ich nun all die Jahre mit mir herumgetragen habe. Mittlerweile umfasst sie 45 A4 Seiten! Was sagt man dazu? Wie lange habe ich wohl insgesamt an dieser Fanfiction geschrieben? Wahrscheinlich sind es in etwa 3 Tage am Stück. Doch all das hat heute ein Ende! Seid ihr traurig? Heute gibt es ein doppeltes Kapitel als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Ich spanne euch jetzt nicht weiter auf die Folter und fange an mit dem 21. und so auch letztem Kapitel von Tanz der Karten. Have fun!~

Es war Samstag und der Tag, an dem der Tanzabschlussball stattfinden würde. Ich hatte mich extra schick herausgeputzt und war mit Sawa, die zugegeben unglaublich aussah, auf dem Weg dorthin. „Na auch schon so aufgeregt?“, fragte sie mich kurz vor dem Eingang. Ich gab nur etwas verunsichert zur Kenntnis: „Absolut, ich frage mich, wie es wohl abläuft..“ „Wir werden sehen“, meinte sie grinsend.

Der Ballsaal war riesig und es war einfach wunderschön dekoriert. Ikki trat mit Kent auf und die beiden wirkten wie ein sehr harmonisches Paar, allein daraus wie sie sich anschauten… Ehrlich gesagt, es kotzte mich an. Ich hatte nicht erwartet, dass es mich so stören könnte. Doch irgendwie fragte ich mich, warum er mir nicht solche verliebten Blicke schenken wollte. Wenn ich schon so viel mit gemacht hatte, ihm so nahe stand, dann könnte er doch wenigstens… Ich war letztendlich einfach nur die zweite Wahl und nicht viel mehr. Ich seufzte. Es brachte nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen und es würde mich auch nicht glücklicher machen.
Ich bemerkte, dass Toma auch gekommen war mit seiner merkwürdigen Tanzpartnerin von der ersten Tanzstunde. Aber er verwirrte mich: Dieser Anzug, der verwegene Blick und die zurück gestylten Haare… Er sah umwerfend aus… Seine Tanzpartnerin vergötterte ihn wie es mir von der Ferne schien. Das konnte ihr allerdings keiner verübeln. Er sah absolut unwiderstehlich aus und für eine Sekunde erwischte ich mich dabei, dass ich mir wünschte, er wäre mein Tanzpartner. Ich konnte meine Augen einfach nicht von ihm lassen, da bemerkte er mich und dass ich zu ihm sah. Er grinste mich etwas an und nickte mir zu, aber ich wandte meinen Blick so schnell wie möglich ab. Nur um ihn nach einem Kampf mit meiner Selbstbeherrschung doch wieder zu ihm zu wenden, aber da war er schon in ein Gespräch mit ein paar Mädchen vertieft.

Die ersten Tänze begannen und wir legten eine super Performance hin. Es dauerte eine Weile, ehe alle Tänze vorüber waren. Das Publikum klatschte und wir ebenso. Tatsächlich machte es mir Spaß mal mit einer Frau zu tanzen und Ikkis Blick auf meiner Haut zu spüren. Offensichtlich schien ihm mein heutiges Outfit zu gefallen. Er sah auch ziemlich gut aus, auch wenn mein Blick mich unfreiwillig meist zu einer anderen Person zog. Kurzzeitig tanzte Ikki mit Kent und die Harmonie zwischen ihnen machte mich fertig. Wieso war mein Gehirn eigentlich so verwirrt?!
Es wurde nun eine offizielle Pause eingelegt, in der jeder tanzen konnte, der es wollte. Die meisten holten sich aber erst einmal etwas zu Essen, so auch Toma, Heroine und Ukyo. Letzterer zwinkerte mir zu, als ob ich auch mitkommen sollte. Doch als ich ihnen folgen wollte, packte mich Ikki an der Hand. „Lust zu tanzen?“, fragte er mit einem charmanten Grinsen und zog mich schon auf die Tanzfläche, ehe ich zustimmen konnte. Wir tanzten eine Tanzart, die er uns gar nicht beigebracht hatte, doch ich folgte einfach seinen Füßen und stellte mich scheinbar auch ganz gut an. „Du bist gar nicht schlecht“, lobte Ikki beiläufig und versuchte es zu vermeiden, mir zu oft in die Augen zu sehen. „Ist deine Tanzpartnerin diejenige, mit der du geschlafen hast?“ „..J-ja…“, antwortete ich schon leicht außer Atem, da der Rhythmus des Tanzes nicht gerade langsam war. Ikki tanzte jedoch als wäre es sein erster Tanz, völlig unbeeindruckt vom Anspruch der Tanzart. Es beeindruckte mich und zugegeben irgendwie hinterließ es einen starken Eindruck bei mir. „Ein hübsches Mädchen..“ „Wir sind eigentlich nur Freunde, aber ja, sie ist sehr hübsch“, gab ich zurück. „Nur Freunde, mh? Da muss ich ja doch nicht eifersüchtig sein, was?“ Das Lied endete, bevor ich meine Worte zurückhalten konnte. „Du warst also doch eifersüchtig!“ Ich erstarrte kurz und starrte ihn an. Jeder um uns herum musste uns gerade anstarren, aber Ikki ließ seinen strengen Blick nicht von meinen Augen weichen, als wäre es ihm egal. Alles klatschte der Band bis ein neues Lied gespielt wurde.

Ich atmete langsam wieder ein. „Lass uns woanders weiter reden“, meinte Ikki und zog mich am Handgelenk zu einem der vielen Ausgänge hinaus. „Wo willst du hin?“, fragte ich, als er die Treppen hinunterlief. Letztendlich zog er mich in eine der Toiletten im untersten Geschoss des Hauses. Sie war vollkommen leer und er zog mich nun in eine der Kabinen. Ehe ich eine weitere Frage stellen konnte, drückte er mich gegen die Wand. „Du siehst so gut aus heute. Ich will dich hier und jetzt!“, flüsterte er mir ins Ohr. Diese Worte bereiteten mir Gänsehaut. „Aber wenn jemand kommt…“, meinte ich nur skeptisch. „So gut wie niemand weiß, dass es hier noch eine Toilette gibt und wenn jemand kommt, dann musst du eben ganz leise sein“, hauchte er mir ins Ohr, sodass meine Gänsehaut stärker wurde und mein Herzschlag schneller wurde.
Ich wollte mich ja wehren, aber da war er auch schon dabei meine Hose zu öffnen. Scheinbar hatte er es sehr eilig heute, dass er mich nicht einmal küssen konnte, bevor es zur Sache ging. Also nahm ich mir, was ich brauchte und küsste ihn einfach. Er brauchte eine Sekunde, aber ließ sich dann doch auf mich ein, auch wenn ich eine Sekunde befürchtete, dass er mich zurückweisen würde.
Er berührte mich zunächst sanft, dann stärker zwischen den Beinen und erreichte schnell Reaktionen. Dann steckte er mir die Finger in den Mund, die ich mit meiner Zunge umspielte, was ihn scheinbar sehr anmachte. Besagte Finger nahm er von meinem Mund weg und führte sie nach unten, wo sie unsanft in mich eindrangen. Ich verkniff es mir aufzukeuchen. Er gab mir keine Zeit, mich wirklich daran zu gewöhnen, da zog er mir meine Hose ganz aus und hob mein Bein um seine Hüfte. Langsam schob er sein Becken weiter nach vorne und ich stöhnte auf, als er ihn langsam einführte. Daraufhin küsste Ikki mich, damit ich nicht zu laut werden konnte. Mir wurde unglaublich heiß und schwindelig. Ich krallte mich in sein Shirt. Er war so grob, dass ich mir nicht sicher war, ob der Schmerz oder die Lust überwog und ob das gut oder schlecht war. „Nicht so schnell“, flüsterte ich, wobei er mich ignorierte und mich nach seinen Bedürfnissen weiter verbog. Er zog mein Bein höher, sodass das andere kaum noch Standkraft hatte. „Ich war eifersüchtig, natürlich. Wärst du an meiner Stelle nicht auch?“, hauchte er mir ins Ohr. In diesem Moment hätte ich gerne sein Gesicht gesehen, doch er zeigte es mir nicht. „Ich hatte schon viele Beziehungen mit Sex und all dem.. aber keine ging jemals länger als 4 Wochen.“ Ikki lehnte sich zurück und sah mir in die Augen. Sein Blick war so kalt und doch so verletzlich, sodass ich ein ganz anderes Bild von ihm bekam. Plötzlich drückte er eine Hand gegen meine Kehle, wodurch ich kaum noch Luft bekam. Ich versuchte seine Hand von meiner Kehle zu entfernen, doch ich hatte keine Chance. Er ignorierte mein Keuchen komplett und redete einfach weiter: „Die Mädchen servierten mich jedes Mal ab nach kurzer Zeit, als ob ich Ware wäre, die sie kaufen und dann wegwerfen könnten. Weißt du wie weh das tut?!“ Er kam mit seinem Gesicht unglaublich nahe an meines heran. Ich hatte Tränen in den Augen vor Angst und vor allem Schmerz. Mittlerweile drückte er mir die Luft vollständig ab und seine Stöße wurden zudem immer härter. „Kent ist der Einzige, dem ich vertraue, aber ich könnte nicht mit ihm schlafen. Vielleicht würde er mich verlassen wie alle anderen. Daher schlafe ich jetzt mit Menschen, die mir nichts bedeuten. So kann ich nicht verletzt werden. Du bist der Beweis, dass mein Misstrauen nur gerechtfertigt ist.. Fuck, ich hasse es! Dabei war ich gerade in Begriff, dich wirklich zu mögen… Vollidiot..“ Er ließ meine Kehle los, woraufhin ich nach Atem rang, aber den gönnte er mir nicht. Stattdessen zwang er mich ihn zu küssen, sodass meine Luft weiter knapp blieb. Mein Puls war mittlerweile ins Entsetzliche gestiegen und ich wusste nicht mehr, wo oben und unten war. Als er kurz davor war, stieß er so hart zu, dass mir das Gefühl der Lust völlig vergang.

Ich rutschte zu Boden, nach Atem ringend. Zittrig griff ich nach meiner Hose. Er hatte die Kabine bereits verlassen und richtete seine Kleidung vor dem Spiegel, als ob nichts gewesen wäre. Mir war heiß und mein Körper bebte immer noch vor Ekstase. So zog ich meine Hose an, aber konnte mich nur schwer auf den Beinen halten.
„Ich gehe schon mal vor, damit es nicht zu verdächtig wird, ja? Komm‘ einfach nach, wenn du dich beruhigt hast“, erklärte er mit einem charmanten Grinsen und gab mir einen Kuss. Doch als er hinauf gehen wollte, hielt ich ihn am Handgelenk fest. „Ikki, w-was genau empfindest du für mich?“ Er lachte kurz auf. „Du bist heiß, aber auch süß, die perfekte Mischung“, erklärte er, doch ich wollte etwas anderes wissen. „Ich meine, was bin ich für dich?“ „Eine Art Affäre?“, überlegte er. „Also bin ich etwas Festes für dich, richtig? Niemand, den du einfach fallen lassen würdest, wenn er dir zu nahe kommt? Niemand, den du nimmst, weil du es brauchst? Niemand, der dir rein gar nichts emotional bedeutet?“ „Shin, du bist und warst nie etwas Festes… Tut mir Leid, falls ich mich da missverständlich ausgedrückt haben sollte.. Du bist einer von vielen. Hältst du dich wirklich für so besonders?“
Ich starrte ihn fassungslos an. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass er mich auch irgendwo liebte, aber das… das war ernüchternd. Meine Beine klappten unter mir zusammen. „Ich bin mit Kent zusammen und ich liebe nur ihn. Habe ich dir das nicht schon tausende Male gesagt? Und wenn du nicht begreifst, dann beenden wir das lieber..“ Die Worte blieben mir im Hals stecken. Kent wirkte auf mich immer so kalt und ich hatte nie erwartet, dass es mehr als platonische Liebe zwischen ihnen wäre. Doch wenn es tatsächlich Ikki war, der Kent auf Abstand hielt, dann konnte einem dieser ruhige Mann nur Leid tun.
Ikki drehte sich um, als würde er die Tränen nicht sehen, als wäre es ihm egal, was er gerade gesagt hatte. Dabei sah ich deutlich den Schmerz in seinen Augen. Die Angst, dass ich ihn noch mehr verletzen könnte und dass ich es würde, wenn er nicht erst einmal etwas an sich veränderte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Mein Gehirn konnte sich nicht sortieren und zwar wusste ich, dass ich Mist gebaut hatte. Andererseits hatten wir nie eine Vereinbarung, dass ich ihn nicht betrügen dürfte, aber er mich schon. Das war nicht die Abmachung und es machte mich wütend, dass er so egoistisch war. Auf einmal sprudelten die Worte nur so aus mir heraus: „Dann gebe ich mich geschlagen.. Geh‘ zu Kent, aber bleib bei ihm verdammt.. Du verletzt andere und bestimmt auch ihn noch mehr, als man dich jemals verletzen könnte, verdammtes Arschloch! Wie viele… wie viele hast du neben ihm?“
Ikki schwieg für eine Sekunde und bewegte sich keinen Zentimeter. Ich hatte das Gefühl, dass er tatsächlich den Tränen nahe war, aber vielleicht schätzte ich ihn auch vollkommen falsch an. Mittlerweile wusste ich nicht mehr, wer dieser Mann eigentlich und es machte mich fertig. „Ich denke nicht, dass du eine ehrliche Antwort darauf willst. Lass es uns einfach so belassen wie es bis jetzt war, okay? Ich bin eben so, ich kann mich nicht für ihn, für dich oder irgendwen sonst ändern..“, versuchte Ikki sich herauszureden, doch ich beharrte weiter: „Wie viele, verdammt?!“
Es herrschte reine Stille, doch irgendwann drehte er sich wieder zu mir und antwortete er: „7.. zufrieden?“ Ich hielt den Atem an. Er sah aus, als ob er ganz genau wüsste, dass ich das nicht verkraften würde. Das war definitiv die Wahrheit, da er viel zu sehr zitterte, um jetzt noch zu lügen. Außerdem hatte ich schon lange nicht mehr das Gefühl, dass er etwas vor mir verbergen wollte. Dafür hatte er mir viel zu großen Einblick in seine Gefühlswelt gegeben, die er mir niemals zeigen wollte. „Und du verurteilst mich wegen einem Ausrutscher?“, nuschelte ich eher an mich selbst gerichtet. Er sah zur Seite, offensichtlich nicht bereit darauf einzugehen. Ich zögerte, doch dann ließ ich ihn komplett los, nicht nur für den Moment. Nein, für immer.
„Okay“, meinte ich und drehte mich von ihm weg. „Ist alles zwischen uns okay?“ „Ja…“ Wahrscheinlich wussten wir beide, dass nichts ‚okay‘ war, aber ich war es Leid verstehen zu wollen, warum ihn es nicht scherte. Offensichtlich hatte er nicht vor, mich zu schonen oder weniger zu verletzen.
„Dann gehe ich wieder hoch. Mach‘ dich noch etwas frisch, damit du bereit bist für das große Finale dieser Veranstaltung“, meinte er charmant und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Es war eine schöne Zeit mit dir“, sagte er so leise, dass ich es nicht verstanden hätte, wenn ich nicht seine Lippen hätte lesen können. Ich lächelte ihn an und nickte, woraufhin er in der Tür verschwand.
Mein Blick fiel auf mein Spiegelbild, das weinte. Weinte ich auch oder war es mir klar gewesen, dass es kommen würde? Wieso fühlte ich mich gerade wie eine scheiß Hure? Wollte mich Toma davor warnen? Wollte ich Ikki verstehen, ihm vergeben, ihm eine Chance geben? Nein, eigentlich wollte ich einfach nur, dass Kent ihn in seinem scheiß Haus einsperrte, sowie es Toma mit mir gemacht hatte. Ich sollte diese Gedanken nicht haben, aber irgendwie fand ich, dass nicht nur er, sondern auch ich, tatsächlich Menschen waren, die weggesperrt gehören.

Nach einer Weile hatte ich mich beruhigt und konnte wieder glücklich aussehen. Eigentlich war es mir einfach nur noch egal, davon wollte ich mir diesen Abend nicht verderben lassen. Also betrat ich den Saal wieder und sah, dass Ikki mit Kent redete, welcher nicht erfreut aussah. Kurz darauf senkte sich sein Kopf zu Ikkis und hielt kurz vor seinen Lippen inne. Als er bemerkte, dass Ikki nicht wegzuckte, küsste er ihn. Es tat unglaublich weh und doch war ich irgendwie glücklich, dass ich zumindest Kent einen Gefallen tun konnte. Ikkis Lächeln danach sprach für sich. Er könnte mich niemals so ansehen und ich wollte es nicht mehr.
Ich konnte trotzdem nicht wegsehen, war gebannt, verletzt und so griff plötzlich Sawa meine Hand. „Wieder komplett in Gedanken verloren? Wollen wir nicht lieber tanzen als Trübsal blasen? Shit, was ist passiert?“ Ich wurde nervöser. „Sehe ich so schlimm aus?“ „Die roten Striemen an deinem Hals! War das Toma?“, fragte sie leise und beängstigt. „Nein, nein.. nur Ausschlag“, meinte ich beläufig. Sie nahm es mir zwar nicht ab, aber musste es so hinnehmen, weil ich sie einfach auf die Tanzfläche zog, ohne ihr die Chance zum Reden zu geben.
So tanzten wir einige Runden und irgendwann brachte sie mich durch ihre Dummheiten und schusseligen Schritte doch wieder zum Lachen, da hielt sie plötzlich inne. Ich folgte ihrem Blick und hinter mir stand Toma. Er hielt mir schweigend eine Hand hin, welche ich nach kurzem Zögern wirklich entgegennahm. Wir tanzten, nicht nur ein Lied, sondern mehrere. „Was hat es mit den Malen an deinem Hals auf sich?“, fragte er plötzlich. „Das ist nichts, worüber du dir Gedanken machen müsstest“, gab ich schlicht zur Antwort. „Und trotzdem siehst du so unglücklich aus, auch wenn du versuchst, es zu kaschieren und ich mir keine Gedanken machen soll“, gab Toma zu. „Nein, eigentlich geht es mir endlich besser“, erklärte ich. „Wieso?“ „Weil ich erkannt habe, dass ich tatsächlich Schuld war. An all dem Leid, was mir widerfahren ist und ich mein Leben einfach mal selbst in die Hand nehmen sollte, wenn ich Glück erfahren will. Was bringt es mir alles einfach immer wieder hinzunehmen? Ich hab keine Lust mehr darauf, ständig zu verletzen und verletzt zu werden“, redete ich darauf los, ohne ihm wirklich in die Augen zu sehen. „Du hast keine Lust mehr auf das Leben?“ „Was?“ „Ist es nicht täglicher Bestandteil des Lebens, Fehler zu machen, zu verletzen und verletzt zu werden? Der Schmerz zeigt uns doch gerade, dass wir noch am Leben sind.“, antwortete Toma und ich fragte mich wie er aus meinem verwirrten Sätzen immer wieder ein Gesamtes bilden konnte. Ich blieb stehen und starrte ihn an. Er war kurz überfordert und kratzte sich am Kopf. „Also ich meine, dass er gut ist, dass du sagen willst, was dich stört und dein Leben selbst in Hand nehmen willst. Nur will ich nicht, dass du dir dann die Schuld an allem gibst, was schief läuft. Immerhin ist es nun mal Bestandteil des Lebens, auch mal dumm zu sein.“ Ich musste irgendwie grinsen.

Das Lied endete, während alles applaudierte, nahm ich Toma an der Hand und zog ihn mit mir. „Gleich beginnt das Finale! Wo willst du denn hin?“ „Zu einem Ort, wo es viel schöner ist!“ Ich zog ihn nach draußen und etwas weiter die Straßen entlang und er begann es zu ahnen. Letztendlich bog ich hinter seinem Haus ein und ging über einen kleinen Weg zu einem Hügel, von dem du die ganze Stadt überblicken konntest. Sein Blick musterte mich etwas zwischen treudoof, verwirrt und absolut verliebt. Ein Lächeln kam mir über die Lippen, als ich bemerkte wie mein Herz zu rasen begann.
„Toma, ich hab es dir schon einmal gesagt: Ich liebe dich und das ist mir über die Tage viel zu schmerzlich bewusst geworden. Wahrscheinlich hattest du die ganze Zeit recht und ich hab versucht, mich abzulenken, in neue Beziehungen zu stürzen oder was weiß ich… Aber ich will nicht mehr, für irgendwen irgendeine Hure sein. Es tut weh, alles tut so weh.. Ich hasse dich für das, was du mir angetan hast, auch wenn ich jetzt weiß, dass es nicht in schlechten Absichten geschehen ist und trotzdem möchte ich dich dafür innig hassen… Aber ich schaffe es nicht diesen widerlichen Psychopathen in dir zu sehen, den du in dir siehst. Eigentlich eher im Gegenteil, als du mir begannst es zu erklären, dachte ich wie süß du doch bist. Ist es nicht schräg?“, ich redete wie ein Schwall und sah wie Tränen in seinen Augen aufstiegen. „Shin?“ „Ich will, dass du nie wieder so etwas tust, nicht eifersüchtig bist oder anderen Leuten hinterher spionierst, weil sie Interesse an mir gezeigt haben, verstanden?“ Er nickte hastig. „Sei nie wieder so ein Idiot, ansonsten weiß ich nicht wie ich nächstes Mal reagiere, okay?“ „J-ja, h-heißt das, d-du vergibst mir?“, stotterte er einem ungläubigen Gesichtsausdruck zurecht. „Nur wenn du akzeptieren kannst, dass ich auch nur ein Idiot bin, der viel zu oft sinnlos ist, sich versucht zwanghaft in andere Menschen zu verlieben und dann verletzt wird, weil er nie zugehört und sich für was ganz Besonderes gehalten… Nur wenn du akzeptieren kannst, dass ich dir nicht versprechen kann, immer nur dich zu sehen und für dich da zu sein.. Vielleicht wenn ich dir wirklich komplett vergeben habe, aber momentan vertraue ich mir nicht einmal selbst… wie solltest du es dann tun.. und nur…“ Er unterbrach mich durch einen Kuss. „Ich glaube dir, dass du mich wirklich liebst. Es geht hier um Ikki, nicht? Er selbst sagte, dass ich doch keine Angst haben bräuchte. Immerhin würdest du ihn nur vergöttern wie alle seine anderen Affären auch. Er wüsste wie Liebe aussieht und deine Liebe hätte nie ihm gehört. Ich wollte ihm nicht glauben, aber bei allem, was du gesagt und nun getan hast. Vielleicht hatte er ja doch recht und trotzdem hat er dich verletzt, dich gewürgt..?“ „V-vielleicht hab ich aber auch das gebraucht, um von ihm loszukommen?“ Hatte Ikki vielleicht wirklich so gehandelt, um mich aus seiner Abhängigkeit zu befreien? Oder war es doch nur sein purer Egoismus? Ich seufzte, weil ich wusste, dass es nichts brachte, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Nun war ich hier und musste überlegen, ob ich gerade wirklich das Richtige tat. Ich drehte mich zur Stadt und schaute hinaus. Unbewusst griff ich seine Hand und erinnerte mich daran, dass ich das schon einmal getan hatte an der selben Stelle.
Offensichtlich konnte er seiner Freude keinen anderen Ausdruck mehr verleihen, als mir erst einen Kuss auf die Wange zu geben und schließlich meinen Kopf zu ihm zu drehen und mich leidenschaftlich zu küssen. Umso länger es dauerte, umso mehr steigerten wir uns hinein. Ich spürte mein Herzrasen, das Zittern meines Körpers und eine tiefe Erfüllung, die vielleicht so etwas ähnliches wie Glück war. „Danke“, keuchte Toma, nachdem er mich kurz losließ. „Du bist mein ein und alles, ich hätte nicht gewusst, ob ich jemals jemand anders außer dich hätte lieben können… Ich verspreche dir, ich werde nie wieder ein Idiot sein und wenn ich es bin, dann sag es mir und ich ändere es sofort!“ So schwer es mir auch normalerweise schien, heute glaubte ich ihm und gab ihm einen weiteren Kuss.

