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Kapitel 5

Donnerstag, 19. Dezember 2013

~ Wir schreiben den 19. Dezember 2014. Heute kommt das nächste Kapitel des Rollenspiels, der lieben Akima und mir heraus. Wie geht es nach dem Schreit der beiden weiter? Und was zur Hölle ist auf einmal mit Axtan los? Erfahrt das alles im folgenden Kapitel! Viel Spaß beim Lesen!~

Vor Schmerz verzerrte Ax das Gesicht und rang leicht um Atem. Kinasato hatte völlig überstürtzt das Zimmer verlassen, sodass Axtan gar nicht dazu kam noch irgendetwas zu sagen. Eine Weile starrte er in die Leere und dachte nach. Er konnte sich nicht entsinnen, dass er Kina je darum gebeten hatte ihm etwas beizubringen. Außerdem hatte der Gestaltenwandler auch nie vorgehabt ihn zu belehren. Verständnislos schüttelte er den Kopf. Kinasatos Hass, der alles und jeden treffen konnte, empfand er, als er darüber nachdachte, doch als sehr fragwürdig. Was sollte Axtan nun machen? Vielleicht schnappte er sich Ailean und ging mit ihr bis ans Ende der Welt. Für ihn war das der beste Plan, zumal Ai eh davon geschwärmt hatte, dass sie weit weg von hier verschwinden und ein neues Leben beginnen wollte, am liebsten mit ihm zusammen. In diesem Moment ertönte Aileans wunderschöne Stimme in seinen Gedanken. „Ax, hilf mir, bitte! Ich bin auf den Marktplatz. Ich glaube, sie wollen mich umbringen. Befrei mich, bitte! Lass und fliehen und zusammen leben irgendwo weit weg von hier, wo man uns akzeptiert! Das ist die Chance für uns! Nur beeil dich!“ Im ersten Moment war der Gestaltenwandler völlig überrumpelt, aber dann kamen ihm die Worte des mysteriösen Magier in den Sinn ‚…aber vorher nehme ich dir noch den Rest deines geliebten, vergangenen Lebens!‘ und er sprang sofort auf, krallte sich innerhalb von weniger als einer Sekunde seine gesamten Sachen und verwandelte sich in das schnellste Monster, das er kannte, einen Fayus. Dann rannte er, so schnell er konnte, los.

Kina ging durch das Dorf, zwar wollte er schnell fort, doch ohne Nahrung wäre dies keine gute Idee. Also lief der Schattenläufer zum Marktplatz in dessen Mitte ein Scheiterhaufen aufgestellt war. Er grinste, als er Ailean am Mast gebunden sah, hielt sich aber nicht länger an diesem Anblick auf. Schnell handelte er mit einer Verkäuferin, die ihren Stand noch nicht geschlossen hatte. Scheinbar wollte sie nach dem Schauspiel oder währenddessen möglichst viel Geld machen. Bevor der hübsche Schwarze den Marktplatz verließ, grinste er noch einmal zum Scheiterhaufen rüber. Es war sonst nicht seine Art, doch der Zorn herrschte über ihn. Vom Boden hob er einen Stein auf und warf ihn mit voller Wucht gegen die kleine Verführerin. Ein zufriedener Blick und dann bewegte er sich zum Ausgang des Dorfes, hierhin würde er wohl nie wieder zurück kehren wollen.

Schnelle, lange Sprünge des eleganten Vierbeiners trugen Axtan zum Marktplatz. Ihn war egal, wer ihn sah oder ihn angriff. Alles um sich herum, blendete er aus. Es zählte nur noch Ailean aus dieser Situation zu befreien. So versuchte er so schnell wie möglich in Gestalt des übergroßen, raubkatzenähnlichen Fayus zu ihr zu gelangen. Endlich angekommen, traute er jedoch seinen Augen nicht. Das Feuer brannte lichterloh. Die Flammen fraßen sie fast vollständig auf und mit letzter Kraft flüsterte sie seinen Namen. Dann sank ihr Kopf herab und Ax erstarrte komplett. „Ich sagte doch, wir hätten ihre Gedankenübertragung nicht entblockieren sollen. Ich wusste, sie würde Hilfe holen!“ „Spürst du ihren Puls noch? Ich nicht! Er kann sie nicht mehr retten. Deswegen haben wir das Feuer auch so beschleunigt, damit er sie nicht retten kann.“ Axtan wurde bewusst, wie dieses Gespräch neben ihm ablief und er glaubte es einfach nicht. Das konnte nicht sein. Sein Verstand setzte aus und er starrte die Flammen an. Dieser Marktplatz… diese Flammen… Jetzt erinnerte er sich wieder. Eher unbewusste verwandelte er sich, aber nicht nicht in sich selbst. Er verwandelte sich in einen Dämon. Alles um ihn herum fing an zu zittern. „Ich wusste es!“, schrie der mysteriöse Magier aus dem Gasthaus. Axtan bekam das alles nicht mehr mit. Genauso unbewusst begann er zu reden: „Ihr unwürdigen, idiotischen Trottel! Habt ihr so wenig Respekt vor dem Leben, dass ihr ein junges Mädchen, talentiert und liebenswürdig, einfach nur wegen eines dummen Aberglaubens den Flammen übergebt?! Selbst wenn es wahr wäre, hätte ich so eine reine Seele nie verderben können! Ihr Narren! Wisst ihr, was ihr davon habt?! Ich werde so tun als seie der Aberglaube wahr und euch eure gerechte Strafe zu teilen!“ Während er sprach, begann es zu regnen und umso wütender, aber vor allem umso trauriger er wurde, umso stärker wurde der Regen. Das war eine Eigenschaft der Dämonen. Ihre Trauer und ihre Tränen ließen den Himmel weinen. Darunter erlosch das Feuer. Alle starrten Axtan, der nun in großer, edler Gestalt und mit Tränen, Wut und Hass in den Augen vor ihnen stand, an…schockiert…zitternd… denn seine Aura war nun aufgewühlt und mächtig. Der Gestaltenwandler verlor sich in seinen Gedanken. Er liebte seine Eltern und seine 2 Schwestern sehr. Vor allem zu seiner Zwillingsschwester hatte er einen besonderen Draht, denn sie hatte dieselben verfluchten Fähigkeiten wie er, aber dadurch hielten die beiden immer gut zusammen… Es geschah in diesem Dorf. Sie waren gerade 200 geworden, daher waren sie vielleicht noch ein wenig unvorsichtig mit ihren Kräften. In einem abgelegenen Waldstück machten sie einen Übungskampf, in dem sie sich ständig immer und immer wieder verwandelten. Es war sehr anstrengend, aber für den Betrachter sah es bestimmt sehr beeindruckend aus. So viel Spaß, wie bei diesen Kämpfen mit seiner Zwillingsschwester, Ayata, hatte er sonst nicht. Allerdings geschah es eines Tages, dass sie entdeckt wurden. Man schnappte sie und stellte vor das öffentliche Gericht, wo sie zum Tode verurteilt wurden. Damals konnte Axtan nichts dagegen tun. Er vertraute auf seine Mutter und seine ältere Schwester, die eingriffen. Allerdings wurden sie ins Feuer geworfen und starben mit seinem geliebten Schwesterherz Aya. Als auch der Scheiterhaufen unter Ax angezündet wurde, kam sein Vater, der leider viel zu spät davon mitbekommen hatte und riss ihn in letzter Sekunde vor dem Mast. Er floh so schnell er noch konnte mit dem bitterlich weinenden Jungen auf dem Arm. Diese Erinnerungen waren unglaublich schmerzhaft und Ax konnte sich einfach nicht mehr von ihnen lösen. Warum war er nur so schwach gewesen? Warum konnte er sich damals nicht befreien? Es tat ihm so weh und er verstand, warum er diese Erinnerungen vor sich selbst verschlossen hatte. So wog er sich unheimlich verstört und trauernd im Selbstmitleid. Es war Ironie, dass seine große Liebe an jenem Ort, an dem einst seine Schwestern und seine Mutter auf eine unglaublich bestialische Weise getötet wurden, ebenfalls auf dieselbe Art ihr Ende fand. In diesem Moment schreckte er aus seinen Gedanken hoch und erwischte sich dabei, wie er dem mysteriösen Magier langsam und qualvoll, bei lebendigen Leibe, die Kehle durchschnitt und seinen Kopf grausam von seinem Körper trennte. Dieser Kerl war damals in seine Mutter verliebt. Er bedrängte sie, doch um der Kinder Willen hielt sie ihn von sich fern. Dieses Gespräch belauschte Ax damals und dieser Kerl war es auch, der Ax und Aya vor das Gericht gestellt hatte. Vielleicht hatte er auch Ailean zum Tode verdammt. Ja, er hatte diesen Tod verdient. Langsam zeichnete sich ein Grinsen auf dem Gesicht des Gestaltenwandlers ab, während der Magier die letzten Geräusche des Sterbens von sich gab und seine letzten Tränen vergoss. Anschließend ließ er den toten Körper achtlos fallen. Langsam ging er zu dem Aschehaufen auf dem die Überreste seiner Geliebten lagen. Vorsichtig streckte er die Hand nach ihr aus, doch bevor er sie wirklich berühren konnte, zerfiel ihr Fleisch ebenfalls zu Asche. Tränen rannen seine Wangen herab und er starrte kurz ins Leere. Als er seinen Blick schließlich hob, um sich nach Feinden umzusehen, erschrak er, als er nichts außer Blut und Leichen erblickte.

Kinasato vernahm nur leise die Schreie der Sterbenden. Während Axtan auf dem Dorfplatz wütete, war er bereits zum nahe liegenden Wald gegangen, indem er vorhin noch Frau und Kind mordete. Der Himmel war leicht rosa gefärbt. Es war eine trügerische Ruhe und Frieden, wie er bald erfahren sollte. Die Schreie, die er hörte, vernahm er viel mehr als Jubelschreie, aus Freude über den Tod der Magierin. Wie sollte er auch wissen, dass in Axtan solche Kräfte schlummerten. Mittlerweile hatte er sich ebenfalls beruhigt. Wie er es hasste, wenn seine Wut Kontrolle über ihn nahm. Er blieb stehen und blickte in die Richtung des Dorfes. Der starke Regen tröpfelte von den Blättern der Bäume auf ihn hinab. Was aus dem Gestaltenwandler wurde, war ihm egal. Er war wieder die Ruhe und Gefühlskälte selbst. Der letzte Rauch stieg aus dem Dorf auf und Kinasato ging etwas selbstgefällig weiter. So stumm, wie er durch die Schatten lief, hörte er ein Rascheln. Es war nicht von einem gewöhnlichen Tier, sondern etwas Großes. Das Rascheln kam näher, aus allen Richtungen, der Schattenläufer suchte Schutz im Schatten der Bäume, unwissend, dass er bereits entdeckt wurde. Ehe er fliehen konnte, standen 5 Monster um ihn herum. „Mist…“, entfleuchte es ihm. Sofort zog er 2 Klingen unter seinem Mantel hervor und starrte die Monster an. Die Klauen eines Drachens, den sachten Körper eines Gepards, Ohren eines Hundes, Zähne wie die eines Raubfisches… Noch nie zuvor sah er eine solche Kreatur. Sie schien die Perfektion des Kampfes und er konnte nicht fliehen. Fünf dieser Art waren selbst Kina zu viel. Mehr als sich bis zu seinem Tode verteidigen, konnte er nicht, denn aufgeben kam für ihn nicht in Frage.

Eine Weile sah er sich ausdruckslos sein Werk an. Dann hörte er Gleichschritt. War es die Stadtwehr? Natürlich hatte er nicht darauf geachtet, ob irgendjemand Hilfe holte. Schnell entschied er sich zu fliehen, doch in diesem Moment kamen schon die ersten Kämpfer um die Ecke. Jetzt steckte er doch etwas in der Klemme…
Es verging einige Zeit, da betrat er den Wald. Schon lange war er nicht mehr hier gewesen. Ein großer, kräftiger Dämon mit schwarzem Haar, dessen elegante, fürstliche Sachen seinen dämonischen, arroganten Blick unterstützten. Er war ganz in der Nähe des kämpfenden Schattenläufers, doch würde er ihm helfen? Es war nicht die Art eines Dämons anderen zu helfen, aber er war anders. Durch gezielte Telekinese schleuderte er alle 5 Bestien gegen irgendwelche Bäume. „Braucht Ihr zufällig Hilfe?“, meinte der Mysteriöse in einem unheimlichen Ton, während er langsam auf den Schattenläufer zu lief. Ein Monster rappelte sich auf und rannte auf den Dämon zu. Dieser hob unbeeindruckt die Hand und die Bestie bewegte sich nicht mehr. Ihr schien langsam und qualvoll die Luft auszugehen. Der Dämon grinste nur furchteinflösend.

Kinasato sah den Dämon an, es war eine eindrucksvolle Gestalt, doch er ließ sich nicht irritieren. Er war bereits sehr mitgenommen von dem Kampf gegen die Monster. Wäre der Dämon nur wenige Augenblicke später gekommen, wäre er nun sicherlich schon tot. Also fühlte sich der Schattenläufer in der Schuld des Dämons. Doch erst galt es die Monster zu töten. Die restlichen 4 waren benommen, sodass er so schnell er konnte von einem Schatten in den nächsten sprang, bis zu einem Monster. Eines seiner Schwerter stieß er nun durch dessen Kehle. Nach diesem Stoß sackte der Schattenläufer jedoch vor Erschöpfung zusammen.