Umso mehr wir uns küssten, umso sexueller wurde es. Irgendwann zog ich ihn in die Richtung seines Hauses. „Halt warte, geht dir das nicht ein bisschen schnell?“, fragte Toma vorsichtig. „Fuck, ich war schon bereit dafür bevor und während du mich eingesperrt hast. Also erzähl‘ mir jetzt ja nichts davon, dass es zu schnell geht“, erklärte ich ihm und ergänzte ironisch: „Außerdem muss ich doch sehen, ob du es wirklich wert bist, dir noch eine Chance zu geben!“ Er lachte auf und ließ sich von mir zu seinem Haus ziehen. Aber eigentlich sah er heute einfach zu gut aus, als dass ich meine Bedürfnisse zurückhalten könnte. Weiterhin war ich frustriert von dem Sex mit Ikki zuvor und brauchte vor allem ein positives Gegenbeispiel. Ich hätte wirklich von Anfang an ablehnen sollen. Das hier war das, was ich wirklich wollte.
So schloss er die Tür auf und ließ mich herein. Sofort drückte ich ihn in seiner Wohnung gegen die Wand, aber diesen Spieß drehte er schnell um und das ließ ich nur allzu gern mit mir machen. Begehrend küssten wir uns. Seine Hände fuhren meinen Körper ab, als wäre ich das größte Geschenk, welches er nun wirklich nicht kaputt machen durfte. Zu meiner Verwunderung hatte er die ganze Wohnung umgeräumt, sodass ich mich überhaupt nicht an die Zeit, in der ich hier eingesperrt war, zurückerinnern musste.
„Toma“, keuchte ich auf, als seine Hand zielstrebig meinen Oberkörper abtastete und an allen Punkten verweilte, an denen ich eine besondere Reaktion zeigte. Er hatte ein unglaublich feines Gefühl dafür, wo es sich am besten für mich anfühlte und ich stand darauf wie er mit jedem Punkt, wie ihn allein meine Laute heiß machten.
Er schnappte mich und trug mich auf sein Bett, während meine Beine seinen Oberkörper umklammerten. Seine Stärke machte mich noch mehr an und wie er mich behutsam wie Porzellan ablegte, obwohl ich genau sehen konnte, dass er eher der Typ war, der mich grob aufs Bett geschmissen hätte, wenn ich einwilligen würde. Scheinbar bereitete es ihm aber immer noch Kopfschmerzen, dass ich noch lange nicht so schwer war wie vor meiner Gefangennahme, stattdessen musste ich wirklich relativ zerbrechlich wirken. „Halt dich nicht so sehr zurück“, forderte ich ihn also heraus. „Ich geh‘ schon nicht so schnell kaputt..“ Ich raunte es so in sein Ohr, dass ich merkte wie sein Atem schneller wurde. „Bring‘ mich nicht in Versuchung…“ Ich biss ihm leicht ins Ohr und um ihn war es geschehen. Er drückte immer noch sehr sanft, aber doch bestimmt meinen Kopf zur Seite, um meinen Hals entlang zu küssen und leichte Bisse an Stellen zu setzen, an denen ich leise aufstöhnen musste. „Du weißt gar nicht wie lange ich schon auf diesen Moment warte…“, flüsterte er beinahe außer Atem. Dann zog er mir das Hemd aus, sowie auch sein eigenes. Ich musterte seinen breiten, muskulösen Oberkörper und schluckte für einen Augenblick, was ihm ein süßes Grinsen entlockte.
Er nahm sich sehr viel Zeit für alles, was sich für mich gut anfühlte und das machte mich absolut wahnsinnig. Langsam konnte ich nicht mehr. Mein Körper sehnte sich so sehr nach mehr, aber er wollte es mir einfach nicht geben, erst wenn ich darum flehen würde wie es aussah. Vielleicht hatte er aber auch Angst, dass er mir weh tun könnte.

Toma, bitte… Mehr..“, stöhnte ich, nachdem er ausführlich meinen Oberkörper liebkost hatte. Mittlerweile trug ich auch keine Hose mehr und auch meine Beine zitterten schon mehr als genug durch seine unzähligen Berührungen, doch er ging einfach nicht weiter. Sodass ich nicht anders konnte, als ihn nun fast verzweifelt anzubetteln. Ihm schien es zu gefallen, mich in solch einer Ekstase zu sehen. „Wie du wünschst“, sagte er nun aber und senkte seinen Kopf zwischen meine Beine. Es dauerte nicht lange und er hatte mich da, wo er mich haben wollte. Doch kurz davor hörte er auf. „Nein, bitte“, fluchte ich.
Da spürte ich etwas anderes zwischen meinen Beinen. „Oh Gott, nein…“ Ich stöhnte auf. „Nein?“, fragte Toma und musterte mich. „Ich meine ‚ja‘ verdammt! Mach weiter!“ Er grinste mich charmant an und bewegte sich ganz langsam in mich in hinein, behutsam und vorsichtig. Mittlerweile hatte er mich heiß genug gemacht, dass es nicht ansatzweise weh tat, eher im vollkommenen Gegenteil. Ich konnte meine Stimme vor Lust nicht mehr zügeln. „Toma“, stöhnte ich seinen Namen und spürte, wie sehr es ihm gefiel.

So ging es die ganze Nacht weiter, bis wir beide fertig mit der Welt neben einander einschliefen mit dem Wissen am nächsten Morgen so neben einander aufzuwachen, ungezwungen und glücklich. Wir waren genau hier, weil wir hier sein wollten. Ist es das, was man Glück nennt?

Jedes Glück ist verbunden mit Anstrengung und Leid, doch das alles zeichnet das Leben doch aus. Ohne Leid würden wir Glück doch niemals schätzen oder irre ich mich?
Diese Geschichte erzählt von meinen Leidensweg, durch den mein Leben zwar komplett aus den geregelten Bahnen geworfen wurde und dennoch bin ich dankbar für jede Sekunde davon. Jede Erfahrung bringt doch etwas mehr Weisheit mit sich. Jedoch kann ich trotz allem nicht sagen, ob ich zu den richtigen Entscheidung gekommen bin. Doch was ist überhaupt richtig und was ist falsch? Wer kann das schon sagen. Ich für meinen Teil weiß, dass ich ohne all das nie gelernt hätte, die Freude des Moments, meine eigene Entscheidungskraft und die Liebe wertzuschätzen.

Das ist es, was mein Glück ausmacht.

The End!
Would you like to save the game? Yes or No?

~Ich hoffe doch sehr, dass es euch allen gefällt!

Hinterlasst mir einen Kommentar, ob ihr dieses Ende habt kommen sehen? Hättet ihr euch ein anderes gewünscht oder seid ihr zufrieden mit diesem überkitschigem, viel zu lehrreichem überdramatischen Ende?
Dieses letzte Kapitel ist vor allem für eine ganz besondere Person entstanden, über die ich vor allem bei den letzten Zeilen nachdenken musste. Ich liebe dich und ich hoffe, dass auch du damit einverstanden bist, auch wenn du Toma nicht leiden kannst. xD

Damit wünsche ich euch allen:

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!~

Tanz der Karten – Kapitel 20

Freitag, 08. Dezember 2017

~ Hey guys, heute gibt es direkt ein weiteres Kapitel von Tanz der Karten! Ich hoffe doch stark, dass es euch gefällt!~

Als unsere Lippen sich leicht berührten, entbrannte in mir ein Feuer. Mein Atem wurde schlagartig unkontrolliert. Das war einfach kein Vergleich zu Ikki oder irgendjemand sonst. Ich konnte es kaum fassen, dabei hatte er mir so viel angetan. Es gab doch dieses Phänomen, dass sich Opfer in deren Peiniger verlieben? Allerdings war ich doch auch schon vorher in ihn verliebt gewesen. Eigentlich hatte auch ich ihn schon oft genug verletzt und würde es immer wieder tun. Bestand das Leben nicht daraus ständig zu verletzen und verletzt zu werden? War Vergebung nicht das Einzige, was etwas Ordnung in mein Chaos bringen könnte?
Ich verstand mich nicht und auch nichts sonst. Ein Schmunzeln kam mir über Lippen, nachdem wir uns gelöst hatten. Meine eigene Unfähigkeit zu beurteilen, wie ich am besten verfahren sollte, machte diese Situation fast komisch.
Eines war eindeutig. Mein Körper wollte ihn erneut küssen, die Arme um ihn schlingen, ihn an mich drücken und mit ihm in die Wohnung gehen. Ja, er wollte wissen, wie gut es sich anfühlen würde, wenn allein ein Kuss so ein Gefühl in meiner Magengegend auslösen konnte. Ich wollte ihn erneut küssen, doch da wich er zurück. „Küsst du mich, weil du es wirklich willst oder weil du den heutigen Tag einfach vergessen willst? Vielleicht sogar aus Wut auf Ikki?“, fragte der Blonde vorsichtig.
Mein Herzrasen ließ nicht zu, darüber nachzudenken. Ich war so verwirrt und wollte mich jetzt wirklich nicht damit auseinandersetzen. „Fuck…“, fluchte ich und drehte mich um, damit schloss ich die Tür auf, ging hinein und schmiss sie vor Tomas Nase zu. Danach ließ ich mich im Flur zu Boden sinken und gab den Tränen einfach nach. „Es tut mir Leid, Shin… Ich wollte dich nicht schon wieder zum Weinen bringen… Du solltest dich und deinen Körper etwas mehr zu schätzen wissen.. Ich will nicht, dass du mit einem anderen Mann, gerade mit mir, deine Trauer verarbeitest…“ „Geh‘ nach Hause“, fluchte ich und ging in mein Zimmer, wo ich mich nach einigen Stunden in den Schlaf weinte.

Am nächsten Tag ging ich nicht in die Uni und sagte auch auf der Arbeit ab. Stattdessen ließ ich mir ein Bad ein und entspannte auf meine Weise mit einem guten Buch und Zeit um nicht nachzudenken, sondern alles andere zu tun.
„Hallo?“, fragte ich als ich nachmittags das Telefon abnahm. „Hey, ich hab mir Sorgen gemacht als Ikki meinte, dass er dir schlecht ginge und du nach Hause gegangen wärst. Sawa meinte, dass du heute auch nicht in der Uni gewesen wärst!“, legte Heroine am Hörer sofort los. „Ja, mein körperlicher Zustand hat wohl doch nicht ganz mitgemacht“, erklärte ich. „Vielleicht hast du auch die vorletzte Nacht ein bisschen übertrieben, nicht?“ Ich hielt kurz die Luft an. „Sawa hat mir davon erzählt…“ „Ich muss mich dringend noch bei ihr entschuldigen…“ „Sie meinte, dass es ihre Schuld wäre. Du hättest ja kaum eine andere Wahl gehabt, außer du wärst unfreundlich geworden und hättest sie raus geschmissen.“ „Ich… wollte ihr nicht weh tun, also später schon, aber das hat sie wohl anders empfunden… Ich bin momentan nicht in der Fassung bei klarem Verstand zu bleiben, deswegen bin ich ehrlich gesagt auch Zuhause geblieben…“ „Ich verstehe… Bist du momentan verliebt?“
Ich wusste nicht ganz, warum sie fragte und was ich antworten sollte, doch letztendlich hatte ich meine Antwort doch schon lange: „Ja…“ „Wer ist es?“ „Der, der mich am meisten verletzt hat, von dem ich ausging, dass ich ihn nie wieder sehen will und trotz allem…“ Für eine Sekunde herrschte Stille und schließlich fragte Heroine: „Willst du ihm vergeben?“ „Ich weiß es nicht… und genau deswegen bin ich so inkonsequent… Ziehe Leute zu mir, um sie dann weg zu stoßen.. Ich verletze Menschen, weil ich verletzt wurde…großartig…“ Ich legte meinen Kopf in den Nacken und starrte die Decke an. „Das liegt wohl in der Natur des Menschen“, seufzte Heroine, obwohl so ein Satz überhaupt nicht zu ihr passte. Was sollte sie aber auch anderes sagen, ohne mich zu kränken? „In zwei Tagen ist der Tanzabschlussball. Wirst du hingehen?“
Ich zögerte für einen Moment. Einerseits wollte ich schon gerne hingehen, aber mit wem? „Wir werden sehen…“

Wir unterhielten uns noch etwas und nachdem das Gespräch einen erfrischenden Verlauf nahm, fasste ich neuen Mut. Ich entschied mich dazu, meine Wohnung zu verlassen. Meine Schritte trieben mich zu einem Haus, dass ich bis jetzt nur im Dunkeln gesehen hatte. Ich klingelte und Sawa öffnete mir die Tür.
„Shin?“, fragte sie verwirrt. „Hey, ich… ich muss mich für neulich entschuldigen.“ „Alles gut, das war nur ein One Night Stand, kein Weltuntergang!“, meinte sie belustigt, aber irgendwie hatte es einen bitteren Beigeschmack. „Du wirktest aber traurig und dafür will ich mich entschuldigen… Können wir… können wir einfach als ganz normale Freunde von vorn‘ anfangen?“ Sie sah mich für kurz wortlos an und begann dann plötzlich zu lachen.
„Du bist manchmal ein echtes Kind… Aber weißt du was: Warum eigentlich nicht? Ich hab mir nicht wirklich etwas von dir erhofft, muss ich zugeben. Aber es hat mich verletzt, dass du einfach so mit mir spielst“, gestand sie ehrlicherweise und ergänzte: „Vielleicht ist es besser, wenn wir das nicht zwischen uns stehen lassen.“ Ich war erleichtert über ihre Antwort und sie lachte mich aus, als sie den Abfall meiner Anspannung bemerkte. „Hat dir das so viel Kummer bereitet? Wie süß!“, meinte sie belustigt, woraufhin ich fluchte: „Ich bin nicht süß…“ „Sehr wohl! Sag mal, hast du Lust mit mir zum Tanzabschlussball zu gehen? Rein freundschaftlich?“ Ich war überrascht, aber willigte letztendlich ein. Immerhin wollte ich tatsächlich gerne hin, auch wenn es mir schwer fiel das zuzugeben. Ich erwartete, dass sie etwas sagen würde wie ‚Du bist wohl doch ein Mädchen‘, aber sie zog mich nicht weiter damit auf, dass ich mich über ihr Angebot freute.

So verbrachte ich diesen und den darauffolgenden Tag damit, meinen Anzug zu suchen, den ich damals für meinem Abschlussball zu Schulzeiten getragen hatte. Dabei fiel mir wieder Tomas Brief in die Hände, den er mir mit all meinen Sachen gegeben hatte. Ich hatte ihn bis jetzt kein einziges Mal berührt, weil es mir einfach zu schwer fiel. Doch nun war ich bereit dafür:

Lieber Shin,

ich verlange nicht, dass du mir verzeihst. Aber ich will, dass du weißt, warum ich das getan habe. Eigentlich wollte ich dich nicht für mich beanspruchen oder dich einsperren aus Egoismus. Ich dachte, dass du es auch willst, wenn ich es nur schön genug für dich mache. Am Anfang war ich überzeugt, dass es das Beste für dich ist und ja… auch für mich. So könnte ich dich immer um mich haben. Doch DAS war nicht das, worauf ich hinaus wollte, niemals.
Ja, ich wollte dich nicht verletzen, eher im Gegenteil. Ich wollte dich vor all der Ungerechtigkeit beschützen, doch dabei habe ich dir Ungerechtigkeit angetan. Als mir auffiel, was für ein scheinheiliger Vollidiot ich doch bin, war es schon zu spät und ich wusste nicht, wie ich mich verändern könnte. Ich wusste einfach nicht, wie ich es dir recht machen könnte. Ich hatte solche Angst, dich zu verlieren, wenn ich jetzt locker lassen würde. Es tut mir nur so unendlich Leid.
Ich habe Ikki überprüft, mit ihm geredet, ihn beobachtet und bitte…Vertrau ihm nicht. Ich habe schreckliche Angst um dich, wenn du dich in seine Arme gibst. Bitte…Wirklich, ich will, dass du glücklich wirst, aber mit ihm kannst du das nicht werden.
Ich verlange nicht von dir, dass du mir verzeihst, aber vielleicht kannst du es ja irgendwann. Ich werde nie, nie wieder etwas tun, das gegen deinen Willen geht und wenn ich es tue, dann will ich das du mich verklagst und hinter Gitter bringst, so wie ich es dir angetan habe. Eine Bastard wie ich hat es nicht anders verdient. Meine Intention und meine Handlung hatten wirklich nichts mehr miteinander zu tun. Ich war absolut gestört und krank.
Ja, ich habe eingesehen, dass ich an allem Schuld bin. Hätte ich dir nur nie gesagt, was ich für dich empfinde… Hättest du dich nur nie in mich verliebt, dann hätte Ikki dich nicht erpressen können… dann wäre bei mir nie eine Sicherung durchgebrannt. Dann wäre ich nie zu dem irren Psychopathen geworden, der ich nun einmal war.

Ich bin das Schlechteste, was dir je passiert ist. Es tut mir aufrichtig Leid, dass ich so dumm bin…

Toma“

Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen. Irgendwie war es traurig zu lesen und doch irgendwie beruhigte es mich zu lesen, dass er selbst wusste wie er in dem Moment auf mich gewirkt haben musste. Es löste gemischte Gefühle bei mir aus. Vielleicht war ich wirklich imstande ihm zu vergeben oder vielleicht auch nicht. Ich ertappte mich bei ziemlich schrägen Gedanken, die mich durch die verschiedensten Szenarien trieben und das über Stunden hinweg. Letztendlich entschied ich mich, das Thema vorerst sein zu lassen und schlafen zu gehen. Ich war wirklich gespannt, was der Abschlussball mit sich bringen würde.

Save the Game? Yes or No?

~Shin ist einem Konflikt mit sich selbst. Wird er Toma Glauben schenken oder sich gegen ihn entscheiden? Was wird der Abschlussball mit sich bringen? Was wird nur passieren? Alles steht in den Sternen… Bleibt dabei! Bis zum nächsten und letzten Kapitel von Tanz der Karten! DarKira~

Tanz der Karten – Kapitel 19

Samstag, 02. Dezember 2017

~ Verzeiht mir, dass es so lange her ist, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Jetzt habe ich vor diese Story langsam allmählich zu einem Ende bringe. Ihr hört ganz recht! Das wird mein Weihnachtsgeschenk an euch alle und an eine ganz besondere Person. Ich hoffe, dass es euch gefällt!~

Dies war die letzte Tanzstunde vor dem Tanzabschlussball und es war vielleicht meine Chance, mich bei Ikki zu entschuldigen und ihm zu sagen, was ich wirklich möchte. Ich wollte mit ihm ehrlich reden und ihm alles erklären… ihm erklären, warum ich in letzter Zeit so verwirrt war, warum ich all diesen Mist machte, wie es mir ging und wie ich momentan nur an mich denken konnte. Liebe, Leidenschaft und Sex waren für mich nie zuvor so ein bedeutendes und so naheliegendes Thema gewesen wie zur Zeit. Mit meiner Gefühlswelt musste ich mich nie ernsthaft auseinandersetzen. Wie sollte ich da so plötzlich mit all diesen Veränderungen umgehen können?

Während mir all diese Gedanken durch den Kopf gingen und ich mich immer noch fragte, wie ich es genau ihm erklären konnte, starrte ich unbeholfen zu einem Szenario, das mein Gehirn noch nicht einmal als real verarbeitet hatte. Ich stand neben der Spur, während ich das Treppenhaus hinunter sah, wo sich mir ein Eindruck in die Privatsphäre zweier Personen bot, die definitiv nicht von Beobachtung ausgingen.
Toma drückte Ikki gegen die Wand und Ikki zog ihn zu sich. Ihre Gesichter waren sich entsetzlich nahe und Ikki flüsterte zu ihm: „Bist du so frustriert, dass du auch mit mir ficken würdest?“ Toma sah verwirrt aus, als ob es nicht das gewesen wäre, weswegen er dort stand. Trotz dieses Gesichtsausdrucks kam Toma ihm näher und fragte: „Würdest du es tun?“ Mein Herzschlag wurde schneller, obwohl ich mir so sicher war, dass Ikki ihn eh abweisen würde. Immerhin hatte Toma mich so sehr verletzt, war ein Stalker.. Ja, er war krank. „Dich ficken?“, fragte Ikki mit einem leichten Grinsen. Woraufhin der Blonde ein „Ja“ gegen Ikkis Lippen raunte, welcher nur antwortete: „Zu welchem hübschen Kerl könnte ich denn jemals ‚Nein‘ sagen?“
Ich schnappte kurz nach Luft. Das war eine Lüge, garantiert. Er wollte Toma verführen, um ihn für mich eins auszuwischen. Meine Beine gaben allmählich unter mir nach und ich fragte mich, ob ich wohl falle. „Shin!“, hörte ich eine allzu vertraute Stimme rufen, als ich die Besinnung verlor.

Shin, Shin! Sag doch was!“ Ich öffnete vorsichtig die Augen und blickte ihn wunderschöne Augen, die ich vermisst hatte. Ein Lächeln kam mir über die Lippen, als ich feststellte, dass es Tomas Augen waren. Dabei waren es schon immer Ikkis Augen, die so ein Gefühl in mir ausgelöst hatten. Ich lag in Tomas Armen, der mich offensichtlich versucht hatte, mich aufzuwecken. Ungläubig schaute ich nach oben, wo Ikki stand, der auf seinem Telefon tippte.
„Ich rufe jetzt den Krankenwagen…“, knurrte er in sich hinein. „Nein…“, brachte ich heraus und wurde von seinem verwunderten Blick erfasst. „Du bist wach?“ „Ja, mir geht es gut. Ich hab mich wahrscheinlich nur etwas überanstrengt während der Tanzstunde“, erklärte ich ruhig. Tomas Berührungen machten mir keinerlei Angst, sowie Ikkis Gedanken zum gestrigen Vorfall. Ich war so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Das könnte daran liegen, dass ich vor Kurzem bewusstlos war und mich deswegen seltsamerweise wohl fühlte, da mein Körper so etwas regenerieren konnte.
Die beiden sahen sich kurz gegenseitig und dann mich an. „Meinetwegen, aber dann brech‘ die Tanzstunde für heute ab und scher‘ dich in dein Bett, um dich auszuruhen“, ermahnte mich Ikki. „Aber er kann in diesem Zustand nicht alleine nach Hause gehen“, meinte Toma sichtlich besorgt. Sein Gesicht war wahrscheinlich bleicher als mein eigenes. Ikki seufzte fast etwas genervt. „Ich kann ihn jetzt nicht nach Hause fahren, ich habe eine Tanzstunde zu leiten.“ „Ich könnte ihn bringen“, erklärte Toma. „Damit du ihn irgendwo einsperrst, du Witzbold? Ohne dich wären wir jetzt gar nicht in dieser Lage“, fauchte der Weißhaarige, was gar nicht zu ihm passte und mich zugegeben etwas unsicher machte.
Warum sagte er „wir“, als ob er Schäden durch mein Umkippen zu tragen hätte? Meinte er damit etwas anderes? Wollte er sich von mir distanzieren und war nun wieder an mein Wohl gebunden? Hatte er mich nur aus Mitleid damals bei sich aufgenommen? Wieso machte mich seine ganze Haltung gerade so unschlüssig.
„Ikki, eigentlich wollte ich mich noch bei dir entschuldigen“, merkte ich nun an. „Wofür denn?“ „Das Telefonat und so…“ „Ach das ist mir egal. Mach doch, was du willst. Ich mache es doch selbst nicht anders“, erklärte er und es sollte offensichtlich locker und charmant wirken, aber er schien innerlich ziemlich gestresst, gar gereizt von meiner bloßen Anwesenheit. „Ich hatte nur das Gefühl, dass es dir wichtig ist, dass du der Einzige bist, auch weil du nicht mehr auf meine Anrufe reagiert hast…“ Ikki wurde plötzlich lauter: „Shin, könnten wir bitte nicht jetzt und nicht vor ihm darüber reden?! Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du jetzt einfach nach Hause gehen könntest und dich ausruhen, damit ich mir keinen unnötigen Sorgen machen muss… Ich muss jetzt jedenfalls zu dem Unterricht zurück. Dir scheint es ja gut genug zu gehen, um alleine nach Hause zu kommen“ Mit diesem Worten verließ er das Treppenhaus und ging zurück in den Tanzsaal.

Ich war kreidebleich geworden und ließ meinen Oberkörper zurück auf den Boden fallen. Während mein Blick die Decke fixierte, meinte ich zu Toma: „Geh‘ ruhig in den Unterricht zurück. Ich komme schon nach Hause“ „Ehrlich gesagt… Ich möchte mich nicht unbedingt darauf verlassen, dass du irgendwie nach Hause kommst“, erklärte Toma vorsichtig. „Das war eine Aufforderung, mich allein zu lassen…“ „Eigentlich war es ein Hilfeschrei, dass du nicht allein sein willst“, argumentierte Toma und er hatte recht. Er kannte mich zu gut und wusste, was mir durch den Kopf ging. Für einen kurzen Augenblick herrschte Schweigen.
„Bringst du mich nach Hause?“ „Gerne…“ Als mir Toma auf die Beine half, merkte ich erst einmal wie schwach sie wirklich waren. Ich hatte meinen körperlichen Zustand völlig vernachlässigt, als hätte ich stundenlang Gewichte gehoben, obwohl ich mich nie zuvor körperlich betätigt hätte.

Toma merkte sehr schnell, worauf es hinauslief und trug mich kurzerhand die Treppen hinunter. Ab da ließ er mich selbst laufen und stützte mich, sobald er bemerkte, dass ich schwankte. Wir hatten uns nicht viel zu sagen, aber das störte mich gar nicht. Ich war komischerweise einfach froh, dass er bei mir war. „Shin… Liebst du Ikki?“ „Keine Ahnung“ „Dabei sagtest du mal, er hätte dich zu all dem gezwungen…“ „Mhhm, ich werde wohl zu vielem gezwungen. Vielleicht sollte ich anfangen, die Schuld bei mir zu suchen, mh?“, meinte ich bissig. „So meinte ich das nicht… Ich wollte nur wissen… War er eine Flucht vor mir… weil er dich offensichtlich wollte und weniger schlimm war als ich?“
Vielleicht hatte er mit dieser Annahme sogar recht. Vielleicht stürzte ich mich aus Angst vor dem Alleinsein, aus Verzweiflung immer wieder in neue Affären, neue Verhältnisse. Oder hatte ich mich in das Gefühl verliebt? Konnte ich deshalb nicht „nein“ sagen? Eigentlich war mir doch einfach alles egal, weil ich sowieso nicht herausfinden könnte, was richtig und was falsch ist.
Ich seufzte und gab einfach zu: „Ich weiß es nicht“ „Shin, ich wollte dich eigentlich nie verletzen, weißt du?“ In diesem Moment blieb ich angewurzelt stehen und fragte: „Sondern?!“ „Eigentlich wollte ich dich beschützen, als ich hörte, dass er dich erpresst hatte… Dass er dich praktisch vergewaltigt hatte? Ich hatte solche Angst, dass es wieder passieren würde. Verstehst du? Ich wollte dich vor der Außenwelt beschützen und dir ein Leben bieten, indem es all diesen Schmerz nicht gibt, indem du niemals leiden müsstest. Ich wollte dir alles abnehmen, was dir Sorgen bereiten könnte und dir einen siebten Himmel schaffen. Letztendlich hab‘ ich das Gegenteil erreicht. Das tut mir Leid…“
Ich stand stumm da und starrte ihn verwirrt an. Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Erklärung abstoßend und nicht süß finden sollte. Diese Rechtfertigung machte nichts wieder gut. Trotzdem wollte ich ihn in den Arm nehmen und ihm für den Versuch danken, mir ein Utopia zu schaffen. Es war seltsam und so verquer, aber so war es doch schon immer gewesen. Irgendwie wusste ich nicht genau, was ich dazu sagen sollte. „Man darf einem Menschen sein Leid nicht nehmen, dann wäre er doch so gut wie tot. Ist es nicht der Schmerz, der uns überhaupt leben lässt?“, fragte ich nachdenklich. „Ich hatte Angst, dass es zu viel für dich wird, dass du das Leben aufgibst. Du warst schon so oft kurz davor, deine Menschlichkeit zu verwerfen… Ich hatte Angst. Ich wollte nicht, dass er dir noch einmal weh tun könnte“, meinte er mit einem bitteren Lächeln und ich verstand in etwa, was in seinem Kopf vor sich gegangen sein musste.
„Was war das eigentlich vorhin Ikki und dir?“, gab ich nun zurück und er schaute mich verdutzt an. „War es das, weswegen du umgekippt bist?“ Ich sah ihn nicht an, aber das reichte ihm offensichtlich als Antwort. „Ich wollte ihm sagen, dass er dir unter keinen Umständen weh tun darf… Damit du nicht nochmal so etwas wie mit… mir… durchmachen musst. Er dachte offensichtlich, dass ich aus ganz anderen Gründen zu ihm komme und ehrlich gesagt wollte ich wissen, ob er wirklich so weit gehen würde und mit einem wie mir schlafen würde, ob er dir ohne mit der Wimper zu zucken so etwas antun könnte…“
Ich wusste ganz genau, wenn Toma mich anlog und gerade tat er es nicht. Nun wurde mir einiges klarer und ich lief langsam weiter. Toma war wirklich nur in reiner Sorge um mich, während Ikki es vielleicht auch war, aber ich konnte ihn nicht annähernd so gut berechnen. Für mich war Ikki ein rotes Tuch und ich hatte Angst, dass dieser charmante Aufreißer und alle anderen auch zu gut verstand. Seine Worte hatten mir einen Schlag versetzt. ‚Ach das ist mir egal. Mach doch, was du willst. Ich mache es doch selbst nicht anders‘ Ganz bestimmt meinte er es nicht so wie er es ausgesprochen hatte, schließlich war er unter immensen, emotionalen Stress in diesem Moment. Weshalb war er überhaupt so gestresst in einem Moment wie diesem?

Es herrschte Stille, während der restlichen Strecke und Toma machte das sichtlich nervös. Nun standen wir jedoch vor meiner Wohnung und ich drehte mich zu ihm um. Vorsichtig legte ich eine Hand seine Wange. Plötzlich machte er mir keine Angst, jetzt wo ich seine unsicheren Augen verstand. „Toma, versuch‘ kein besserer Menschen zu sein als du sein kannst. Das macht alles nur kompliziert… Ja, es ist alles so kompliziert…“ Ich schaute zu Boden, aber sah sein Nicken trotzdem. „Darf ich etwas ausprobieren?“, fragte ich nun und traf auf ein: „Alles, was du willst…“
In diesem Moment hob ich mein Blick zu ihm und näherte mich ihm. Mein Herz begann wie wild zu schlagen und es machte mich auf eine positive Art nervös. Ich näherte mich bis sich unsere Lippen leicht berührten.

Save the Game? Yes or No?

~Wie wird es wohl weitergehen? Ob die beiden doch wieder zusammenkommen können oder ob Shin sich entscheidet, dass er ihm nicht vergeben will? All das und noch viel mehr erfahrt ihr im nächsten Kapitel Tanz der Karten!
DarKira~

Tanz der Karten – Kapitel 18

Montag, 27. Februar 2017

~Hey Leute, es tut mir echt Leid, dass ich mich so lange nicht melden konnte. Ich habe letztes Jahr mein Studium angefangen und hatte einfach andere Dinge, als Anime, Manga und diesen Blog auf dem Schirm. Heute hatte ich aber endlich Zeit dem Wunsch von ein paar Lesern nachzugehen und ein neues Kapitel von Tanz der Karten zu schreiben. Ich kann euch sagen, dass ich erst einmal mit meinem vorherigen Schreibstil und dieser detailierten Beschreibung von gewissen Situationen überfordert war, aber ich konnte mich doch halbwegs wieder hinein finden. Nun hoffe ich, dass ihr viel Spaß damit haben werdet!~

Shin…was machst du da gerade?“ Sawa machte offensichtlich belustigt weiter mit dem, was sie tat und Ikki wartete auf eine Antwort. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. „Shin, kann es sein, dass du dich gerade selbst anfasst?“ „Ich… warte, nein… ich…“ Eigentlich war es doch besser, wenn er das dachte, statt dass er wusste, dass ich mich auf Sawa eingelassen habe. Warum tat ich das nur alles? Ikki lachte leicht am Telefon. „Stell dir doch vor, dass nicht du dich berührst, sondern ich es bin“, erklärte er mir mit einem gewissen Unterton. Nein, das durfte er nicht tun! Das machte meine Lage doch nur noch schlimmer. Sawa fuhr mit den Fingerspitzen über meinen Oberkörper, sodass ich Gänsehaut bekam. Währenddessen Ikki erklärte: „Wie ich langsam meine Finger schneller bewege und härter…“ Meine Gedanken schallten sich ab und ein leises Stöhnen kam mir über die Lippen. „Nein, Ikki…“, gab mein Mund von sich, ohne meinen Verstand einzuweihen, während mein Körper den Druck nachgab.
Sawa knurrte leise: „Du hättest mich ruhig vorwarnen können..“ Das Blut schoß mir in den Kopf. „Mhhm, eine Stimme im Hintergrund, mhhm?“, fragte Ikki mit einem Unterton, den ich nun wirklich nicht mehr zuordnen konnte. Ein Seufzen kam über seine Lippen. „Ich störe mal nicht weiter…“ Mein Herz schlug, als ob ich zu Fuß vor einem Auto wegrennen würde, dessen Beifahrer mit einer Bazooka auf mich schießt. Er legte auf, ehe ich mir etwas ausdenken konnte wie ‚Ich hab einen Porno im Hintergrund laufen‘ oder so etwas. „Shin?“, fragte Sawa vorsichtig. Ich wusste, dass es nicht ihre Schuld, sondern meine eigene, war, aber trotz dessen war ich irgendwie auch auf sie sauer. Hatte ich jetzt auch noch Ikki verloren? Ich wählte seine Nummer mehrmals, aber er ging nicht ran.

Ohne wirklich darüber nachzudenken, stieß ich Sawa auf das Bett. Ich sprang nicht gerade nett mit ihr um, kratzte unverschämt über ihren Körper, biss sie nicht unbedingt sanft in den Hals und ging schließlich genauso schamlos unter ihren Rock. „Nein Shin, das ist zu viel…“ Ihre Stimme nahm ich kaum noch wahr. Irgendwo musste ich meinen Ärger und die überkochenden Emotionen loswerden. Sie versuchte mich wegzustoßen, aber ich nahm ihre Hände und drückte sie ins Bett. „Shin, ich kann nicht mehr…“ Meine Gedanken waren nicht klar genug, um die Bedeutung dieser Worte herauszufinden. Ich fuhr fort für eine Zeitspanne, die ich nicht genau einordnen konnte.
Irgendwann klärte mein Verstand meine Sicht wieder langsam auf. Sawa lag stark keuchend auf dem Bauch auf meinem Bett. Ihr Rücken war komplett zerkratzt und sie schien wirklich am Ende zu sein. Was war hier passiert? Was war mit mir passiert? Was hatte ich getan? Ein Schuldgefühl kam in mir auf, weswegen ich sie vorsichtig hochzog und in den Arm nahm. Sie hatte doch überhaupt nichts mit all dem zu tun. Warum hatte ich ihr das angetan? „Darf ich dich jetzt wieder berühren?“, fragte sie noch immer ziemlich atemlos. Ich verstand die Frage nicht komplett, aber antwortete durch ein Nicken. Jetzt legte auch sie die Arme um mich. „Ich hatte nicht geahnt, dass du auf so etwas stehst…“ „Es tut mir Leid…“ „Nein, das war eigentlich gar nicht schlecht. Ich war mir nicht immer sicher, ob ich lieber schreien oder doch stöhnen sollte.“ Diese Antwort beruhigte mich nicht unbedingt. Ich war doch gar nicht der Typ für so etwas und ich stand auch gar nicht darauf, also warum?
„So können auch 3 Stunden vergehen…“, meinte sie mit einem Blick auf ihr Handy. „Ich muss jetzt aber wirklich nach Hause…“ Ich nickte nur zögerlich und beobachtete wie sie versuchte aufzustehen. „Au, au, au…“, meinte sie und ließ sich wieder fallen. „Könntest du mir vielleicht helfen?“
Am Ende lief es darauf hinaus, dass ich sie anzog und Huckepack zu sich nach Hause tragen musste. In der Dunkelheit hätte ich sie eh nicht mehr alleine laufen lassen. Wir redeten nicht auf dem Weg nach Hause und schließlich setzte ich sie vor ihrer Haustür ab. „Ähm dankeschön, dass du mich bis hierher getragen hast… obwohl dein körperlicher Zustand eigentlich ja noch nicht der Beste sein müsste nach allem.“ Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht, scheinbar war ich wirklich wieder auf den Beinen. „Kein Problem, schließlich war es… irgendwie meine Schuld…“ „Eher meine…“, flüsterte sie. „Na dann gute Nacht!“ Sie lächelte und ich erwartete, dass sie mir einen Kuss geben würde oder dergleichen, aber ehe ich reagieren konnte, war sie dabei einfach die Tür zu öffnen. „Und viel Glück mit Ikki“, sagte sie noch leise, ehe sie in der Tür verschwand, ohne eine Umarmung oder irgendetwas… als wäre sie wirklich sauer oder traurig. Mein Verstand war nicht klar genug, um es wirklich klar einzuschätzen.
Ich starrte etwas fassungslos die Tür an. Dann drehte ich mich einfach um und ging. Was hatte ich nur getan?! Hatte ich nun Ikki und Sawa gegen mich aufgebracht? Toma hatte sich scheinbar auch komplett von dem Gedanken verabschiedet, dass ich ihm vergeben könnte, indem er mir all das zurückgegeben hatte. Ich schaute auf mein Handy, wo keine neuen Nachrichten oder verpassten Anrufe zu finden waren. Ikki schien nicht im Begriff zu sein, mich zurückzurufen.

Als ich langsam durch die Straßen nach Hause schlich, merkte ich wie mich die Erschöpfung packte. Anscheinend war dieser Tag doch etwas zu viel gewesen. Außerdem wurde mir nun wieder klar, dass ich in der Nacht zuvor in Scherben getreten war. Der Verband schien dummerweise festgeklebt zu sein und es nun wieder aufzureißen.
Ermüdet kam ich zu Hause an, wo ich mich letztendlich ins Bett fallen ließ. Doch anstatt dass ich einfach einschlief, war mein Geist hellwach. Er nahm den Geruch von Sawa wahr und einen kleinen Blutfleck, der von einer aufgekratzten Stelle an ihrem Rücken kommen musste. Ich dachte an Ikki und diesen Unterton, kurz bevor er auflegte. Tränen stiegen in meinem Augen auf. So blieb ich letztendlich gegen meinen Willen die ganze Nacht wach und verlor mich irgendwann in Gedanken, die immer wieder versuchten mein Leben zu beenden.
So ging ich am nächsten Morgen in die Uni, um die Vorlesung nur mit halben Ohr mitzuschneiden. Sawa erschien nicht zu dieser Vorlesung. Ikki reagierte nicht auf meine Anrufe. Allerdings war heute wieder der Tanzkurs, so könnte ich einfach dorthin gehen und Ikki wiedersehen. Ich würde ihm einfach alles erklären und er hätte bestimmt Verständnis. Schließlich ging er mit so ziemlich jeder ins Bett. So verbrachte ich den halben Tag absolut übermüdet in der Uni.

Am Abend stand ich vor dem Gebäude, in dem die Tanzkurse gegeben wurden. „Shin, was machst du denn hier? Solltest du dich nicht noch etwas ausruhen?“, fragte Heroine, die mich ganz schön überraschte. Neben ihr lief Ukyo, der mich lächelnd begrüßte. „Du siehst aber wirklich nicht ganz gesund aus“, ergänzte er nun. „Ich kann einfach nur nicht schlafen…“, gestand ich den beiden und fügte leise hinzu, „und ich will nicht allein sein.“ Heroine nahm mich in den Arm und lächelte mich mit ihrem ehrlichen, gütigen Lächeln an, dass ich immer so an ihr geliebt hatte. Auch jetzt tröstete es mich zumindest ein bisschen, auch wenn ich ihr nicht sagen wollte, weswegen ich eigentlich  am Boden war.

Wir betraten also zusammen den Saal, wo Ikki uns, auch mich, begrüßte, als wäre nie etwas gewesen. Irgendwie machte es mich glücklich, auch dass er letztendlich mit mir tanzte. Selbst wenn wir uns anschwiegen und er auf jeden anderen wirklich nur wie ein ganz normaler Tanzlehrer wirken musste. In der Pause wollte ich ihm alles erklären und wie in jeder Pause verließ er auch heute den Tanzsaal. Bevor ich ihm folgen konnte, hielt mich Heroine auf. „Wie geht es dir? Du solltest eine Pause machen, wenn es zu anstrengend wird.“ „Es geht schon“, antwortete ich beschwichtigend, obwohl ich meinen körperlichen Zustand vollkommen ignorierte.
Ich ging, bevor sie noch etwas sagen konnte und verließ den Raum, um endlich mit Ikki zu reden… Doch ich traute meinen Augen nicht bei dem Anblick, der mir geboten wurde. Toma hatte Ikki gegen die Wand gedrückt, während Ikki ihm mit einem eindeutigen Grinsen am Kragen zu sich zog. Was… was ging hier bitte vor sich?

Save the game? Yes or NO?

~Na was haltet ihr von meinem neuen Kapitel? Hinterlasst doch ein paar Kommentare, auch wenn ihr der Meinung seid, dass ich meinen Schreibstil dringend wieder ändern sollte. Ich muss sagen, dass ich dieses Mal besonders gemein und trostlos war, aber das verzeiht ihr mir hoffentlich ausnahmsweise. Was denkt ihr, wie wird es nun weitergehen? Kann Ikki Shin verzeihen? Aber kann Shin überhaupt Ikki verzeihen? Was passiert hier nur?~

Tanz der Karten – Kapitel 17

Montag, 15. August 2016

~Hey Leute, heute gibt es mal wieder ein neues Kapitel von Tanz der Karten. In letzter Zeit war ich mal wieder etwas verplant, doch endlich hab ich es geschafft mich an die Story zu setzen. Nur langsam frage ich mich, was ich Shin eigentlich noch alles antun will.^^‘ Ich hoffe auf jeden Fall, dass ihr viel Spaß auch mit diesem Kapitel haben werdet!~

Beinahe ausdruckslos schaute ich in das Gesicht meines ehemaligen besten Freundes, das so unschuldig und traurig wirkte wie das eines Kindes, dem sein Spielzeug weggenommen wurde. Mein Herzschlag gab mir das Gefühl gerade um den halben Block gerannt zu sein. Zitternd fixierte ich die weinenden Augen Tomas. Er bewegte sich keinen Schritt auf mich zu, wahrscheinlich hatte er Angst, dass ich weglaufen würde oder direkt zutreten. „Shin, es tut mir Leid. Ich kann verstehen, dass du mich hasst. Wie konnte es nur dazu kommen? Eigentlich wollte ich dich immer nur beschützen. Wahrscheinlich willst du das alles eh nicht hören. Falls es dich interessiert, ich hab alles aufgeschrieben.“ Er legte mir einen Brief auf den Schuhschrank, doch ließ mich nicht zu Wort kommen. „In erster Linie bin ich nur hier, um mich aufrichtig bei dir zu entschuldigen und dir diese Sachen zurück zu geben. Ich bin nicht in der Position, dass ich sie behalten dürfte.“ Er legte mir den Ersatzschlüssel ebenso auf den Schrank und stellte einen Beutel ab. Darin schienen Klamotten und all so etwas zu sein, was er noch von mir besaß. Während ich die Tüte fixierte, ging er plötzlich unvermittelt auf die Knie und verbeugte sich vor mir. „Es tut mir alles so Leid. Aber bitte Shin, mach keinen Fehler und überlege dir gut, ob du etwas mit Ikki anfängst“, bettelte er weinerlich. „Ikki?“, fragte Sawa überrascht, die sich langsam angeschlichen hatte. Toma zuckte zusammen, da er offensichtlich nicht mit ihr gerechnet hatte. Ich hätte ihr gerne geantwortet, aber die Worte blieben in meinem Hals stecken. Alles ging gerade so schnell und ich wusste nicht, was ich denken oder fühlen sollte. Am meisten verwirrte mich das Gefühl, dass ich ihn in den Arm nehmen und trösten wollte. Das ergab alles keinen Sinn. Immerhin hatte ich Angst vor diesem Psychopathen. Sie bemerkte scheinbar, dass ich verwirrt war, also wandte sie sich an Toma direkt. „Darf er denn was mit mir anfangen, Toma-chan?“ Dieser schaute sie vollkommen verwirrt und sprachlos an. Das wäre ich in so einem Moment auch gewesen. „Hauptsache Shin ist glücklich. Mehr will ich nicht“, antwortete er schließlich mit einem bitteren Lächeln. Natürlich wollte er mich für sich beanspruchen, aber dass er mich so einfach aufgeben würde. Das klang gar nicht nach dieser Stalker-Seite, die ich von ihm kennengelernt hatte. „Ich will einfach nur, dass du glücklich wirst, Shin. Vielleicht kannst du mir irgendwann ja sogar verzeihen.“ Mit diesen Worten stand er vollkommen zittrig auf und drehte sich um. „Also lebe wohl, Shin.“ Flüchtig schaute er noch einmal über seine Schulter und schloss dann die Tür. Erst jetzt begriff ich, dass ich den Atem angehalten hatte und rang nun um Luft.
„Das klang nicht danach, als hättet ihr irgendeinen Streit gehabt… sondern etwas Größeres“, gab Sawa nun zu. „Das… ja, nein… das war es auch nicht“, brachte ich nun raus. „Sondern?“ „Er… hat mich gefangen gehalten.“ „Er hat WAS?!“ „Eigentlich war es keine große Sache…“ „Versuchst du gerade etwa ihn zu verteidigen?!“ Ich schaute überrascht zu ihr auf. Sie hatte recht damit, dass ich versuchte mir die Sache irgendwie schön zu reden. Nur warum sollte ich das bitteschön tun? „Shin… du hast ihn wirklich geliebt, oder?“ Langsam senkten sich mein Blick zum Boden und dann in die Küche, sodass ich mich von ihr wegdrehte. Tränen rannen meine Wangen entlang und ich ging ein paar Schritte von ihr weg, da ich nicht wollte, dass sie mich so sah. „Du musst deine Trauer nicht vor mir verstecken. Ich bin eine Frau. Wir haben für so etwas Verständnis.“ Natürlich konnte sie nicht verstehen, dass es in meiner Natur lag, dass ich Dinge lieber mit mir selbst ausmachte. Eigentlich musste ich schon richtig tief am Boden liegen, damit ich mich jemanden anvertraute. „Shin, rede mit mir.“ Meine Gedanken waren so abgeschweift zu Toma und allem, was geschehen war, dass ich vergessen hatte, in welcher Situation ich mich eigentlich befand und dass ich ihr antworten sollte. „Tut mir Leid, ich war in Gedanken“, antwortete ich, während ich mich zu ihr umdrehte. Dieses Mal freute sie sich nicht, dass ich wenigstens ehrlich war, sondern sah mich nur besorgt an. „Ja, ich hab ihn geliebt und es hat mir solche Angst gemacht, dass ich ihn am liebsten nicht wieder sehen wollte. Doch er hat mir nichts getan und sich rührend um mich gekümmert, wenn ich ihn nur die Chance gegeben hätte seinen guten Willen zu zeigen. Aber nein, ich hab nichts gegessen oder getrunken und aufgehört mit ihm zu reden, weil ich einfach nur meine Freiheit wollte. Er hat sich nicht einmal getraut mich anzufassen, auch wenn ihm hätte bewusst sein müssen, dass ich prinzipiell nichts dagegen haben müsste.“ Plötzlich redete ich wie ein Schwall, alles kam unter Tränen aus mir herausgesprudelt. Vorsichtig legte Sawa die Arme um mich und ihren Kopf auf meine Schultern. „Das Schlimme ist, dass ich gerade das Bedürfnis hatte ihn zu trösten. Ich weiß nicht, was dieses Gefühl mir sagen will. Liebe ich ihn noch oder war es bloße Gewohnheit? Ich glaube, ich drehe durch.“ „Wahrscheinlich sollte ich dich erst einmal ablenken, oder?“ Ich nickte nur unterbewusst.
Zwei Komödien später konnte ich doch wieder lachen und meine Gedanken waren ganz weit von diesem Thema entfernt. „Du bist viel süßer, wenn du lachst“, meinte sie belustigt. Woraufhin ich anfing zu streiken: „Nein, ich bin nicht süß!“ „Was war das vorhin eigentlich mit Ikki? Hattest du etwas mit ihm?“ Automatisch lief ich rot an und ihr war es sofort klar. „Ach Shin, was bist du nur für ein Männerheld? Mhh… hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage“, meinte sie spaßig. „Sag mal… das ist vielleicht ein schräger Gedanke, aber wolltest du ihn vorhin eifersüchtig machen?“ „N-nein!“, antwortete ich erst instinktiv, doch entschloss mich dazu, dass es nicht gut wäre, sie anzulügen. „Ja, vielleicht hatte ich es schon vor, aber ihn interessiert es ja eh nicht.“ Sie knirschte jetzt doch etwas mit den Zähnen. Es passt ihr also eindeutig nicht, dass sie nur das Mittel zum Zweck war. „Dafür wirst du jetzt bestraft!“, stellte sie boshaft fest und ich sah sie gestellt ängstlich an. Sie musste lachen. „Der Blick steht dir nicht!“ Ich lachte ebenso, doch ehe ich mich versah, lagen ihre Lippen auf den meinen. Kurz darauf drückte sie mich auf das Bett. Mein Innerstes überlegte noch, ob ich mich wehren sollte oder es einfach lassen. Ihre Lippen ließen von den meinen ab, liebkosten nach und nach meinen Nacken liebkost hatte und immer weiter runter gegangen war. Gezielt öffnete sie meine Hose, um ihn anschließend einfach in den Mund zu nehmen. Jetzt war es aus. Ich konnte mich nicht mehr wehren, nur noch versuchen irgendwie Würde zu bewahren und nicht zu laut zu stöhnen. Sie wusste offensichtlich genau, was sie da tat, obwohl Ikki besser wusste, wo es nicht gut anfühlte. Warum ließ ich mich darauf ein? Was tat ich hier nur? Ich dachte die ganze Zeit nur an Ikki und wie er es immer tat. Alles drehte sich und ich vergaß einfach, was hier passierte. In diesem Moment wurde ich jedoch aus meinen Gedanken gerissen, als ich meinen Klingelton hörte. Sawa griff nach meinem Handy, dass noch in meiner hinteren Hosentasche gesteckt hatte. Kurz ging sie nach oben. „Das ist Ikki. Willst du mit ihm reden?“ Verwirrt musterte ich seinen Namen, der klar und deutlich auf dem Display zu erkennen war. Das konnte nicht sein! Wollte er sich etwa doch noch danach erkundigen wie es mir ergangen war? Intuitiv nickte ich, woraufhin sie den Anruf annahm und mir das Handy ans Ohr gab. Erst jetzt fragte ich mich, was verdammt ich mir in dieser Situation dabei gedacht hatte. Warum hatte sie den Anruf auch einfach angenommen? „Ja?“, brachte ich nun heraus, während ich versuchte nicht atemlos zu klingen. „Ja, hallo Shin. Hab mich gefragt, wie es dir so geht einsam in deiner Wohnung? Ich wollte vorhin nicht mitten auf der Straße dich damit überfallen.“ Mein Herz schlug ein wenig schneller, was mich verwirrte. „Es war schon ein wenig hart… a-aber…“ Ich keuchte überrascht auf. Sawa hatte ihren Kopf wieder gesenkt. „Shin, ist alles in Ordnung?“ „J-ja… keine Sorge.“ „Na gut.. Geht es auch mit deinen körperlichen Zustand in der Uni?“ „J-ja… wie war denn dein Tag so?“ Verzweifelt versuchte ich ihn dazu zu bekommen, dass er redete und nicht mehr ich, um Sawa deutlich zu machen, dass sie aufhören solle. Aber nun verstand ich, was sie meinte mit „bestrafen“. Ikki redete weiter. Seine Stimme, während er nun erzählte, war so angenehm und brachte mich nur noch schneller zu dem Punkt, an dem Sawa mich gerade haben wollte. „Ha…“, stöhnte ich aus Versehen auf, als sie zusätzlich mit einer Hand unter mein Shirt gefahren war. „Shin… was machst du da gerade?“ Mein Herz blieb gefühlt stehen bei dieser Frage. Scheiße, was sollte ich nun sagen?!