„Na da bin ich ja gerade richtig erschienen.“, meinte dem Dämon verächtlich grinsend. 3 Bestien waren noch übrig. Das würde für den Dämon kein leichtes Spiel werden, denn er hatte schon unglaublich viel seiner Macht ausgereizt. Es war gut, dass der Schattenläufer nicht mehr bei Bewusstsein war, denn so konnte er nicht sehen, wie der stolze Dämon schwächelte. Trotz allem beendete er den Kampf schnell. Es war aber auch zu einfachm die Kreaturen mit einem Schwert des Schattenläufers aufzuspießen, denn wollten sie sich wehren, wurden sie durch Telekinese zurück geworfen. Das Abendrot verschwand langsam und kalte Dunkelheit zog sich durch den Wald. Während das Blut vor sich hin floss, hatte sich der Dämon den Bewusstlosen geschnappt und über die Schulter geworfen. Am Ende wäre der Ohnmächtige noch von weiteren Monstern gefressen wurden. Dann hätte es dem Dämon auch nichts gebracht, ihn zu retten. So ging er also durch den Wald, auf der Suche nach einer Unterkunft. Ihm war klar, dass das nächste Dorf meilenweit entfernt war, deswegen würde ihm eine einfache Hütte im Wald reichen. Es regnete immer noch in Strömen, sodass sich, selbst im Wald, nun noch etwas Nebel gebildet hatte. Darunter erkannte der edle Dämon fast das Haus vor seiner Nase nicht. Es war zerfallen, alt, doch es stand ja auch leer. Ihn störte es nicht, sodass er dort hinein ging und den Schattenläufer auf einem alten Bett ablegte. Als er überlegte, was er nun tun sollte, begann er plötzlich sehr stark zu husten, wobei er Blut hustete. „Verdammt… Dieser Körper hält nicht länger stand.“, sagte der Unheimliche mehr oder weniger zu sich selbst. Er taumelte ein paar Schritte rückwärts, wo er sich schließlich an einer Wand herab sinken ließ. Nun überließ er den Körper wieder seinem eigenen Besitzer, dem Gestaltenwandler, Axtan. Dieser wurde sofort bewusstlos. Nur noch die Tränen, die seine Wangen herab rannen, bewegten sich nun noch.

 

~Fortsetzung folgt! Was ist geschehen und warum? Erfahrt es im nächsten Kapitel!  Und hinterlasst fleißig eure Kommentare dazu! ;)~

Kapitel 4

Mittwoch, 11. Dezember 2013

~Heute ist der 11. Dezember und ich zeige euch ein weiteres Kapitel unseres schönen Rollenspiels. Dies ist die Entlüftung des unglaublichen Geheimnisses von Axtan. Ich habe es ja schon oft angedeutet, aber jetzt wird es ausgesprochen. Doch wie reagiert Kinasato nur darauf? Viel Spaß beim Lesen!~

 

Um diese Tageszeit war in der Taverne nicht allzu fiel los, weshalb eine fast beunruhigende Stille herrschte, als sie die Taverne schweigend betraten. Eine kleine Magierin in einem grünlichen Kleid stellte gerade einen Bierkrug vor einem anderen Magier, der den Krug ohne zu bedanken entgegen nahm. Er wirkte etwas furchteinflösend mit seinem eiskalten Blick, der Ax und Kina sehr genau musterte. Ax sah unauffällig zu ihm herüber, denn irgendetwas gefiel dem Gestaltenwandler an ihm nicht. Währenddessen kam die junge Kellnerin auf die beiden zu. So wie sie aussah, schien sie eine Auszubildende, die sich neben ihrer Ausbildung etwas Gold hinzu verdiente. „Der Gastwirt musste kurz weg und ich vertrete ihn. Was kann ich denn für Euch tun?“, meinte sie mit ausgesprochen junger Stimme.

Der Schattenläufer musterte die Frau in dem grünen Kleid. Langsam zweifelte er an seiner Intelligenz, dass er ausgerechnet in ein Magierdorf gegangen war. Wäre er zur Zeit nicht so bequem würde er wahrscheinlich Ax aus diesem Dorf schieben, denn den Gestaltenwandler schien es in dem Dorf zu gefallen. Er kam mit seinen Gedanken wieder in die Realität zurück und antwortete der Auszubildenden, während er seinen Arm hob und der Kopf des Säuglings vor ihrem zarten Gesicht baumeln ließ. „Ich will mein Gold für den Kopf.“ Er grinste, als er bemerkte, dass die Magierin blasser wurde.

Axtan hatte fast etwas Mitleid mit der jungen Magierin. Diese bemühte sich anscheinend nicht allzu gequält auszusehen. Schnellen Schrittes verschwand sie hinter den Tresen und man hörte, wie sie ein paar Sachen hin- und herschob. Schließlich legte sie einen Beutel mit Goldstücken auf die Tresen und erklärte: „Bitteschön! Legt den Kopf einfach hier ab.“ Sie deutete auf einen unscheinbaren Korb, den sie auf die Tresen gestellt hatte, in dem weitere Köpfe lagen. Ax warf nur ein kurzen Blick in den Korb, wobei ihm auffiel, dass die Köpfe keine Augäpfel mehr hatten. Angewidert wendete er den eigenen Kopf ab. In diesem Moment fiel ihm auf, dass Kina und er aufmerksam beobachtet wurden.

Kina ließ den Kopf in den Korb fallen, sodass der Korb sein Gleichgewicht verlor und ins Ruckeln kam. Der Schattenläufer liebte es Magier zu verspotten, daher hoffte er darauf, dass der Behälter nach unten fiel und die augenlosen, leicht verwesten Köpfe durch die Taverne rollen würden. Er starrte angestrengt auf den Korb und als er sah, dass der Behälter runter fallen würde, schwenkte er seinen Mantel und half, mit dem daraus entstandenen Windstoß, etwas nach. Der Korb fiel und die Köpfe rollten raus. Kina schaute sich die Blicke und Reaktionen der Insassen an. Doch bei seinen Rundblick blieb er an den düsteren Magier stehen, dessen Blick unverändert auf das ungleiche Paar schaute. Leicht verärgert über diese Reaktion knirschte er mit den Zähnen und schnappte sich den Goldbeutel.

Kinasatos Provokation löste etwas Erstaunen in Ax aus, was er sich nicht weiter anmerken ließ, da ihn eher auffiel, dass ebenso Kina diesen mysteriösen Fremden Aufmerksamkeit geschenkt hatte. „Ach herrje!“, rief die kleine Aushilfswirtin, als der Korb herunterfiel. Sie lief hektisch um die Tresen, um die Köpfe schnell einzusammeln. Axtan sah nur kurz zu ihr, aber ihm fiel auf, dass ihr Tränen in den Augen standen. Anscheinend wurde sie öfters so behandelt und sie schien damit nicht wirklich glücklich. Der Gestaltenwandler ging wenige Schritte Richtung des Zimmers, welcher Ax und Kina sich genommen hatte, da er sich dieser Situation entziehen wollte. Plötzlich stand der düstere Magier auf und ging langsam und edel auf ihn zu. Irgendwie erstarrte Axtan, vor allem als der Fremde neben ihm stehen blieb und sehr leise und grob ihm vernichtende Beschuldigungen ins Ohr sprach: „Es ist deine Schuld, dass sie tot ist… Nicht nur sie, sondern alles, was sie je geliebt hat… Auch ich, auch meine Seele hast du mir genommen! Und du wagst es dich hier wieder blicken zu lassen… Demon! Du wirst schon noch dein gerechtes Urteil kriegen, aber vorher nehme ich dir noch den Rest deines geliebten, vergangen Lebens.“ Er sprach schnell, zu schnell, dass Ax das unverhoffte Gehörte sofort ergreifen und verarbeiten konnte. Der Fremde rammte ihn beiseite und verließ das Gasthaus noch ehe Axtan seine unzähligen Gedanken ordnen konnte.

Mit zornigen, abwürdigenden Blick starrte der Schattenläufer dem Magier hinterher. Nach kurzer Dauer der gedanklichen Abwesenheit ging er zu seinen schmächtigen Wegbegleiter. Noch immer zornig, mit leicht genervten Ton forderte er ihn auf, mitzukommen. „Ich glaube, du hast mir einiges zu erzählen.“ Kurz machte er eine Pause. „Du scheinst mir einiges zu verschweigen, wenn du hier als „Demon“ bezeichnet wirst.“ Er hielt die Tür zum Zimmer auf und deutete Ax mit seinem Blick darauf hin, dass er reingehen solle. Er schaute, um sich kurz zu belustigen, noch einmal zu der Magierin und grinste gefällig, während er darauf wartete, dass der Gestaltenwandler sich in Bewegung setzte.

Axtan, der unsicher schwankte, folgte Kinasato durch den Vorflur in das Zimmer der beiden. Seine Gedanken waren verschommen. Kinasato hatte recht, dass Ax ihm etwas verschwieg und Axtan musste ihn aufklären. Allerdings kämpfte der geistig verwirrte Gestaltenwandler gerade mit seinen Erinnerungen und ihm war nicht klar, wie er Kina das beibringen sollte. Waren das seine Erinnerung? Eine Frau… Tatsächlich kannte er sie… und ein Mann… War das nicht der Fremde von eben? Es konnte sich um keine Verwechslung handeln. Das wurde ihm bedauerlicherweise bewusst. Vorsichtig ging er zu einem Stuhl und setzte sich. „Tatsächlich verschweige ich etwas…“, fing er leise an, wobei er Augenkontakt vermied, „Ich kann mich an nichts aus meiner tieferen Vergangenheit erinnern. Ich weiß, dass ich ständig umgezogen bin, nachdem ich wie auch immer, zum Waisen wurde, aber jedes Mal verschwanden meine Erinnerungen an die einzelnen Dörfer, in denen ich lebte. Dadurch fing ich irgendwann an sie aufzuschreiben und stellte etwas fest…“ Er verstummte, während sein Blick auf den Boden ruhte und er hoffte Kina würde nicht austicken. Doch dieser zeigte keinerlei Regung, sodass Axtan schließlich fortfuhr: „Meine Fähigkeiten sind vollständig entwickelt, obwohl ich eigentlich noch in der Ausbildung bin und sie sind ausgeprägter als die eines normalen Gestaltenwandlers. Dadurch sind die meisten der Meinung, ich seie von Geburt an ein Demon oder zumindest von einem besessen… Seit ich das weiß, verheimliche ich meine Kräfte und Identität…“ Nun sah er Kinasato doch direkt an.

Der Schattenläufer hob seine rechte Augenbraue und sah Axtan skeptisch an. „Du sollst also stärker sein als andere, und darum ein Demon…“ Er verstummte langsam beim reden. Bei Vollendung des Satzes kehrte kurz Stille ein. Dann fing Kinasato an krankhaft zu lachen. Er lachte über die Worte, über die Erklärung und hörte lange nicht auf. Während seines Lachens lief er langsam auf Axtan zu. Nur noch einen Schritt bis zu ihm und die schwarze Gestalt verstummte, der Blick verdüsterte sich, wirkte leicht provokant. „Hälst du das für klug?“ Er grinste bösartig und tat den letzten Schritt. „Glaubst du wirklich, ich wäre so dumm und würde dir einfach glauben?“ Mit einem heftigen Hieb fiel der Gestaltenwandler vom Stuhl. „Ich glaube erst, wenn ich Beweise für etwas habe und lüge mich besser nicht an, du dumme, schmächtige Gestalt!“

Als Kinasato lachte, war Ax anfänglich beruhigt, da er erwartete, dass Kinasato das Ganze als albernen Spaß ansah. Andererseits wurde Ax hier schon etwas mulmig zumute, weil er Kina noch nie so krank hatte lachen hören. Nachdem Kinasato allerdings so einen krassen Stimmungswechsel machte, war Ax plötzlich ganz anders zumute. Den Schattenläufer jetzt noch mit „Euch“ ansprechen zu müssen, war Axtan wirklich nicht mehr recht, denn das war unter seiner Würde. Er kannte Kinasato jetzt schon eine Weile und konnte einschätzen, was er von ihm hielt, aber das waren solche „engelshaften“ Worte, dass er erst einmal zu „berührt“ war, um zu antworten. Ax musste schlucken und musterte Kina kurz. Dann zeichnete sich ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht ab. Er stand unbeeindruckt auf und klopfte seine Klamotten kurz ab. „Vielleicht ist es ja besser, wenn Ihr mir nicht glaubt.“, meinte er schließlich.

Die Gelassenheit von Axtan provozierte Kina nur noch mehr. Wutentbrannt packte er ihn am Hals und drückte ihn gegen die Wand. Sein Griff verfestigte sich und seine stahlgrauen Augen blickten finster. „Du Wurm! Wenn du so von dir überzeugt bist, dann such dir jemand anderes, den du was beibringen kannst, laut dir brauchst du von mir ja nichts mehr zu wissen!“ Er schmiss den dürren Jungen gegen die Wand, sodass der gesamte Raum erzitterte. „Viel Glück noch Kümmerling!“ Kinasato schnappte sich seine Sachen und ging aus dem Raum, wobei er die Tür zuschmetterte. Ein letzter verspottender Blick zu den Mädchen an der Theke und Kinasato verließ das Gasthaus. Länger wollte er in dem, von Magier verpesteten, Dorf nicht mehr bleiben.

 

~Fortsetzung folgt! Was ist nur in Kinasato gefahren? Und was wird Axtan jetzt tun? All das und noch mehr erfahrt ihr im nächsten Kapitel! Ich hoffe, es hat euch gefallen! Hinterlasst Kommentare und gebt eure persönliche Bewertung ab! ;)~

Kapitel 3

Samstag, 07. Dezember 2013

~ So liebe Leute! Heute gibt es wieder ein weiteres Kapitel des Rollenspiels von der lieben Akima-chan und mir. An dieser Stelle möchte ich mich auch hier nochmal für den lieben Bericht der kleinen Aki gestern bedanken. <3 Also ich hoffe, dass euch dieses Kapitel gefällt und verzeiht mir, dass mein lieber, kleiner Ax auf einmal so pervers ist. xD Also viel Spaß beim Lesen!~

Umso länger sie sich küssten, umso mehr Klamotten sie sich vom Leib rissen, umso wilder und ungebändigter wurden sie. Ihm kamen immer mehr Erinnerungen zurück, aber nur von ihr. Er hielt sich an ihren Befehl nur an sie zu denken. Dem Gestaltenwandler wurde wieder bewusst, wie besessen er sie geliebt hatte. In ihm kamen alle Gefühle für diese unglaubliche Schönheit zurück. In der dicken Luft war die pure Lust spürbar. Die gezielten Bewegungen der beiden drückte die abnormale Begierde nach einander aus. Lautes Stöhnen und Keuchen war für eine Zeit das Einzige, was man noch von ihnen hörte, so lange bis man nur noch leise das immer noch sehr schnelle Atmen der beiden hörte. Die beiden lagen nun neben einander nach mehreren atemberaubenden Stunden. Sie schwiegen sich für eine Weile an, bis Ailean mit einer leichten Röte und einem Grinsen im Gesicht flüsterte: „Wow… Du bist noch besser geworden… Wie viel Übung hattest du?“ „Nicht viel.“, antwortete er belustigt und ergänzte, „Du bist nun aber auch noch unglaublicher.“ „Du erinnerst dich?“, fragte sie begeistert. Daraufhin lächelte er nur. Das reichte ihr als Antwort, denn sie fiel ihm um den Hals.

Kinasato zückte sein Schwert. Das Kind schrie nach wie vor und ließ sich durch nichts beruhigen. „Bitte nicht!“, schrie die Frau flehend. Tränen liefen ihre Wangen herunter. Entnervt sah der Schattenläufer die Nachtelfe an. „Wenn ich einen Auftrag annehme, erfülle ich ihn auch.“ Seine Stimme war so kalt wie Eis. Die Frau sah ihn flehend an, jedoch reagierte Kinasato darauf nicht mehr. Er schwang elegant sein Schwert. Das Blut, das nun an der Klinge des Schwertes klebte, entfernte er mit einen Stoß in die weiche Erde. Der Wald war nun vollkommen still, kein Geschrei eines Kindes, kein Schluchzen der Frau. Das Fließen des Baches in der Nähe, übertönte den leisen Blutfluss neben den eiskalten Mörder. Den Kopf des Kindes nahm er zu sich. Stumm verließ er den Wald und kehrte gemächlichen Schrittes zum Dorf zurück.

Nach einer Weile hatten sich beide wieder angezogen. Ailean hatte ihm derweil, auf seine Frage hin, erzählt, was sie in 400 Jahre so getrieben hatte. Umso länger sie redete, umso unschuldiger wirkte sie wieder. Ax fragte sich, wie sie das schaffte. Während sie alles versuchte zusammenzufassen, beobachtete er sie ganz genau, aber hörte ihr auch aufmerksam zu. Manchmal spielte sie ihm ein paar Erinnerungen vor. Sie war ja schließlich eine Magierin, da war es eine Leichtigkeit ihm ihre Erinnerungen zu übertragen. Manches schien jedoch besser, wenn sie es mündlich wiedergab. Irgendwann beendete sie ihren Monolog. „Und nun habe ich dich die Liebe meines Lebens wieder getroffen.“ Ai sagte dies mit so viel Gefühl, dass er sie ganz verträumt ansah. Nun griff sie einfach seine Hand und küsste ihn. Bevor er aber darauf eingehen konnte, ließ sie von ihm ab und zog ihn hinter sich her bis zur Haustür. Ehe die beiden das Haus aber verließen, warf sie sich ihm nochmal um den Hals und küsste ihn leidenschaftlich. Als die beiden sich am liebsten wieder die Klamotten vom Leib gerissen hätten, hielten sie inne. „Lass uns erstmal über dich reden.“, meinte sie bestimmend und fügte hinzu, „Gehen wir in den Park, da warst du früher am liebsten.“ Ax lächelte und nickte. So verließen sie das Haus.

Als Kinasato im Dorf war und gerade zum Gasthaus zurückkehren wollte, lief er Axtan über den Weg. Neben der schlaksigen Gestalt stand eine schöne Unbekannte zarter Gestalt. Etwas skeptisch, fragwürdig und mit einem sehr, sehr leichtem Grinsen sah er die beiden an. Dieser Blick blieb eine ganze Weile, denn an der Art und Weise, wie die beiden sich ansahen, wusste er, was geschehen war. So etwas hatte er nicht von den schmalen Kerlchen erwartet. Kurz dachte er nach, ob er Axtan von dieser Versuchung zu entfernen sollte, jedoch entschloss er dies zu unterlassen. Ein letzter Blick zu den beiden, dann wandte er sich ab. Zögerte aber doch beim Gehen.

Ax war von Kinasatos Erscheinen kurz überrascht. Er bemerkte seinen Gesichtsausdruck nicht, sondern konzentrierte sich auf den Kopf des Kindes in Kinas Hand. Sein Blick schweifte zu Ailean, die ihn fragend musterte. „Kinasato?…“, fragte Ax während er verwirrt den Kopf fixierte.

Kinasato drehte sich um, wobei sich sein Mantel elegant um seine Beine schwung. Noch einmal musterte er das Mädchen, das neben Axtan stand. Neben ihr wirkte der Gestaltenwandler schon fast muskulös. „Was ist?“, antwortete er kühl. Sein Blick schweifte von dem zierlichen Mädchen zu Axtan. Noch ein Blick in seine Augen. Dieses Mal war es nicht das ertappte, sondern etwas verwunderndes. Entweder lag dies an Kinasatos stehen bleiben, aufgrund einer Art Neugier oder an den Kopf des Säuglings, den er offen bei sich trug.

„Dieser Kopf…“, antwortete Ax dem Schattenläufer. Dieses Mal fiel ihm Kinasatos Blick auf. „Das ist übrigens Ailean, eine… alte Freundin von mir.“, sagte Ax, offensichtlich ohne die richtigen Worte zu finden. Ailean sah kurz überrascht zu ihm rüber. Dann lächelte sie mit einem angsteinflösenden Blick und sprach leise zu ihm oder vielleicht eher zu sich selbst. „So ein unschuldiges Wort für einen Tag, der selbst Demonen in den Wahnsinn treibt.“ Daraufhin musste Ax leicht grinsen und zu Boden sehen. Ihm wurde bei diesen Worten bewusst, dass Ai früher schon oft solche Vergleiche brachte. Er hob den Blick wieder zu Kinasato.

„Was soll mit dem sein?“ Seine Worte hatten einen Klang von Angenervtheit. Er verstand nicht, wieso der kleine Junge so entsetzt über den Kopf war. So sollte er doch wissen, dass Kinasato ein eiskalter Killer war und damit sein Geld verdiente. Dadurch war doch auch Axtan versorgt, also was sollten diese nervigen Fragen. Auf die Worte von Ailean reagierte er nicht, aber es gab ihm die Bestätigung zu seinen Gedanken. Doch trotzdem warf er einen kurzen Blick auf sie. Sein tödlicher Blick durchbohrte ihre Augen. Mit einem gefälligen Grinsen wandte er sich wieder dem Gestaltenwandler zu.

Axtan betrachtete wieder den Kopf. Dann sah er zu Kina. „Ach nichts, ich war nur irritiert, dass auf ein Kind Kopfgeld ausgesetzt ist.“ Dass er ein Kind einfach so umbrachte, hätte Ax tatsächlich gar nicht wundern dürfen. Außerdem hatte Kinasato ihm verschwiegen, dass er mit „Jagen“ so etwas meinte, aber das spielte keine Rolle mehr. Nach diesen Worten sah Ai ihn sehr verwirrt an. Sagen tat sie aber nichts. Ax konnte sich diesen Blick nicht erklären. Er überlegte, ob er Kina lieber seine Ruhe lassen sollte oder vielleicht sollte er ihm doch erstmal folgen, wenn er das Kopfgeld kassierte.

„Nun, wenn deine Irritationen verschwunden sind, sagst du mir dann wohin du mit dieser kleine Hexe verschwinden willst?“ Eine Abfälligkeit war in seinen Worten zu hören. Er mochte keine Hexen und fand es dumm von Axtan, dass er sich dieser so annahm. Noch ein Blick auf die Hexe dann ging er langsam seinen Weg weiter. „Ich werde den Kopf wegbringen. Entscheide selber, was du tust, aber sei nicht dumm!“ Ein Blick über die Schultern, eiskalt, sauer, streng, mordend traf die Liebenden. Wie gerne, hätte er die Hexe sofortig umgebracht. Stur ging er in die Taverne zurück, in Gedanken, auf seine eigene Weise, hoffte er, dass der kleine Gestaltenwandler sich nicht so sehr an die Hexe binden würde.

Nachdem sich Kina umgedreht hatte, wandte sich Ax an Ailean. „Ich sollte erstmal mit ihm mitgehen. Treffen wir uns vielleicht lieber nachher noch einmal?“, meinte er leise zu ihr. „Ja, sehr gerne. Ich habe ja eigentlich eh noch einiges zu tun. Soll ich dich in Gedanken informieren, wenn der Moment passend ist?“ Er lächelte sie freudig an. „Ja, bitte.“, sagte er und wandte sich zum gehen ab. Sie hielt ihn jedoch fest und zog ihn nochmal zu sich. Ehe er reagieren konnte, küsste sie ihn, lächelte ihn daraufhin verzaubernd an und verschwand. Einen Moment brauchte Ax, um zu realisieren. Dann ging er zügig Kinasato hinterher in die Taverne.

Als Kina merkte, dass Ax ihm folgte, blieb er kurz stehen und drehte sich um. Er begutachtete jeden Schritt, den der Gestaltenwandler tat. Immer noch mit den selben gefährlichen Blick, mit dem er eben schon das Liebespaar angesehen hatte. Der Schattenläufer konnte nicht verstehen, wie man sich mit einer Magierin so sehr abgeben und so einem Wesen verfallen konnte. Verständnislos schüttelte er kurz den Kopf und wartete dann geduldig darauf, dass Axtan zu ihm aufschließen konnte.

Axtan kam bei Kinasato an, der ihm mit einem fast furchteinflösenden Blick musterte. „Ich verstehe, Ihr habte etwas gegen Magier, aber so schlimm ist sie doch nicht.“, meinte er fast beiläufig. In seinem Kopf herrschte Chaos, denn nicht nur die fehlende Erinnerung an Details seiner Vergangenheit, sondern auch die Irritation, was aus der Zukunft werden sollte, verwirrten ihn ungemein. Ihm war nicht einmal bewusst, wie viel seiner Erinnerung noch nicht wieder gekehrt war. Das Einzige, was er bestimmt wusste, war, dass er Ailean früher und heute wieder abgöttisch liebte und dass sie vielleicht die Einzige war, die ihm seine Erinnerung wieder geben konnte.

„Sie ist eine Magierin, das würde mir im eigentlichen genug Grund dafür sein ihr den Tod zu schenken.“ Eiskalte Worte, mit einem verhöhenden, herablassenden Grinsen und hinterlistigen Blick. „Aber ich werde sie erstmal noch am Leben lassen, damit du siehst wie Magier wirklich sind.“ Ohne noch viel mehr zu sagen setzte er seinen Weg in die Taverne fort. In seiner Hand baumelnd der Kopf des Säuglings, den er an den wenigen Haaren gepackt hatte.

Ihm war nicht klar, was Kinasato erlebt haben musste, dass er so einen Hass auf Magier hegte. Er wusste für sich selbst jedoch, dass Magier eigentlich die Wesen waren, die noch am ehesten das Böse, den Hass und die Verachtung aller Wesen aus der Welt schaffen wollten, aber diese Welt war einfach zu verdorben, als dass man etwas ändern könnte. An dieser Stelle beendete Axtan seinen Gedankenfluss und folgte Kinasato einfach wortlos in das Gasthaus, wo er den Kopf abliefern musste.

 

~Fortsetzung folgt. So ich hoffe es hat euch gefallen. Bitte gebt uns doch einmal ein Feedback hier zu. Thx!~

Kapitel 2

Sonntag, 01. Dezember 2013

~Heute beginnt mein Adventskalendar und da ich mit keinem gewöhnlichen Bericht anfangen wollte, bekommt ihr also direkt die Fortsetzung des Rollenspiels von der lieben Akima und mir. Ich hoffe es gefällt euch!~

 

Als Axtan aus dem Gasthaus rausgetreten war, war Kina bereits ein paar Straßen vom Gasthaus entfernt und ging geradewegs aus dem Dorf hinaus. Ein erneuter, etwas nachdenklicher Blick, fiel auf den Zettel. Der Anfang war simpel, einen Gefangenen des Dorfes galt es zu töten. Laut Beschreibung hätte ihn sowieso die Todesstrafe erwartet. Der Gesuchte war ein Nachtelf, aufgrund dessen vermutete Kinasato, dass er sich womöglich in den nahe gelegenen Wald befand. Seit gestern wird er gesucht. Er kann also nicht viel weiter gekommen sein. Auch weil er wahrscheinlich in den umlegenden Dörfern bereits gesucht. Warum genau der Nachtelf gesucht wurde, stand nicht auf dem Zettel. Wahrscheinlich war es nur eine einfache Jagd auf Nachtelfen. Das wurde in der letzten Zeit zu einer beliebten Tätigkeit in Magierdörfen, da die Bevölkerung der Nachtelfen immer weiter anstieg und sie die anderen Wesen zu vertreiben schienen. Doch warum jagten sie dann nicht auch diese, die auf der Flucht waren, sondern beauftragten jemanden für 100.000 pro Nachtelfe. Lange dachte Kinasato über die Beweggründe des Auftraggebers nach, bis er vor dem Wald stand. Dieser war sehr dicht und nur an wenigen Stellen schien das Sonnenlicht durch das Blätterdach des Waldes. Das war genau das perfekte Gebiet für den Schattenläufer, um den Auftrag gemäß zu erfüllen. Nun war Kina sich sicher, dass er wohl nicht lange für diesen Auftrag brauchen würde. Zielsicher trat er in den Wald und schien sogleich verschwunden. Fast lautlos bewegte er sich durch den Wald und nur selten knaxte ein Ast unter seinen Füßen. So lief er weiter, ein ganzes Stück, jedoch ohne Erfolg.