Save the Game? Yes or No?
~Na hat es euch gefallen? Schreibt es doch in Kommentare! :3 Was wird Shin nun tun? Und wie wird Ikki reagieren? Ist Shin wirklich noch in Toma verliebt oder etwa in Ikki? Wo soll das alles noch hinführen? All das erfahrt ihr im nächsten Kapitel Tanz der Karten!~

Tanz der Karten – Kapitel 16

Donnerstag, 30. Juni 2016

~Hey Leute, da ich momentan kaum Zeit habe, kriegt ihr nun einfach direkt ein weiteres bereits vorgeschriebenes Kapitel von Tanz der Karten zu sehen. Ich hoffe, dass ihr mir die fehlende Abwechslung verzeiht und wünsche euch nun viel Spaß mit dem nächsten Kapitel!~

Was tat ich hier nur? Ich verletzte Toma gerade wirklich und eigentlich wollte ich das doch gar nicht. Eigentlich wollte ich, dass Ikki sich darum scherte, aber das würde er sowieso nicht. Verdammt, was tat ich hier nur?! Sawa quatschte ununterbrochen und fröhlicher als sonst über ihren Sportverein, ihre Freundinnen und irgendwelche Geschichten über Café. Mich interessierte wenig davon wirklich, aber ich hörte ihr einfach brav zu. Frauen konnten wirklich ganz nervtötend sein, wobei es auch Kerle gab die so unerträglich viel redeten und wiederum solche Frauen wie Heroine. Ich seufzte, als ich an die Zeit mit ihr zurückdachte. „Alles in Ordnung?“ Ich sah überrascht nach oben. „Tut mir Leid, ich war mit den Gedanken gerade woanders.“ Sie lächelte. „Immerhin bist du ehrlich… Ich rede zu schnell und zu viel, richtig?“ „Ein wenig.“, gab ich zu und kratzte sich nur peinlich berührt am Kopf. „Das höre ich öfters.“ Trotzdem würde sie nichts dagegen tun, so wie ich sie kannte.
Plötzlich fragte sie mit einem vielsagenden Grinsen: „Sag mal Shin, wie wäre es, wenn wir zu dir gehen? Du wohnst doch eh nicht weit von hier.“ Mein Körper spannte sich ein wenig an und ich ertappte mich wirklich dabei wie ich nervös wurde. Es war eindeutig, worauf sie hinaus wollte, aber ich wusste gar nicht, ob ich darauf hinaus wollte. Unsicher fixierte ich den Boden, dabei wirkte ich garantiert aber eher schlecht gelaunt als unsicher. „Was ist, willst du nicht?“, hauchte sie mir plötzlich ins Ohr. Ich bekam nur eine Gänsehaut. Ohne dass ich es mitbekommen hatte, war sie von der Bank gegenüber mit auf meine Bank gerutscht. Langsam hob ich den Blick zu ihr und sie packte mich einfach an der Hand und zog mich mit sich. Also gingen wir die Straßen entlang, erneut am Café, wo Toma gerade arbeitete vorbei. Dieses Mal versteckte ich mich aber eher, doch ich fürchtete, dass er uns trotzdem gesehen hatte. Was tat ich hier nur?!

Letztendlich waren wir in meiner Wohnung angekommen. Sie zog ihre Jacke und Schuhe aus, lief geradewegs in mein Zimmer und setzte sich auf das Bett. Ich folgte ihr verlegen und begutachtete sie kurz, ehe ich mich zu ihr auf das Bett setzte. „Mhhm… du bist Jungfrau, stimmt’s?“, fragte sie nun direkt. Mir schoss das Blut ins Gesicht. Sollte ich jetzt wirklich ehrlich zu ihr sein? Wahrscheinlich sollte ich es einfach. Immerhin sah ich sie irgendwo auch schon als Freundin an. Außerdem konnte ich so das aufschieben, worauf sie eigentlich hinauswollte. Vielleicht konnte ich es sogar abwenden. Letztendlich war meine Nervosität eh zu groß und es wäre nicht ehrlich, wenn ich jetzt mit ihr schlafen würde, sondern einfach eine Reaktion aus Verzweiflung heraus. „Du wirst ja bestimmt nicht in die weite Welt hinaus tratschen, oder?“ „Nein, keine Sorge, so eine bin ich nicht, auch wenn ich viel erzähle.“, meinte sie belustigt und ergänzte: „Also bist du wirklich eine, ja?“ „Was Frauen angeht schon…“, antworte ich nun und sie lief rot an. „W-warte… heißt das, du hattest schon mal etwas mit einem Kerl? A-also ich rede von mehr als von dem Küssen und so im Yaoi Café…“ „Ja, ich auch.“ „Wa-was?!“ Nun wirkte sie wirklich panisch und wich meinem Blick aus. Dabei fielen ihr wohl die Glasscherben auf, die ich vergessen hatte wegzuräumen, sowie das Blut daran. Irritiert stand sie auf und zog das Bild von Toma und Heroine heraus. Nun sah sie mich an und ich wich ihren Augen aus.
„Ich nehme an, dass das Bild nicht wegen Heroine dort liegt.. richtig?“ Ich nickte nur stumm. „Hast du mich wegen ihm damals abgewiesen?“ Ein erneutes Nicken bestätigte sie. „Stehst du überhaupt auf Frauen?“, fragte sie nun vorsichtig. „Ja, also… ich weiß es nicht hundertprozentig, aber ich schaue Frauen hinterher wie jeder andere und war auch schon in eine verliebt, also so ist es nicht.“ „Verstehe, also bist du bi?“ „Wahrscheinlich…“ Sie legte das Bild auf meinem Schreibtisch ab und setzte sich wieder neben mich. „Dir war klar, dass ich nicht in dich verliebt bin, sondern einfach nur mit dir ins Bett steigen wollte, richtig?“ „Du bist recht leicht zu lesen, ja.“, erklärte ich also. „Dementsprechend wolltest du dich von Toma ablenken und gleichzeitig auch mal etwas mit einer Frau ausprobieren, ohne ihr direkt zu schaden, falls du sie abweisen musst, mh?“, fragte Sawa, während sie sich zu mir rüber lehnte und meinem Gesicht immer näher kam. Das war so zwar nicht komplett richtig, aber ich wollte sie auch nicht korrigieren. Also antwortete ich: „Richtig.“ Ein Grinsen breitete sich auf ihren Gesicht aus und ich dachte, dass sie mich nun küssen würde, doch dann stoppte sie: „Halt! Warst du der Uke oder der Seme?“ „Was?“ „Warst du der dominante Part oder lagst du unten?“ Ich lief rot an, als sie diese Frage so direkt stellte und ich sah nur genervt zur Seite. „Also warst du der Uke! Man, du bist so niedlich, wenn du peinlich berührt bist.“ „Verkneif dir das Wort „niedlich“!“ Sie lachte daraufhin nur.
„Dann übernehme ich einfach die Führung, damit du nicht ganz so unsicher sein musst.“, flüsterte sie charmant in mein Ohr, sodass ich erneut Gänsehaut bekam. Langsam fuhr sie mit ihren Fingerspitzen über meinen Oberkörper und küsste meinen Nacken. Verdammt, was tat ich hier nur? Sollte ich sie bitten aufzuhören oder es einfach genießen? Ich konnte es nicht sagen! Erinnerungen überkamen mich von Ikki, von Toma, von Heroine. Mein Weltbild drohte scheinbar zu zerbrechen.
Sie hob den Kopf zu meinem und wollte mich gerade küssen, in diesem Moment geschah es. Es klingelte an der Tür. „Ignorier es…“, flüsterte sie mir zu, auf dieselbe Art und Weise wie Ikki damals als Toma vor der Tür stand. Es machte mich nervös und nutzte es aus, dass ich wie erstarrt war und küsste mich einfach, heiß und innig. Die Lippen eines Mädchens waren um so vieles weicher als die eines Kerls. Ich konnte es wieder einmal nicht fassen. In diesem Moment hämmerte es gegen die Tür. „Shin… Ich weiß, dass du da bist und ich weiß, dass du mich nicht sehen willst… ahomaDas verstehe ich, ich würde mich auch nicht sehen wollen… Aber ich muss mit dir reden… Ich will mich entschuldigen, bitte… Lass mich rein.“ Das war Toma… Sawa ließ also meine Lippen in Ruhe und sah in mein geschocktes Gesicht. „Wirst du mit ihm reden?“, fragte sie nun mit einem verständnisvollen Ton und legte den Kopf schief. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, zu keinem der beiden. Vorsichtig stand ich auf und ging langsam in den Flur. „Bitte Shin, es tut mir alles so furchtbar Leid… Es war mein Fehler. Ich hab es eingesehen und ich bereue es.“ Er weinte definitiv und auch mir kamen nun die Tränen. Meine Wut drängte sich langsam nach draußen und der gesamte Schmerz, den er mir zugefügt hatte. Dachte er wirklich, dass er alles mit einer einfachen Entschuldigung wiedergutmachen könnte?! …Indem er wie ein Stalker plötzlich vor meiner Haustür auftauchte und die ganze Nachbarschaft zusammenschrie? „Ich hab dich nicht angezeigt! Und mehr kann ich leider nicht mehr für dich tun!“, schrie meine Wut einfach aus mir heraus. Kurz wurde alles komplett still. Und plötzlich hörte ich das Klacken meines Schlosses und die Tür ging langsam auf. Mein Herz begann zu Rasen vor Angst und ich ging panisch ein paar Schritte rückwärts. Natürlich, er hatte noch den Ersatzschlüssel zu meiner Wohnung!

Save the Game? Yes or No?
~ Ist Toma sauer? Wird er Shin verletzen wollen? Kann Sawa Shin verteidigen? Wie wird es nun nur weitergehen? Erfahrt all das im nächsten Kapitel! Und schreibt mir doch mal, wie ihr die Entwicklung der Story findet und ob ihr überhaupt ein nächstes Kapitel davon lesen wollt. Ich freue mich über sämtliche Kritik oder auch Lob!
Eure DarKira~

Tanz der Karten – Kapitel 15

Donnerstag, 16. Juni 2016

~Auf Wunsch einer einzelnen Person bringe ich heute direkt noch ein Kapitel von Tanz der Karten heraus. Dieses Mal sind wir zu Shins Sicht zurückgekehrt. Ich hoffe, dass es euch gefällt. Viel Spaß damit!~

 

Ich saß auf Tomas Bett und wartete, dass er mit dem Tee in der Hand wiederkam und ich ihm meine Liebe gestehen könnte. Da kam er herein mit einem Lächeln und setzte so nah an mich, dass ich seinen Geruch so intensiv wahrnahm und dass nicht nur, weil ich seine Klamotten trug. „Trink erst einmal etwas. Das wird dich wärmen.“ „Nein, ich muss dir etwas sagen. Ich habe schon viel zu lange gewartet.“ Also stellte ich die Tassen von uns beiden weg und legte eine Hand an seine Wange. „Toma, ich liebe dich, doch war immer zu unfähig es dir zu sagen. Unsere Freundschaft stand auf dem Spiel und ich hatte das Gefühl dich betrogen zu haben. Es tut mir alles so Leid, aber ich will, dass du weißt, dass du der Einzige bist, der für mich zählt.“ Tomas Augen begannen zu strahlen und Tränen rannen seine Wangen herab, Freudentränen. „Ich liebe dich auch.“, flüsterte er. Dann küsste er mich innig. Meine Sinne wurden mir geraubt, mein Verstand schaltete sich ab. Ich wollte mich ihm einfach hingeben. Er durfte alles von mir bekommen, meinen Körper, meinen Geist, alles. So drückte er mich vorsichtig, aber bestimmend auf das Bett. Ich wollte ihn wirklich, doch… plötzlich sah er mich mit einem fürchterlichen Blick an. „Du wirst mir gehören, für immer. Ich lasse dich jetzt nie wieder gehen.“ Diese Stimme machte mir Angst. Das war nicht mehr mein Toma. Das war nicht mehr die Person, die ich liebte. „Du wirst nur noch mir gehören!“
Panisch wachte ich auf und sah mich vollkommen orientierungslos im Zimmer um. Mein Puls raste und ich zitterte am ganzen Körper. Das war das erste Mal seit einer langen Zeit, dass ich wieder in meiner eigenen Wohnung in meinem Bett schlief und das auch noch alleine. Ein paar Tage waren vergangen, die ich bei Ikki verbracht hatte, unter anderem das komplette, letzte Wochenende. Ich fühlte mich bei ihm unglaublich geborgen, auch wenn er nicht immer bei mir war. Das machte mir jedoch nichts aus. Ich wusste ja, dass Ikki sehr beliebt war, viele Freunde hatte und einen Job zu erledigen. Allerdings tat es schon weh, wenn er nach Hause kam, offensichtlich mit einer anderen Person geschlafen hatte und wirklich nicht einmal versuchte es zu verstecken.
Am Freitag musste ich noch einmal zu einer Kontrolle beim Arzt gehen. Dieser versicherte, dass ich am Montag wieder zur Uni gehen könnte, riet mir aber von der Arbeit im Kaffee erst einmal ab. Dementsprechend bestanden Ikki und Heroine darauf, dass ich am Wochenende noch bei Ikki bleiben sollte, aber brachten mich Sonntag Abend dann wieder in mein Apartment. Es war so einsam hier, dass mir schlecht wurde. Ich wollte wieder zu Ikki, der mich umsorgt hatte mit diesem perfekten Lächeln, das allerdings kaum eine Spur von Aufrichtigkeit hatte. Innerlich schien er nicht gerade die fröhlichste Person zu sein, genauso wenig ging noch bei Toma davon aus, dass er annähernd heiter war. Stattdessen fragte ich mich, ob er es jemals gewesen war. Mir kamen die Tränen und ich schüttelte verzweifelt den Kopf. Warum hatte ich diesen Traum? Meine Gefühle für Toma wurden doch komplett ausgelöscht, oder etwa nicht? Ich dachte an die Nächte mit Ikki zurück und stellte fest, dass diese unglaublichen Gefühle doch nur Liebe sein konnten, oder? Hatte ich mich ernsthaft in Ikki verliebt? Vielleicht sollte ich es ihm sagen und vielleicht würde er dann aufhören mit anderen neben mir zu schlafen. Vielleicht…
Vorsichtig stand ich auf und sah zum Fenster hinaus. Der Mond stand geradeso über dem Horizont und schaute durch einige höhere Gebäude hindurch. Der Schein des Lichts tauchte die Umgebung in ein mystisches Ambiente. Zwei Besoffene prügelten sich gerade nicht weit von meinem Haus entfernt und ein ältere Frau beobachtete die beiden vom gegenüberliegenden Gebäude. Für eine gefühlte Ewigkeit betrachtete ich gedankenlos den Anblick. Dann stand ich plötzlich ruckartig auf, ging zum Bad und übergab mich.
Etwas zwei Stunden später saß ich verheult wieder in meinem Zimmer. Das Bild von Toma lag in Scherben am anderen Ende des Zimmers und Blut lief über meine Füße, weil ich das Licht nicht angemacht hatte und in die Scherben getreten war. Ich wollte mich eigentlich wieder schlafen legen, doch ich konnte einfach nicht. So passierte es, dass ich mich entschied mich einfach in die Wanne zu legen. Vielleicht würde ich ja dadurch verbluten mit der Schnitt an meinem Fuß, auch wenn mir der Gedanke lächerlich vorkam. Anstatt dass ich verblutete, schlief ich in der Wanne ein und ertrank fast, leider nur fast.

So brach letztendlich ein neuer Tag an. Mit gigantischen Augenringen saß ich in der Uni und starrte komplett neben der Spur meinen Dozenten an. Sawa neben mir schaute erst nur ständig zu mir, aber letztendlich traute sie sich doch mich anzusprechen. „Du warst jetzt über eine Woche nicht mehr in der Uni… Ich hab mir irgendwie Sorgen gemacht. Ehrlich gesagt siehst du auch immer noch nicht ganz gesund aus.“ Sie hatte natürlich keine Ahnung was vorgefallen war. Wieso war ich auch davon ausgegangen? „Ja, gesund würde ich mich auch nicht nennen… Und tut mir Leid, dass ich dir Sorgen bereitet habe.“, meinte ich nur ein wenig mürrisch, woraufhin sie lächelte. „Hey, ich hätte dich den einen Tag nicht so anfahren sollen. Das tut mir Leid. Du hast dich sicher dort schon nicht so gut gefühlt.“ Ich nickte nur, obwohl es sich mein „nicht so gut fühlen“ eher auf eine psychische Ebene bezog, wovon sie nun nicht auszugehen schien. „Vielleicht können wir nochmal von vorne anfangen?“, fragte sie beinahe liebenswürdig. Ich musterte sie kurz skeptisch, dann rang ich mir aber einen netteren Gesichtsausdruck ab und sagte: „Gerne.“ Immerhin brachte dieser Tag wenigstens etwas Gutes.
Später ging ich mit Sawa nach Hause und sie klärte mich darüber auch, was ich in der Uni verpasst hatte und danach darüber, was ich im Café verpasst hatte. Dazu sagte ich nur, dass ich noch nicht wieder im Café arbeiten könnte. Dem stimmte sie vollkommen zu. Dann begann sie ununterbrochen über ihren Sportverein zu quatschen und ich hörte einfach schweigend zu. Mir war wirklich nicht nach Reden zumute. Bis auf einmal uns Ikki, der uns allerdings noch nicht bemerkt hatte, über den Weg lief. Er hatte einen Arm um ein Mädchen gelegt, das er schließlich auch küsste. Ich knirschte angepisst mit den Zähnen. „Hey Ikki!“, meinte ich Sawa freundlich, woraufhin der Angesprochene überrascht aufsah. Mit einem Lächeln begrüßte er uns: „Hallo ihr beiden! Schon auf dem Heimweg?“ Er tat tatsächlich so, als würde ihn das alles nichts angehen, als wäre nie zwischen uns etwas vorgefallen und als würde er nicht ganz genau wissen wie ich mich in diesem Moment fühlte. So kindisch es mir auch schien, aber ich hatte keine Lust, ihm jetzt noch zu antworten. „Shin, alles wieder gut?“ Ich nickte nur ein bisschen, dann zupfte auch schon das Mädchen neben Shin an seinem Ärmel und lächelte sie an. „Na gut, wir müssen dann mal weiter. Schönen Tag noch!“ Er hatte sich nicht einmal danach erkundigt, warum ich solche Augenringe hatte oder nach der Uni oder nach irgendwas sonst. Ich wollte doch nur, dass er wenigstens ansatzweise sich sorgte. Immerhin ging es mir mehr als dreckig und schaffte das alles nicht alleine, aber ihn schien das nicht zu interessieren, da er mich 3 Tage bei sich aufgenommen hatte und das war ja mehr als genug. Jetzt konnte ich wieder ein Fremder für ihn sein, eine wertlose Affäre, richtig? Ich wollte mich noch bei ihm bedanken, aber ich hatte nicht einmal seine Nummer! „Shin, ist alles in Ordnung?“, fragte Sawa plötzlich von der Seite. Ich war so in Gedanken gewesen, dass ich gar nicht mehr bemerkt hatte, wo ich war und dass ich Tränen in den Augen hatte. Ich begutachtete sie für eine Sekunde vollkommen neben der Spur, dann meinte: „Ja, tut mir Leid. Ich war gerade abwesend.“
In diesem Moment fiel mir auf, dass Toma aus dem Café schaute und uns offensichtlich die ganze Zeit beobachtet hatte. Ich ließ mir nicht anmerken, dass ich ihn gesehen hatte. Verdammt, was sollte ich jetzt tun? Ich war viel zu aufgewühlt, um irgendwas zu tun. Auf einmal kam mir ein Gedanke, was Ikki konnte, das konnte ich ja wohl schon lange! „Sawa, hast du Lust noch einen Café mit mir zu trinken?“, meinte ich also und lächelte sie charmant an. Sie lief schlagartig rot an und stotterte: „Na-natürlich, gerne! Ich kenne da ein super Café, aber das liegt in der anderen Richtung.“ „Kein Problem, ich folge dir, wohin du auch willst.“ Sie wurde total nervös, vor allem als ich dann noch einen Arm um sie legte. So gingen wir letztendlich und mal wieder ließ ich Toma alleine irgendwo stehen, aber dieses Mal mit voller Absicht.