Axtan zuckte nur leicht zusammen als eine helle, ruhige Stimme ihn ansprach. Sein Blick folgte dem Klang der Stimme und traf auf ein wunderhübsches Gesicht. Er musterte es, das glänzende, relativ lange, schwarze Haar, das durch traumhafte Locken und wenige, dünne, blonde Strähnen geziert war und ihr zartes, liebliches Gesicht mit 2 kürzern, schwarzen Strähnen umrahmte. Diese sagenhafte, schlanke Schönheit wirkte sehr zart, als könnte sie jeden Moment zerbrechen. Ihren Körper bedeckte knapp das sehr kurze, weiße Kleid, das sich mit seinen edlen, schwarzen Verzierungen an ihren Körper schmiegte. Ihre Beine waren aber doch immer noch halbwegs durch die schwarzen Kniestrümpfe, die aus dichten Netz waren, bedeckt. Nachdem er sie und auch sie ihn Ewigkeiten gemustert hatte, sahen sie sich endlich direkt in die Augen. Sie hatte glasklare, blaue Augen, die vermutlich alles in ihren Bann ziehen konnten. Eine leichte Röte lag auf ihrem Gesicht als sie endlich etwas sagte: „Bist du es?… Axtan?“ Erst jetzt kam diese Schönheit ihm tatsächlich bekannt vor, doch woher? „Erinnerst du dich denn nicht?“, fragte sie nach einer Weile. Ax wusste nicht wie lange er sie angestarrt hatte, aber er wusste auch nicht, was er sagen sollte. „Du bist es doch Ax, oder?“ Sie wurde röter und nervös. „… Ja, ich… weiß auch, dass ich dich kenne… nur ich weiß nicht woher.“ Er hoffte, dass er nichts falsches gemacht hatte als er du sagte. „Erinnerst du dich an dieses Dorf?“, fragte sie daraufhin vorsichtig. „Nein… nicht wirklich.“ Sie starrte ihn erst kurz an, sah sich anschließend um und meinte darauf: „Erinnerst du dich eher daran?“ Mit diesen Worten küsste sie ihn. Sein Herz began zu rasen und sein Verstand setzte aus. Anschließend schossen ihm tausende Erinnerungen nur von ihr durch den Kopf. Es war ungefähr 400 Jahren her. Sie waren ein Paar für lange Zeit gewesen, doch wie waren sie auseinander gegangen? Irgendwas sagte ihm, dass er sich daran nicht erinnern wollte. Er ging auf ihren Kuss ein. Als sie sich lösten, sah er sie verträumt an und sagte: „Ailean…“ Nachdem er ihren Name nannte, fiel sie ihm um den Hals. „Wir müssen reden!“ Sie nahm seine Hand und zog ihn in ein nahe gelegendes Haus.

Kinasato wurde langsam etwas unruhig, denn so lange hatte er selten gebraucht. Scheinbar war die gesuchte Nachtelfe klüger als er anfangs dachte. Die Sonne musste inzwischen hoch stehen, jedoch stand sie noch nicht genau darüber, denn das wenige Licht, welches in den Wald erschien kam aus dem Südosten und die Strahlen wurden noch leicht geneigt. Der taufrische Geruch des Grases verschwand im Laufe der Zeit. Viele Blumen öffneten ihre Blüten und nun verwandelte sich der Wald in ein Meer voller wohlriechender Blumen. Leicht von dieser Natur in den Bann gezogen, erweckte ihn das Knacksen eines Astes, ganz in seiner Nähe, aus diesem Bann. Vorsichtig schlich der Schattenläufer zu den Geräusch und war von dem Bild, das er erblickte, überrascht.

Ax und Ai betraten ein leerstehendes Haus. „Die Dame, der dieses Haus seit 1400 Jahren gehörte, starb vor kurzer Zeit durch einen Monsterangriff. Das passiert in letzter Zeit sehr oft…“, meinte Ai während sie ihm immernoch hinter sich her in eine Art Wohn- und Schlafbereich zog. „Kanntest du sie?“ „Nicht wirklich.“ Sie bat ihm an sich zu setzen, was er auch tat. Die beiden redeten daraufhin eine ganze Weile. Sie redeten über alte Zeiten. Ailean hinterfragte, was Ax noch wusste und rüttelte an seinen Erinnerungen. Ax erinnerte sich an immer mehr, doch dieses unschöne Gefühl wurde stärker. Das verwirrte ihn sehr. „Ich werde dich nur an mich erinnern. Alles andere solltest du lieber selbst herausfinden. Wieso hast du eigentlich so viel vergessen?“ „Ich…“ Ax versuchte sich zu erinnern, doch alles begann sich zu drehen. Wieder sah er Flammen vor seinem inneren Auge. Sein Blick haftete plötzlich im Nichts. Ax bemerkte nicht, dass Ai ihn ansprach. Verzweifelt versuchte sie ihn aus seinen Gedanken zu holen. Das schaffte sie aber erst als sie ihn küsste und dabei auf das relativ breite Sofa, das anscheinend auch als Bett benutzt wurde, drückte. Als Axtan durch sie wieder zur Besinnung kam, drohte er fast wieder den Verstand zu verlieren, denn sie fuhr mit den Fingerspitzen über seinen nackten Oberkörper. Ihm war bewusst, dass er seinen Mantel abgelegt hatte, aber er hatte keine Ahnung wann sie ihm sein Oberteil ausgezogen hatte. „Konzentrier dich jetzt nur auf mich.“, sagte Ai in einem absolut erotischen Ton, nachdem sie festgestellt hatte, dass er wieder bei Besinnung war. Ax erinnerte sich, dass er diese Seite an ihr immer geliebt hatte. Ailean wirkte immer auf ihre Art so unschuldig, aber sie war es keines Falls. Da sie eine Magierin war, hatte sie noch Zusätzliches, um ihn um den Verstand zu bringen. Beispielsweise in dem jede Berührung von ihr auf ihn wirkten wie tausende, atemberaubende Berührungen. Er war fast bewegungsunfähig, aber so lange er es nicht ganz war, drehte er sich so, dass nun er über ihr lag. Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen küsste er sie innig während er vorsichtig, aber gezielt mit einer Hand unter ihr Kleid fuhr.

Vor Kinasato hockte eine Nachtelfe, in ihrem Arm ein Neugeborenes. Er war etwas irritiert von diesem Anblick, ursprünglich sollte er doch eine männliche Nachtelfe jagen, ob die Nachtelfe vor seinen Augen vielleicht seine Gattin war? Sie war jung, schön und verängstigt, was er an ihrer Körpersprache erkennen konnte. Kurz überlegte er, ob er sie einfach töten sollte, doch auf sie war kein Kopfgeld ausgesetzt und so zog er sich in die Schatten zurück. Der Schattenläufer entschied sich zu warten bis ihr vermutlicher Gatte zu ihr zurückkehrte. Doch es geschah nicht. Noch immer saß die Frau zitternd da. Kinasato schmiss den Auftrag vor ihre Füße. Ängstlich blickte sie umher und suchte verzweifelt nach der Person, die ihr den Zettel vor die Füße geschmissen hatte. Doch konnte sie niemanden entdecken. Kinasatos Tarnung war also auch noch nicht aufgeflogen. Zögerlich nahm die junge Dame den Zettel an sich, hielt ihr Kind dabei dennoch mithilfe des rechten Armes fest gegen ihren Körper gedrückt, gerade so, dass es noch Luft bekam. Als sie den Zettel entrollte durchzog ein Schock ihr Gesicht. Wie vereist las sie den Zettel, nachdem sie fertig war, legte sie diesen zur Seite. „Du wirst ihn nicht finden…“ Trauer schwang in ihren Worten mit. Scheinbar vermutete sie, dass derjenige, der ihr den Zettel zugeworfen hatte, noch in der Nähe war. „Wieso nicht?“ Als würde der Wind anfangen zu reden, fiel es der Dame schwer den Worten zu lauschen. Sie waren still und ein wenig undeutlich, doch sie verstand es. „So wie dieser Mann hier abgebildet ist, gibt es ihn nicht.“ Ihre Stimme begann zu zittern und die geruhsame Stille des Waldes wurde durch das Schreien des Kindes gebrochen. Der Schattenläufer war sich unsicher, welch schrecklichen Auftrag er doch angenommen haben musste.

 

~Fortsetzung folgt… An dieser Stelle möchte ich euch jedoch mal fragen, ob ihr denn ein Idee für eine Kurzgeschichte habt. Ich würde gerne eine, nach euren Wünschen gestaltet, schreiben. Deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Lieblingsthemen nennt oder einen direkten Wunsch für eine Geschichte äußert. Und keine Sorge, wie man anhand dieses Rollenspieles merken dürfte, kenne ich kaum Tabus. 😉 Ich freue mich auf eure Vorschläge.~

Kapitel 1

Freitag, 16. August 2013

~Lange ist es her, dass ihr unseren Prolog der Geschichte, die noch immer keinen Namen hat, gehört habt. Jetzt folgt so langsam das 1. Kapitel, das ebenfalls keinen konkreten Namen hat. Ich hoffe es gefällt euch! Hinterlasst bitte Kommentare! ;D~

Zögerlich öffnete er die Augen und sah in dem Raum herum. Es war noch sehr früh am Morgen. Axtan richtete sich auf und streckte sich. Ein kurzer Schmerz zog sich durch seinen linken Arm. Mittlerweile war es 3 Wochen her, dass er mit Kinasato gegangen war. Er verstand nicht warum seine Wunde noch immer nicht verheilt war. Sein Blick schweifte zu Kina, der offensichtlich noch schlief. Die beiden Frauen, Senetra und Henna, waren alleine weiter gezogen. Sie wollten ihr Glück in einer Stadtb versuchen, die sie durchreist hatten. Momentan waren sie in einem kleinen Dorf, das doch sehr weit von dem Dorf, indem Ax für die letzten ca. 50 Jahre gelebt hatte, entfernt war. 50 Jahre seiner 659 Lebensjahre… in diesem Kontext hörte sich das nicht lange an, aber es war eine lange, quälende und vor allem einsame Zeit gewesen. Er wollte nicht mehr über seine Vergangenheit nachdenken und verschloss sie deshalb wieder hinter tausenden Türen. Vorsichtig bewegte er sich aus dem recht unbequemen Bett und ging lautlos zum Fenster. Die Sonne hing noch hinter den kleinen, zierlichen Häusern, doch Ax konnte definitiv nicht mehr schlafen. Eine Weile betrachtete er das Dorf. Es verunsicherte ihn und er wusste nicht warum. Axtan versank in Gedanken um das Dorf und konnte letztendlichh nicht mehr einschätzen wie lange er so darüber nachdachte.
Kinasato erwachte durch das Zwitschern von kleinen Vögeln, die nahe des Fensters saßen. Als er seine Augen öffnete, musste er feststellen, dass Axtan ausnahmsweise mal eher wach war als er selber. Ohne einen Laut stieg er aus dem Bett und bewegte sich zu Axtan, der noch immer in seinen Gedanken verloren am Fenster stand. Die Sonne war schon über den Horizont gewandert. Dadurch war der Himmel nur noch leicht orange gefärbt. Von den Fenstern des Gasthauses aus hatte man einen schönen Ausblick auf das Dorf. Vorsichtig lehnte er sich gegen die Wand neben dem Fenster. Eindringlich starrte er Axtan mit einem eiskalten Blick an und wartete darauf, dass er merkte, dass der Schattenläufer neben ihm stand.
Die Verunsicherung wurde größer. Sein Blick starrte ein Haus an, welches nicht allzu weit entfernt des Gasthauses errichtet worden war. Ax wusste, dass er es kannte, doch hatte Angst intensiv in seinen Erinnerungen zu wühlen. Ihm war bewusst, dass es keine guten Erinnerungen sein würden, aber irgendwie wollte er es schon wissen. Dieses komische Gefühl wurde immer stärker. Auf einmal lief ihm ein eiskalter Schauder über den Rücken. Axtan zuckte am ganzen Leib zusammen. Irgendetwas war dort neben ihm. Sein Blick schweifte blitzschnell hinüber. Es war Kinasato. Wann war er denn aufgestanden? Und wie lange stand er schon da? Es konnte jedenfalls noch nicht so lange sein, dafür sah Kina noch zu gelassen aus. Aber war Ax wirklich so sehr in Gedanken versunken gewesen? Irgendwie war er plötzlich verwirrt, was war denn nur mit ihm los. Für eine Weile haftete sein Blick an Kinasato. Dann wendete er ihn wieder kurz zum Fenster hinaus, um schließlich wieder Kina zu fixieren. Er brachte komischerweise nur ein „Guten Morgen…“ heraus, das schwächer klang als gewollt.
„Morgen…“, antwortete der Schattenläufer nur kurz. Sein Blick war genauso kalt wie als er Axtan kennen lernte. Seit die Frauen weg waren, sprach er wieder weniger. Warum sollte er auch viel reden, wenn Axtan immer wieder in Gedanken versunken war und selber kaum redete? Der fixierte Blick des Gestaltenwandlers störte ihn. Um diesem auszuweichen ging er auf diie andere Seite des Fensters und schaute aus diesem heraus. Er stand wohl doch länger am Fenster als erwartet, denn der Himmel war mittlerweile fast blau gefärbt. Sein Blick richtete sich auf die Wesen, die sich um diese Uhrzeit schon in den Straßen tummelten. Alle wollten raus aus dem Dorf und liefen mit dem Strom heraus aus den engen Gassen zum Feldweg. Nur Wenige liefen gegen den Strom. Sie mussten sich allerdings durchschlagen, um nicht von dem Strom mitgezogen zu werden. Kinasato hasste diese Wesen. Wie Tote, die bereits ihre Seelen verloren hatten, liefen sie jeden Tag die selben Wege ohne auf die Idee zu kommen mal etwas anderes zu machen. Aus Hass wandte er seinen Blick ab und setzte sich in eine dunkle Ecke des Zimmers. Die nächsten Schritte, die sie taten, wollte er durchplanen.
Axtan wollte sich seinen Gedanken entziehen. Er ertrug sie einfach nicht mehr. Was war nur mit ihm los? Stumm folgte er Kina an einen kleinen Tisch. Sein Magen knurrte. Ob Kinasato auch so ausgehungert war? Irgendwie musste er plötzlich an Sen denken, die immer den Esstisch vorbereitete bevor alle wach waren und ohne jemanden zu wecken. Er hatte nicht verstanden, warum sie das tat und hatte sie gefragt, weshalb sie das tat. Sie fühle sich ihnen das schuldig, hatte sie ihm damals geantwortet. Henna und sie hatten irgendwie Leben in das Zimmer gebracht. Er vermisste die gute Laune der beiden schon leicht. „Wie ist der Plan für heute?“, fragte Ax plötzlich aus heiterem Himmel. Er hielt diese Atmosphäre und seine eigenen Gedanken einfach nicht mehr aus.
Als der Gestaltenwandler die Ruhe unterbrach, schaute Kina auf. Sein Blick, so kalt wie nie zuvor, fixierte den Mageren, der es gewohnt war ein Frühstück serviert zu bekommen. Er hörte zwar bereits wie dessen Magen knurrte, jedoch störte ihn das weniger als die Stimme des Hungernden. „Was denkst du? Dass ich hier sitze und nicht schon selbst darüber nachdenke, was wir tun werden?! Nun fragen wir dich doch mal, ob du das Dorf näher erkunden willst. Dann weiß ich, was ich tun werde.“ Der erste Satz hatte einen genervten Unterton, der zweite jedoch klang schon fast hinterlistig.
Axtan war doch überrascht, dass ausgerechnet Kina diesen genervten Unterton hatte. Sein Blick schweifte zum Fenster hinaus und schon wieder überkam ihn dieses ungute Gefühl. „Ich weiß nicht… Was hättet Ihr denn vor, würde ich das Dorf erkunden wollen?“ Er hatte gehofft, dass Kinasato vorhatte weiter zu reisen, aber dem war offensichtlich nicht so. Ax ignorierte seinen Magen. Ihm war schließlich eh nicht nach essen zu mute. Langsam fielen düstere Lichtstrahlen durch die schmutzigen Fenster. Im Schein des Lichtes sah man trotzdem die unzähligen Staubpartikel tanzen. Es war ein rauchiger, schmutziger Tanz. Die Wände aus dem morschen Holz wirkten in diesem Licht noch dunkler und einengender. Trotzdem hatte dieses Gasthauszimmer, das im übrigen wirklich günstig zu haben war, etwas warmes. Ob das gut oder schlecht war, kam auf den Betrachter an. Ax fühlte sich so wieso unwohl, deswegen war die Wirkung des Zimmers nicht so wichtig. Sein Blick haftete wieder an Kina.
Fast unbemerklich verzog der Schattenläufer das Gesicht. Irgendwie wollte er seinen Begleiter wenigstens für einen Tag los werden, um endlich wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Denn obwohl Ax kaum etwas sagte, war allein seine Anwesenheit störend genug, dass er keine Zeit mehr dafür fand in Ruhe zu meditieren, um wirklich zu wissen, was als nächstes zu tun wäre. So war er sich nicht sicher, ob er überhaupt etwas tun wollte. Doch das Geld war fast alle und es war lange her, dass er sich in den Kampf mit einem Monster gestürzt hatte. Aber er wollte Axtan nicht mitnehmen. „Ich denke, ich werde jagen gehen.“ Er probierte es so gelangweilt zu sagen wie es ging, damit der Gestaltenwandler nicht auf die Idee kam, dass er spannendere Sachen machen würde als das Dorf zu erkunden. Bei der Jagd bräuchte er den dürren Jungen noch weniger als beim Kämpfen.
Axtan fiel auf, dass Kina ihn anscheinend los werden wollte. Es überraschte ihn nicht sonderlich, denn erstens wollten ihn alle loswerden und zweitens war das nun Kinasato. Innerlich rang er mit sich selbst, da er unbedingt aus diesem Dorf raus wollte. Es fiel ihm schwer, aber ax entschied sich dem Schattenläufer einen Gefallen zu tun. „Na gut, ich werde mich mal im Dorf umsehen.“, meinte er mit einem schwachen Lächeln. Anhand seiner Wortwahl waren wohl seine Hintergedanken zu erraten. Wieder einmal sah er kurz zum Fenster hinaus. Dieses Dorf… dieses verdammte Dorf…
„Sehr gut…“ Dies waren seine letzten Worte bevor er stumm aufstand. Er schnappte sich seine Waffen, die er in einer Ecke des Zimmers hinterlegt hatte. Ein kurzen Blick wandte er nah zu Axtan bevor er den Raum verließ. Als er die Tür hinter sich schloss, achtete er nicht auf die Lautstärke hierbei und die Tür fiel laut in das Schloss, so dass es durch das gesamte Haus schallte. Unbeeindruckt von dem Lärm lief er zum Wirt. „Ich suche einen Auftrag. Vorliebe zum Monster töten. Möglichst viel Lohn.“ Seine Angaben waren knapp, jedoch genug. Denn schnell holte der Wirt einen Zettel hervor und überreichte Kinasato diesen. Ein kurzer Blick galt der Überprüfung des Auftrages. Dann ein Nicken und er wandte sich ab. So lautlos wie er aus dem Zimmer ging, genauso ging er nun aus dem Gasthaus auf die engen Straßen und Gassen des Dorfes.
Axtan war etwas irritiert. Kinasato schien sehr ausgebracht. Irgendwie wurde sein ungutes Gefühl verstärkt. Er richtete sich auf und trat an das Fenster. Der Schattenläufer verließ gerade das Gebäude. Daraufhin verließ der Gestaltenwandler ebenfalls das Zimmer, jedoch wesentlich leiser. Als Außerstehender hätte man wohl denken können, dass Ax und Kina einen Streit gehabt hätten, da Axtan fast eingeschüchtert nach dem anscheinend sehr gereiztem Kinasato das Zimmer verließ. Er hatte natürlich die Tür hinter sich abgeschlossen. So ging er aus dem Gasthaus und erntete einige belustigte Blicke des Wirtes. Unsicher wandelte Axtan durch die Tür auf die Straße. Er konnte sich nur noch kurz umsehen bevor alles um ihn herum sich plötzlich zu drehen began. Stimmen drangen durch seinen Kopf. „Hilfe!“ „Lasst sie brennen!“ „Tötet sie!“ ‚Diese Stimmen…‘, dachte er, doch die Ausrufe wurde immer lauter, immer realer. „Nein! Mein Kind! Lasst mir mein Kind!“ „Hilfe!“ Vor seinen geistigen Auge sah er lodernde Flammen. Er stützte den Kopf in die Hände. Seine Beine sackten unter seinem Gewicht zusammen. „Ist alles in Ordnung?“ Eine leise Frauenstimme riss ihn aus seinen Gedanken.

Zweiter Teil des rpg’s (Prolog)