Save the Game? Yes or No?
~Ich hoffe, dass es euch gefallen hat! Wie wird es nur weitergehen? Wie lange hält Shin diese Situation noch aus? Und kann Toma mit all dem umgehen? Was denkt sich Ikki eigentlich dabei? All das erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten!
Eure DarKira~

Tanz der Karten – Kapitel 14

Montag, 13. Juni 2016

~Hey Leute, heute gibt es von mir mal wieder ein neues Kapitel von Tanz der Karten. Allerdings habe ich dieses Mal nicht aus Shins Sicht geschrieben. Ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt!~

Als Shin mir gestand, was mit Ikki vorgefallen war, drehten meine Nerven einfach durch. Ehe ich mich versah, hatte ich ihn schon zum Schlafen gebracht und war auf dem Weg zum Tanzsaal, wo Ikki noch sein musste. Er stand unten und redete mit seinem „Freund“, den Shin und ich damals im Café kennengelernt hatte. Wie hieß er doch gleich? K… Kent, genau! Der Rest der Teilnehmer am Tanzkurs war bereits gegangen. Wütend ging ich nun auf Ikki zu und schrie ihm meine Meinung entgegen: „Warum hast du Shin so etwas angetan?! Wie konntest du nur!?! Dabei hast du sogar noch einen Freund!“ Ikki starrte mich an als wäre ich ein Alien und Kent hingegen verzog keine Miene. Dann sah letzterer nur zu Ikki und nickte kurz, woraufhin der Angesprochene nur eine abfällige Geste machte. Das war wohl die Einverständniserklärung dafür, dass mich Kent beiseite zog und in sicherem Abstand zum Tanzlehrer erklärte: „Du musst wissen. Wir sind nicht in dem Sinne zusammen, dass es mich annähernd stören würde, wenn er mit anderen schläft.“ Mir fielen die Augen aus dem Kopf. Was war das denn für eine verkorkste Beziehung?! Wer will denn so etwas? Er schien meinen Gesichtsausdruck richtig deuten zu können und fuhr fort mit den Worten: „Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache. Allerdings schlafen wir kaum miteinander, weil ich es nicht will, aber er braucht das halt. Also hab ich ihm gesagt, dass er mit jedem tun und lassen kann, was er will, nur dürfen niemals solche Gefühle im Spiel sein wie die, die er für mich hat.“ Er erzählte so ruhig und kalt, als würde er über etwas reden, das ihn überhaupt nichts anging. Es beeindruckte mich und machte mir auch ebenso Angst. „Wie hältst du das aus?“ „Indem ich ihn ankonditioniert habe, dass er für niemand anderen Gefühle entwickeln kann.“
Hatte ich das richtig verstanden? Kent hatte seinen Freund antrainiert, dass er sich in niemand anderen verlieben konnte? Das bedeutet, er hatte ihn auf sich geprägt. Ich hatte gehört, dass so etwas möglich war, aber konnte es eigentlich nicht richtig glauben. „Wie hast du das denn bitte gemacht?“, fragte ich ihn also irritiert. „Ich habe ihm klar gemacht, dass er nichts anderes als mich braucht zum Leben und ihn für gewisse Zeit von der Außenwelt isoliert, sodass er sich nur noch auf mich konzentrieren konnte und nun ist er abhängig.“ Er klang so sachlich, dabei lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken, als ich mir den sonst so sozialen Ikki abgeschottet von der Umwelt vorstellte wie ihn sein Freund auf sich prägte. „Muss das nicht schlimm für ihn gewesen sein?“ „Am Anfang vielleicht, aber mit der Zeit kommt die Gewöhnung und irgendwann hatte er Verständnis dafür.“, erklärte Kent nur. In diesem Moment fragte ich mich ernsthaft, ob ich so etwas mit Shin machen könnte. Dann müsste ich nie wieder fürchten, dass er mich nicht will, dass er jemand anderen nimmt und mich einsam im Laternenlicht stehen lässt. Die Erinnerung war immer noch so schmerzhaft. Warum konnte er nicht einfach mir gehören? In meinen Überlegungen vergaß ich beinahe den Grund, weswegen ich überhaupt hergekommen war.
„Gut, aber trotzdem hat Ikki keinen Grund dazu, jemanden zu erpressen, damit diese Person mit ihm schläft.“ Das war das erste Mal, das Kent eine Reaktion zeigte. Er zog eine Augenbraue nach oben. „Ach…hat er das?“ „Durchaus…“, zischte ich nur angepisst. „Interessant, das hatte ich nicht von ihm erwartet, aber tatsächlich kann er ziemlich radikal sein, wenn er etwas möchte. Zumal er es nicht verkraftet, wenn es doch mal vorkommt, dass ihn jemand nicht will. Allerdings wird er höchstwahrscheinlich auch nicht nochmal mit Shin schlafen. Immerhin wollten bis jetzt alle mehr von Shin, wenn sie einmal mit ihnen geschlafen hatte und genau das macht sie uninteressant für ihn, höchstens nur noch für das Vergnügen nebenbei.“ Nun knirschte ich mit den Zähnen. Ikki war nun noch weiter in meinem Ansehen gesunken und dass Kent scheinbar keinerlei Problem damit hatte, dass sein Freund jemanden erpresst hatte, machte es nicht besser. „Nur weil er es nicht noch einmal tut, macht es das nicht besser! Außerdem schien Shin nicht so, als ob es ihm irgendwie gefallen hätte oder dergleichen!“ Ich schrie so laut, dass Ikki offensichtlich mitbekommen hatte, da er begann zu lachen. „Du hättest ihn sehen müssen. Es hat ihm definitiv gefallen.“, meinte er belustigt. Nun brannten meine Nerven entgültig durch. Ich ging wütend in seine Richtung, woraufhin er ein paar Schritte zurück ging. Mein Gesichtsausdruck musste dem eines Mörders gleichen nach der Skala meines Zorns. Als ich nah genug war, holte ich auf und knallte ihm meine Faust ins Gesicht. Der Tanzlehrer verlor tatsächlich sein Gleichgewicht und ging zu Boden. Dieser geschockte Ausdruck in seinem schmerzverzerrten Gesicht war mir tatsächlich eine Genugtuung, sodass ein kurzes Grinsen über meine Lippen huschte. Allerdings machte ich mir in dieser Sekunde selbst Angst, weswegen ich mich schleunigst umdrehte und ohne ein weiteres Wort ging.
Eigentlich hatte er es verdient zu sterben für das, was er Shin angetan hatte. Es konnte Shin nicht gefallen haben mit diesem Perversen zu schlafen, niemals! Innerlich wollte Shin doch eigentlich nur mich, richtig? Vielleicht sollte ich ihn tatsächlich auf mich prägen, damit er niemals wieder auf Abwege geriet. Nein, er wurde doch erpresst, also war das kein Abweg. Trotzdem war es vielleicht nicht schlecht ihn auf mich zu prägen, immerhin gehörte er dann wirklich mir und vor allem könnte ich ihn besser vor dieser Welt und vor allem vor Ikki schützen. Solange er bei mir war, würde es ihm gut gehen, richtig? Nur dann würde er wirklich glücklich werden, in meinen Armen isoliert von all der Grausamkeit in dieser Welt! Shin musste mir gehören, nur dann wäre ich fähig glücklich zu werden und er doch ebenso.

Allerdings lief alles anders als geplant. Ich durfte ihm laut der Beschreibungen im Internet nicht sagen, was ich vorhatte, weil es sonst nicht funktionieren würde. Doch er verlangte Erklärungen und er litt mehr als ich es erwartet hatte. Ich war in Sorge um ihn und versuchte immer wieder neue Dinge um ihn glücklich zu machen, doch er stellte sich komplett quer. Er schien nicht einmal sehen zu wollen, was ich alles für ihn tat. Meine Angst wurde immer größer und ich klammerte mich immer mehr daran, dass der Plan irgendwann funktionieren müsste. Wenn ich ihn jetzt auf der Hälfte einfach gehen ließ, dann würde er nie wieder ein Wort mit mir reden. Nur noch der Plan konnte mich aus dieser misslichen Lage befreien, nur noch der Plan ihn auf mich zu prägen könnte ihn wieder in meine Arme treiben. Alles lief anders. Unter all meinen Recherchen und Überlegungen vergaß ich in die Uni zu gehen oder ins Café. Ich vergaß die komplette Außenwelt, nur noch er zählte für mich. Shin musste wieder glücklich werden, aber was sollte ich nur machen? Ich hatte fürchterliche Angst und Sorge um ihn, doch eines Tages passierte es dann.

Meine Worte waren absolut ehrlich, also musste er es doch verstehen oder nicht? Aber er verstand es nicht und sein Blick und seine Worte taten so schrecklich weh. „Es tut mir Leid. Ich will dich nicht verletzen.“ Nein, ich wollte einfach nur, dass er glücklich mit mir wird. „Du nervst mich, verdammt. Du nervst und du bemerkst nicht einmal, dass es mir ganz und gar nicht gut geht damit, dass du mich gefangen hältst.“ Natürlich hatte ich es bemerkt, doch er bemerkte nicht einmal wie verzweifelt ich meine Kochkünste übertraf, damit es ihm schmecken würde, wie ich ständig die Kissen in seinem Käfig auffrischte und ihm eigentlich bot, was sein Herz begehrte. Er musste doch nur ein Wort sagen, doch er wollte einfach nur raus. Das war das Einzige, was ich ihm momentan noch nicht bieten konnte. „Man kann mich ruhig verletzen, verstehst du? So zerbrechlich bin ich nicht! Lass mich einfach gehen und mach dir keine Sorgen um mich. Ich kann mich schon wehren, außer in deinem Fall vielleicht, aber das übertritt auch sämtliche Grenzen des Bösartigen.“ „Was war das dann mit Ikki?“ „Ich habe mich freiwillig verletzen lassen, damit er dich nicht verletzt, verdammt! Ich hab das doch alles nur für dich gemacht, du verdammter Vollidiot! Außerdem so schlimm war es auch wieder nicht, eher im Gegenteil.“ Ich war fassungslos und komplett erstarrt. Also hatte es ihm doch gefallen. Ikki und Kent hatten recht gehabt. Konnte ich nichts mehr dagegen tun? War er schon von Ikki abhängig? War ich zu spät gekommen? War alles für umsonst gewesen? „Shin, was soll das heißen? Also liebst du ihn?“ Mein geschockter Blick traf auf seinen abwertenden. Dieser Art erschreckte mich an ihm. Ich hatte ihn noch nie so erlebt. „Nein Toma, ich habe dich geliebt. Er hat mich nur erpresst damit, dir zu sagen, dass zwischen ihm und mir etwas lief und ich wollte nicht, dass du es erfährst, also habe ich alles getan, was er von mir verlangt hat, dafür dass ich dich nicht verliere.“ Er liebte mich? Hieß das, dass ich ihm nur meine Liebe hätte gestehen müssen und alles wäre gut gewesen? Plötzlich grinste er so schrecklich bösartig, dass ich noch mehr Angst bekam. „Shin…?“ Als er seine Hand an meine Wange legte, begann mein Herz zu rasen. „Du hast mich zu diesem Punkt gebracht, dass mir deine Meinung egal ist. Ich liebe dich nicht mehr.“ Seine Hand krallte sich in meine Haare und er zog meinen Kopf unsanft zu seinem. „Dieses Leben ist mir so egal geworden. Hast du gut hinbekommen.“ „Shin…“ Ich konnte die Tränen einfach nicht mehr unterdrücken. Was hatte ich ihm nur angetan? Er war vollkommen durchgedreht! Wieso war mir nicht vorher aufgefallen, dass seine Psyche so sehr litt?! Er lachte furchtbar angsteinflösend. „Hey Toma, wie wäre es, wenn du mich einfach gehen lässt. Heroine macht sich doch bestimmt große Sorgen, wo ich nur abgeblieben bin, nicht? Du hast bestimmt große Problem zu verheimlichen, was du deinem Geliebten angetan hast. Du bist lächerlich, weißt du das?“ In diesem Moment wurde mir wieder bewusst, dass ich meine Außenwelt komplett vergessen hatte. Ich war nicht an mein Handy gegangen und Shin ebenso nicht. Nirgendwo in der Öffentlichkeit war ich aufgetaucht. Jeden Moment könnte Heroine mit dem Ersatzschlüssel zu meiner Wohnung kommen und fragen, was los ist. Wie konnte ich nur so idiotisch sein?! Ich drückte ihn auf den Käfigboden, damit er mir endlich mal zuhörte. „Es tut mir so Leid, Shin. Ich kann jetzt nicht mehr umdrehen, nicht jetzt.“ Plötzlich kratzte er über meinen Oberkörper, worauf ich nicht gefasst war. „Eine Entschuldigung bringt dich keinen Schritt weiter. Nimm dir doch einfach ein letztes Mal meinen Körper, anstatt mir beim Verrecken zuzusehen.“ Ich war so unglaublich verwirrt. Warum tat er das plötzlich? Warum war er auf einmal so? Er biss mir wirklich schmerzhaft in den Hals und meine Wahrnehmung für die Umwelt schaltete sich aus. Allerdings versuchte ich ihn trotzdem wegzudrücken, da es einfach zu schmerzvoll war. Plötzlich klingelte es an der Haustür, woraufhin ich mich panisch aufrichtete. Shin hatte den Schlüssel in der Hand und die Tür aufgeschlossen. Ich sah ihn wütend und verzweifelt an. Mir ging so vieles durch den Kopf, aber meine Atmung und mein Puls rasten. Alles um mich herum war verschwommen. Er durfte jetzt nicht schreien, also legte ich ihm schnell eine Hand an die Kehle. Ich bekam nicht mehr wirklich, was um mich herum geschah. Er schrie oder etwa nicht? Jemand kam herein oder nicht? Heroine? Nein, nein, nein, was geschah hier? Was hatte ich getan? Was hatte ich nur getan? Was hatte ich nur getan? Ich war versteinerte, ließ geschehen, was geschehen sollte und starrte nur noch gegen die Wand. Was hatte ich Shin nur angetan? Ich wollte ihn doch nur schützen…
In diesem Moment fiel es mir dann auf. Shin hatte mich viel mehr auf sich geprägt als anders herum. Es war wirklich alles anders gekommen, als ich es geplant hatte. So saß ich höchstwahrscheinlich mehr als einen Tag in dem Käfig und starrte entsetzt ins Leere und zerfloss in Tränen.

Save the Game? Yes or No?
~ So das war es mal wieder mit Tanz der Karten. Ich hoffe, ihr hattet Spaß! Hinterlasst mir doch mal einen Kommentar, wie ihr Tomas Sicht der ganzen Situation fandet? Und wie wird es nun mit Shin weitergehen? War es wirklich clever von Shin bei Ikki zu übernachten? Was hat Toma nun vor zu tun, wo er Shin scheinbar für immer verloren hat? All das und noch mehr erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten!~

 

Tanz der Karten Kapitel 13

Freitag, 13. Mai 2016

~Hey Leute, willkommen zu einem neuen Kapitel Tanz der Karten! Heute wird es wieder ein richtiger Yaoi, also freut euch schon darauf. Es ist vielleicht nicht passend zum Freitag, den 13., aber etwas Schönes muss dieser Tag doch auch mit sich bringen. xD
Dementsprechend wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!~

„…Ja… keine Sorge, es geht ihm gut… Als ob ich so etwas…“, eine Stimme drang an meine Ohren. „Du kennst mich doch… Was soll das denn jetzt heißen?!…Als ob ich ihm das antun würde, Vollidiot…Natürlich könnte ich das tun, aber meinst du wirklich? Wäre das nicht irgendwie grausam?“ Das war Ikki, der mit jemanden redete. Mit wem erzählte er da? „Ja, ich bin bald wieder zu Hause. Ich liebe dich auch.“ Langsam schlug ich die Augen auf und schaute zu ihm. Er war oberkörperfrei und drehte sich gerade in meine Richtung. Wahrscheinlich wollte er sich gerade umziehen. „Oh tut mir Leid, habe ich dich geweckt?“ Ich wollte auf eine Uhr schauen, um zu wissen wie spät es ist, aber ich konnte meine Augen nicht von ihm abwenden. „Kein Problem…“, meinte ich schläfrig und streckte mich provokant sexy. Er musterte mich und begann leicht zu grinsen. „Ehe du so etwas provozierst, solltest du etwas essen.“ „Vielleicht sollte ich das.“ Mit diesem sexy Grinsen, das er zu gut beherrschte, legte er den Kopf schief und kam auf mich zu. „Soll ich dich wieder in die Küche tragen?“ Ich griff nach seinem Arm und zog ihn zu mir, um ihn innig zu küssen. Damit hatte er garantiert nicht gerechnet, weswegen er kurz verwirrt nicht reagiert, aber schließlich darauf einging.
Es fühlte sich zwar irgendwie gut an, aber das aufregende Gefühl, dass ich immer hatte, wenn Toma oder er mich küssten, war verschwunden. Hatte Toma meine Gefühle wirklich getötet?
Allerdings als Ikki noch mehr darauf einging und der Kuss noch leidenschaftlicher wurde, begann ich doch die Welt um mich herum zu vergessen, bis er sich von mir löste, um mich skeptisch zu mustern. „Was ist denn heute in dich gefahren?“, fragte er offensichtlich irritiert. Ich grinste ihn frech an und erklärte: „Ach ich weiß auch nicht, vielleicht wollte ich auch nur etwas ausprobieren.“ „Dann bringe ich dir Essen, ja?“, fragte er beinahe etwas unsicher, was ihn ziemlich süß wirken ließ. Ich zögerte für eine Sekunde, aber ich fühlte mich, als hätte ich gerade die Macht über die Situation, also musste ich es ausnutzen. Also flüsterte ich ihm so charmant wie ich nur konnte entgegen: „Nein… ich will mehr.“
Ich bildete mir ein, dass er leicht rot anlief, aber er gab mir keine Zeit es genauer zu betrachten, denn im nächsten Moment drückte er mich zurück in das Bett. Unglaublich berauschend flüsterte er mir ins Ohr: „Wenn du das unbedingt willst, dann sei mir dein Wunsch Befehl.“ Ich konnte aus dem Augenwinkel noch ein kurzes Grinsen auf seinem Gesicht entdecken, dann biss er mir sanft ins Ohr.
Anschließend liebkoste er meinen Hals, offensichtlich genau wissend welche Punkte er treffen musste. Ich legte instinktiv die Arme um seine Hüfte und strich mit den Fingerspitzen über seinen Rücken, wobei ich bemerkte wie er eine Gänsehaut bekam. Seine Küsse führten langsam immer weiter nach unten, aber letztendlich noch einmal zu meinen Lippen. Meine Gedanken setzten immer wieder aus. Er war einfach fantastisch im Bett. Man konnte nichts anderes dazu sagen. Jede Berührung hinterließ ein erregendes Kribbeln, sodass ich mich ihm einfach komplett hingeben musste. Allerdings wollte ich heute den Spieß umdrehen, also griff ich ihn bei den Schultern und drehte ihn nach unten, wodurch ich mehr oder weniger auf seinen Bauch saß. Er war wohl vollkommen irritiert, aber schien sich vorerst nicht dagegen zu wehren. Langsam küsste ich seinen Hals entlang und merkte wie er unter jeder Berührung etwas zuckte, mal mehr und mal weniger. Anhand dieser Reaktionen blieb ich an manchen Punkten etwas länger, sodass ich ihm letztendlich sogar ein kurzes Stöhnen entlocken konnte. Hieß das, dass ich alles richtig machte? Ich war etwas unsicher, aber versuchte es mir nicht anmerken zu lassen, sondern ging mit meinen Küssen einfach immer weiter nach unten. Nun wurde ich aber doch skeptisch, da ich das noch nie zuvor gemacht hatte. Was ist, wenn ich es gar nicht könnte? Er würde doch bestimmt Verständnis dafür haben, oder? „Du… musst das nicht machen, wenn du es nicht willst.“, hörte ich ihn plötzlich mit gebrochener Stimme flüstern. Das war letztendlich mein Anreiz, dass ich doch ausprobieren wollte. Es war gar nicht ekelhaft wie ich es mir vorgestellt hatte, eher im Gegenteil, aber zu meiner Lieblingsbeschäftigung würde es wahrscheinlich trotzdem nicht werden. Ikki regte sich unter meinen Bewegungen und ich genoss es zu sehen, dass es ihm gefiel. Irgendwie erregte mich sein atemloser Anblick, vor allem nachdem er noch die Hände an meinen Kopf legte.
Auf einmal packte er mich dann aber am Handgelenk und zog mich zu sich, sodass er mich küssen konnte. Ich war irritiert, aber schon kurz darauf wurde mir bewusst, dass er mich nicht der untergeordneten Rolle entkommen lassen würde. Ein Versuch war es wert, aber ich stellte schon nach kurzer Zeit fest, dass ich nichts mehr gegen diese Rolle auszusetzen hatte. Dieses Mal tat es nicht weh, da er so rücksichtsvoll war, sodass es sich von Anfang an einfach berauschend anfühlte. Ich krallte meine Hände in das Bettlacken und versuchte Stimme zwar unter Kontrolle zu halten, aber ich schaffte es nicht. Mein Verstand gab auf und ich gab meinen Körper ihm einfach hin und schmiegte mich immer näher an ihn. Unbewusst stöhnte ich sogar einmal seinen Namen, woraufhin er noch intensiver in seinen Bewegungen wurde.
Eine ganze Weile später lag ich gefühlt für Stunden atemlos auf seinem Bett. Alles drehte sich und mein ganzer Körper kribbelte. „Ich hab dir Essen gemacht.“, hörte ich plötzlich seine Stimme. Er stand sexy wie er war nur in einer Unterhose in der Tür und trug ein Tablett auf seinen Händen. „Danke…“, keuchte ich immer noch erschöpft. „Wow, deine Kondition hat in den letzten Tagen ganz schön gelitten, mh?“ „Scheint… so…“ Er lachte und stellte dann das Tablett neben mir ab, um einen Schluck Wasser zu nehmen und ihn mir mit einem Kuss einzuflösen. „Besser?“, flüsterte er nun. „Ja…Nochmals danke..“, antwortete ich mit einem leichten Grinsen.
Während des Essens erzählten wir ein wenig, aber plötzlich kam mir ein unangenehmer Gedanke. Warum verlor ich in seiner Gegenwart immer mehr meine kalte Fassade? Wie schaffte er das? Vielleicht war ich gerade dabei mich in ihn zu verlieben, oder sah ich ihn nur als Freund mit gewissen Vorzügen? Verwirrung machte sich in mir breit. Könnte es sein? Aber das würde doch niemals gut enden, oder? Ich begutachtete Ikki unschlüssig, der mir, nachdem ich auch auf seine Nachfrage nicht reagierte, einfach einen ungezwungen Kuss gab und das Geschirr abräumte. Unbewusst fasste ich mir an die Lippen. Sollte das etwa das Richtige sein?

 

Save the game? Yes or No?
~Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat und ihr gespannt seid, wie es mit den beiden weiter geht. Im nächsten Kapitel hat Toma seinen großen Auftritt, also seid weiterhin gespannt! Hinterlasst ein paar Kommentare, damit ich weiß, ob es euch gefällt!~

Tanz der Karten – Kapitel 12

Freitag, 29. April 2016

~Hey Leute, willkommen zu einem neuen Kapitel von Tanz der Karten! Dieses Mal wird es weniger pervers, aber ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt. Viel Spaß beim Leben!~

Heroine stand schockiert in der Tür. Den Anblick, den sie genießen durfte, musste wirklich erschreckend sein. Wir waren immer noch in diesen Käfig, der im Laufe der Zeit mittlerweile doch ziemlich angeschlagen aussah. Er saß auf meinem Bauch, seine Hände lagen an meiner Kehle und Tränen rannen seine Wangen entlang. Trotz allem waren seine Augen furchterregend weit aufgerissen und sah so bösartig aus. Meine Hände, die verzweifelt versucht hatten ihn wegzudrücken, waren verstummt und mein panischer Blick war zur Tür gerichtet, zu meiner Rettung. Heroine schien um Atem zu ringen. Anscheinend traute sie ihren Augen nicht so recht. „…Shin!“, so ertönte ihre schockierte Stimme letztendlich. „Toma, w-was hast du getan?“, fragte sie unsicher. Plötzlich hörte ich Toma flüstern: „Nein, nein, nein… Das darf nicht wahr sein.“ „T-toma… bitte… ich kriege keine Luft…“, brachte ich heraus. Mittlerweile verschwamm alles vor meinen Augen, auch wenn er gar nicht mehr richtig zudrückte. Er brauchte eine Sekunde, um zu realisieren. Dann ließ er mich in Frieden, nahm die Hände weg und ging von mir herunter. Heroine kam zu mir gerannt, öffnete die Tür des Käfigs und hielt mir eine Hand hin. Ich nahm sie zitternd und zog mich heraus. Ziemlich ungeschickt fiel ich ihr erst einmal in die Arme, weil mein Körper fiel zu schwach geworden war. Panisch fing sie mich ab und umarmte mich. „Gott Shin, du bist ja ganz schwach.“ Zörgerlich legte ich die Arme um sie und stellte fest, dass sie verdammt gut roch. Ich hatte es vermisst. „Kannst du laufen?“ Ich nickte nur und wir verließen die Wohnung, indem sie stützte. Nur einen letzten Blick wandte ich Toma zu, welcher fassungslos auf den Boden des Käfigs starrte und sich keinen Millimeter bewegte. Hatte er es endlich begriffen?
Vor der Tür des Hauses fiel mir auf, dass irgendwo in seiner Wohnung noch meine Sachen und mein Handy sein müssten. Momentan trug ich Toma’s Sachen, aber ich entschied mich, dass ich dahin nicht zurück wollte. Vielleicht würde Heroine sie mir irgendwann mal abholen, aber ich wollte nicht dorthin zurück, nie wieder.
Die Luft fühlte sich so anders an und das Licht blendete ungemein jetzt, wo ich nicht mehr in seinem Zimmer eingesperrt war. Alles fühlte sich so komisch an. Ich hatte das Gefühl mein Bewusstsein zu verlieren. Mir fiel auf, dass Ikki auf uns zugerannt kam. „Als Ikki hörte, dass ich dich seit Ewigkeiten nicht mehr erreiche und Toma es angeblich auch nicht wüsste, wo du wärst, hat er sofort darauf bestanden mit mir nach dir zu suchen.“ Unwillkürlich huschte ein Lächeln über mein Gesicht und Freudentränen stiegen auf. Ikki umarmte mich, als er bei uns angekommen war und schien mich gar nicht mehr loslassen zu wollen. „Ist alles in Ordnung? Du siehst schrecklich aus.“, flüsterte er mir ernsthaft besorgt ins Ohr. „Danke… ihr beiden… wirklich danke.“, meinte ich noch mit letzter Kraft. Dann verlor ich mich im Gefühl der Geborgenheit seiner Umarmung und in diesem angenehmen Geruch. Ohne es zu bemerken, wurde ich bewusstlos.

Ich nahm ein regelmäßiges Geräusch neben meinen Ohren war. Es klang sehr vertraut, sowie zwei Stimmen, die sich zu unterhalten schienen. Vorsichtig schlug ich die Augen auf. Eine weiße, sterile Decke starrte mich an und mir wurde fast schlecht von diesem trostlosen Anblick. „Shin!“, ertönte Heroine’s Stimme neben mir. „Bin ich im Krankenhaus?“, fragte ich verwirrt. „Ja, du bist mir in die Arme gekippt, daraufhin haben wir dich so schnell wie möglich hierher gebracht.“, erklärte Ikki auf der anderen Seite neben mir. Ich richtete mich langsam auf, um die beiden wirklich zu sehen. Sie sagten nichts dagegen, also schien nicht so schlimm, um mich zu stehen. „Du bist anscheinend komplett dehydriert und unterernährt, aber ansonsten konnten sie keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen feststellen.“, erzählte mir Ikki kurz, was ich mit einem Nicken bestätigte. Unschlüssig, ob ich es wirklich wissen wollte, fragte ich: „Wie lange war ich denn verschwunden?“ „…9 Tage…“ Ich sah zur Decke. Das einem in nur 9 Tagen so chronisch langweilig werden konnte, hatte ich nicht erwartet. Die ersten 3 Tage war ich laut Toma bewusstlos gewesen und in den folgenden Tagen hatte ich nur einen Liter getrunken. Die Flasche hatte ich so unter Toma’s Bett gerollt, damit er nicht mitbekam, dass ich überhaupt etwas getrunken hatte. Es ergab Sinn, dass ich jetzt hier lag.
„Shin, wir haben die Polizei noch nicht informiert.“, meinte Heroine, während sie zu Boden schaute. Ich zögerte für einen Moment, antwortete dann aber doch: „Ich will auch keine Polizei einschalten.“ Beide sahen mich überrascht an. „Shin, was ist vorgefallen?“, fragte sie nun. Im ersten Moment überlegte ich doch, ob ich es ihr erzählen sollte, doch entschied mich ihnen einfach die komplette Wahrheit zu berichten. Niemand wagte es mich zu unterbrechen. Nach meiner Erzählung herrschte kurz Stille. „Also hat er dir zumindest nichts ansonsten angetan?“, fragte Ikki. „Ist doch schlimm genug!“, meinte Heroine energisch, während sie aufstand. „Toma hat ihn seiner Freiheit beraubt.“ Ich war nicht ganz sicher, warum sie weinte. „Natürlich, das ist schlimm genug. Aber es hätte ihn auch noch schlimmer treffen können.“ Heroine schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen, woraufhin Ikki zu ihr ging, um sie zu trösten.
Plötzlich öffnete sich die Tür und eine Schwester kam herein. „Die Besucherzeiten sind vorbei. Würden Sie bitte allmählich das Krankenhaus verlassen.“ Beide folgten der Anweisung und wollten das Krankenhaus verlassen, doch als sie gerade aus der Tür heraustreten wollten, merkte ich wie das regelmäßige Geräusch neben mir schneller wurde, wesentlich schneller. Verzweiflung stieg in mir auf, sowie die Tränen. Ich wollte nicht schon wieder alleine sein, nicht schon wieder in dieser Dunkelheit… dieser schreckliche Dunkelheit. Seine Stimme in meinen Träumen hören oder stundenlang eine trostlose Decke anstarren . „Nein, bitte! Lasst mich nicht allein…“, entfuhr es mir. Ich konnte die Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. „Nicht schon wieder… bitte. Ich kann das nicht. Bitte…“ Ich wandte ihnen mein flehendes Gesicht zu und traf auf extrem schockierte Blicke. Heroine, die ebenfalls noch weinte, rannte auf mich zu und fiel mir um den Hals. Ikki verließ den Raum. Wollte er mich jetzt wirklich im Stich lassen? Auf einmal kam er zusammen mit einer Schwester herein, welche mich fragte, ob ich wirklich nicht bleiben wollte. Dann erklärte sie uns allen, welche Schonkost ich einhalten musste. Dass ich demnächst alleine bleiben dürfte und wie viele Liter ich am Tag trinken müsste. Ikki war mein Held, aber wie ich feststellte, hatten sie eh nicht geplant mich mehr als 2 Tage da zu behalten.
So brachten sie mich letztendlich nach draußen. Ich konnte schon wieder besser laufen, aber trotzdem stützte mich Ikki noch. „Shin, willst du zu Ikki oder zu mir?“, fragte Heroine und ergänzte: „Also Ukyo ist wahrscheinlich schon bei mir und so wie ich ihn kenne auch schon dort eingeschlafen. Also vielleicht könnten wir dich auf das kleine Sofa legen oder ich schmeiße Ukyo nochmal von dem anderen runter.“ „Ich will euch eigentlich keine Umstände bereiten.“ „Dafür ist es jetzt zu spät, du Genie.“, meinte sie belustigt. „Tut mir Leid.“ „Nein, nein, schon gut. Für Freunde tut man alles.“ Ikki schlug vor: „Du könntest einfach mit zu mir kommen. Wobei ich es verstehen könnte, wenn dich das stören würde. Allerdings könnte ich mich einfach auf das Sofa legen und du in mein Bett.“ „Aber wohnst du nicht mit Kent zusammen?“ „Oh nein, es ist wie mein zweites Zuhause, aber ich hab auch noch eine eigene Wohnung. Sie ist halt klein und bescheiden.“, erklärte er, woraufhin ich überlegte. „Dann würde ich mit zu dir gehen. Das scheint weniger umständlich.“ Beide stimmten zu und er fuhr erst Heroine nach Hause und dann zu sich.

Nun standen wir vor seinem Haus. Es machte mich plötzlich doch nervös allein mit ihm zu sein. „Wir müssen in den 5. Stock.“, erklärte der Tanzlehrer etwas peinlich berührt. Im ersten Moment empfand ich diese Worte nicht als schlimm, aber nur ein Treppe später hasste ich ihn dafür. Völlig außer Atem fragte ich: „Wie viele Stufen noch?“ Er musterte mich kurz und ohne etwas zu sagen, warf er mich plötzlich über seine Schulter und ging die restlichen Stufen. „Hey, nein, ich kann auch alleine laufen.“, schimpfte ich, während ich rot anlief und er nur belustigt kicherte. Vor seiner Tür setzte er mich ab und schloss auf. „Das war nicht nötig…“, flüsterte ich grummelig und ergänzte: „Aber danke.“ Für ihn schien es überhaupt kein Problem gewesen zu sein, aber wie viel wog ich überhaupt noch?
Seine Wohnung war wirklich relativ klein, aber nicht kleiner als meine Studentenbude. Ich konnte verstehen, warum er lieber bei seinem Freund übernachtete. Allerdings wirkte die Wohnung auch nicht ungemütlich. Während er mir noch etwas zu essen machte und das Bett her richtete, erzählten wir etwas. Er bestand darauf, dass ich keinen Schritt zu viel machte und trug mich letztendlich sogar in sein Bett. Es war zwar irgendwie süß, aber ich konnte Überfürsorglichkeit nicht leiden, wirklich nicht. Wahrscheinlich machte er sich aber auch einfach einen Spaß daraus, dass ich jedes Mal rot anlief. „Na gut, ich gehe nach drüben und leg mich auf die Couch. Wenn noch etwas sein sollte, dann sag Bescheid.“, meinte Ikki, während er sich zum Gehen abwandte. Irgendwas war in mich gefahren, aber ich hielt ihn am Arm fest. „Du…du könntest auch hier bleiben.“ Irritiert sah er über die Schulter. „Und mich zu dir legen?“ Bei diesen Worten schlug mein Herz schneller, aber ich ließ es mir so gut wie es ging nicht anmerken und sah zur Seite. „Ja? Also nur, wenn das kein Problem für dich ist.“ Mit einem bösen, aber sexy Grinsen lehnte er sich zu mir nach vorne. „Hast du Angst alleine?“ „Idiot…“, flüsterte ich nur. Allerdings kam er meinem Vorschlag nach und legte sich letztendlich tatsächlich zu mir. Charmant wie er war legte er einen Arm um mich. Ich fühlte mich endlich mal wieder komplett geborgen und er roch so unglaublich gut. Unbewusst kuschelte ich mich näher an ihn. Vielleicht würde ich heute einmal keine Alpträume haben. Es dauerte nur ein paar Sekunde bis ich eingeschlafen war.

 

Save the game? Yes or No?
~So das war mein 12. Kapitel. Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat. Hinterlasst doch ein paar Kommentare! Darüber würde ich mich echt freuen! Wie wird es wohl weitergehen? Hat sich etwas zwischen Ikki und Toma abgespielt, dass Ikki nicht verrät? Ist Shin dabei sich in Ikki zu verlieben? Und wie wird Ikki mit all dem umgehen? Was wird eigentlich aus Toma werden? Es bleibt spannend, also freut euch auf das nächste Kapitel von Tanz der Karten!~

Tanz der Karten – Kapitel 11

Sonntag, 27. März 2016

~Hey Leute, endlich ist es so weit! Das nächste Kapitel von Tanz der Karten wartet auf euch! Dieses Mal wird es etwas anders zugehen, also verzeiht mir im Voraus. Ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt und wünsche viel Spaß beim Lesen!~

 

„Du wirst nur mir gehören, Shin.“ Ikkis bekannte Stimme holte mich aus den verwirrenden Dimensionen meiner Gedanken, die mich kaum noch loszulassen schienen. Meine erste Intention war tatsächlich Ikki zu fragen, warum er hier war und nicht wie er darauf käme, dass ich ihm gehöre, aber er ließ mich gar nicht erst zu Wort kommen. Seine Lippen berührten sacht die meinen und ich gab mich ihnen einfach hin, komplett unfähig mich dagegen zu wehren. Der Kuss wurde inniger und meine Gedanken schalteten sich langsam ab. Als er mit einer Hand unter mein Shirt fuhr, erstarrte er plötzlich. Verwirrt öffnete ich meine Augen. Unwillkürlich schossen mir die Tränen in die Augen. Blut rann seinen Körper herab und seine Augen trugen kein Leben mehr in sich. Plötzlich zerfloss er komplett zu Blut und Toma zeigte sich mir, der hinter ihm im Schatten gestanden hatte. „Toma… was tust du da?!“ Sein kalter Gesichtsausdruck wurde zu einem süßen Lächeln und mein Körper gefror. „Ich tue das alles doch nur für dich, Shin.“
Ich schlug die Augen auf, verzweifelt nach Atem ringend. Tränen liefen meine Wangen entlang. Was war das eben für ein seltsamer Traum? Alles um mich herum war dunkel. Ich war nicht in meinem Bett, aber wo war ich stattdessen? Ich tastete im Dunkeln etwas um mich herum. Da bekam ich etwas Metallisches zu fassen, ein Stab? Da neben war noch einer und da neben auch. Mir kam ein unschöner Gedanke. Panisch versuchte ich mich aufzurichten und weiter zu tasten, aber mein Körper ließ so schwer aufrichten, als wäre er betäubt. Auf einmal kam meine Erinnerung zurück. Mir stiegen erneut Tränen in die Augen. Hatte Toma mich betäubt und hier eingesperrt? Ist es das real? „Hallo? Ist hier jemand?“ Meine Stimme war schwach, was mich noch mehr verunsicherte. Mein Herz raste, da ich die Situation absolut unterschätzt hatte und nun keinerlei Kontrolle mehr hatte. Ich musste irgendwie Licht machen, ansonsten würde ich von Sekunde zu Sekunde immer panischer werden. Ich tastete entlang der Metallstäbe und zwängte meine Hand hindurch. Irgendwo musste doch mein Handy liegen. In meiner Tasche war es nicht mehr. Vielleicht war es hinaus gefallen. Da fasste ich plötzlich in irgendetwas Scharfkantiges. „Verflucht!“ Ich zog meine Hand sofort zurück, um festzustellen, dass ich garantiert blutete. „Scheiße… scheiße… scheiße… was mache ich denn jetzt?“ Irgendwie beruhigte es mich meine eigene Stimme zu hören. Sie war das Einzige vertraute, was mir gerade geblieben war. „Toma… warum?“

In diesem Moment schwang anscheinend eine Tür etwas von mir entfernt auf und das Licht ging an. Ich stellte fest, dass ich wirklich in einem Käfig festsaß. Dieser war mit tausenden Kissen ausgepolstert. Wahrscheinlich wollte er nicht, dass es mir unbequem wurde, aber das änderte nichts daran, dass ich in einem Käfig eingesperrt war. Mir wurde angst und bange. Ich drehte meinen Kopf in Richtung der Tür, wo Toma stand und mich von oben herab musterte. „Warum weinst du? Hattest du einen schlechten Traum?“, fragte er mit diesem unglaublich kalten Gesichtsausdruck. Mit entfuhr ein aggressives: „Ist das dein scheiß Ernst?!? Du betäubst mich, sperrst mich in einen Käfig und fragst, ob ich einen schlechten Traum hatte?!“ Diese kalten Gesichtszüge wurden einfach nicht weicher, also wich ich seinem Blick aus und fixierte seine Schuhe. „Toma, lass mich bitte gehen… Wenn das ein Scherz sein sollte, dann ist er nicht lustig, also bitte…“ „Shin… ich liebe dich und ich will, dass du bei mir bleibst und zwar nur bei mir.“ „Toma, ich bitte dich. Lass mich einfach gehen.“ „Du könntest anders niemals mir gehören… jetzt bist du mir näher als nie zuvor.“ Mein Blick fuhr nach oben und ich starrte ihm entsetzt in die Augen. „Das ist doch krank…“ „Selbst wenn… jetzt kann ich eh nichts mehr an meiner Entscheidung ändern.“ „Wenn du mich jetzt gehen lässt, dann kann ich darüber vielleicht hinweg sehen, aber so… werde ich niemals dir gehören.“ „Du gehörst doch jetzt schon mir.“ Ich musste instinktiv schlucken. Mein Herzrasen wurde heftiger, aber nicht im positiven Sinne. Er nahm ein Tablett vom Regal und ging auf mich zu. „Ich habe dir dein Lieblingsessen gemacht. Du musst etwas essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Immerhin warst du jetzt fast 3 Tage bewusstlos.“, erklärte er, während er das Tablett vor dem Käfig abstellte. „Ich werde jetzt kurz aufschließen. Du musst mir versprechen nicht zu versuchen wegzurennen. Ich will dir nicht weh tun müssen.“ „Du Monster…“, entfuhr es mir leise. „Versprichst du es?“ Ich nickte, er schloss die kleine Tür auf und öffnete sie. Nur für eine Sekunde zögerte ich, dann griff ich ihn instinktiv an. Meine Wut war in diesem Moment einfach zu grenzenlos. Ich würde ihn zu Boden stoßen und fliehen, doch bedachte ich nicht, dass ich ihm einerseits so oder so körperlich unterlegen und andererseits mein Körper auch noch leicht betäubt war. Unsanft stieß er mich zurück in den Käfig und prallte mit dem Kopf direkt gegen das Gitter. Er stellte mir schnell das Essen in den Käfig, knallte die Tür mit Wucht zu und schloss ab. „Dabei dachte ich, dass du mich niemals anlügen würdest…“, meinte Toma traurig. Er lehnte seinen gesenkten Kopf an das Gitter und ich bemerkte, dass er zu weinen schien. „Toma… lass mich einfach raus. Dann würde ich dich weiterhin niemals anlügen, aber so zwingst du mich praktisch dazu dich zu verletzen. Du tust mir nämlich um einiges mehr weh. Verstehst du das?“ Toma stand auf und ging. Konflikte durch Reden zu lösen, war noch nie sein Ding gewesen.
So saß ich also für mehrere Tage in diesem verflixten Käfig fest. Ich rührte sein Essen nicht an und suchte verzweifelt nach Auswegen. Außerdem trainierte ich, in dem ich meinen Körper immer wieder an den Gitterstäben hochzog, in der Hoffnung dass sie herabstürzen und entweder mich direkt erschlagen oder zumindest mich endlich herauslassen würden. Er machte sich wirklich Sorgen um mich und versuchte mich zum Essen oder Trinken zu bewegen, aber ich gab nicht nach. Irgendwann musste er es doch einsehen. Mein Handy entdeckte ich nirgendwo, wahrscheinlich hatte er es weggeschlossen, sowie sämtliche andere Mittel zur Kommunikation. Ich reagierte nicht mehr auf seine Fragen oder Aussagen und sagte höchstens einmal: „Lass mich heraus.“ Doch nichts half und ich blieb gefangen. Allerdings war es so unglaublich langweilig, da er im Gegensatz zu allem was ich erwartet hatte, ansonsten nichts tat, wogegen ich hätte etwas sagen können. Er machte Essen, dass ich eigentlich liebte, kaufte mein Lieblingsgetränk, bereitete mir meinen Lieblingstee zu und erneuerte ständig die Kissen in meinem Käfig. Außerdem brachte er mich zwar gefesselt in sein Bad, was weder Fenster noch irgendetwas sonst besaß, wodurch ich mich aus dem Staub machen könnte, aber im Badzimmer löste er jedes Mal meine Fesseln und ging aus dem Bad heraus. Er schloss von Außen ab, aber er schien mich nicht zu Beobachten. Nirgendwo waren Kameras oder dergleichen angebracht. Er kam mir auch nie zu nah oder zwang mich zu irgendetwas, dass ich nicht wollte, außer natürlich in diesen behinderten Käfig zu gehen. Ich versuchte mich jedes Mal wieder zu wehren, egal wie. Immer war er mir überlegen, aber meine Kraft schwand auch immer weiter, dadurch dass ich nichts aß. Doch gerade der Teil, der mir vielleicht sogar hätte gefallen können, den wollte er mir wohl nicht zumuten. So kam ich eines Tages auf einen dummen Gedanken. Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war. Leblos lag ich im Käfig und starrte an die Decke. Toma saß neben mir im Käfig und versuchte mich dazu zu überreden etwas zu essen, aber ich machte mal wieder nicht mit, obwohl mein Magen unglaublich knurrte. „Toma, mir ist echt langweilig.“ „Willst du ein Buch?“ Mein kalter Blick traf seine gerade doch sehr unsicheren direkt. „Du hälst mich zwar bei dir fest, aber du nutzt deine Situation nicht aus. Warum?“ „Wenn ich dich schon zwinge bei mir zu bleiben, dann kann ich doch nicht auch noch so etwas machen. Ich will doch nur, dass es dir gut geht und dich nie wieder jemand so berühren kann wie dieser Ikki.“ „Was hast du eigentlich mit ihm gemacht?“ „Das tut nichts zur Sache.“ „Du weichst einfach allen meinen Fragen aus. Das nervt.“ „Es tut mir Leid. Ich will dich nicht verletzen.“ „Du nervst mich, verdammt. Du nervst und du bemerkst nicht einmal, dass es mir ganz und gar nicht gut geht damit, dass du mich gefangen hälst. Man kann mich ruhig verletzen, verstehst du? So zerbrechlich bin ich nicht! Lass mich einfach gehen und mach dir keine Sorgen um mich. Ich kann mich schon wehren, außer in deinem Fall vielleicht, aber das übertritt auch sämtliche Grenzen des Bösartigen.“ „Was war das dann mit Ikki?“ „Ich habe mich freiwillig verletzen lassen, damit er dich nicht verletzt, verdammt! Ich hab das doch alles nur für dich gemacht, du verdammter Vollidiot! Außerdem so schlimm war es auch wieder nicht, eher im Gegenteil.“ Ein sadistisches Grinsen huschte über meine Lippen, als ich seinen fassungslosen Gesichtsausdruck bemerkte. Mir war einfach alles nur noch egal. Meine ganze Beziehung zu Toma, ob sie nun freundschaftlich oder romantisch gewesen war, war mir vollkommen gleichgültig geworden. Ich wollte ihn einfach verletzten und zwingen aus seinen Verhaltensweisen auszubrechen. Sollte er mich doch schlagen oder vergewaltigen oder was weiß ich was, hauptsache er ging mir nicht mehr so schrecklich auf die Nerven mit seiner überfürsorglichen, besitzergreifenden Art. „Shin, was soll das heißen? Also liebst du ihn?“ Ich schlug mir die Hand vor den Kopf und richtete mich auf. „Nein Toma, ich habe dich geliebt. Er hat mich nur erpresst damit, dir zu sagen, dass zwischen ihm und mir etwas lief und ich wollte nicht, dass du es erfährst, also habe ich alles getan, was er von mir verlangt hat, dafür dass ich dich nicht verliere.“ Er starrte mich fassungslos an und ich drehte mich mit einem Grinsen zu ihm. „Shin…?“ Ich legte eine Hand an seine Wange und meinte dann mit einem bösen Lächeln. „Du hast mich zu diesem Punkt gebracht, dass mir deine Meinung egal ist. Ich liebe dich nicht mehr.“ Meine Hand krallte sich in seine Haare und ich zog seinen Kopf unsanft zu meinem. „Dieses Leben ist mir so egal geworden. Hast du gut hinbekommen.“ „Shin…“ Tränen stiegen in seine Augen und ich begann zu lachen. Mir war immer klar gewesen, dass meine Psyche nicht unbedingt stabil war, aber das war eigentlich auch für meine Verhältnisse ziemlich beängstigend. „Hey Toma, wie wäre es, wenn du mich einfach gehen lässt. Heroine macht sich doch bestimmt große Sorgen, wo ich nur abgeblieben bin, nicht? Du hast bestimmt große Problem zu verheimlichen, was du deinem Geliebten angetan hast. Du bist lächerlich, weißt du das?“ Seine Augen versteinerten und er drückte mich zu Boden. Endlich tat er irgendetwas, aber anstatt dass er die Initiative ergriff oder irgendetwas, weinte er und erklärte: „Es tut mir so Leid, Shin. Ich kann jetzt nicht mehr umdrehen, nicht jetzt.“ Entnervt verzog ich das Gesicht und ließ meine Hand unter sein Shirt wandern. Aggressiv fuhr ich mit meinen Fingernägeln über seinen Körper, sodass er zusammenzuckte. Mit der anderen Hand zog ich ihm den Schlüssel aus der Tasche, ohne dass er es mitbekam. „Eine Entschuldigung bringt dich keinen Schritt weiter. Nimm dir doch einfach ein letztes Mal meinen Körper, anstatt mir beim Verrecken zuzusehen.“ Seine Augen sprachen eine absolute Verwirrung aus und mein bösartiges Grinsen machte es bestimmt nicht besser. Ich legte die Hand, die ihn gerade noch gekratzt hatte, um den Hals und zog ihn nach unten mit meinen übrigen Körpergewicht. Die andere Hand machte sich an dem Schloss zu schaffen. Damit er auch ja nichts mitbekam, drückte ich seinen Kopf etwas zur Seite und biss ihm wirklich unsanft in den Hals. Er atmete laut auf und versuchte mich wegzudrücken, da ich keine Anstalten machte, zärtlicher zu werden. Dann merkte ich das leise Klacken. Ich hatte das Schloss auf bekommen. Gerade als ich ihn zur Seite werfen wollte, um zu entkommen, klingelte es an der Haustür. Toma drückte mich weg, bemerkte, was ich getan hatte und sein Blick machte mir so viel Angst wie nie zuvor, sodass mir der Hilfeschrei in der Kehle stecken blieb. Er legte eine Hand an meinen Hals, sodass jeder Ton verstummte und mir die Tränen kamen. Ich durfte jetzt nicht zu viel Angst haben. Das war meine Chance! Also versuchte ich mit aller Macht seine Hände wegzudrücken und versuchte verzweifelt zu schreien. „Hilfe!“, ertönte es letztendlich doch leise, aber laut genug, aus meiner Kehle. Im nächsten Moment flog die Tür zu diesem Zimmer auf.