Sonntag, 31. März 2013

Mittlerweile beschleunigte er seinen Schritt um schnell in die Stadt zu kommen. Zwischen den Gräsern des Feldes könnten sich ja auch Wachen verstecken, aber es war eher unwahrscheinlich, dass sie so weit weg von der Stadt waren. Viel zu gefährlich wäre es gewesen, sich in der Nacht in hohen Gräsern zu verstecken. Das müsste selbst Axtan wissen, vor allem nachdem sie eben selber angegriffen wurden. Sie mussten eine ganze Weile laufen ehe die Stadt scheinbar zum Greifen nah war. Schon von dieser Entfernung hörte man tagsüber die Leute der Stadt, doch in der Nacht waren, wenn überhaupt, nur ein paar Wachen, die sich über lüsterne Gedanken unterhielten, zu hören.
Axtan beobachtete lange Zeit die schwachen Lichter im Wachturm der Stadt. Sie kamen dem riesigen Tor der Stadt immer näher.  Es war schon von weitem sichtbar. Vor dem Tor konnte er dank seiner guten Augen 5 Personen erkennen. Offensichtlich schienen sie sich zu streiten. Ax war interessiert, was dort vor sich ging, da er ja sonst nichts weiter außer laufen zu tun hatte.  Also verwandelte er eines seiner Ohren in das eines Lunokurus. Das war ein katzenähnliches, sehr kleines Tier, was eigentlich nichts besonders konnte, außer gut hören und riechen. Ax hatte einst einem Lunokurus Unterschlupf bei sich gewährt. Er schloss es ins Herz, doch als ein Trainingskamerad Wind davon bekam, tötete er es. Die Eigenschaft dieses liebenswerten Tierchens zu verwenden, brach ihm für eine Sekunde das Herz. Er versuchte sich zu konzentrieren und tatsächlich hörte er was sie sagten. Drei Männerstimmen… offensichtlich 3 Wachen… 2 ängstliche schwache Frauenstimmen… „Wir wollen euch doch nicht weh tun…“ „Also irgendwie wollen wir es doch.“ Gelächter… Sie schienen die beiden Mädchen schon fest in der Hand zu haben und konzentrierten sich fast gar nicht mehr auf die Umgebung. Ein komisches Geräusch… ein Schrei… Man schien ihr die Kleider vom Leib gerissen zu haben. Sie flehte und bettelte um Gnade. Die andere fauchte die 3 mittlerweile an, sie sollen ihre Finger von ihr lassen. Dann ein brutales Geräusch… ein dumpfer Schrei… schmerzverzeerte Laute… Ax war erschrocken. „Wir müssen ihnen helfen!“, entwich es ihm. Woher sollte Kina wissen worum es ging?…
Etwas verwundert sah er ihn erstmal an. Zwar konnte er sich denken, dass es etwas in der Stadt sein musste, doch war diese noch ein wenig entfernt und er verstand nicht wie Axtan mitbekommen hatte, dass etwas in der Stadt nicht stimmt. Der Blick war nur kurz  gewesen, so sah er nicht, dass Axtan sein Ohr verwandelt hatte. Die Stadt interessierte ihn mehr als den verletzten Lehrling, der nun sein Begleiter war. Kurz überlegte er, ob er einfach losrennen sollte, aber er war sich nicht sicher. In der Stadt passierten des öfteren mal kleine Probleme oder Zwischenfälle und ob es sich wirklich lohnte einzugreifen war zweifelhaft. Am Ende würde man selber als schuldig erwiesen oder als der Auslöser und das wollte Kina nicht riskieren. „Wieso sollten wir das tun? Wir geben den Kopf ab, kassieren das Geld und dann wird geschlafen. Es ist nicht unser Problem, was in der Stadt passiert. Zudem will ich mein Kopfgeld haben.“ Seine Worte waren kühl, aber es war ihm nun mal egal. Was genau in der Stadt passierte, wusste er zwar nicht, aber es würde wohl auch nichts an seiner Denkart ändern. Schon einmal hatte er sich eingemischt. Dies hatte ihn für ein paar Tage in den Kerker gebracht. Eine unangenehme Zeit war das, sowas wollte er nicht noch einmal machen. Daher ließ er Probleme , die den anderen betrafen, auch dessen Probleme sein und kümmerte sich nur um sich selbst.
Für einen kurzen Moment war Axtan entsetzt. Er sah Kinasato an bis ihm ihm auffiel, dass der doch keine Ahnung hatte worum es überhaupt ging. Es kribbelte in Ax‘ Händen. Unbedingt wollte er den beiden helfen. Wenn es etwas gab, dass er wirklich hasstem dann waren es solche miesen Wesen, wie diese Wächter, die keine Respekt haben, nur auf sich bedacht und so niederträchtig sind. Schrecklich… Gequälte Laute… „Und wenn wir dieses Miststück zu Tode getrieben haben, bist du dran!“ „Niemals! Ihr miesen Schweine! Lasst eure Finger von ihr! Wir sind Einwohner dieser Stadt! Ihr sollt uns doch beschützen!“ „Wir sollen die Stadt beschützen. Ihre Einwohner wurden nie erwähnt!“ Man hörte ein lautes Weinen und einen dumpfen Schrei. „Aber…“ Ax wusste nicht was er sagen sollte. Er sah Kina an. Er wollte eingreifen und überlegte, ob er sich in ein schnelles Tier verwandeln konnte. Kannte er eines? Er war so überfordert mit der Situation. Dann ertönte ein langer sehr lauter Schrei. Das musste auch Kinasato gehört haben, denn es dröhnte in Ax‘ Ohren.
Kina sah Ax an. Sein Blick bohrte sich richtig in die Augen von seinem Begleiter. Er sah ihn an, dass erhelfen wollte. Nun er war sehr irriert über den Schrei. Schnell packte er den verletzten mit seinen freien Arm über seine Schulter. Dann rannte er los, ließ jedoch den Kopf nicht los, wodurch er nicht ganz so schnell rennen konnte. Jedoch war er innerhalb kurzer Zeit bei den Wachen vor dem Tor. Axtan setzte er sicher ab. Den Kopf ließ er fallen. Es war wohl nicht sonderlich klug von den Wachen draußen zu bleiben. Ein kurzer Blick zu Axtan dann zog er sein Schwert. Die Wachen waren wehrlos, denn sie hatten ihre Schwerter abgelegt. „Dumm von euch eure Pflichten zu vernachlässigen.“ Mit einem kühlen Grinsen trennte er die Köpfe von den Körpern der Wachen und stieß diese mit einem Tritt von der Frau weg. „Zufrieden?“, fragte er zu Axtan gewendet.
Mittlerweile hatte der junge Gestaltenwandler seine Ohren wieder in seine eigenen zurückverwandelt. Ax war recht überrascht über Kinas plötzlichen Sinneswandel. Nachdem er verstanden hatte, was gerade vorgefallen war, lächelte er den Schattenläufer kurz an und nickte. Offensichtlich kam der Schrei von einer in Tränen aufgelösten Frau, der Frau, die versucht hatte, die andere zu verteidigen, aber von einer Wache festgehalten worden war. Die andere Frau lag in einer Blutlache am Boden. Ihr Körper war so von Blut verschmiert, dass man nur eine Frau erahnen konnte. Ax hatte keine Ahnung, ob sie tot war, aber es war nun klar, warum die sicher Lebende geschrien hatte. Der am Boden Liegenden war im Übrigen der Mund verbunden. Die Lebendige schien völlig überfordert. Sie ließ sich auf die Knie fallen. Ihr Blick haftete auf der Blutlache. Sie brachte kein Wort heraus.
Kina bückte sich zu der Frau am Boden und befreite ihren Mund von dem Tuch mit diesem er verbunden war. Die kaputten Kleider, die auf dem Boden lagen nahm er, um so gut es ging den nackten Körper zu bedecken. Dann nahm er sie vorsichtig hoch. Mit seinem linken Arm stützte er ihren Rücken. Der rechte Arm hielt ihre Beine an den Kniekehlen. „Ax, nimm den Kopf mit.“, sagte Kina in Kommandoton, der nicht ganz so kühl war wie sonst. Dann wendete er seinen Blick zu der anderen Frau. „Könntet Ihr uns bitte den Weg in die Stadt zum Rasthaus zeigen. Dort kann sie sich genesen. Sie ist nur bewusstlos. Das meiste Blut kommt wohl von den Wachen.“
Axtan nahm sofort den Kopf der Bestie und wirkte auf einmal recht gefasst, aber innerlich war er das nicht wirklich. Die blassen lila Augen, der auf dem Boden Hockenden leuchteten auf. „Sie lebt?“ Sie sprang auf. Das schwarze Haar wehte so lang wie es war in einer wunderschönen Wellenbewegungen im Wind. Augenblicklich ging sie zum Tor und öffnete es soweit, dass alle hindurch passten und sagte: „Folgt mir!“ Ax folgte sofort.
Kinasato schritt mit der hübschen Unbekannten durch das Tor. Während er der anderen Frau, die ihr sehr ähnlich sah, folgte, schaute er sich in den Gassen und Straßen genau um. Nur selten waren Blumen oder Bäume zu sehen. Gräser wuchsen zwischen den Plastersteinen der Straßen. Ausnahme war der Friedhof, dort wuchsen auch bunte Blumen und Bäume spriesten in die Höhe. Es war wohl der toteste, doch zugleich auch der lebendigste Platz der gesamten Stadt. Nicht weit vom Friedhof war das Rasthaus, einer der wenigen noch hell beleuchteten Plätze der Stadt. Die Frau in seinen Armen atmete nur schwach. Davon abgesehen, dass die Wachen sie sexuell missbrauchten, hatten sie auch ihren Körpermit Schlägen und Messerschnitten verunstaltet. Ihre blasse, leicht gräuliche Haut schien sher empfindlich, denn sie war weich und dort wo die Wachen sie geschlagen hatten, bildeten sich bereits große und starke Blutergüsse. Ihr glänzend schwarzes Haar war so lang, dass es nicht mehr weit brauchte bis es den Boden berührte. Mit den geschlossenen Augen sah sie friedlich aus, doch ihre vollen, roten Lippen zeigten das Gegenteil. Obwohl die Frau ihm egal sein könnte, machte er sich Sorgen. Er hoffte, dass  sie wieder gesund werden würde und wollte sehen wie es wohl aussehen würde, wenn sie sich lächelnd bedankte für Hilfe, die Ax und er ihr gegeben hatten. Das war das erste Mal, dass er sich um eine fremde Person solche Gedanken machte, ob sie überlebte oder sterben würde.
Kinasato schien ja völlig in Gedanken verloren. So viel stellte Axtan fest als er kurz zu ihm rüber schaute. Der Kopf in seiner Hand schien immer schwerer zu werden. Das machte ihn wahnsinnig, aber er konnte nicht einfach seinen anderen Arm nehmen, der schien nämlich in völlige Taubheit  gefallen zu sein. Er wollte sich am liebsten verwandeln, aber das konnte er nicht bringen. Also versuchte er stand zu halten und ließ sich nichts anmerken. Schließlich wollte er ja nicht schwach wirken. Sein Blick schweifte mal wieder zu dieser Frau. Sie trug ein wunderschönes schwarzes seidiges Kleid. Er wirkte so edel, obwohl das Kleid einige Risse hatte. Auch sie schien massakriert worden zu sein, denn Messerschnitte ud Blutergüsse verunstalteten die reine helle Haut. ‚Der Adel war schon immer blass.‘, schoss es Ax bei ihrem Anblick durch den Kopf. Gegen ihre anmütige Art wirkten seine selbst geschneiderten, unprofessionellen Straßenköterklamotten ziemlich lächerlich. Er selbst hatte zwar ein ähnlichen leichtfüßigen eleganten Schritt, nur männlicher halt, doch dessen war er sich nicht bewusst. Sein Blick schweifte immer wieder von ihr zu seiner Umgebung bis sie irgendwann an einen hell erleuchteten Gebäude ankamen. „Da wären wir!“, meinte ihre Führerin nun und wandte endlich wieder ihr Gesicht zu Ax, der daraufhin lächelte. Bald war er den Kopf des Gamarkus los, hoffte er zumindest. Sie traten vor das Gasthaus. Es herrschte eine wirklich beeindruckende Lautstärke, dafür das Nacht war. Das schien eine bunte, laute, betrunkene Menge da drin zu sein. Ax wusste nicht warum, aber es beunruhigte ihn. Die Frau schien auch kurz zu Zögern ehe sie die Tür öffnete. Sie musterte noch einmal kurz Kina und die andere Frau, anschließend Ax und den Kopf. Dann seufzte sie leise und öffnete die Tür. Kina und Ax gingen hindurch und sie schloss die Tür hinter den beiden. Die Leute, die nahe der Tür saßen, verstummten und sahen sie mit großen Augen. Nach und nach verstummte fast das ganze Gasthaus, das doch eher wie eine Kneipe wirkte. Irritierte und aggressive, sowie schlicht betrunkene und verängstigte, ab und zu auch sehr lüsterne Blicke traten ihnen entgegen. Nach und nach kehrte fast gruselige Stille ein. Diese Situation musste unbedingt entspannt werden. „Prost!“, rief Ax plötzlich in die Runde. Ein schallendes „Prost!“ kam zurück. Die junge Edle hatte offensichtlich die Luft angehalten, denn nun atmete sie erleichtert auf. Die Situation wurde geklärt.
Mit einen mürrischen Blick lief Kinasato bis zum Thresen. Jedem, der im Gasthaus saß, schenkte er einen Blick. Nicht weil es ihn interessierte, ob sie ihn herablassend anschauten, sondern in der Hoffnung, dass er einen gesuchten Kopf fand. Es gibt genug Idioten, die dachten, dass sie in der Masse von Betrunkenen untergingen, doch Kinasatos Beobachtung entging nichts. Schon einmal hatte er einen Kopf durch Zufall entdeckt, seitdem achtete er noch viel mehr auf die Gesuchten-Aushänge. Nur heute hatte er kein Glück. Wahrscheinlich hätte er eh nicht viel machen können, wie sollte er sein Schwert ziehen, wenn er doch die Unbekannte in seinen Armen trug. Als der Wirt hinter den Thresen ihn endlich bemerkte und sich zu ihm gedreht hatte sah er ihn ängstlich an und schreckte kurz vor der Kälte seines Blickes zurück. Kinasato legte den Zettel zu den Monsterauf den Thresen und deutete zu Ax. „Da ist der Kopf. Ziehen sie das Geld für ein großes Zimmer vom Kopfgeld ab.“ Dann wandte er sich von ihm ab und drehte sich zu Axtan und der anderen Frau. „Leg den Kopf auf den Thresen und bring das Kopfgeld mit auf unser Zimmer.“ Für einen Moment hielt er die Unbekannte mit nur einen Arm fest, indem er sie etwas anders hielt und schnappte sich den Schlüssel, den der Wirt bereits auf den Thresen gelegt hatte. Dann verschwand er mit ihr nach oben in das gewünschte Zimmer.
Ax zögerte nicht lange und legte den Kopf auf den Thresen. Die Frau mit dem edlen Kleid machte erst Anstalten mit Kinasato mitzugehen, dann blieb sie aber doch bei Axtan. Der Wirt legte nach einiger Kramerei das Kopfgeld auf den Tisch. Solange hatte Ax die Leute in der Kneipe beobachtet, wie sie tranken und aßen und alles andere als appetitlich. ‚Wie die Barbaren…‘, dachte er angewidert. Die Frau neben ihm schienn ähnlich zu denken, denn sie verzog das Gesicht. Ax schnappte sich das Kopfgeld und ging in Richtung der Zimmer. Seine momentane Begleitung reagierte nicht, deshalb sprach er sie lächelnd an, aber sie reagierte wieder nicht. Also tippte er sie vorsichtig an. Sie wurde auf einmal rot, senkte den Kopf und entschuldigte sich. Daraufhin gingen die beiden peinlich schweigend in Richtung des Zimmers.
Kinasato schloss die Tür zum gewünschten Zimmer auf bevor er in das Zimmer eintrat. Vorsichtig legte er seinen Belast auf eines der fünf freien Betten. So viele brauchten sie zwar nicht, aber der Schattenläufer hasste es, wenn es enger war als nötig. Er brauchte viel Platz um sich wohl zu fühlen. Obwohl er gefühlskalt wirkte, wenn man ihn sehen würde.  Er setzte sich kurz neben das Bett und schaute sich vorsichtig die Wunden der jungen Frau an. Nachdem er diese analysiert hatte, ging er aus dem  Zimmer, wobei er Ax und der anderen Frau über den Weg lief. „Gib mir mal das Kopfgeld… Ich suche Kleidung und Arznei für die junge Dame.“
Ax händigte Kina sogleich er ihn traf das Kopfgeld aus und ließ ihn gehen. Erst wollte er ihn fragen, ob er mitkommen sollte, doch als er ausversehen den falschen Arm bewegte, überlegte er es sich anders. Aus Reflex umfasste seine Hand die Wunde an seinem Arm.
Kina lief aus den Gasthaus und schweifte mit seinem Blick durch die dunklen Gassen.  Warum genau er Geld mitgenommen hatte wusste er nicht. Die Läden hatten bereits geschlossen, scheinbar hat er dies total vergessen. Auch wenn die Läden bereits geschlossen waren, machte der Schattenläufer sich auf den Weg einen Laden zu finden, in dem er Kleidung für die zierliche Dame fand. Er dauerte doch relativ lange einen kleinen Laden zu finden. Doch nach einem irritierenden Weg, bei dem er manchmal auch im Kreis gelaufen war, fand er einen kleinen Laden mit scheinbar edler Kleidung. Nun musste er nur noch in den Laden kommen ohne aufzufallen. Kurz überlegte er, dann nahm er seinen kleinen Dolch. Dieser war zwar klein, aber seine Klinge war scharf. Damit könnte man versuchen das Holz zu durchschneiden. Normalerweise gehörte er nicht zu den Schattenläufern, die ihre Unauffälligkeit in der Nacht dazu nutzten Diebstähle zu tätigen. Heute war eine Ausnahme. Er tat es ja, um zu helfen. Natürlich hatte er noch der Fingerfertigkeit, die ihn während seiner Ausbildung beigebracht wurde. Vorsichtig steckte er die schmale Spitze des Dolches in das kupferne Schlüsselloch. Er probierte damit das Schloss leise zu knacken, anstatt gleich die gesamte Tür zu zerstören und es klappte. Als er den Knack hörte als das Schloss aufsprang war er erleichtert. Vorsichtig schob er die Tür auf, um zu verhindern, dass sie knarrte. Schnell schlich er in das Geschäft und suchte nach einem Kleid, das der jungen Dame passen könnte. Ein weinrotes Kleid war seine Wahl. Es war leicht verziert, aber nicht übertrieben. Dieses Kleid würde ihr passen. Es war edel, aber gab dennoch genug Bewegungsfreiheit. Damit er sich nicht wie ein Dieb fühlen musste, legte er das Geld in die leere Kasse. Dann schlich er wieder hinaus und ließ die Tür wieder in ihr Schloss fallen. Nun musste er sich etwas mehr beeilen, damit er Ax und die beiden Frauen verarzten konnte.
Ax und die Frau betraten das Zimmer. Zögerlich schloss sie die Tür hinter sich. Ax sah sich in dem Zimmer um. 5 Betten, mehrere Schränke, die sehr alt aussahen und eine Art Leuchter, den Axtan so nicht kannte. Es gab keinen Teppich, nur die alten, knarrenden Dielen. Die Fenster waren recht klein und dezent gehalten. Auf dem einen Bett lag die junge Dame. „Henna!“, rief die schwarz gekleidete Frau und rannte zu ihr. Sie kniete sich neben das Bett und nahm ihre Hand. „Es tut mir so Leid für sie. Ich konnte ihr nicht helfen. Sie muss so gelitten haben. Ich bin ihre Schwester! Ich hätte ihr helfen müssen! Aber… ich war zu schwach…“ Sie weinte fast als sie das sagte. Ax wusste erst nicht wie er reagieren sollte. Letztendlich sagte er nur: „Macht Euch deswegen keine Vorwürfe. Man kann nicht alles schaffen, nicht immer stark genug sein und vor allem nicht alles allein schaffen. Ihr könnt da nichts dafür. Das liegt einfach in der Natur.“ Nach diesen Worten fiel sie ihm weinend um den Hals. „Danke!“ Das war das Einzige, was sie noch herausbekam. So standen die beiden eine Weile da. Irgendwann als sie sich beruhigt hatte ging sie ein Stück zurück. Sie war leicht peinlich berührt. „Wo habt Ihr diese Wunde her?“ Sie versuchte vom Thema abzulenken. Ax war gar nicht gewohnt so hoch angesprochen zu werden, aber an sich war es ja doch recht logisch. „Von dem Kampf mit dem Biest, dessen Kopf Ihr vorhin gesehen habt.“ Als sie etwas erschrocken schaute, lächelte er leicht, um sie zu beruhigen. Sie lächelte daraufhin auch leicht, aber sah immernoch besorgt aus. Ax sah zu dem Fetzen, der einen Verband darstellte. Er war völlig durchnässt und schon wieder lief Blut seinen Arm herab. Es war anscheinend eine schlechte Idee gewesen, den verletzten Arm zu verwandeln, dadurch war die Blutung verstärkt worden. Um ihn herum begang alles sich leicht zu drehen. Er taumelte zu einem Bett und setzte sich. „Seid Ihr in Ordnung?“ „Es… ich… ja…“ Dann wurde ihm plötzlich schwarz vor Augen.
Kina eilte durch die Gassen. Er suchte schon fast verzweifelt nach einer Apotheke. Der Mond hatte seinen höchsten Punkt erreicht und erhellte die Stadt. In einer kleinen unscheinbaren Gasse fand er eine Apotheke. Sie war mindestens genauso unscheinbar wie die Gasse selbst. Wieder öffnete er die Tür und schnappte sich Medizin, Verbände und Heilkräuter. Dann legte er das Geld in die Kasse und ging zurück zum Gasthaus.
Langsam kam er wieder zur Besinnung. Vorsichtig öffnete er die Augen. Das Erste, was er sah, war die Decke. Dann wandte er den Kopf leicht zu der schwarzhaarigen Schönheit, die anscheinend den Verband abgemacht hatte. Sie wischte mit einem feuchten Tuch über die Wunde. Ax riss den Kopf auf die andere Seite, um nicht zu schreien. Der brennende Schmerz war entsetzlich. „Ihr seid ja wieder wach… Eure Wunde hat sich entzündet. Das ist nicht wunderlich, denn die Klauen eines dieser Biester sind wohl sehr unrein und oft sogar mit leichtem Gift überzogen.“, sagte die Edle im ruhigen Ton. Ax versuchte nicht jämmerlich zu klingen als er sie fragte: „Woher wisst Ihr das?“ „Ich hatte früher viel mit solchen Wesen zu tun.“, sie stockte kurz, „Es war höchste Zeit Eure Wunde zu säubern, ansonsten wäre sie nie wieder verheilt. Vorsicht!“ Sie wischte mit Druck über die Wunde. Er schrie auf und verzog das Gesicht. „Ihr seid aber empfindlich.“ Er lächelte beschämt, so dass man immer noch den Schmerz aus seinem Gesicht ablesen konnte. „Keine Sorge, ich mache mich nicht lustig. Schließlich kann man ja nicht immer stark sein.“ Sie lächelte und wurde rot als sie seine Worte wiedergab.
Der Schattenläufer war gerade im Gasthaus angekommen als er Axtan schreien hörte. Er rannte hoch in das Zimmer und riss die Tür auf. Als er sah, dass die unbekannte Frau sich um seinen Begleiter kümmerte entspannten sich seine Muskeln. Er ging zu ihr und reichte ihr die Sachen aus der Apotheke. Sie hatte sicherlich besseres Handgeschick, wenn es um Verletzungen ging. Das Kleid, das er mitgenommen hatte, legte er neben die schlafende junge Dame. Dann setzte er sich auf den Boden und beobachtete wie Ax versorgt wurde.
Die Unbekannte nahm lächelnd die Arznei entgegen. Sie rieb Axtans Wunde mit einem Blatt von ein paar Kräutern ein. Der schmächtige Gestaltenwandler biss sich nur auf die Lippe, um nicht wieder zu schreien. Er fühlte sich ziemlich schwach und alles um ihn herum drehte sich. Sie verband seine Wunde. „Ich würde mich gerne bei euch bedanken.“, sagte die edle Dame währenddessen. Ihr Blick schweifte zu Kina, dann ruhte er wieder auf Ax. „Schlaft jetzt, das wird euch helfen.“, sagte sie dann mit einem Lächeln. Sie hatte die Wunde wieder verbunden und ging nun zu ihrer Schwester, um diese zu versorgen.
„Es gibt nichts wofür Ihr danken müsst.“ Wie so oft hielt er seine Antwort knapp. Er stand auf und schob nun ein Bett in die dunkelste Ecke. Als er es dorthin geschoben hatte wo es ihn am liebsten war, setzte er sich darauf.
Diese Antwort brachte sie zum Lächeln. Sie versorgte nun schweigend Henna. „Im Übrigen, mein Name ist Senetra.“ „Axtan.“, antwortete der junge Gestaltenwandler schläfrig. „Sehr erfreut. Ihr Name lautet Henna. Sie ist meine jüngere Schwester.“ Sie verband ihre Schwester zu Ende. Dann ging sie zu einem Bett. Ax beobachtete sie, so weit er noch seine Augen offen halten konnte.
Er sah Senetra. Schweifte aber immer wieder mit seinem Blick zu Henna. „Mein Name ist Kinasato…“ Der Schattenläufer legte sich hin. „Wir sollten schlafen.“, murmelte er noch leise und schloss seine Augen. Die anderen folgten kurz nach ihm in die Welt der Träume.