Save the game? Yes or no?
~Wird Shin zur Hilfe geeilt oder bekommt Tomas Seite Unterstützung? Wie wird es nur mit den beiden weiter gehen? Was ist mit Ikki passiert? All das erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten! Also freut euch schon! Eure Kira~

Tanz der Karten – Kapitel 10

Dienstag, 23. Februar 2016

~Hey Leute, heute gibt es ein neues Kapitel von Tanz der Karten, welches dieses Mal etwas dramatischer wird, aber ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt. Viel Spaß!~

Das durfte nicht wahr sein. Was hatte er mitbekommen?! Toma hielt seinen Blick gesenkt und schien Tränen in den Augen zu haben. „Jetzt verstehe ich es… endlich verstehe ich es…“, meinte er leise. „Nein, Toma, es ist anders.“, entgegnete ich schnell, doch er unbrach mich: „Du bist also schon vergeben, mh? War ich dir nicht gut genug? Wolltest du mich nie?“ Er schüttelte den Kopf. „Das darf doch nicht wahr sein… Wieso hast du es mir nicht einfach gesagt?“ Ihm kamen die Tränen und ich fühlte mich so hilflos. Was sollte ich ihm nur sagen? Es tat mir so Leid. Alles war meine Schuld und ich konnte einfach nichts dagegen tun. Wie könnte ich es jemals wieder gut oder ihm überhaupt erstmal erklären? „Toma… nein, ich…“ „Ich verstehe es schon! Ich sollte gehen und nie wieder kommen, nicht? Ich kann niemals mehr als dein bester Freund sein oder bin ich überhaupt wenigstens das für dich?“ Er sackte etwas in sich zusammen und krallte die Hände an den Kopf. Ich streckte die Hand nach ihm aus, aber ehe ich ihn erreichen konnte, rannte er weg. Mein Körper erstarrte, eine Gänsehaut überzog ihn und ich bemerkte, dass er zitterte. Wie, wie konnte ich ihm das nur antun? Ich wollte ihm sagen, dass ich ihn liebte, doch er hatte mich nicht reden lassen. Aber selbst wenn ich es hätte aussprechen können, dann hieß es noch lange nicht, dass er mir einfach so verzeihen würde. Was ich getan hatte, war unverzeihlich, oder? Ich ballte die Hände zu Fäusten, da meine Wut auf mein Handeln in diesem Moment sämtliche Grenzen überschritten hatte. „Shin… das wollte ich nicht.“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir. „Wenn du das nicht wolltest, dann hast du es gerade vermasselt…“ „Gibst du mir die Schuld?“ Ich wollte zwar „Nein“ sagen, aber ich sagte: „Ja.“
Dann entschloss ich mich Toma zu folgen. Ich konnte das nicht so auf sich beruhen lassen, also rannte ich die Treppen herunter und aus dem Gebäude heraus und ließ Ikki einfach stehen. Er musste den Tanzkurs einfach ohne uns weiterführen, immerhin war das seine Arbeit. „Toma…“, rief ich in die Welt heraus, nachdem ich die Straße entlang gerannt war. Es regnete und es war noch dazu etwas nebelig geworden. Wo war er nur hingerannt? „Ist er vielleicht zu sich gerannt oder an seinen Lieblingsplatz…?“, überlegte ich laut vor mich hin. „Toma… wo steckst du nur?“ Mir fielen mittlerweile die Tränen über die Wangen, doch durch den Regen konnte das Gott sei Dank niemand sehen. Ich rannte erstmal in die Richtung seines Lieblingsplatzes. Der Regen wurde immer stärker. Dummerweise hatte ich keine Kapuze oder irgendetwas, aber das war mir in diesem Moment eigentlich auch ziemlich egal. Es zählte, dass ich Toma schnell fand. Toma… bitte…ich musste es ihm erklären. Vollkommen erschöpft kam ich dort an, doch dort war niemand. Warum sollte er auch bei Regen herkommen? Es war ein dummer Gedanke gewesen, aber immerhin lag dieser Platz auf dem Weg zu seinem Haus, zu dem ich nun rannte.
Dort angekommen klingelte ich, doch er reagierte nicht. „Toma… Toma, bitte mach auf! Lass es mich erklären! Es ist wirklich nicht so wie du denkst!“, rief ich. Er musste dort sein, also redete ich einfach darauf. „Toma, wirklich… glaub mir. Es tut mir so unglaublich Leid… Ich konnte mich nicht gegen Ikki wehren und jetzt denkt er… Dabei will ich nur…“ Ich hielt für einen Moment inne und starrte zu Boden, sodass mir die nassen Haare ins Gesicht hingen. Liebte ich wirklich? Schon wieder übermannte mich dieser Verwirrung, dabei war ich mir doch gerade noch so sicher. Ich beobachtete wie die Wassertropfen von meinen Haaren, sowie meine Tränen auf den Boden vor seiner Tür tropften. „Toma… ich liebe dich.“, meinte ich leiser in der Hoffnung, dass er es noch hören würde. In diesem Moment ging die Tür auf und Toma stand mit roten Augen vor mir. Auch seine Haare und seine Kleidung waren völlig durchnässt. Er trug auch noch seine Schuhe, also schien er sich einfach nur hinter seiner Tür fallen gelassen zu haben. „Ist das wahr? Hat er dich gezwungen?“, meinte er kühl. „Mehr oder weniger ja…“, antwortete ich schlicht und fragte mich, ob er meinen letzten Satz gehört hatte. Er machte einen Schritt zur Seite und ich ging hinein. Wir zogen unser Schuhe aus und er ging schweigend in sein Zimmer. Ich folgte ihm dorthin. „Wie konnte er das tun?“, meinte Toma nachdenklich, während er auf den Boden starrte. Ich konnte ihm erst nicht antworten, weil ich nicht wusste, wie ich es sagen sollte, doch dann erklärte ich: „Naja…also…Er dachte, ich würde es wollen, wäre nur zu feige… also erpresste er mich.“ Toma ballte die Hände zu Fäusten. „Aber ich gebe mir die Schuld, ich hätte ihn bestimmt noch irgendwie umstimmen können, aber ich hatte Angst vor irgendwelchen Konsequenzen, also habe ich es einfach hingenommen. Es tut mir so Leid, wirklich. Verzeih mir…“, erklärte ich mit Tränen in den Augen und gesenktem Kopf. Toma stand wortlos auf und warf mir ein paar seiner Klamotten hin. „Du solltest dich erstmal umziehen, sonst erkältest du dich. Ich gehe solange einen Tee machen. Willst du einen?“ Er klang vollkommen ausdruckslos. „Du musst nicht…“ Er unterbrach mich: „Willst du?“ „Ich würde einen nehmen.“ Daraufhin nickte er nur und ging.
Für eine Sekunde starrte ich ins Leere. Es tat mir so Leid, was ich getan hatte und jetzt hörte ich mich so an, als wäre alles nur Ikkis Schuld, dabei wollte ich ehrlich zu ihm sein. Toma schien plötzlich so kalt und unnahbar. Es machte mir Angst. Was hatte ich nur getan? Ich zog mich um und bemerkte, dass Tomas Klamotten so unvergleichlich gut nach ihm rochen. Jetzt fühlte ich mich wieder wohl, sogar viel wohler als sonst. Ich spürte, dass ich plötzlich diesen Drang hatte Toma zu küssen, mich ihm hinzugeben und einfach bei ihm zu sein. Ein Lächeln huschte über meine Lippen, da kam Toma herein. Mein Beschluss war gefallen. Ich würde ihm jetzt ganz offiziell meine Liebe gestehen und ihn küssen. Dann wäre endlich alles in Ordnung. „Toma… ich muss dir etwas sagen.“ Er drückte mir schweigend die Tasse in die Hand. „Trink erstmal was. Es wird dich etwas wärmen.“ Mit einem Lächeln trank ich einen großen Schluck. Er wusste tatsächlich noch was meine Lieblingssorte war. „Sogar meine Lieblingssorte…“ Er lächelte stumm, doch dann verschwamm dieses süße Lächeln etwas vor meinem Augen. „Was ist hier los…?“, fragte ich etwas benommen. Toma legte einen Arm um mich und erklärte mit seiner herzlichen Stimme: „Ich weiß, dass es dir Leid tut… mir tut es auch Leid.“ Was sollte das denn bitte heißen? Mein Körper wurde langsam taub. „Toma…?“, flüsterte ich, so gut es mein schwindendes Gefühl in den Lippen noch hergab. Er gab mir einen Kuss auf die Stirn, nahm mir die Tasse ab, stellte sie weg und ließ mich langsam sinken. „Gute Nacht.“, flüsterte er mit seinem süßesten Lächeln, dass mir in diesem Moment aber einfach nur Angst machte. Dann wurde mir schwarz vor Augen.

Save the Game? Yes or No?
~So das war’s! Was hat Toma nur getan und was hat er vor? Wird Shin ihn aufklären können, was wirklich in ihm vor sich geht? Was denkt Toma wirklich? Wie wird Ikki überhaupt mit all dem umgehen? All das erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten! Eure DarKira~

Tanz der Karten – Kapitel 9

Sonntag, 07. Februar 2016

~Hey Leute, heute gibt es ein neues Kapitel von meiner Yaoi-Story zu Amnesia, Tanz der Karten. Ich hoffe, dass es euch gefallen wir!~

Tränen rannen meine Wangen entlang. Zusammen gekauert saß ich auf meinem Bett und starrte das Bild von Toma und Heroine an. Was tat ich hier nur? Warum ging es mir so nahe, dass ich ihn verletzt hatte? Wieso ging er mir so nahe? Wieso fühlte es sich schöner an ihn zu küssen als Ikki, obwohl Ikki besser küssen konnte? Hieß das, dass ich Toma wirklich liebte? „Toma… es tut mir so Leid.“, wiederholte ich immer wieder leise vor mich hin. Vor allem als mir bewusst wurde, dass am nächsten Tag wieder Tanzstunde war. An diesem Tag war auch dieses Mal mein freier Tag von der Arbeit aus. Die ganze Nacht lag ich wach und konnte überhaupt nicht schlafen. So kam es dazu, dass ich am nächsten Tag in der Uni beinahe einschlief, da ich nicht ein Auge zugetan hatte. Sawa sprach mich mehrmals an, ob alles in Ordnung sei, aber jedes Mal antwortete ich mit einem: „Jaja, mach dir keine Sorgen.“ Mein Dozent schien auch nicht unbedingt begeistert zu sein. „Du bist mit Abstand der Beste in diesem Kurs. Also wenn wirklich etwas vorgefallen ist und es dir nich gut geht, dann bleibe einfach Zuhause und ruh‘ dich aus, ja?“ Ich nickte wortlos und ging. Meine Augenringe mussten entsetzlich aussehen.
Sawa begleitete mich heute mit nach Hause, da sie der Meinung war, dass man mich nicht alleine nach Hause laufen lassen könnte in meinem Zustand. Ich sagte ihr, dass es völliger Schwachsinn sei, aber sie wollte einfach nicht auf mich hören. Bei mir angekommen erklärte ich nun: „Da wären wir… ich muss mich dann mal vor den Tanzkurs umziehen, also wäre es besser, wenn du jetzt gehst.“ „Wie unhöflich, eine Dame einfach so wegzuschicken..“, meinte Sawa gespielt mürrisch. „Was ist, wenn ich aber noch mit reinkommen will?“ Ich verleierte die Augen. „Von mir aus… mach doch, was du willst.“ Lachend folgte sie mir ins Haus. „Erzählst du mir jetzt, was vorgefallen ist?“ „Nein…“, betonte ich noch einmal. „Wie schade… du hast dich also mit Ikki gestritten? Ist es das?“ „Nein, nein, nein… Ikki hat damit nichts zu tun… naja also doch, aber das ist eine andere Sache.“ „Erzähl es mir doch einfach.“ Ich schüttelte widerwillig den Kopf. „Hey, du kannst mir alles erzählen. Ich werde auch nicht plaudern. Ganz sicher!“ Genervt verzog ich das Gesicht und meinte: „Du würdest es eh nicht verstehen.“ „Wieso nicht?“ „Lass das mal meine Sorge sein.“ „Du bist gemein.“ „Und wenn schon…“ Ich drehte mich weg und öffnete meinen Schrank. Kurz sah ich über die Schulter, aber ihr schien es relativ egal zu sein, ob ich mich vor ihr umzog oder nicht. Außerdem hatte ich sie vorgewarnt. Unbeirrt davon, dass sie aufstand, nahm ich ein Shirt aus meinen Schrank. „Habt ihr euch um eine Frau gestritten oder so?“ „Nein, haben wir nicht.“ „Stehst du denn gerade auf eine?“ Ich sah nur kurz zu meinem Schreibtisch, antwortete dann aber: „Nein…“ Ich zog nichts ahnend mein Shirt aus. Da spürte ich wie sie mir die Arme um mich legte. „Dann habe ich ja richtig Glück… Du bist echt so heiß.“ Irritiert hielt ich die Luft an und nahm ihre Hände von meinem Bauch. „Was wird das?“ „Willst du etwa nicht? Du stehst doch auf Frauen, oder?“ Meine Gedanken drehten sich. Wie sollte ich wissen, ob ich auch auf Frauen stand, wenn ich noch etwas mit einer hatte? Natürlich war ich in Heroine verliebt, also sollte das doch als Beweis ausreichen. „Ja, natürlich!“, antwortete ich also sofort, während ich mich zu ihr drehte, obwohl etwas in mir ein „denke ich zumindest“ anfügen wollte. „Wow… dieser Körper… du bist wirklich heiß.“ „Sawa… ich denke nicht, dass das hier eine gute Idee wäre.“ „Was spricht denn dagegen?“ Ich senkte den Kopf. „Ich weiß es nicht.“ Unbekümmert antwortete sie: „Na dann…“ Dann stellte sie sich leicht auf die Zehenspitzen und küsste mich. Es war ganz anders als einen Mann zu küssen. Ihre Lippen waren weicher und geschickter. Eindeutig fühlte es sich verdammt gut an, aber nicht gut genug, um meine Verwirrung nehmen zu können. Ich ging ein paar Schritte zurück, doch sie folgte mir und irgendwann hatte ich die Wand hinter mir. Ihre Finger fuhren über meinen nackten Oberkörper und jede Berührung prickelte. Sie hatte lange Fingernägel, die ihren Reiz hatten. Für einen Moment vergaß ich, was passiert war und gab mich ihr hin. Dann aber gelangten ihre Hände an meinen Hosenbund und ich kam wieder zu Verstand. Ich hielt ihre Hand fest und drückte sie von mir weg. „Sawa… Hör bitte auf.“ „Wieso gefällt es dir nicht?“ „Doch… aber ich kann das gerade nicht.“ „Wieso?“ Ich schüttelte wortlos den Kopf und zog mir ein Shirt über. „Lass uns einfach Schweigen hierrüber behalten und zum Tanzkurs gehen, ok?“ Sie knirschte mit den Zähnen. „Wegen mir…“, meinte sie dann schlecht gelaunt.
Auf dem Weg zum Tanzkurs schwiegen wir uns an, nur hin und wieder fragte sie, was dagegen gesprochen hätte, aber ich konnte ihr keine Antwort geben. Beim Tanzkurs angekommen betraten wir den Saal. Toma und die anderen waren offensichtlich schon reingegangen. Also hatte er wirklich nicht auf mich gewartet. Ich öffnete die Tür zum Tanzsaal und Ikki kam auf uns zu. Toma, Heroine und Ukyo standen nahe der Tür in einer Ecke und Toma sah nicht gerade glücklich aus. In diesem Moment nahm ich Sawas Stimme wahr, die hinter mir stand: „Jetzt weiß ich es. Du hattest einfach noch nie etwas mit einer Frau und hast mich deswegen abblitzen lassen oder stehst du doch auf Kerle und hast mich angelogen. Sag es mir doch einfach! Das macht mich fertig!“ Ich erstarrte, während sie mich grob am Arm packte. Der halbe Tanzsaal und auch Toma und Heroine sahen mich an. Mein Körper begann leicht zu zittern. Was sollte ich sagen? Sollte ich sie einfach bloß stellen oder dergleichen? Was dachten sie nur von mir? In diesem Moment griff Ikki zu meiner Überraschung ihre Hand und nahm sie weg. „Bedränge doch den armen Jungen nicht so. Ist doch klar, dass er dann nicht will, oder?“, meinte er mit einem Lächeln. Sawa verzog das Gesicht und ging wortlos an uns vorbei. „Soll mir auch egal sein.“, meinte sie angewidert. Fixiert starrte ich den Boden an, unfähig mich zu bewegen. „So beginnen wir! Jeder schnappt sich einen Tanzpartner!“ Ikki rettete mich. Das war er mir aber auch wirklich schuldig. Heroine kam in meine Richtung, doch ich ging in eine andere und forderte einfach irgendein Mädchen zum Tanzen auf, welches annahm. Während des Tanzens plapperte sie ununterbrochen darüber, wie süß ich sei und wie süß Ikki sei und ob sie irgendwann jemand so Süßes zum Freund haben würde und ob ich nicht Interesse an ihr hätte, aber ich hörte ihr nur halbherzig zu. Die ganze Zeit musste ich an Toma denken und mein Blick hing sehr an ihm, aber er sah kein einziges Mal wirklich zu mir. Es ärgerte mich entsetzlich.
In der Pause verließ ich den Tanzsaal. Ich konnte das alles nicht ertragen. Plötzlich hörte ich Ikkis Stimme: „Wo treibst du dich denn rum?“ Ich antwortete ihm nicht, sondern schaute einfach zur Seite. „Ist alles in Ordnung?“ Etwas unschlüssig nickte ich, ohne ihn dabei anzusehen. „Warum hast du die Kleine denn nicht an dich heran gelassen? Sie ist doch hübsch.“ „Ich konnte es einfach nicht…“ „Hängen deine Gedanken so mir.“ Er ging weiter auf mich zu. „Bild dir nichts ein, du Lustmolch.“ Er blieb direkt vor mir stehen und ich wollte ausweichend einen Schritt zurück gehen, doch hinter mir war die Wand. Selbstbewusst drückte er seine Hand gegen die Wand und lehnte sich nach vorne. Sein Gesicht war meinem so nah. „Ich verbiete dir nicht mit Frauen zu schlafen oder war ich einfach zu gut, dass du es dir nicht mehr vorstellen könntest?“ Ich lief rot an und schaute weg. „Ich sehe schon. Da haben wir den Grund.“ „Du verstehst das nicht.“ „Dann erkläre es mir.“ Ich antwortete nicht. Er kam meinem Gesicht immer näher, doch ich schreckte auf und stieß ihn weg. „Hör gefälligst auf, ich bin nicht in der Stimmung für so etwas.“ Wütend drehte ich mich von ihm weg Richtung Tür. Mein Körper erstarrte. Das durfte nicht wahr sein. Hatte er alles gehört?! Schockiert flüsterte ich: „Toma…?“

Save the Game? Yes or No?
~Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Mein armer kleiner Shin, was mache ich denn nur mit ihm? Was wird wohl jetzt passieren, wo Toma sein kleines Geheimnis kennt? Wie wird Shin sich aus dieser misslichen Situation wieder retten können? All das und noch mehr erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten!~

Tanz der Karten – Kapitel 8

Donnerstag, 24. Dezember 2015

~Frohe Weihnachten! Ich wollte eigentlich ein richtiges Weihnachtsspezial machen, aber leider hatte ich einfach keine Idee dafür, deswegen gibt es als kleines Weihnachtsgeschenk einfach ein Kapitel, dass mehr als doppelt so lang ist, als normalerweise!
Ich wünsche viel Spaß!~

Also war Toma derjenige, der geklingelt hatte. „Shin, ich mache mir Sorgen. Mach bitte auf!“ Natürlich war ihm klar, dass ich Zuhause sein musste. Es fühlte sich so falsch an, dass er dort vor meiner Tür stand und ich hier… Ich hatte beinahe Tränen in den Augen. Ikki bemerkte es anscheinend und kam zu mir nach oben. Charmant flüsterte er mir ins Ohr: „Entspann‘ dich. Er geht bestimmt gleich wieder.“ Dann machte er weiter, als ob nichts gewesen wäre und er war einfach zu gut, als dass ich ihm sagen konnte, dass er aufhören solle. „Shin, ich weiß, dass du jetzt nicht mit mir reden willst, aber es bringt dir auch nichts dich zu verstecken. Ich muss dir etwas Wichtiges sagen… verstehst du?“ Ich wusste nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte und Ikki machte es mir wirklich nicht einfacher. Dieser Trottel!! „Gut Shin, ich gehe wieder. Ich schieb dir einen Brief unter der Tür durch. Lies ihn dir bitte durch. Wenn du jemanden zum reden brauchst, dann bin ich immer für dich da, komme was wolle. Vergiss das bitte nicht!“, rief Toma herein und ging. Erst jetzt konnte ich mir hundert prozentig sicher sein, dass er definitiv keinen Ersatzschlüssel mithatte. Ich entspannte mich wieder, was Ikki sehr zu gefallen schien, denn er machte umso enthusiastischer weiter. Mein Geist wollte zwar immer noch, dass er aufhörte, aber mein Körper reagierte, als ob nie etwas gewesen wäre. Nach einer Weile klingelte Ikki Handy, doch er reagierte nicht, solange bis es aufhörte. Als ich kurz vorm Höhepunkt stand, klingelte es erneut. Irgendwann schien ihn ziemlich dringend erreichen zu wollen, doch er ignorierte es weiter. Allerdings brachte es mich komplett aus der Fassung. Dann klingelte es ein weiteres Mal. „Geh bitte einfach ran.“, stöhnte ich entnervt. Ikki folgte mürrisch meiner Aufforderung und sah entsetzt auf das Display. „Hey Schatz, was ist denn los?“, hörte ich ihn rangehen. „Ach du hast schon eher Schluss… ja, wann denn?… Ach du bist schon Zuhause… Ja, natürlich. Ich bin noch auf einer kleinen Shopping-Tour… selbstverständlich… ähm ja, na klar. Ich beeil mich… Tut mir Leid, dass du jetzt warten musst… Klar, bin gleich Zuhause und knallen wir so richtig, ok?… Ja, bis dann Liebling.“ Er legte auf und sein Handy weg. „Wo waren wir?“ „Dein Ernst?!?“ Er sah mich fragend an und ich schüttelte den Kopf. „Geh einfach…“ Ikki zog eine Augenbraue hoch und erklärte: „Wir waren noch nicht fertig.“ „Geh!“, forderte ich erneut auf. Er seufzte, aber kam schließlich meiner Forderung nach und zog sich an. „Na gut, wahrscheinlich hast du recht. Wir holen das ein anderes Mal nach, ja?“ Ich knurrte: „Meinetwegen.“ Dann drehte ich mich in Richtung Wand. Der Ausgang des Ganzen war unglaublich frustrierend, aber das Schicksal meinte es auch einfach nicht gut mit mir. Ikki legte mir plötzlich eine Hand auf die Schulter, drehte mich zu ihm und küsste mich. „Ich hoffe, dass es dir trotzdem gefallen hat und du etwas mehr Klarheit über dich selbst hast.“ Ich lief knallrot an und nickte einfach stumm. „Sehr schön.“, erklärte er. Ich brachte ihn also noch bis zur Tür, wo er mir noch einen Kuss gab, zwinkerte und ging mit den Worten: „Ein anderes Mal… Wir sehen uns.“ Ich lächelte leicht schüchtern und sagte nur: „Man sieht sich.“ Dann schloss ich die Tür und griff nach Tomas Brief, doch bevor ich ihn lesen konnte, musste ich mir erst einmal darüber im Klaren sein, was gerade geschehen war. Ich konnte es einfach nicht fassen und dann belog er auch noch eiskalt seinen Freund. Verwirrt starrte ich das Bild von meinen beiden besten Freunden auf den Schreibtisch an. „Wenn ihr wüsstet…“, meinte ich leise. Ich öffnete den Brief in meiner Hand und las ihn sorgfältig, doch ich konnte meinen Augen nicht trauen.