~ So das war unser Prolog des Rollenspiels. Nächstes Mal werdet ihr dann einen Teil unserer Hauptgeschichte zu Gesicht bekommen. Ich hoffe es hat euch befallen! Ich würde mich über ein paar Kommentare sehr freuen. 😉 ~

Erster Teil des rpg’s (Prolog)

Donnerstag, 28. Februar 2013

Unbeschwert wie immer lief er den Weg entlang. Kahle Bäume zu seiner Linken und Rechten. Im Gegensatz zu manch anderen lief er den Weg entlang, um… ihn einfach entlang zu laufen. Erst dachte er an gar nichts. Er sang einfach fröhlich eine Melodie. Dann fiel er in Gedanken auf seine Ausbildung zum Gestaltenwandler. Komplett versank er in seinen Gedanken, bis er plötzlich gegen etwas lief und unsanft auf den Boden fiel.
Mit einem gefühlslosen Blick sah Kinasato auf den Unbekannten hinab. Bis eben dachte er noch, er könnte in aller Ruhe über sein nächstes Attentat nachdenken. Stille und hinterlistige Morde waren dem Schattenläufer am liebsten. Auch wenn er nichts für den unbekannten  Jungen übrig hatte, streckte er seinen Arm zu ihm, damit er ihm hoch helfen könnte. Sein Blick allerdings blieb kalt.
Überrascht sah er erst zu dem Fremden hoch, dann lächelte er und nahm die ausgestreckte Hand entgegen. Er war wohl von sich selbst überrascht gewesen, denn normalerweise  bekam er es immer mit, wenn ihm jemand entgegenkam, egal an was er dachte. „Tut mir Leid…und danke.“, meinte er dann kurz und knapp zu seinem gegenüber.
Mit einem starken Ruck zog ihn die Gestalt, in schattengleichen Mantel gehüllt, wieder auf die Beine. „Schon gut… Passiert mal.“  Seine Stimme  war eisig. Mit seinen dunklen grauen Augen betrachtete er die doch relativ magere Gestalt skeptisch. „Noch in Ausbildung, hm?“  Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, aber eine Antwort wollte er trotzdem von dem jungen Fremden.
„Ja, hehe.“, sagte der auszubildende Gestaltenwandler mit gesenktem Blick und kratzte sich wohl peinlich berührt am Kopf. „Aber woher wisst Ihr das?“, fragte er dann doch recht überrascht und legte den Kopf  schief, so dass ihm die silbernen Haare mit den schwarzen Strähnen leicht ins Gesicht fielen. Seine eisblauen Augen musterten die Gestalt.
„Ich erkenne einen Lehrling, wenn ich ihn sehe.“ Er sah den jungen Auszubildenden an. Allein mit seinem Blick versuchte er zu erkennen was da vor ihm stand, aber er war sich nicht so sicher.  „Als Gestaltenwandler ist man ohne Ausbildung ganz schön erbärmlich. Du solltest Krafttraining machen und mehr auf deine Umgebung achten.“ Dadurch dass er sich nicht sicher war, konnte die Gestalt vor ihm nur ein Gestaltenwandler sein. Kinasato selber war Ausbilder und mochte schmächtige Schüler nicht wirklich.
Trotz seiner mageren Gestalt, galt Axtan als einer der talentiertesten und stärksten Jugendlichen des Dorfes. Das konnte der Fremde natürlich nicht wissen und er hatte nicht vor ihn zu korrigieren. Ax fand es nur sehr erstaunlich, dass sein Gegenüber so viel wusste. War er ihm schon mal begegnet? Im ersten Moment gelang es ihm nicht den Mund zu schließen und er stand für eine Sekunde tatsächlich mit offenen Mund da. „Ihr seid beeindruckend. Wer seid Ihr, dass Ihr so erfahren seid?“, sagte er sogleich mit einem Lächeln.
Kina grinste sein Gegenüber an.  „Bin ich denn der erste Schattenläufer in den du durch Unachtsamkeit reingelaufen bist?“ Noch einmal begutachtete er den Jungen. Er fand es belustigend ihn durch Grundwissen so zum Staunen zu bringen.
Axtan war leicht beschämt. „Also… ähm ja.“, meinte er dann. Schattenläufer… Er konnte sich entsinnen schon mal etwas über sie erfahren zu haben. Genau vor gut 30 Jahren oder etwas mehr. Damals hatte seine Freundin ihm gesagt, dass sie im Dorf gefürchtet sind und dass auch sie selbst sich vor den Schattenläufern fürchtete. Ax sollte niemanden mehr auf sie ansprechen, deshalb war die Existenz von Schattenläufern für ihn in Vergessenheit geraten. Er selbst hatte keinerlei Furcht. Er faszinierte ihn irgendwie.
„Nun, dann solltest du erfreut darüber sein und hoffen, dass ich der Einzige bleibe. Solltest du nicht eigentlich zu deinem Ausbilder?“  Sein Grinsen war nicht freundlich, sondern eher hinterlistig. Er schweifte mit seinem Blick gen Himmel. Die Sonne ging bereits langsam unter. Seine Zeit kam um seinen Auftrag zu erfüllen.
Ax Blick folgte dem seines Gegenübers. Der Sonnenuntergang sah immer so schön aus. Er versuchte sich innerlich zu entsinnen, was er über Schattenläufer eigentlich wusste. Er musste… zu seinem Ausbilder…? Natürlich musste er das, aber er ging ja so selten zum Unterricht. Er ließ sich immer sagen, was gemacht wurde, da er schon sehr viel von seinem Vater gelernt hatte… Im Unterricht wurde er immer komisch angeguckt, geneckt und geschimpft. Das mochte er einfach nicht, weshalb er ständig schwänzte. Das hatte er auch heute vorgehabt. Er wollte für sich selbst üben, aber woher sollte dieser Schattenläufer das wissen? „Ähm… alsoo naja…“ Ganz offensichtlich hatte Axtan keine Ahnung wie er das ausdrücken sollte. „Eigentlich schon…“ Ihm wurde bei dem Grinsen dieser dunklen Gestalt mulmig zumute.
Der Schattenläufer durchbohrte seinen, ja doch, armseligen Gegenüber mit einem Blick  als würde er ihn allein damit töten wollen. Seine Augen schienen endlos, als könnte man sich in ihnen verlaufen. „Dann solltest du lieber gehen, oder wartest du darauf bis eine der Bestien der Gegend dich zerfleischt, nur weil du denkst, dass du besser bist als andere Lehrlinge?!“ Er unterbrach seine herablassende Standpauke. Zum einen, weil der Kleine ihn nichts anging. Zum anderen wollte er durch sein Reden keine Bestien anlocken. Doch dafür schien es zu spät zu sein, denn er hörte bereits ein leises Rascheln. „Zu spät zum Weglaufen Kleiner.“ Er grinste ihn an. „Du darfst mir jetzt zusehen, wie ich eine Bestie töte. Fühl dich geehrt.“ Eigentlich war es untypisch, dass die Bestien noch während des Sonnenuntergangs rauskamen, doch er durfte nun seinen Spaß haben.
Redete er von diesen Bestien, die ihn nachts oder auch abends oft Gesellschaft leisteten? Naja, manche waren wirklich aggressiv, aber keine von ihnen hatte ihn bis jetzt ernsthaft  verletzt.  Er hörte ein Rascheln. Gut, also war ausnahmsweise tatsächlich nicht Ax‘ selbst mit „Bestie“ gemeint. Das erleichterte ihn ungemein. Dem Schattenläufer bei einem Kampf zuzusehen war bestimmt recht unterhaltsam.
Der Schattenläufer verschwand im Schatten der Bäume. Es war als wäre er vollkommen unsichtbar, doch eigentlich passte er sich nur den Schatten an. In der Nacht oder in dunklen Wäldern wirkte das viel besser, aber nun musste er sich mit den, was er an Schatten zur Verfügung hatte, begnügen. Es kam näher, denn das Rascheln wurde lauter. Kinasato verschmolz noch mehr mit den Schatten. Dies tat er mithilfe seines dunklen schwarzen Mantels der bis zur Erde reichte und die Kapuze so tief im Gesicht hing, dass er gerade so noch klare Sicht hatte. Er zog seinen Schal, der tief grau, fast schwarz war, über sein Gesicht. Nun wartete er geduldig, bis das Biest in seiner Nähe war. Der Junge war ihm nun egal, sollte er nur ruhig den Köder spielen. Der Schattenläufer  schloss seine Augen, um sich auf die Bewegungen zu konzentrieren. Nur es waren eher kleine Beben, die er wahrnahm. Die Bestie schien groß zu sein, vielleicht war sie ja sogar sein Ziel.
‚Beeindruckend‘, so dachte er. Von jetzt auf gleich so fast unsichtbar zu werden.  Ob er das auch hinbekam? Schließlich hatte er ihn berührt. Aber er wollte das jetzt nicht ausprobieren. Er richtete die Augen in die Richtung der „Bestie“. Sollte er jetzt den Köder spielen oder wie? In diesem Moment sprang eine sehr große Bestie aus dem Gebüsch. Sie hatte riesige, unbeschreiblich lange und scharfe Klauen. Aus ihrem ganzen Körper ragten bedrohlich Dornen heraus und ihr Gebiss war sehr kräftig, doch ihre Zähne waren nicht spitz, was einen Biss noch schmerzhafter machte. Ihr Körper gleichte aber einen Skelett, was sie nicht schwach machte, aber was erklärte warum sie so gut getarnt war. Ax hatte diese Bestie schon mal gesehen. Damals wurde er von einer anderen „Bestie“ gerettet. Er hatte gehofft dieses Vieh nicht wiederzusehen. Knapp konnte er sich noch an den Namen der Bestie erinnern… Gamarkus. Bedrohlich schlich sie auf ihn zu. Dann griff sie an. Daraufhin wich Ax aus mit einer Geschwindigkeit, die man ihm vermutlich nie zugetraut hätte. Die Bestie griff weiter an. Noch wich er problemlos aus. Er überlegte sich zu verwandeln, aber das würde sein Geheimnis verraten. Innerlich war er etwas überfordert.
‚Das hatte ich nicht erwartet‘ Er grinste bei den Gedanken zufrieden. Es war belustigend für ihn zu sehen wie die kleine Gestalt wie ein Floh auswich. Doch es war ihm zu schade das scheinbar hohe Potenzial des Jungen zu verschwenden, indem er ihn jetzt sterben ließ. So schnell, dass man es gar nicht sehen konnte, war er bereits hinter der gigantischen Bestie und sprang auf ihren Rücken. Dem Gamarkus passte das überhaupt nicht. Nun war er nur noch wilder und versuchte den unerwünschten Reiter los zu werden. Für Kinasato war es kein Problem sich auf ihm zu halten. Schließlich kannte er solche Bestien schon gut. Jede Nacht tötete er mindestens eine, nicht immer gerechtfertigt, aber er hasste diese Viecher. Also tötete er jede, die ihm über den Weg lief. Vorsichtig aber doch sicher ging, naja kroch, er vor zum Hals des Gamarkus. Mit einem heftigen Schwerthieb, seines Schwertes, das er unter seinen Mantel trug, versuchte er den Kopf abzuschlagen. Doch der Hals der Bestie war doch zu dick und zu stark gepanzert, sodass es eher ein Kratzer war. Nun wurde sie noch wilder und Kinasato hatte Probleme sich zu halten. Nun wusste er warum er so einen hohen Preis auf den Kopf des Gamarkus bekommen sollte.
Das Blut der Bestie war grün, dickflüssig und es brannte. Warum Ax das nun so genau wusste? Weil er mehrere Spritzer ins Gesicht bekam und davon einige in die Augen. Axtan war bis jetzt auf Abstand  gegangen und wich aus. Nun stolperte er  ein paar Schritte zurück. Er war für einen Moment wie gelähmt. Irgendwas traf ihn am Bein. Er fiel zu Boden und wurde anscheinend durch einen Krallenhieb mit Wucht gegen etwas geschleudert. Ihm entwich nur noch ein schmerzverzerrter Laut.
Dem kräftigen Schattenläufer kam es zugute, dass der Junge nun mehr aus der Reichweite  war. Er sprang vom Rücken des Gamarkus und versuchte mit mehreren Schlägen an den Seiten des Halses dem Biest den Kopf abzuschlagen. Dies tat er mithilfe blitzschneller Bewegungen, wodurch er die Seiten schnell zu seinen Gunsten ändern konnte. Doch was er damit ausrichtete war minimal und er merkte, dass dies ein schwieriger Kampf werden würde.
Alles drehte sich. Er versuchte zur Besinnung zu kommen. Als er endlich verstand, was gerade vorgefallen war, wischte er sich sofort das Blut aus den Augen, welches immer noch sehr brannte. Axtan versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen und sah an sich herunter. Sein linker Oberarm war mit sehr tiefen Kratzspuren versehen. Die Brust war nur leicht, aber blutig getroffen wurden. Er versuchte seinen linken Arm leicht zu bewegen. Ein großer Schwall Blut trat heraus. Sofort presste er seine Hand auf die Wunde. Es brannte entsetzlich. Vermutlich schien die Wunde doch noch tiefer zu sein als er erwartete. Sein Blick schweifte zu dem Schattenläufer, der allein anscheinend gut zurechtkam.
‚So komme ich nicht weiter…‘ Der Schattenläufer wusste, dass er mit normalen Kampftechniken nicht weiter kam. Er nahm seine Kapuze ab und schüttelte sein rabenschwarzes Haar. Mit seinen grauen Augen schaute der Bestie direkt in die Augen. Auf einmal hielt sie still. Sie war wie gelähmt. Langsam und voller Schmerzen legte sich der Gamarkus brav hin. Das Blut lief an seinem Hals herunter. Es war nicht wenig Blut, das aber schon weniger als am Anfang floss. Kinasato lähmte das Biest allein mit seinem eiskalten Blick. „Kleiner! Nimm das Schwert und probiere dem Biest den Kopf abzuschlagen. Mir egal wie, aber mach!“ Während er mit ihm redete, wendete er den Blick nicht von dem Gamarkus ab. Sein Schwert ließ er aus der Hand fallen, damit die schmächtige Gestalt versuchen konnte das Schwert aufzuheben. Das er verletzt war wusste er nicht. Er bekam es nicht richtig mit als er von dem Biest  getroffen wurde. Aber selbst wenn er das gewusst hätte, selbst dann hätte er ihn darum gebeten, denn der Schattenläufer durfte sich nicht bewegen, denn sonst könnte er den Blickkontakt verlieren und das Biest würde sie wohl aus Wut töten.
Er nahm seinen Gedanken innerlich zurück. Offensichtlich kam der Schattenläufer doch nicht allein klar. Ax richtete sich also auf und schnappte sich schmerzverzerrt das Schwert.  Er hob das Schwert an und schlug zu, doch er konnte nicht die gewünschte Kraft aufbringen, um den Kopf mit einem Schlag abzutrennen. Die Bewegung schmerzte unheimlich und das Blut tropfte seinen Arm herab. Es musste ein Plan B her. Ax musste sein Geheimnis wohl etwas lockern. Diese Entscheidung traf er in nicht mal einer Sekunde. Also verwandelte er seine Arme in die eines Myratarus. Diese waren sehr kräftig, da das Myratarus eines der kräftigsten Wesen war und eines der, der den ursprünglichen Gestalten der Gestaltenwandler am ähnlichsten war. Mit einem gekonnten Hieb, in den er all seine Kraft legte, schlug er ihm den Kopf ab. Sofort verwandelte er seine Arme zurück.
Der Schattenläufer setzte seine Kapuze wieder auf. Er drehte sich mit einem freundlichen Grinsen zu dem Jungen. „Du bist ja doch eine gute Hilfe.“ Kinasato bewegte sich zu dem Kopf und zerrte ihn nun hinter sich her, nachdem er ihn gepackt hatte. Schweren Schrittes lief er zu dem Gestaltenwandler. Die schweren Schritte musste er gehen, da der Kopf sehr schwer war. Mit seiner freien Hand schnappte er sein Schwert aus der Hand des Jungen. „Bis dann junger Freund.“ Freund, dieses Wort nahm er selten in den Mund. Kinasato ging in die Stadt zurück. Doch nach wenigen Schritten drehte er sich nochmal um. „Entweder du gehst zu deinem Meister und lernst durch Theorie oder… du kommst mit mir.“
Axtan hielt wieder die Hand auf seiner Wunde. Er beobachtete den Schattenläufer genau. Als dieser sich nochmal umdrehte und ihm dieses Angebot machte, fiel ihm die Antwort sehr leicht. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht ging er in die Richtung des Schattenläufers. Es gab absolut nichts, was ihn noch in seinem Dorf hielt. Er hatte dort nicht mal mehr eigene Gegenstände. Naja, einige wenige, aber die bedeuteten ihm nichts. Außerdem war er Waise und seine einzige Freundin im Dorf versetzte ihn eh nur noch. Also lag ihm nichts daran zurückzukehren.  Er hoffte seine freudige Handlung war Antwort genug.
Ohne auch nur ein Wort zu sagen, lief er wieder weiter Richtung Stadt. Er wollte den schweren Kopf, den er mühevoll hinter sich her schleppen musste, endlich los werden. Es war nicht sonderlich weit bis zur Stadt seines Auftraggebers. Dies war auch besser so, da er erschöpft und sein Mitläufer verletzt war. „Wie lautet denn eigentlich dein Name?“
„Axtan.“, meinte Ax, während er aufgeholt hatte und jetzt neben dem Schattenläufer lief. „Und wie heißt Ihr?“ Er hielt seine Hand immer noch auf seinen Arm gepresst, um die Blutung etwas in Grenzen zu halten. Trotzdem tropfte im regelmäßigen Abständen Blut auf Boden. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und der Mond beleuchtete den zarten, schlanken Feldweg. In weiter Ferne sah man die glänzenden Lichter der Stadt. ‚Ein schönes Ambiente.‘, dachte er.
„Mein Name ist Kinasato.“ Er antwortete mit einer kühlen, erschöpften Stimme. Kurz schaute er auf den Arm von Axtan.  Es blutete ziemlich stark und sollte wohl schnell behandelt werden. Der Weg bis zur Stadt war hell vom Mond beleuchtet und der Tau, der sich auf den Gräsern bildete glitzerte im Mondlicht. Die Lichter der Stadt kamen näher, doch war es sicher noch eine halbe Stunde Fußmarsch bis sie da wären. Der Schattenläufer hielt an und drehte sich zu den Jungen. Noch einmal begutachtete er die Verletzung. Stumm riss er ein Stück seiner Kleidung, die er unter seinem Mantel trug ab. Es war groß genug, damit er die Wunde abbinden konnte. Dafür legte er den Kopf ab und umwickelte die Wunde mit dem Stofffetzen. Das ganze befestigte er mit einem Knoten. Nachdem er seinen neuen Begleiter so halbwegs verarztet hatte, nahm er wieder den Kopf und lief den Weg zur Stadt weiter.
„Danke.“, meinte Ax wirklich dankbar. Ihm war nämlich schon etwas schwummrig geworden. Und hatte er selbst keine Kleidung mit der er das hätte machen können. Außerdem wollte er seinen Arm nicht bewegen. Er war eigentlich etwas überrascht, dass Kinasato ihm half, aber er war glücklich darüber.
Normalerweise war es gar nicht Kinasatos Art zu helfen, aber was sollte mit einem Begleiter, der durch seine Verletzung sich nicht groß bewegen konnte. Einen letzten Blick warf er noch einmal auf Axtan als dieser sich bedankte. Für einen kurzen Moment konnte man ein Lächeln in seinem erschöpften Gesicht sehen.

Erklärung zum neuen rpg

Donnerstag, 28. Februar 2013

Jetzt geht es mal nicht um irgendeinen Anime oder Manga, sondern um meine eigene Story. Normalerweise veröffentliche ich meine Storys ungern über meinen Blog, aber dieses Mal hat sich etwas besonderes ergeben. Die Notizen zu meinen Geschichten mache ich ja im generellen im Unterricht, wenn ich Langeweile habe. Eine Freundin, die zufällig auch meine Mitschreiberin auf diesem Blog ist (Sie hat zwar erst einen Bericht veröffentlicht. -.-), hat meine Notizen entdeckt und meinte, dass wir dazu mal ein rpg machen könnten. So entstand das, was ihr in den folgenden Monaten immer wieder zu Gesicht bekommen werdet. Das rpg hat grundlegend noch keine genaue Story, sondern ist wirklich nur aus heiterem Himmel gegriffen, da Aki keinen meiner schon entwickelten Charaktere übernehmen wollte. So ist es wohl auch besser, Axtan ist also der einzige Charakter, der schon in meiner Vorstellung vorhanden war. Das Buch, was ich dann dazu veröffentlichen will, hat letztendlich also nichts mit diesem rpg zu tun. Außerdem muss ich dazu sagen, dass wir in der Schule schreiben, somit übertrage ich immer alles auf meinem Blog und passe es leicht meinem Schreibstil an. Es kann also problemlos als vorlaufende Geschichte gelesen werden. Also viel Spaß damit und hinterlasst mir bitte schön viele Kommentare! 🙂