>> Shin, ich wollte es dir eigentlich schon vor Ewigkeiten sagen, aber ich wusste nicht wann und wie. Deswegen gebe ich dir diesen Brief, ehe es zu spät ist. Es tut mir einerseits wirklich Leid wie alles gelaufen ist bis jetzt, aber andererseits auch nicht. Du musst verstehen. Solange du bei mir bist, bin ich glücklich. Ich wünschte, du wärst immer bei mir, denn ich liebe dich. Erst wusste ich nicht, wie ich es dir sagen sollte. Vor allem, dass wir Kindheitsfreunde sind, hat es mir schwer gemacht. Aber wenn ich noch länger schweige, dann bringt mir das auch nichts. Ich hoffe, dass ich nicht zu sehr damit überfalle und du meine Gefühle erwidern kannst. Hauptsache ist, dass ich es jetzt los bin.
In Liebe Toma<<

Mir liefen entgültig die Tränen die Wangen entlang. Was hatte ich nur getan?! Ich war so ein Idiot. Wie könnte ich ihm je wieder in die Augen sehen? Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Erschüttert schlug ich die Hände vor dem Gesicht zusammen und ließ mich auf das Bett fallen. Wie konnte ich ihm das nur antun? Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf, dass ich beinahe das Klingeln meines Handys überhörte. Vorsichtig sah ich auf das Display in der Hoffnung, dass es nicht Toma war. Gott sei Dank war er es nicht, stattdessen mein Chef, der mir für den Rest der Woche freigab. Ich wusste nicht genau, warum er das tat, aber es sollte mir nur recht sein. So konnte ich mich in meiner Wohnung verkriechen lernen und die ganze Welt ignorieren. Ich war nicht in der Gefahr Ikki oder Toma über den Weg zu laufen, außer auf dem Weg zur Uni. Allerdings passierte mir das mit Toma nicht, da dieser meistens zur selben Zeit in der Uni oder im Café festsaß.
Ein paar Tage nach dem Vorfall begegnete ich jedoch Ikki. Ich lief gerade mit Sawa und Heroine von der Uni aus ein Stück in Richtung meines Hauses, da sah ich ihn. Ich hoffte, er würde mich nicht erkennen, doch er tat es. „Guten Tag Sawa, Heroine und Shin, richtig?“ Die Mädchen nickten und kicherten begeistert. „Hallo Ikki!“, riefen sie, während ich eine Augenbraue hochzog und falsch lächelte. „Du siehst aus wie nach 7 Tagen Regenwetter, Shin. Was ist los?“ „Ich bin nur nicht sonderlich begeistert dich zu sehen.“ Heroine stubste mir in die Seite. „So etwas sagt man doch nicht.“ Ich verleierte die Augen, woraufhin sie die Stirn runzelte. „Keine Sorge, ich hatte von diesem Sonnenschein hier keine andere Antwort erwartet.“ Ich zuckte mit den Schultern und schwelgte heimlich in der Hoffnung, dass es nur über seinen Kopf anfangen würde zu regnen, jedoch war die Wahrscheinlichkeit dafür nicht gerade hoch. Ein Seufzten wich mir von den Lippen. Die Mädchen sahen mich vorwurfsvoll an, aber Ikki erklärte bewichtigend: „Shin und ich hatten ein paar Differenzen, die ich gerne mit ihm klären würde. Nehmt ihr mir es übel, wenn ich ihn euch kurz entführe.“ Daraufhin antwortete Sawa nur: „Selbstverständlich, ich muss jetzt eh abbiegen. Du kommst doch mit zu mir, stimmt’s Heroine?“ Sie nickte und ich sah die beiden schockiert an. Sie wollten mich jetzt doch nicht etwa mit diesem Perversen alleine lassen. „Tschüss ihr beiden, man sieht sich!“, meinten die beiden und gingen. Meine Nerven waren am Ende. Ikki verabschiedete sich noch freundlich und dann lief er neben mir her.
Nach einer Weile meinte er: „Es tut mir Leid, wie das vor ein paar Tagen gelaufen ist, ehrlich. Ich will es wieder gut machen, wenn du mich lässt.“ Ich blieb angewidert stehen. „Das ist doch nicht dein Ernst, oder?!“ „Wieso sollte das nicht mein Ernst sein?“ Er ging auf mich zu und gab mir einen Kuss. Ich schreckte zurück und sah mich panisch um. Wir waren mitten auf der Straße, aber ihm schien das nichts auszumachen. „Tu das nie wieder!“, fluchte ich. „Wenn du dafür mit mir schläfst.“ „Nein!“ „Ich könnte auch Toma sagen, was vorgefallen ist…“ Mein Herz blieb für einen Moment stehen. „Das würdest du nicht…“ Er grinste breit. „Wieso sollte ich nicht?“ Mein Blick fixierte den Boden. „Ich tu alles, was du willst… aber bitte sag es niemanden.“, flüsterte ich. „Dann haben wir ein Deal.“ Wir gingen also zu meiner Wohnung, in mein Zimmer. Seine Klamotten fielen, meine Klamotten fielen und wir taten es. Erst kamen wir nochmal bis zu der Stelle, wo wir das letzte Mal aufgehört hatten, nur dass er nicht frühzeitig aufhörte. Auch wenn es Nötigung war oder was auch immer, auch wenn ich mich lieber im Selbstmitleid vergraben wollte, so gefiel es mir doch ziemlich gut. Ikki wusste einfach, was er tat und vor allem wie. Keuchend schaute ich ihm in Augen. Mein Puls hatte sich gefühlt um das zehnfache erhöht. Er küsste mich leidenschaftlich. „Jetzt will ich aber auch meinen Spaß.“ Mit gezielten Bewegungen schubste er mich auf alle Viere. In diesem Moment wurde mir bewusst, welchen Part ich einnehmen musste. Ich fühlte mich absolut lächerlich, aber vor allem fragte ich mich, ob es weh tun würde. Dann passierte es. Augenblicklich schossen wir die Tränen in die Augen. Diesen gewaltigen Schmerz hatte ich einfach nicht erwartet. „Entspann‘ dich.“, flüsterte Ikki. Ich schüttelte den Kopf, weil ich einfach keine Lust mehr darauf hatte. Es war entsetzlich. Seine Antwort auf meine abwehrende Haltung war ein Schlag mit der flachen Hand auf meinen Arsch. Dann griff er in meine Haare, zog meinen Kopf zu sich und küsste mich, dadurch wurde der Schmerz aber immer entsetzlicher. Er stieß meinen Kopf wieder nach vorne, welcher unsanft auf dem Bett landete. Ich ließ ihn einfach liegen und über mich ergehen, was Ikki auch wollte. Mein Geist hatte die Rebellion aufgegeben und mein Verstand setzte immer mehr aus. Was gerade geschah, ließ sich nicht mehr beschreiben. Es war erst so schmerzhaft, dann verwirrend und irgendwann einfach unglaublich. Ich gab mich ihm einfach hin und war es auch leid meine Stimme zu unterdrücken. Gerade das schien ihm zu gefallen.
Stunden später fand das Geschehen sein Ende. „So schlecht war es doch gar nicht?“ Ich nickte nur. Mein Atem war zu schnell, um ihn antworten zu können. Ich fragte mich, wo er diese Ausdauer und vor allem diese Gelassenheit hernahm. Dann wurde es mir bewusst. Natürlich, Ikki war Tanzlehrer. Völlig erschöpft ließ ich mich ins Bett fallen. „Das bist du wohl nicht gewöhnt, was?“, meinte Ikki lachend. Er gab mir einen Kuss und erklärte: „Bleib ruhig liegen. Ich find den Weg nach draußen schon. Schlaf gut, Shin.“ Ein letztes Zwinkern und er verschwand. Es dauerte nur ein paar Sekunden, nachdem ich die Tür zufallen hörte und Ikki das Treppenhaus nach unten laufen, bis ich komplett weg war und so fest schlief wie schon lange nicht mehr.
Vorsichtig öffnete ich die Augen. Wie viel Zeit wohl vergangen war? Vielleicht war mittlerweile Samstag. Ich rollte mich aus meinem Bett, nur um festzustellen, dass mir absolut alles weh tat. Genervt schleifte ich mich Richtung Dusche und sah dabei noch einmal kurz auf mein Handy.

>> 14:03 Uhr
7 verpasste Anrufe Toma
2 verpasste Anrufe Heroine<<

„Scheiße… da war ja noch was…“ Wir wollten uns endlich mal wieder als Gruppe treffen. Schnell wählte ich Heroines Nummer. „Hey, tut mir Leid… Ich bin gerade erst aufgewacht. Es war ’ne lange Nacht. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse.“ „Na dann guten morgen Shin, ist schon gut. Wir haben uns halt Sorgen gemacht. Gut, dass du angerufen hast, wir wollten gerade zu dir laufen und nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Was hat deine Nacht eigentlich so lang gemacht?“ „Erklär ich dir vielleicht ein anderes Mal, okay?“ „Wie du meinst. Wir würden dann schon mal zu mir gehen. Wann kommst du dann nach?“ „In einer halben Stunde.“ „Okay, bis dann!“ „Bis dann.“ Ich legte erleichtert, dass sie nicht sauer waren, auf. Mein Herz raste wie immer, wenn ich mit Heroine telefonierte, aber es war schwächer als sonst. Vielleicht schaffte ich es so über sie hinweg zu kommen. Aber wie sollte ich ihr jemals meine lange Nacht erklären? Ich schämte mich so.
Eine halbe Stunde später stand ich dann vor Heroines Tür. Freudig öffnete sie mir. „Komm herein Shin! Wir haben schon gewartet.“ Ich ging hinein, wo ich nicht nur Tomas Gesicht erblickte, sondern auch Ukyos. Langsam fragte ich mich doch, ob sie mich zu einem Gruppentreff oder einem Doppeldate einladen wollten. „Hey!, warf ich in den Raum, woraufhin ich ein „Hey!“ zurückbekam. Toma lächelte mich breit, aber falsch an. Er war definitiv sehr besorgt und machte sich Gedanken darum, warum ich nicht auf seinen Brief geantwortet hatte. Allerdings wusste ich einfach nicht, was ich dazu sagen sollte. Vor allem hatte ich, nachdem was am Vortag geschehen war, keine Ahnung mehr, wie ich damit umgehen sollte. „Schön, dass du da bist. Ich hab seitdem du das letzte Mal auf Arbeit warst, nichts mehr von dir gehört. Hab mich schon gesorgt.“, erklärte Toma ehrlich. Ich setzte mich. „War doch keine große Sache. Du musst dir keine Sorgen um mich machen.“, antwortete ich schlicht. Jetzt konnte ich es mir nicht erlauben, dass er sich auch nur einen Gedanken um ein Arschloch wie mich machte. Mein schlechtes Gewissen begann an mir zu nagen. Toma verzog das Gesicht und setzte dazu an etwas zu sagen, doch ehe das ganze in einer ewigen Diskussion ausartete, fragte ich: „Du hast also die Woche kein frei bekommen?“ „Nein, wieso sollte ich?“ „Also wurde mir tatsächlich wegen meines psychischen Zustandes frei gegeben.“ Ich seufzte genervt. „Ach tatsächlich?“, fragte Toma erstaunt. Heroine und Ukyo schauten ernsthaft besorgt zu mir. „Was ist eigentlich vorgefallen?“, fragte Heroine vorsichtig. „Ich weiß es nicht genau. Wahrscheinlich ist mir alles über den Kopf gewachsen. Ich war überfordert. Kann mal passieren.“ Heroine schüttelte den Kopf. „Es sollte nicht passieren, wenn du dir mal einen gesünderen Lebensstil aneignen würdest.“ Ich verzog das Gesicht. „Du klingst wie meine Mutter.“ „Es ist doch aber wahr. Du überabeitest dich dauerhaft und tust dann noch etwas für die Uni. Außerdem schläfst du nicht länger als 4-5 Stunden und dann nicht einmal gut.“ Toma sah mich entsetzt an. „Ist das wahr?“ Ich verleierte die Augen. „Ist doch nichts dabei, oder?“ „Also ist es wahr?“ „…Ja…“, brachte ich schweren Herzens heraus. Er sah mich komplett schockiert an. „Gönn‘ dir ’ne Pause.“ „Tu ich doch schon.“, meinte ich mit einem Lächeln. Heroine nickte und erklärte: „Stimmt, du hast verschlafen bis 14 Uhr. Wie lange warst du gestern wach?“ „Irgendetwas zwischen 21-24 Uhr, ich war zu müde, um auf die Uhr zu schauen.“ „Hey, das klingt doch echt gut. Und erklärst du mir nun, weswegen es eine „lange Nacht“ war?“, fragte Heroine neugierig. Ich sah Toma an, der skeptisch eine Augenbraue hob. Das war der Moment, in dem ich mich wieder einmal total schlecht fühlte. Mein Kopf kramte nach einer passenden Ausrede. „Sagen wir es so… ich habe mal etwas anderes gelernt, als immer nur für die Uni.“ „Und was?“ „Das behalte ich für mich.“ „Ich will aber wissen, was es ist!“, meinte Heroine auffordernd. „Werdet ihr schon noch sehen.“, erklärte ich mit einem Grinsen. Jetzt musste ich nur noch herausfinden, was ich gelernt hatte, was ich ihnen auch zeigen könnte. Wahrscheinlich war es an der Zeit eine neue Sprache zu lernen oder dergleichen. „Na gut…“, meinte Heroine mit einem skeptischen Blick.
Ab diesem Moment verlief der Tag wirklich lustig. Wir unterhielten uns, hatten jede Menge, worüber wir lachen konnten und spielten irgendwann ein paar Spiele, die auf jeden Fall Unterhaltung boten. Mir fiel nicht auf, dass dieses Treffen tatsächlich irgendwann ein Doppeldate-Charakter brachte. Irgendwann verschwanden Heroine und Toma kurz in der Küche, weil Heroine ihm irgendein Rezept zeigen wollte. Ukyo nutzte diese Gelegenheit um mich auf eine vergange Frage hinzuweisen: „Wie sieht es aus? Hast du jetzt mittlerweile mal über meine Frage nachgedacht?“ Ich zögerte für einen Moment und überlegte, ob ich antworten sollte und was ich sagen konnte. „Du meinst, wie viel ich für Kerle übrig habe, richtig?“ Er nickte. Ein kurzes Grinsen huschte plötzlich über mein Gesicht, als darüber nachdachte, ob ich nun auf Kerle stand. Keine Frage, ich stand absolut auf Kerle, obwohl ich es weiterhin lieber leugnen würde. Ukyo erklärte herausfordernd: „Ich kann dir deine Antwort vom Gesicht ablesen. Du hast viel für sie übrig, stimmt’s?“ „Vielleicht.“, entgegnete, ohne dass ich mein Grinsen unterdrücken konnte. „Also ja.“ „Könntest du diese Antwort für dich behalten?“ Ukyo nickte und erklärte: „Selbstverständlich.“ „Sag mal, hast du wegen Toma gefragt?“ Erneut musste Ukyo nicken. „Gut kombiniert.“ „Mit meinem jetzigen Informationsstand war das nun auch nicht mehr schwer.“
Der Abend nahm seinen Lauf, zwischendurch entführte mich Heroine nochmal, wobei ich vermutete, dass Ukyo in diesem Moment unser Geheimnis ausplauderte, aber es sollte mir egal sein. Diese Information war Toma garantiert nicht unbedingt neu. „Sag mal Shin, was ist zwischen Ikki und dir vorgefallen?“, fragte Heroine mich nun unter 4 Augen. Ich lief augenblicklich rot an. „Ähm… ich weiß nicht, wie ich das erklären soll.“ „Oh bitte, sag mir nicht, dass zwischen euch irgendwas lief…“ Jetzt war ich einfach nur noch überrumpelt. „W-woher?“ „Also bitte, ich bin eine Frau. Wir bekommen so etwas mit.“ „Könntest du es bitte unter allen Umständen für dich behalten? Ich will nicht, dass Toma irgendetwas davon erfährt…“ „Also machst du dir trotzdem Gedanken um ihn?“ „Natürlich… das alles war auch nicht unbedingt freiwillig.“ „Was?! Zeig ihn doch an…“ „Dafür war es dann wieder zu freiwillig, als dass ich damit durchkäme, fürchte ich… und solange er mich jetzt in Ruhe lässt, soll es mir egal sein.“ Heroine nahm mich in den Arm. Anscheinend ging sie davon aus, dass es wirklich schrecklich gewesen sein musste. Ich lächelte leicht und fragte mich, warum mein Puls nicht in die Höhe geschossen war. „Ich sag niemanden etwas. Ich verspreche es dir, aber bitte rede mit mir, wenn wieder so etwas vorkommt. Nicht, dass du alles in dich hineinfrisst. Das will ich nicht, okay?“ Ich nickte und bedankte mich.
Nachdem wir zu den anderen zurück gegangen waren, spielten wir noch eine Runde. Schließlich machten Toma und ich uns auf den Weg nach Hause. Wir redeten erst ganz normal. An der Abzweigung, wo wir uns für gewöhnlich trennten, fragte er aber plötzlich: „Du hast gar nichts zu meinem Brief gesagt… Hast du ihn gelesen?“ Ich nickte langsam und erklärte: „Ich… ich weiß einfach nicht, was ich dazu sagen soll.“ „Erwiderst du meine Gefühle denn?“ Mir lag ein „Ja“ auf den Lippen, aber wäre das dann auch wirklich ernst gemeint? Ich wusste es nicht genau. Außerdem war mein schlechtes Gewissen zu groß, um einfach „Ja“ sagen zu können. Jemanden wie mich hatte er nicht verdient. Ich hasste mich dafür, was ich getan hatte. „Du liebst mich doch, oder?“, fragte Toma vorsichtig und nahm meine Hand. Ich sah zur Seite. „Ich… ich weiß nicht.“ „Das ist zumindest kein „nein“.“, meinte er mit einem Lächeln. Ich schaute zu ihm. Mein Blick blieb an seinen Lippen hängen. Ich wollte mich ihnen hingeben, aber ich konnte nicht, nicht nach letzter Nacht. „Ich helf dir auf die Sprünge, damit du Klarheit hast.“, meinte er mit diesem süßen Lächeln, das meinen Blick festhielt. Er küsste mich. Mein Herz entflammte, so schnell. In diesem Moment war die Außenwelt nur noch ein unbedeutendes Nichts um mich herum. Kaum noch konnte ich meinen Körper kontrollieren. Dann kam die Erinnerung zurück. Panisch drückte ich ihn von mir und rannte weg, weit weg, ohne noch einmal darüber nachgedacht zu haben, was ich eigentlich tat. So ließ ich einsamen Toma mit Selbstverzweifeln im Schein der Laterne zurück, dabei wollte ich ihn nie wieder Kummer bereiten.

Save the Game? Yes or No?
~Ich hoffe, dass es euch gefallen hat und ich euch ein schönes Weihnachtsgeschenk bescheren konnte!
Was hat Shin nur getan? Wird der arme Toma es verkraften? Und wie wird Shin wohl in der nächsten Tanzstunde Ikki gegenüber stehen? All das im nächsten Kapitel Tanz der Karten, das hoffentlich bald rauskommen wird.
Hinterlasst doch ein paar Kommentare!
Damit wünsche ich euch noch eine wunderschöne Bescherung und frohe Weihnachten!
Eure DarKira!~

Tanz der Karten – Kapitel 7

Dienstag, 22. Dezember 2015

~Hey Leute, heute kommt auf direkt das nächste Kapitel von Tanz der Karten heraus. Ich hoffe, dass ihr schon gespannt seid. Viel Spaß!~

 

Ich war erstarrt und wusste nicht, wie ich mit der Situation umgehen musste. Sein Lächeln machte es noch unangenehmer. Er schien so siegessicher. Ich schaute irgendwohin, hauptsache ihm nicht mehr in die Augen. „Keine Sorge, es ist komplett unverbindlich und bleibt unter uns.“ Der Gedanke war verlockend und mein ganzer Körper wollte, dass ich annahm, doch mein Geist konnte sich noch nicht mit der Idee anfreunden. „Ich weiß nicht.“ „Du willst doch. Bist du zu feige einfach „Ja“ zu sagen?“ Ich sah ihn genervt wieder an. Wie konnte dieser Trottel sagen, dass ich zu feige wäre?! Er wird schon sehen. „Gut, was soll’s? Probieren wir’s.“ Er grinste mich an und nickte.
Dann kam sein Gesicht meinem näher. Ich war total nervös und versuchte es mir irgendwie nicht anmerken zu lassen. Dann küsste er mich und er konnte verdammt gut küssen. Es war berauschend, obwohl mein Herz nicht so randalierte wie bei Toma. Wahrscheinlich war es mit ihm wohl wirklich weniger peinlich, dabei war er mein Tanzlehrer. Das musste ich jetzt aber einfach ignorieren. Also konnte ich mich wirklich darauf einlassen. Ich rückte etwas zurück, sodass er auch mit auf das Bett kam. Er fuhr mit einer Hand unter mein Oberteil. Ich wusste nicht wie weit er gehen wollte, aber mir sollte es nur recht sein. Mit den Fingerspitzen strich er langsam über meinen Oberkörper. Es war unglaublich. Er ließ von meinen Lippen ab und küsste vorsichtig meinen Hals. Dann zog er mir im nächsten Moment das Oberteil aus. Ich war wohl schon die ganze Zeit rot angelaufen, aber das löste so viele Gedanken in meinem Kopf aus, dass ich wirklich rot anlief. Wie mir jetzt erst auffiel, hatte er seinen Mantel und die Handschuhe noch nicht ausgezogen, was ich schon längst abgestreift hatte und er jetzt auch. Diesen Moment hatte ich genutzt um mir bewusst zu werden, was gerade passierte. Es fühlte sich so unreal an, vor allem das Kribbeln in meinem gesamten Körper. Er beugte sich nun wieder zu mir, um mich küssend ins Bett zu drücken. Mir war nicht danach mich gegen ihn zu wehren. Ich versuchte auch mal die Initiative zu ergreifen und begann sein Hemd aufzuknöpfen, was ihn etwas zu belustigen schien. Es war aber auch schwer, ohne dass man hingucken konnten, aber ich schaffte es. Mit einem Grinsen erklärte er: „Ich bin beeindruckt. Das war Rekordzeit.“ Irgendwie musste ich auch grinsen. „Na immerhin…“ Er zog das Hemd ziemlich sexy aus und legte den Kopf schief. Mir wurde jetzt erst bewusst wie heiß er eigentlich wirklich war. Ich konnte nicht anders als ihm zu mir zu ziehen und leidenschaftlicher als zuvor zu küssen. Mich überraschte es, dass ich das überhaupt konnte und ihn anscheinend auch. Unsere Lippen lösten sich. Langsam küsste er meinen Oberkörper, nur schwer konnte ich ein Stöhnen unterdrücken. Ich bekam es nicht einmal mit, wie er geschickt meinen Gürtel und meine Hose öffnete, erst als er mit einer Hand in die Hose fuhr. Ich lief rot an. Mein Herz raste mittlerweile doch und ich schämte fast etwas dafür, dass ich meine Atmung nicht mehr kontrollieren konnte. Vielleicht wollte ich doch nicht so weit gehen. Er küsste unbeirrt weiter meinen Oberkörper und ich schaute zur Seite. Auf dem Schreibtisch stand das Bild von Heroine und Toma. Sie schienen mich vorwurfsvoll anzusehen. Ich wollte das doch nicht. Es fühlte sich so an, als würde ich die beiden betrügen. Mein größter Wunsch war in diesem Moment, dass das Bild einfach umfallen würde, damit ich nicht länger mit meinem Gewissen kämpfen musste. Eigentlich sprach doch nichts dagegen, was er und ich machten, oder? Ich sah zur Decke. „Nein…“ Ich spürte, dass er mich ansah. „Hör bitte auf.“, entwich es mir, aber er fuhr unbeirrt fort. Es fühlte sich so gut an, zu gut. Mein Körper wollte mehr, aber ich konnte doch nicht. Ich verstand, dass er nicht aufhören würde, wenn ich es nicht wirklich wollte. Meine Gedanken drehten sich immer noch darum, ob es richtig war, was ich gerade tat. In diesem Moment küsste er mich aber unglaublich leidenschaftlich und auf einmal waren meine Zweifel weg. Das war es, was ich wollte. Er zog meine Hose aus und ging mit seinen Kopf nach unten. Für einen Moment war ich schockiert, aber natürlich war das normal, wenn man miteinander schlief. Es raubte mir den Verstand, so unglaublich. Ich vergaß alles um mich herum und konnte auch mein Stöhnen nicht mehr unterdrücken, bis es an meiner Wohnungstür klingelte. „Ignorier es.“, flüsterte Ikki und drückte mir ein Kissen auf den Mund. Ich nickte und er fuhr damit fort mir den Verstand zu rauben. „Shin, bist du Zuhause? Ich bin es Toma.“, hörte ich es durch die Tür rufen. Ich erstarrte. Hoffentlich hatte er den Ersatzschlüssel für die Wohnung nicht dabei.

Save the Game? Yes or No?
~Ich hoffe, dass es euch gefallen hat. 😛 Wie wird es wohl weitergehen? Hat Toma wirklich einen Zweitschlüssel? Wie wird wohl darauf reagieren? All das und noch mehr erfahrt ihr im nächsten Kapitel von Tanz der Karten!~